Champions LeagueHummels köpft BVB zum Ausgleich in Donezk

Der Deutsche Meister schafft kurz vor Spielende das 2:2 in Donezk. Damit steigen die Chancen Borussia Dortmunds auf das Viertelfinale wesentlich. Der Spielbericht

Schachtjor Donezk – Borussia Dortmund 2:2 (1:1)

Dortmund konnte in der Ukraine nicht an seine spielerisch guten Auftritte in Manchester und Amsterdam anknüpfen, doch Mats Hummels' Ausgleich lässt die Borussia auf den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale der Champions League seit fünfzehn Jahren hoffen. Durch das Kopfballtor des Nationalverteidigers in der 87. Minute erreichte der Deutsche Meister ein Remis bei Schachtjor Donezk und hat sich eine gute Ausgangsposition für das Achtelfinal-Rückspiel am 5. März geschaffen. Robert Lewandowski (41.) hatte die Führung der Ukrainer durch Dario Srna (31.) ausgeglichen. Das zweite Tor der Gastgeber schoss Douglas Costa (68.).

Vier Tage nach dem 1:4-Rückschlag gegen den HSV zeigten die Dortmunder gegen Schachtjor, das in der Vorrunde Titelverteidiger FC Chelsea ausgeschaltet hatte, nur phasenweise ihr gutes Spiel. Zur Freude der etwa 2.000 mitgereisten Fans steckte die Borussia aber zwei Rückstände weg und kontrollierte das Spiel. Allerdings ließen Jürgen Klopps Spieler in der Abwehr wieder Schwächen.

Ohne Ilkay Gündogan schufen die Borussen zu Beginn des Spiels dank Marco Reus und Mario Götze ein Übergewicht im Mittelfeld und erspielten sich gute Chancen. Beim Kopfball von Hummels (17.) verhinderte nur die Latte eine frühe Führung. Zwei Minuten später zog Reus aus gut zwanzig  Metern ab, konnte den Schachtjor-Torwart Andrej Pjatow aber nicht überwinden. Auf der Gegenseite wurde der Torwart Roman Weidenfeller eine halbe Stunde lang kaum geprüft, weil seine Vorderleute sehr aufmerksam agierten.

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Dann geriet Dortmund zum ersten Mal in dieser Champions League-Saison in Rückstand. Nach einem Foul von Felipe Santana an Luiz Adriano zirkelte der Spielmacher Srna den Freistoß aus gut fünfundzwanzig Metern über die Mauer ins Tor. Doch der BVB behielt die Nerven und schlug umgehend zurück. Der für die Bundesliga gesperrte Lewandowski traf im Nachsetzen zum 1:1, nachdem ihm Götze den Ball aufgelegt hatte. Sekunden vor der Pause verhinderte Marcel Schmelzer auf der Linie den erneuten Rückstand für seine Elf.

Im zweiten Durchgang hielt die Dominanz des BVB an, doch wurden die Angriffe nicht mehr so zielstrebig vorgetragen. Dafür patzte in der Abwehr Hummels in der 68. Minute nicht zum ersten Mal. Der Nationalspieler verschätzte sich bei einem weiten Flankenball, Douglas Costa kam zum Abschluss und ließ Weidenfeller bei der ersten Torchance der zweiten Halbzeit keine Abwehrchance. Kurz vor dem Abpfiff gelang Hummels noch der Ausgleich.

Angesichts des Flugzeugunglücks in der ukrainischen Metropole geriet der Fußball fast zur Nebensache. Am Nachmittag war eine aus Odessa kommende ukrainische Linienmaschine beim Anflug im dichten Nebel über die Landebahn hinausgeschossen und zerbrochen. Viele Passagiere wollten das Spiel in der Donbass-Arena besuchen. In einer Schweigeminute vor der Partie gedachten Spieler und Fans der Opfer der Bruchlandung.

Schachtjor Donezk: Pjatow - Srna, Tschygrynski, Rakizki, Rat - Fernandinho, Hübschman - Teixeira (84. Eduardo), Mchitarjan, Taison (62. Douglas Costa) - Luiz Adriano

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer - Kehl, Bender - Blaszczykowski (80. Leitner), Götze, Reus (90.+1 Schieber) - Lewandowski

Schiedsrichter: Webb (England)

Zuschauer: 52.187 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Srna (31.), 1:1 Lewandowski (41.), 2:1 Douglas Costa (68.), 2:2 Hummels (87.)

