Bundesliga-RückschauEin #aufschrei geht durch die Bundesliga

Erstmals sitzt eine Frau am Live-Mikrofon. Jürgen Klopp rauft sich trotz eines Sieges die Haare. Und der HSV verliert Uwe Seelers Enkel. Das war der 20. Spieltag. von  und

Christina Graf, erste Live-TV-Kommentatorin eines Bundesliga-Spiels

Christina Graf, erste Live-TV-Kommentatorin eines Bundesliga-Spiels  |  © Armin Weigel/picture alliance/dpa

Wer spielte wie gegen wen?

Werder Bremen – Hannover 96 2:0
VfL Wolfsburg – FC Augsburg 1:1
FC Schalke 04 – SpVgg Greuther Fürth 1:2
FSV Mainz 05 – Bayern München 0:3
Fortuna Düsseldorf – VfB Stuttgart 3:1
TSG Hoffenheim – SC Freiburg 2:1
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 0:2
1. FC Nürnberg – Borussia Mönchengladbach 2:1
Bayer Leverkusen – Borussia Dortmund 2:3

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Leverkusen gegen Dortmund. Das Spiel um Platz 2 hielt mehr als versprochen: neunzig Minuten schnittiger Angriffsfußball, fünf Tore, Tormannparaden, gute Stimmung (Video). Der Matchwinner für Dortmund war Robert Lewandowski, der Reus das frühe Tor feinfüßig auflegte, zwei Mal zum Elfmeter umgetreten wurde und das Siegtor schoss. Der polnische Torjäger, angeblich von vielen europäischen Spitzenvereinen umworben, zeigte, warum Dortmund auf ihn angewiesen ist. Nun hat der Meister die Hierarchie der Verfolger hinter den enteilten Bayern wieder zurechtgerückt. Doch es bleiben Narben: Wann hat eine deutsche Mannschaft den BVB zuletzt derart gestutzt wie Bayer in der zweiten Halbzeit? 26 Torschüsse hat Bayer insgesamt abgegeben, so viele wie kein anderer Dortmund-Gegner in dieser Spielzeit. Für den BVB war es ein Sieg beim Konkurrenten, aber war der Abend wirklich nach Jürgen Klopps Fasson? Wenn er heute im Videostudium die Fehler der Defensive analysieren wird, dürfte er sich die neuen Haare raufen.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

HSV gegen Eintracht. Nach fünf mehr oder (öfter) weniger glanzvollen Heimsiegen in Serie war der HSV mal wieder reif. Der Gast aus Frankfurt mit dem ehemaligen Hamburger Trainer Armin Veh und seinem neuen Torjäger Srđan Lakić, der sich mit zwei Toren von seinem Wolfsburg- und Magath-Frust befreite, war einfach zu gut für die Norddeutschen. Viel bitterer für die HSV-Familie ist aber eine andere Niederlage. Das 16-jährige Talent Levin Öztunali wird Hamburg im Sommer in Richtung Leverkusen verlassen – was so recht niemanden jucken würde, würde es sich bei dem Jungen nicht um Uwe Seelers Enkel handeln. Jetzt gibt es Streit in dem Verein, der so viel Wert auf seine Tradition legt. Nach Verkündung des Wechsels wurde "Uns Özi" (Kölner Express) durch Hamburgs Sportdirektor Frank Arnesen angeblich für den Rest der Saison suspendiert. Arnesen verneint dies zwar, doch äußerte er sich despektierlich über den Charakter des Jugendlichen. Opa Uwe wirft Arnesen vor, "armselig und lächerlich" zu reagieren. Der Vorstand müsse sich mal darüber Gedanken machen, dass so viele Talente in jüngster Zeit den Verein verlassen hätten, sagt Seeler. "Ich stehe für die 50er, 60er und 70er Jahre des HSV, doch diesen HSV gibt es nicht mehr. Der Verein hat seine Seele verloren." Es gab in den vergangenen zwanzig Jahren gelegentlich Zwist zwischen dem HSV und seiner Ikone, doch ließ er sich immer aus der Welt schaffen. Diesmal schießt Seeler scharf wie lange nicht.

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Wer stand im Blickpunkt?

