Bundesliga-Vorschau : Wenn's doof kommt, gewinnen Berlusconi und Hoffenheim

Fürths Präsident macht einen Abteilungsleiter seiner Firma zum Coach, Hoffenheim kämpft um die Relegation, und Nachbarn ziehen wegen einer BVB-Fahne vor Gericht.
Silvio Berlusconi während einer Wahlkampf-Rede vor der Wahl am kommenden Sonntag in Italien © A. Solaro/AFP/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayern München - Werder Bremen
VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg
Hannover 96 - Hamburger SV
1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg
FC Augsburg – Hoffenheim (alle Samstag, 15.30 Uhr)
FC Schalke 04 - Fortuna Düsseldorf (Samstag, 18.30 Uhr)
Borussia M'gladbach - Borussia Dortmund (Sonntag, 15.30 Uhr)
SpVgg Greuther Fürth - Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Freiburg gegen Frankfurt und wenn’s noch geht: Augsburg gegen Hoffenheim. Schon klar, klingt nicht nach einem Jahrhundertwein oder nach Milan gegen Barca. Aber lassen sie sich nicht vom Etikett täuschen. Spannender wird’s in der Bundesliga dieser Tage nicht. Die Bayern sind zu gut. Aber dahinter und am Tabellenende wird’s heikel und reizvoll. Für die Augsburger, Platz 17, geht es gegen Hoffenheim, Platz 16, um den Relegationsplatz: Ein Duell arm und symphytisch gegen reich und wenig geliebt. Auf dem Papier ist der Spieleretat der Hoffenheimer doppelt so wertvoll wie jener der Augsburger. Und Freiburg gegen Frankfurt? Das ist in grauen Zeiten wie diesen der Château Pétrus der Bundesliga-Saison.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Bremen. Schon klar, klingt eigentlich nach einem Jahrhundertwein oder zumindest einem wilden Château Rehagles. Ist es aber nicht. Das liegt an Uli Hoeneß. Und an Barcelonas Ex-Trainer. Weil der nach Hoeneß' Zureden im Sommer nach München zieht, ist der Noch-Bayerncoach so angestachelt, dass er vor seiner Rente kein Spiel mehr verlieren will. Die Überraschung ist deshalb in München zur feigen Seltenheit verkommen. Wenn Sie es packend mögen, schauen Sie also lieber nach Augsburg, siehe Frage oben, oder nach Italien. Dank des Ballack-Buddys Kevin-Prince Boateng hat Milans Präsident in dieser Woche einiges zu lachen. Barcelona hatte 73 Prozent des Ballbesitzes und verlor 0:2. Mit diesem finalen Wahlkampfsieg kann's am Wochenende nun ganz doof kommen: Womöglich jubeln Hopp und Berlusconi.

Wer steht im Blickpunkt?

Die BVB-Fahne, wortwörtlich. Zwei Quadratmeter ist die schwarzgelbe Flagge groß, eigentlich hing sie an einem Fünfmetermast in einem Vorgarten in Hemer, gut 30 Kilometer vom Westfalenstadion entfernt. Peter, 66, hatte sie dort gehisst. BVB-Fan und stolz drauf. Peters Nachbarn sind Jutta, 58, und Walter, 62. Walter hat lange im Bauamt gearbeitet und mag den MSV Duisburg lieber als den BVB. Jutta und Walter schliefen nicht mehr gut, diese Fahne schräg vor ihrem Fenster. Es flatterte laut. In seiner Not studierte Walter was er kannte. Und er notierte: "Mit dem BVB-Logo ist der Mast eine Werbeanlage im Sinne des Paragraphen 13 der Bauordnung NRW". An das Bauamt schrieb er, das dies "gemäß Paragraph 13 Absatz 2 und 4 BauO NRW nicht zulässig ist. Und die Stadt Hemer verpflichtet ist, die Beseitigung zu verfügen." Doch die Beamten weigerten sich. Möglich, dass einige mit dem BVB sympathisieren. Sie antworteten Walter mit einem Gebührenbescheid über 50 Euro. Wegen des Wetters hat Peter seine Flagge nun erst einmal eingeholt. Doch: Friert es nicht mehr, geht’s weiter. Jutta und Walter sind vors Verwaltungsgericht Arnsberg gezogen. Unter dem Aktenzeichen 8 K 1679/12 naht die Verhandlung.

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