Gelbe Karten: Fernandinho /

Beste Spieler: Taison, Srna / Kehl, Lewandowski

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Leserkommentare
    • u.t.
    • 14. Februar 2013 7:20 Uhr

    regelmäßig?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der BVB"
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    • Marobod
    • 14. Februar 2013 17:13 Uhr

    jede Woche Fußball, manchmal auch die Suedamerikanischen Spiele.

    Und dennoch war selbst bei BWIN Donezk vorn ;)

    Auch wenn die Liga in der Ukraine nicht die Klasse hat wie die Bundesliga, so kann man sehen ,daß sie eine bessere Performance ablieferten. Waehrend der CL Gruppenphase haben sie sich recht gut verkauft, und der BVB hat von einem schwaechelnden Real Madrid profitiert.

    Und gern geschehen, ich trete den BVB fans gern auf den Schlips mit der Wahrheit.

    Sone Gurkentruppe

  1. Ein "Spektakel" war das also gestern. Wieder mal. Was denn sonst? Mit dem "Hottest Club of Europe". War es nicht eher ein recht durchschnittliches CL-Spiel, mit einem in der ersten Halbzeit das Spiel gut im Mittelfeld kontrollierenden BVB, der aber in der 2. Halbzeit, wo es mehr dahinplätscherte, keine zwingenden Aktionen mehr zustande brachte.?

    Das Ergebnis ist o.k. und lässt alle Chancen, aber sonst, na ja, "Spektakel" halt. Beim ZDF ist die schwarz-gelbe Vereinsbrille offensichtlich zur Einstellungsvoraussetzung geworden. Gegen diesen Herrn Praktikanten, der moderiert und die Interviews macht sollte man langsam mal eine Unterschriftensammlung initiieren. Von dem war ja am Ende sogar Klopp genervt, obwohl der Typ einer seiner besten PR-Leute ist.

    8 Leserempfehlungen
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    ... der Moderator war zum weg clicken....
    aber warum sollen junge Menschen nicht die Chance bekommen Praxis zu bekommen....bei einer jungen Mannschaft, die als Einzige in der jetzigen CL-Runde ungeschlagen ist....

  2. Sie sind mir sonst als durchdacht in Erinnerung.

    Chelsea hat in Donezk verloren. Es ist Winter dort und der Flug den die Donezker zu den Auswaertsspielen gewohnt sind und gestern nicht hatten steckte den Dortmundern in den Knien.

    Wie war das mit dem Spiel nach langer Antrittsreise der Bayern? Verloren; NULL Punkte. Also bitte noch einen Kaffee mehr und ein Atemzug dazu. ;) Sonst zeigen auch Sie mir warum ich eigentlich an BayernFans nicht herankomme.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "BVB im Glück?"
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    gutes Ergebis mit nach Hause gebracht, nur wer das Spiel gesternabend gesehen hat, konnte feststellen, da war mehr drin! Denn die Donezker waren in der Verteidigung erschreckend schwach, das hätte dem BVB eigendlich in die Karten spielen müssen. Aber sie haben ja noch das Rückspiel. Nur hier ist Vorsicht angesagt, weil die Donezker einige sehr gute und vor allem schnelle Spieler in ihren Reihen haben. Da können Konter tödlich sein!!! Also BVB aufgepasst und weiter kommen!

    Durchdacht?
    Na ja, ich habe eher den Eindruck *durchdacht* ist bei Ihnen Lob für den BVB,
    und kritisiert man Ihren Verein, ist es *nicht durchdacht*!
    Anreise taugt nicht als Erklärung und die Bayern haben ihr Gruppenspiel nicht wegen der Anreise verloren, sondern wegen eine mangelnden Einstellung zu einem vermeintlich leichtem Spiel...altes Bayernleiden, das im Laufe dieser Saison abgestellt wurde!
    Aber warum müssen wir eigentlich immer mit Bayern vergleichen, wo es gestern doch um den BVB ging?
    Auch Chelsea interessiert mich dabei eher weniger!
    Fakt ist, der BVB hätte gestern den Sack zu machen können und in Normalform auch müssen.
    Die Ukrainer hatten gestern eklatante Abwehrschwächen und keine ausreichende Fitness und Form für 90 Minuten.
    Auch keine wirkliche Spielidee oder Ballkontrolle, nur lange Bälle und ein paar schnelle Vorstösse!
    Meine Frage , ob der BVB jetzt in der Krise steckt, war natürlich provokant,
    Ende Februar wissen wir mehr .-)

    Ihnen wünsche ich ein wenig mehr Gelassenheit, Humor und auch Sachlichkeit,
    gerade was den BVB betrifft!

