DFB-Pokal : Freiburg zieht ins Pokal-Halbfinale ein

In der Nachspielzeit haben die Freiburger Mainz bezwungen, obwohl sie 0:2 zurücklagen. Die Wolfsburger schaffen es zum fünften Mal ins DFB-Halbfinale. Die Spielberichte
Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigt dem Mainzer Torwart Heinz Müller die gelbe Karte. © Fredrik von Erichsen/dpa

FSV Mainz 05 - SC Freiburg 2:3 n.V. (2:2,2:0)

Der SC Freiburg hat zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Dabei gingen zunächst die Mainzer beeindruckend schnell in Führung: Shawn Parker prüfte nach 68 Sekunden mit einem Freistoß SC-Keeper Oliver Baumann, kurz darauf nutzte er einen Rückpass von Chinedu Ede und schoss das 1:0 (2. Minute). Weniger als 120 Sekunden später flog der Ball erneut im Netz, als der Däne Niki Zimling mit einem wuchtigen Distanzschuss für Mainz traf.

Die Freiburger reagierten erst ratlos, rappelten sich dann aber wieder auf. Christian Streich nahm den glücklosen Vegar Hedenstad in der 13. Minute raus, brachte Jonathan Schmid und stellte die Mannschaft leicht um. Das half. Ihre stärkste Phase der ersten Hälfte hatten die Gäste nach einer guten halben Stunde: Daniel Caligiuri (33.) prüfte den für Christian Wetklo ins Tor gerückte Heinz Müller, Johannes Flum (37.) und Oliver Sorg (39.) mit einem Lattentreffer verpassten ebenfalls den Anschlusstreffer.

Insgesamt verlief die erste Halbzeit für Mainz jedoch ohne Aufreger und auch Thomas Tuchel blieb ruhig. Am Vortag hatte Tuchel die Schiedsrichter kritisiert und beklagt, seine Mannschaft würde "krass benachteiligt".

In der zweiten Halbzeit musste der Mainzer Verteidiger Pospech wegen wiederholten Foulspiels frühzeitig das Feld verlassen (65.). Tuchel reagierte auf die Unterzahl, nahm den starken Offensivmann Parker raus und brachte in Junior Diaz einen weiteren Verteidiger. Das größte Glück der Hausherren war zunächst noch die Fahrlässigkeit der Gäste. Dreimal scheiterten sie in einer turbulenten Schlussphase am Aluminium, dann traf der zwei Minuten zuvor eingewechselte Ivan Santini (86.).

Mit dem umstrittenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit leitete Caligiuri (90. +3) endgültig die Wende ein: Nach einem Zweikampf zwischen Bo Svenssson und Santini entschied Referee Deniz Aytekin auf Strafstoß. In der Verlängerung bestimmten die Freiburger das Geschehen: Caligiuri erzielte dann auch noch den Siegtreffer (108.) und machte den größten Erfolg der Freiburger im DFB-Pokal perfekt.

FSV Mainz 05: Heinz Müller - Pospech, Svensson, Noveski, Zabavnik - Baumgartlinger - Nicolai Müller, Zimling (62. Caligiuri) - Ede (72. Ivanschitz) - Szalai, Parker (70. Júnior Díaz)
SC Freiburg: Baumann - Hedenstad (13. Schmid), Ginter, Krmas, Sorg - Schuster, Makiadi - Flum (62. Guédé), Caligiuri - Rosenthal (84. Santini), Kruse
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 23.517
Tore: 1:0 Parker (2.), 2:0 Zimling (4.), 2:1 Santini (86.), 2:2 Caligiuri (90.+3/Foulelfmeter), 2:3 Caligiuri (108.)
Gelbe Karten: Baumgartlinger, Heinz Müller / Krmas, Makiadi, Rosenthal
Gelb-Rote Karten: Pospech (65./wiederholtes Foulspiel) / -
Beste Spieler: Baumgartlinger, Nicolai Müller / Schuster, Krmas

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Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Umstrittener Elfer...

Leider wird alles nur NACHGEPLAPPERT, was von irgendwelchen (Fach?)Leuten in die Welt gesetzt wird. Hier war es die Einschätzung des Sky-Kommentators, der einfach die "Story" der benachteiligten Mainzer (Stichwort "Tuchel-Debatte") um eine Facette reicher machen wollte.

In der Journalie geht "Story" immer vor "Fakten/Wahrheit", das lernen man schon im Grundkurs "Journalistik"...

@Christoph Schröder

Ich finde der Kollege hat gar nicht so Unrecht. Ich bin seit ich denken kann kann Fußballfan und der Meinung, dass die Sportart eine grundlegende Regelüberarbeitung in Sachen Entscheidungskompetenzen nötig hat.

Spiele wie das CL-Halbfinale Chelsea - Barca 2009, wo die Engländer massiv benachteiligt wurden und sich die Fehlentscheidungen derart auffällig gehäuft haben, helfen nicht grade, die Vermutung zu entkräften, das da in der ganzen Branche was nicht richtig läuft, hauptsächlich durch halblegale oder illegale Wetten.

Warum ist es bei der Formel 1 möglich, Entscheidungen während des Rennens mithilfe von Videobildern zu treffen und ggf. Strafen zu verhängen?
Warum kann man beim Tennis Entscheidungen mit dem Hawk-Eye anfechen und den Schiedsrichter per Bildbeweis überstimmen?
Warum gibt es beim Eishockey Videoschiedsrichter, die extra dafür abgestellt sind, strittige Szenen zu bewerten?
Und warum gibt es beim Fußball, der mutmaßlich am weltweit verbreitesten und größen Sportart zigdutzende Kameraperspektiven für den Zuschauer, aber NICHT für die Unparteiischen?? "Tatsachenentscheidung" ist das Totschlagargument. Ich frag mich ist das wirklich noch zeitgemäß im 21. Jahrhundert?

Zum Thema Wettmafia ist ein interessantes Interview auf spielverlagerung.de zu lesen:
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Sehr interessant ist dabei dieses Bild:
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