Als Fliegenfänger war der neue Hoffenheimer Tormann mit dem schönen Namen Heurelho Gomes angekündigt worden, im Internet kursierten Clips mit seinen Heldentaten. Als Sieger ging Gomes vom Platz, denn die TSG gewann gegen den hochgehandelten SC Freiburg erstmals seit neun Runden wieder ein Bundesligaspiel. Gomes feierte die Tore und den Sieg so pathetisch wie Maradona die Weltmeisterschaft. Von den Gegnern wurde er zwar kaum gefordert, von den Fans aber gefeiert. Er habe Ruhe ausgestrahlt, sagte sein Trainer Marco Kurz. Sein Manager Andreas Müller hob vieldeutig hervor, Gomes ersetze den ungeliebten Tim Wiese aus "rein sportlichen Gründen". Perfekter Einstand, doch Gomes deutete auch an, dass er alle Hoffnungen der Fußballnation Befürchtungen der Hoffenheim-Fans erfüllen könnte. Beim Stand von 0:1 öffnete er dem Freiburger Schützen die kurze Ecke – einen gröberen Fehler kann ein Tormann nicht machen. Doch der Schuss aus spitzem Winkel ging knapp vorbei. Fast wäre Gomes' Youtube-Sammlung um einen Hit reicher geworden.

Leserkommentare
  1. und einen sehr großen Teil der Männerwelt wurde vermutlich der Artikel geschrieben. Es ist das "mir san mir" Prinzip. Nix Ironie!

    Antwort auf "Aufschrei und so."
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    Nicht "mir san mir"! Rechtschreibfehler korrigieren gehört ja auch zum gscheid daher reden im Internet. Wenn schon, dann gleich richtig! Ihnen das "Mia-san-mia-Prinzip" zu mal genauer zu erläutern, darauf verzichte ist jetzt mal... Ihr Gscheidhaferl aus München!

    Wohl Ironie!

  2. Nicht "mir san mir"! Rechtschreibfehler korrigieren gehört ja auch zum gscheid daher reden im Internet. Wenn schon, dann gleich richtig! Ihnen das "Mia-san-mia-Prinzip" zu mal genauer zu erläutern, darauf verzichte ist jetzt mal... Ihr Gscheidhaferl aus München!

    Antwort auf "Für Sie "
  3. ...hätten wir überhaupt nicht reden müssen. Er wäre mir auch keine Zeile wert gewesen, wenn nicht vor dem schlichten und normalem Wort aufschrei dieses Zeichen gestanden hätte "#"

    Kann es sein, dass wegen der Überschrift kein Wort über die Aktion des VFL Wolfsburg im Artikel stand? Wäre dann schon ein wenig unpassend.

    Ein wenig mehr Respekt und Sensibilität schadet auch in einer Glosse nicht. Sie wissen doch am Besten, für welche Zielgruppe Sie schreiben.

    Aber ich habe Ihre Antwort zur Kenntnis genommen. Vielen Dank dafür.

    Antwort auf "Wichtig und richtig"
  4. Wenn man es genauer nimmt, ist alles was in den Zeitungen steht mehr oder weniger ein #Aufschrei. Nur dauert der eine etwas länger, der andere ist sehr kurz und ein weiterer (die dicken Fische) werden so lange durchgespült, bis es weh tut. Notwendig für einzelne Medien wäre ein #Abschrei. Heißt: Debatte beendet und wir verzichten auf weitere Ausbeutung des Themas. Ende.

    Antwort auf "Wichtig und richtig"
  5. Man möge die Pseudo-Betroffenheit zum Sexismus-Thema (gähn!) bitte woanders posten. Die Autoren haben sich noch nie in irgendeiner Weise sexistisch geäußert und haben diesen Vorwurf nicht verdient. Und wenn sie anfangen, in der Rückschau zarte Seelchen zu streicheln, werde ich sie nie wieder lesen!

    2 Leserempfehlungen
  6. 14. erster

    liebe zeit,

    christiana graf ist die erste frau die 2013 für den bezahlsender sky ein fussballspiel moderiert.....
    dass ist angesichts der karriere der frau töpperwien beim wdr(!) und der längst selbstverständlichen präsenz ihrer weiblichen stimme bei fussballspielen seit 1989 irgendwie nichtmal eine randmeldung.

    https://www.youtube.com/w...

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    Redaktion

    Liebe/r kannnichtsein,

    es geht um den Text um die erste Live-TV-Kommentatorin. Fernsehen also, nicht Radio.

    Viele Grüße
    Christian Spiller

  7. Redaktion

    Liebe/r kannnichtsein,

    es geht um den Text um die erste Live-TV-Kommentatorin. Fernsehen also, nicht Radio.

    Viele Grüße
    Christian Spiller

    Antwort auf "erster"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    schon klar!

    aber im bild ist christina graf ja nicht, sondern das spielgeschehen! es ist lediglich ihr stimme zu hören. und da ist sabine töpperwien als kommentatorin seit jahrzehnten eine feste instanz bei einem öffentlichen und keinen bezahl-sender....

    und es gibt ja auch leute die die frage aufwerfen ob das kommentieren von sportveranstaltungen ohne bildunterstützung eigentlich die königsdisziplin ist.

    mfg

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