Europa LeagueGladbach und Stuttgart verschenken Sieg in der Nachspielzeit
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Anschi Machatschkala – Hannover 96

Spieler des FC Anschi Machatschkala feiern nach einem Tor.

Spieler des FC Anschi Machatschkala feiern nach einem Tor.  |  © Dmitry Korotayev/Bongarts/Getty Images

Anschi Machatschkala – Hannover 96 3:1 (1:1)

Hannover 96 muss nach einer deutlichen Niederlage gegen den russischen Verein Anschi Machatschkala um den Einzug ins Achtelfinale der Europa League bangen. Auf dem Kunstrasen des Luschniki-Stadions bekamen die Niedersachsen vom Milliardärs-Club aus dem Nordkaukasus um Superstar Samuel Eto'o nach ordentlichem Start in der zweiten Halbzeit die Grenzen aufgezeigt.

Szabolcs Huszti (22. Minute) hatte Hannover vor nur etwa 10.000 Zuschauern in Führung gebracht. Eto'o (34.), Odil Achmedow (48.) und Moubarak Boussoufa (64.) erzielten die Tore für die Russen. Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler hielt einen von Eto'o (59.) aufreizend lässig geschossenen Foulelfmeter und verhinderte so eine noch klarere Niederlage.

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"Die taktischen Feinheiten von Anschi haben uns alles abverlangt", sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka. "Wir sind dann in der zweiten Halbzeit massiv unter Druck geraten und konnten nicht so gut dagegenhalten, wie wir wollten." Hannover nahm dem Anschi-Spiel zunächst den Schwung. Der Ball wurde gut in den eigenen Reihen gehalten. Gefahr sollte durch schnelle Vorstöße über den genesenen Mame Diouf und Ya Konan entstehen.

Perfekt lief dies beim Führungstreffer. Einen langen Ball von Christian Schulz legte Diouf für Huszti ab. Der schoss aus etwa 20 Metern unter gütiger Mithilfe von Anschi-Torwart Wladimir Gabulow ein. Es war das erste Heimgegentor in der Europa League für die Russen.

Eto'o schien genervt. Immer wieder verhedderte er sich in der Hannoveraner Defensive. Auch die Fans der Gastgeber, die aus der Teilrepublik Dagestan in der Konfliktregion Nordkaukasus in die russische Hauptstadt eingeflogen waren, hatten nicht viel Spaß an der Partie. Im riesigen Luschniki-Stadion, in dem rund 1.200 Sicherheitskräfte im Einsatz, aber nur ganz wenige Blöcke gefüllt waren, waren nur die etwa 500 Fans aus Hannover zu hören.

Doch der Spaß der Niedersachsen war schnell vorbei. Der 35-Millionen-Euro-Transfer Willian passte von der rechten Seite in die Mitte. Eto'o stand frei und schob problemlos zu seinem vierten Europa-League-Tor ein. Nun drückten die Hausherren. Davon, dass Anschi durch die Pause der russischen Liga keine Spielpraxis hat, war nichts mehr zu merken. Glück hatte Hannover, dass eine Notbremse von Johan Djourou an Eto'o nicht mit Platzverweis und Strafstoß geahndet wurde.

Der Druck der Russen setzte sich in der zweiten Halbzeit verstärkt fort. Und Achmedow hatte keine Mühe schnell zur Führung aus zwölf Metern einzuschieben. Nun feierten die Anschi-Fans. Nach Foul von Schulz an Eto'o hätten sie fast noch mehr Grund zum Jubeln gehabt, doch ihr Idol konnte Zieler beim Strafstoß mit einem arroganten Anlauf nicht verunsichern.

Dafür erhöhte Boussoufa den Vorsprung nach einer erneuten schnellen Kombination über die Flügel. Hannover hatte noch gute Chancen durch Mohammed Abdellaoue (74.), Sergio Pinto (81.), Artur Sobiech (87.) und Didier Ya Konan (90.+3), doch das erhoffte zweite Auswärtstor gelang nicht.

Anschi Machatschkala: Gabulow - Eschtschenko, João Carlos, Ewerton, Schirkow - Diarra, Jucilei, Achmedow - Boussoufa, Eto'o, Willian (85. Carcela-González)
Hannover 96: Zieler - Chahed, Djourou, Schulz, Pocognoli (79. Pander) - Ya Konan, Schmiedebach, da Silva Pinto, Huszti - Diouf (71. Sobiech), Schlaudraff (66. Abdellaoue)
Schiedsrichter: Strahonja (Kroatien)
Zuschauer: 10.000
Tore: 0:1 Huszti (22.), 1:1 Eto'o (34.), 2:1 Achmedow (48.), 3:1 Boussoufa (64.)
Gelbe Karten: Schirkow / Schulz
Beste Spieler: Willian, Eto'o / Zieler, Huszti

Leserkommentare
  1. 1. Huch!

    ist die Bundesliga doch nicht so gut, wie wir alle dachten?

    Eine Leserempfehlung

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