DFB-Pokal : Freiburg zieht ins Pokal-Halbfinale ein
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Kickers Offenbach - VfL Wolfsburg

Die Wolfsburger feiern den Treffer von Ivica Olic. © Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Kickers Offenbach - VfL Wolfsburg 1:2 (0:0)

Der VfL Wolfsburg hat den Kickers Offenbach gestoppt und zieht zum fünften Mal ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Die Offenbacher wehrten sich vor 18.700 Zuschauern tapfer, verpassten aber nach ihren Erfolgen gegen Greuther Fürth, Union Berlin und Fortuna Düsseldorf eine weitere Sensation.

"Volle Kanne!" hatte Offenbachs Trainer Rico Schmitt als Motto ausgegeben – und die Außenseiter aus der 3. Liga hielten sich zunächst an die Maxime. Mit Anstoß stürmte das Heimteam nach vorne, nach nur neun Sekunden zielte Mathias Fetsch freistehend aus 16 Metern zu hoch und vergab die erste Chance. Bei den vorigen Coups gegen Union (2:0) und Düsseldorf (2:0) hatte der Angreifer jeweils noch getroffen.

Mutig und aggressiv traten die Kickers in der ersten Viertelstunde auf, gewannen viele Zweikämpfe, ließen aber drei gute Möglichkeiten ungenutzt. Nach der schwachen Anfangsphase übernahm Wolfsburg die Kontrolle, drängte den Gegner weit zurück. Die Angriffe des VfL erinnerten jedoch eher an ein geduldiges, ideenloses Überzahlspiel im Handball ohne wirklichen Druck.

Bei der ersten gefährlichen Wolfsburger Szene rettete Torhüter Robert Wulnikowski im Gedränge vor Ivica Olic (20.), nach einer Hereingabe von Marcel Schäfer trat Vieirinha völlig unbedrängt über den Ball.

Doch auf dem holprigen und tiefen Rasen taten sich besonders die Niedersachsen schwer, so stolperte etwa Diego in guter Schussposition und fiel hin. Auf der anderen Seite fischte VfL-Torwart Diego Benaglio einen Flatterball von Matthias Schwarz (38.) aus dem Winkel. Zwischenzeitlich hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark mit einer Unterbrechung der Partie gedroht, da mehrfach Plastikbecher auf das Feld geflogen waren.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte der VfL zwar nicht mehr Kreativität – doch dank eines schweren Patzers von Wulnikowski reichte das zur Führung. An einer Flanke von Makoto Hasebe segelte Wulnikowski vorbei, Stefan Kleineheismann verlor das Kopfballduell gegen Ivica Olic, der den Ball mit Bauch und Arm über die Linie drückte (50.).

Angestachelt vom Rückschlag drückte Offenbach auf den Ausgleich, Fetsch blockte im Strafraum den Weg für Nicolas Feldhahn frei, der jedoch knapp verzog (63.). Stattdessen machte es Bas Dost besser und erzielte das 0:2 und seinen vierten Treffer dieser Pokalrunde (71.). Zehn Minuten später schaffte Verteidiger Marcel Stadel den Anschluss (81.), auf den Ausgleich drängten die Offenbacher jedoch vergeblich. Durch das Aus entgeht den finanzschwachen Hessen die so dringend benötigte Millionen-Einnahme für den Halbfinaleinzug.

Kickers Offenbach: Wulnikowski - Ahlschwede, Kleineheismann, Stadel, Stein - Feldhahn, Mehic (64. Bäcker) - Reinhardt, Fetsch, Schwarz (80. Avdic) - Rathgeber (64. Vogler)
VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Madlung, Schäfer - Polak, Josué (87. Kjaer) - Olic (76. Rodriguez), Diego, Vieirinha (90.+1 Träsch) - Dost
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 18.700
Tore: 0:1 Olic (49.), 0:2 Dost (71.), 1:2 Stadel (81.)
Gelbe Karten: - / -
Beste Spieler: Reinhardt, Fetsch / Josué, Olic

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Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Umstrittener Elfer...

Leider wird alles nur NACHGEPLAPPERT, was von irgendwelchen (Fach?)Leuten in die Welt gesetzt wird. Hier war es die Einschätzung des Sky-Kommentators, der einfach die "Story" der benachteiligten Mainzer (Stichwort "Tuchel-Debatte") um eine Facette reicher machen wollte.

In der Journalie geht "Story" immer vor "Fakten/Wahrheit", das lernen man schon im Grundkurs "Journalistik"...

@Christoph Schröder

Ich finde der Kollege hat gar nicht so Unrecht. Ich bin seit ich denken kann kann Fußballfan und der Meinung, dass die Sportart eine grundlegende Regelüberarbeitung in Sachen Entscheidungskompetenzen nötig hat.

Spiele wie das CL-Halbfinale Chelsea - Barca 2009, wo die Engländer massiv benachteiligt wurden und sich die Fehlentscheidungen derart auffällig gehäuft haben, helfen nicht grade, die Vermutung zu entkräften, das da in der ganzen Branche was nicht richtig läuft, hauptsächlich durch halblegale oder illegale Wetten.

Warum ist es bei der Formel 1 möglich, Entscheidungen während des Rennens mithilfe von Videobildern zu treffen und ggf. Strafen zu verhängen?
Warum kann man beim Tennis Entscheidungen mit dem Hawk-Eye anfechen und den Schiedsrichter per Bildbeweis überstimmen?
Warum gibt es beim Eishockey Videoschiedsrichter, die extra dafür abgestellt sind, strittige Szenen zu bewerten?
Und warum gibt es beim Fußball, der mutmaßlich am weltweit verbreitesten und größen Sportart zigdutzende Kameraperspektiven für den Zuschauer, aber NICHT für die Unparteiischen?? "Tatsachenentscheidung" ist das Totschlagargument. Ich frag mich ist das wirklich noch zeitgemäß im 21. Jahrhundert?

Zum Thema Wettmafia ist ein interessantes Interview auf spielverlagerung.de zu lesen:
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Sehr interessant ist dabei dieses Bild:
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