  3. Das Wesentliche ist doch, daß man sich in der KO-Phase im Auswärtsspiel eine gute Ausgangsposition für das Heimspiel schafft. Das hat der BVB ohne wenn und aber geschafft. Donezk ist im Rückspiel stärker gefordert, als der BVB und dasist schon ein wichtiger Vorteil.

    Individuelle Fehler passieren nunmal und werden in der CL auch schneller bestraft, als in der BL. Klopp hat es nach dem Spiel angesprochen, seine Jungs werden weiter Fehler machen, zwar nicht mehr dieselben, aber von den jungen Spielern kann man in der zweiten CL-Saison keine Wunderdinge erwarten. Die müssen sich genauso zu CL-Siegertypen entwickeln, wie sie sich zu BL-Siegertypen entwickelt haben.

    Der Praktikant, der seinen Fragenzettel abarbeiten mußte (frei nach Klopp) hatte natürlich auch einen schweren Stand, so als Greenhorn unter den gestandenen Experten, da kann man sich schon mal verplappern. Er darf es nur nicht zur Gewohnheit werden lassen.

    4 Leserempfehlungen
  4. gutes Ergebis mit nach Hause gebracht, nur wer das Spiel gesternabend gesehen hat, konnte feststellen, da war mehr drin! Denn die Donezker waren in der Verteidigung erschreckend schwach, das hätte dem BVB eigendlich in die Karten spielen müssen. Aber sie haben ja noch das Rückspiel. Nur hier ist Vorsicht angesagt, weil die Donezker einige sehr gute und vor allem schnelle Spieler in ihren Reihen haben. Da können Konter tödlich sein!!! Also BVB aufgepasst und weiter kommen!

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  5. ... da war ich wohl etwas polemisch.

    Was mich an der Überschrift nur gestört hat sind zwei Dinge:
    Zum einen die unnötige Personalisierung. Wieso nicht ein "Dortmund erkämpft sich ein 2:2 in Donezk"? Wieso müssen immer einzelne Spieler hervorgehoben werden?
    Und das, zweitens, wenn sie nicht mal ein gutes Spiel gemacht haben, sondern noch für das 2:1 verantwortlich sind? Da hat Hummels bei vielen Medien mMn einen seltsamen Bonus. Der kann machen was er will: er bleibt trotzdem der fehlerlose Hummels.
    Daher meine Aufregung. Aber ist ja schon alles moderiert worden ;)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Und warum..."
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    Ok, er ist für ein Gegentor verantwortlich, aber mit 88% gewonnenen Zweikämpfe (Vergleich Götze: 25%, Blasziczowsky: 29%, u.s.w.), eine grandiose Torchance und einem großartigen Tor, siehst das schon mal ganz anders aus. Von "seltsamen Bonus" kann hier keine Rede sein, Hummels hat es verdient gelobt zu werden. Von 'fehlerlos' war keine Rede, das steht auch nirgends.

  6. 15. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

    Antwort auf "Der BVB"
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    daß der Forist keine Ahnung hat? Ein Fußballspiel, so auch das Gestrige, wird immer aus verschiedenen Blickwinkel gesehen. Wenn dieser Winkel nicht in den Ihrigen passt, hat derjenige keine Ahnung? Sein Sie doch fair und ich glaube nicht, daß er Sie fragen muß, ob er einen weiteren Kommentar schreiben darf!!!

  7. daß der Forist keine Ahnung hat? Ein Fußballspiel, so auch das Gestrige, wird immer aus verschiedenen Blickwinkel gesehen. Wenn dieser Winkel nicht in den Ihrigen passt, hat derjenige keine Ahnung? Sein Sie doch fair und ich glaube nicht, daß er Sie fragen muß, ob er einen weiteren Kommentar schreiben darf!!!

    Antwort auf "[...] "
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    • lxththf
    • 14. Februar 2013 12:54 Uhr

    der Ahnungslosigkeit erweckt ;) Wer Donezk als "Losglück" bezeichnet, bzw. meint, dass das jemand gesagt hat, dann möchte er entweder polemisieren, provozieren oder hat keine Ahnung. Mich würde interessieren, von welchem BVB Akteur/Verantwortlichen er diese Meinung gehört hat.

    Zum Spiel. Glück gehabt und auch das ist ein Teil vom Fußball. Gerade bei den Kontern von Donezk blieb mir ein ums andere Mal das Herz stehen, jedoch glaube ich nicht, dass Dortmund zu Hause verliert, oder 2 Gegentore bekommen wird von Donezk.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Robert Lewandowski | Bundesliga | Fußball | Roman Weidenfeller | Borussia Dortmund | Hamburger SV
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