Europa LeagueGladbach und Stuttgart verschenken Sieg in der Nachspielzeit
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Borussia Mönchengladbach – Lazio Rom

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach freuen sich über ein Tor.

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach freuen sich über ein Tor.  |  © Ina Fassbender/Reuters

Borussia Mönchengladbach – Lazio Rom 3:3 (1:0)

Borussia Mönchengladbach hat an einem turbulenten Fußball-Abend mit drei Foulelfmetern, einem Platzverweis und zwei späten Toren einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale der Europa League verpasst. Durch ein Tor von Libor Kozak in der vierten Minute der Nachspielzeit trotzte Lazio Rom dem Bundesligisten ein Remis ab. Mit einem Kunstschuss hatte Juan Arango die Hausherren Minuten zuvor in Führung gebracht, doch am Ende jubelten vor allem die Gäste aus Rom.

Der Borussia dürfte nun in einer Woche in Italien nur mit einem Sieg der erstmalige Einzug in ein Europacup-Achtelfinale seit 18 Jahren gelingen. Martin Stranzl hatte Gladbach per Foulelfmeter (17.) in Führung gebracht, doch Sergio Floccari (57.) und Kozak (64.) trafen für die Gäste. Nach einem Foul im Strafraum und der zweiten Gelben Karte musste Lazios André Dias vom Feld (68.), den fälligen Strafstoß konnte Stranzl aber nicht im Tor unterbringen. Beim dritten Elfmeter für die Hausherren machte es Thorben Marx besser (84.).

"So ein Gegentor darf nicht passieren. In so einer Minute und so einer Situation darf man nicht den Kopf verlieren", sagte Gladbachs Torhüter Marc-André ter Stegen nach dem späten Ausgleich. "So ein Treffer in der letzten Sekunde ist immer bitter", sagte auch Marx.

Gegen den bis dato stärksten Gegner in der Europa League spielte die Elf von Lucien Favre anfangs mutig nach vorne und wurde früh belohnt. Nach einem klaren Foul von Dias an Patrick Herrmann übernahm Kapitän Stranzl Verantwortung und schoss den Ball mit Wucht zentral ins Tor. Lazio-Schlussmann Federico Marchetti war chancenlos.

Auch kurz vor der Pause war der Schlussmann der Römer bei einem Freistoß von Arango geschlagen – aber der Pfosten rettete die Gäste vor dem 2:0. Zudem war Herrmann in dieser Szene überrascht vom Abpraller und konnte keinen Druck hinter den Ball bringen (41.).

Die Gäste aus Italien versteckten sich auch ohne den verletzten Klose nicht. In der 24. Minute prüfte Hernanes Gladbachs Torwart mit einem Freistoß, Klose-Ersatz Floccari hätte in der 38. Minute per Kopf beinahe sein sechstes Tor in acht Spielen bejubeln dürfen. Aber der deutsche Nationalspieler ter Stegen war erneut zu Stelle.

Es sollte nicht das einzige Duell zwischen Floccari und ter Stegen bleiben. Bei einer Flanke wurde der Stürmer im Strafraum sträflich freigelassen und vollendete volley unter die Latte.

Der Ausgleich war verdient, das Team von Coach Vladimir Petkovic war selbstbewusster aus der Kabine gekommen. Vor allem die Einwechslung von Kozak machte sich bezahlt – nach einer weiteren schwachen Leistung der Borussia-Innenverteidiger köpfte der Tscheche zur Führung ein.

Obwohl geschockt, hatten die Borussen fast postwendend die Chance zum Ausgleich, nachdem Dias Stranzl im Strafraum zu Fall brachte, mit Gelb-Rot vom Platz flog und es einen weiteren Strafstoß für die Gladbacher gab. Aber diesmal scheiterte der Österreicher. Dann überschlugen sich die Ereignisse in der Schlussphase - und nach dem späten Schock gab es bei den Borussen nur noch lange Gesichter.

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dominguez, Wendt - Nordtveit (73. Marx), Jantschke (75. Hanke) - Cigerci (75. Xhaka), Arango - Herrmann, de Jong
Lazio Rom: Marchetti - Konko, Biava, André Dias, Radu - Ledesma (46. Kozak) - Candreva (72. Cana), González, Hernanes, Lulic (88. Ciani) - Floccari
Schiedsrichter: de Sousa (Portugal)
Zuschauer: 46.279 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Stranzl (17./Foulelfmeter), 1:1 Floccari (57.), 1:2 Kozak (64.), 2:2 Marx (84./Foulelfmeter), 3:2 Arango (88.), 3:3 Kozak (90.+4)
Gelbe Karten: Arango / Cana, González
Gelb-Rote Karten: - / André Dias (69./wiederholtes Foulspiel)
Beste Spieler: Arango, Stranzl / Hernanes, Candreva

Leserkommentare
  1. 1. Huch!

    ist die Bundesliga doch nicht so gut, wie wir alle dachten?

    Eine Leserempfehlung

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