Doping-Debatte : Doping freigeben? Ja, jetzt und kontrolliert!

Nur ein radikaler Wechsel hilft: Gert G. Wagner widerspricht dem Philosophen G. Gebauer und fordert die Freigabe von Doping und die Pflicht eines Medikamentenpasses.
Blutproben für den Dopingtest © Valentin Flaurad/Reuters

Dieser Text ist Ausgangspunkt für das erste Philosophische Armdrücken mit Gunter Gebauer. Der Ökonom Gert G. Wagner wird am Donnerstag im Berliner Veranstaltungsraum von ZEIT ONLINE die Reaktionen auf seinen Text diskutieren und gegen Gebauer antreten. Gebauer ist Sportphilosoph und tritt für ein Dopingverbot ein. Seinen Text zur Debatte lesen Sie hier.

Wer Doping bekämpfen will, etwa um der Jugend ein Vorbild zu bieten, muss sich den Kern des Problems klarmachen. Dazu gehören nicht nur die medizinischen, juristischen und pädagogischen Dimensionen, sondern vor allem die Ziele und Anreize, die Hochleistungssportler haben. Deswegen können auch Ökonomen und Sozialwissenschaftler etwas dazu sagen und zur Lösung des Problems beitragen.

Unter den Begriff Doping fallen, so glauben die Doping-Gegner, "künstliche Maßnahmen zur Steigerung der Leistung eines Sportlers". Die Leistung beruhe dann nicht auf Talent, Disziplin und Trainingsfleiß. An dieser Stelle beginnt bereits der Irrglaube: Warum sind Unterschiede in der Sportausrüstung, etwa bei der Qualität der Schuhe, erlaubt, aber Medikamente und andere Maßnahmen der ärztlichen Kunst nicht? Schuhe sind ja nicht Teil des menschlichen Körpers und trainieren kann ein Sportler sie auch nicht.

Auch die Trainingsmöglichkeiten unterscheiden sich zum Beispiel in armen und reichen Ländern. Schlechtes Training muss also nichts mit Faulheit zu tun haben. Warum werden diese Ungerechtigkeiten hingenommen, nicht aber Ungleichheiten bei Medikamenten und Therapien?

Die offizielle Antwort lautet: Weil Doping die Gesundheit der Athleten schädigt. Stimmt, aber Hochleistungstraining ist per se nicht unbedingt gesund. Von offenkundig ungesunden Regeln und extremen Leistungsanforderungen etwa beim Turnen oder Gewichtheben ganz zu schweigen. Warum nun darf oder soll ein Athlet seinen Köper durch exzessives Training und brutalen Wettkampf schädigen, nicht aber durch Doping?

Die Antwort der Sportfunktionäre und Sportwissenschaftler lautet: Weil das Doping-Verbot zu den Regeln des Sports gehört, haben Wettkämpfer sich daran zu halten. Basta. Nur Dank seiner vollkommenen Regelhaftigkeit eignet sich der Wettkampfsport als pädagogisches Vorbild. Basta. Aber bewiesen ist das nicht.

Nicht nur deshalb ist ein hier und dort gefordertes Anti-Doping-Gesetz nicht zu Ende gedachter pädagogischer Aktionismus.

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Kommentare

61 Kommentare Seite 1 von 12 Kommentieren

Ja, leider muss es immer schneller, weiter und höher hinaus sein

Weil der Mensch, unabhängig von seinen unablässig deklarierten hehren Werten, das so will. Sonst wird es langweilig. "Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper?" Dieser schöne Leit- und Kernsatz der olympischen Idee ist doch längst zur Chimäre mutiert. Gewinnern wird gehuldigt und das monetäre Füllhorn über deren Haupt ausgeschüttet und nicht Verlierern. Wer will zu den Verlierern gehören? Der Zweck heiligt auch hier die Mittel.Man kann deswegen die Mundwinkel hängen lassen, an den Realitäten ändert sich nichts. Denken wir auch die FIVA und das IOC. Organisationen, die längst auf dem Olymp des sauberen und korruptionsfreien Hochleistungssports angekommen sind und dort gewissermassen als Hohe Priester des genannten Leitspruchs amten. So gesehen hat natürlich Doping im Spitzensport nichts, aber auch gar nichts, zu suchen.

Ich stimme ihen zu

das wir dann das Problem kiegenwarum man nicht auch für Kallsnarbeiten oderleistungstest im Sport unterriche mal schnell was einwerfen sollte, ab besten natürlich ganau das was das grosse Vorbild auch nimmt.

Aber nicht nur das ein anderes Probem ist dann, das immer noch der der verbotene Dopingmittel nimmt einen unfairen Vorteil hat, und sich nun mal auch mit einer Buchführung der erlaubten Supstansen nicht nachweisen löst wer illegales macht. Man könnte dann nur viel mehr legale mittel laut buch verordnen aber dennoch illegale Mittel nehemn. Da es ja jetzt schon so ist das die neusten Dopingmittel kaum nachweisbar sind, sind sie dann auch mit buch und erlaubten Dopingmitteln kaum nachweisbar.

Wer jetzt Dopt wird auch in einen system mit legalen und illegalen Supstensen zu den wirksamsten greifen auch wenn die illegal sind. Es ist zu viel Geld in Umlauf in diesen Geschäftsfeld als das irgentwer dort vor fälschen der Medikamentenbücher zurückschrecken würde.

Und würden Leue dafor zurückschreken, hätten wir kein Dopingproblem. Vor den buch wo man unterschreiben muss das man nicht gedopt ist würden dann imme wieder Leute Gewissensanfälle haben und den Wetkampf abbrechen.

aber in der realität hält sie Unterschrifen udn Bücher schon lange nicht mehr auf. Also ein Sinnloser Vorschlag der die Grentze nur noch mehr verwischt und NAchweise aufgrund von legaler Substancen im Blut nur erschweren würde.

Doping führt bzw kann zu einer Überforderung des Organismus

im Menschen und auch bei Tieren führen.
In vielen Fällen greift der Körper durch Doping auf die autonomen Leistungsreserven zurück. Er verbraucht also Energie, die zur Aufrechterhaltung der organischen Funktionen erforderlich sind. Das sind dann die Fälle, wo Sportler einfach während des Wettkampfes tot umfallen, weil Organe einfach ihre Funktion einstellen.
Deshalb kein Doping. Im übrigen ist es dringend erforderlich, da Staatsanwälte sich die Funktionäre im Sport greifen, die im Rahmen der Dopingkontrollen keine saubere Arbeit abliefern.