1. FC Nürnberg – Bor. Mönchengladbach 2:1 (2:0)

Der 1. FC Nürnberg hat seinem neuen Trainer Michael Wiesinger den ersten Sieg als Bundesligatrainer beschert. Timmy Simons (4. Minute) brachte die Franken mit einem Foulelfmeter in Führung, Tomas Pekhart (30.) legte nach. Patrick Herrmann (58.) konnte für Gladbach nur noch den Anschlusstreffer erzielen. Nürnberg hält somit den Abstand zum Relegationsplatz konstant bei acht Punkten.

"Das ist klar eine Schwalbe. Man muss aufpassen, wenn man so einen Penalty gibt, dann muss man sicher sein. Das ist unglaublich", schimpfte Gladbachs Coach Lucien Favre über den frühen Strafstoß. "Wir haben schon schlimmere Elfer bekommen", sagte Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer nach dem Spiel.

Während die Rheinländer erstmals nach neun Pflichtspielen wieder verloren und den Sprung auf einen Europa-League-Rang verpassten, bleiben durch den Erfolg der Nürnberger die Nichtabstiegsplätze für 1899 Hoffenheim sowie den FC Augsburg und Greuther Fürth in weiter Ferne. Deren Punktgewinne hatten den Druck auf Nürnberg schon vor dem Anpfiff erhöht. "Wir gucken nur auf uns, wir müssen hier zu Hause unsere Hausaufgaben erledigen", warnte Wiesinger deshalb sein Team und drängte in seinem dritten Spiel seit der Amtsübernahme von Dieter Hecking auf den ersten Erfolg. "Wir wollen drei Punkte."

Die Nürnberger befolgten die Maßgabe des Coaches von Beginn an – kamen aber zunächst durch zweifelhafte Mittel zum Erfolg. Obwohl Gladbachs Thorben Marx beim Tackling gegen Mike Frantz zurückzog, nutzte der Linksaußen die Gelegenheit, ging im Strafraum zu Boden und verleitete Schiedsrichter Florian Mayer so zum Pfiff. Simons düpierte Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen mit einem Schuss in die Tormitte.

Trotz des frühen Rückschlags zeigten sich die Gäste keineswegs beeindruckt, sondern drängten auf den schnellen Ausgleich. Nach einem Solo des schnellen und technisch hochbegabten Herrmann, der auch Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer ausspielte, rettete Hiroshi Kiyotake (8.) kurz vor der Linie. In einer offenen, temporeichen Partie sorgte vor allem Juniorennationalspieler Herrmann für die spielerischen Höhepunkte der Gäste. Dessen Distanzversuch parierte Schäfer jedoch sicher (36.), zudem zeichnete sich der Torhüter auch gegen Luuk de Jong (43.) aus.

Abgeklärter agierten die Franken. Sie setzen bei weniger als 30 Prozent Ballbesitz in der ersten Halbzeit aus einer kompakten Defensive ihre wenigen Vorstöße mustergültig um. Marx leitete mit einem Querpass den Konter über Kiyotake ein, die öffnende Vorlage des Japaners verwertete Pekhart aus halblinker Position mit seinem dritten Saisontreffer.

Auch nach der Pause blieb die Partie umkämpft. Gladbach zeigte die zunächst vermisste Zielstrebigkeit. Nach einer Kopfballablage von de Jong sprintete Herrmann Nürnbergs Innenverteidiger Per Nilsson davon und ließ Schäfer keine Chance. Mit der Einwechslung von Peniel Mlapa für Lukas Rupp (60.), der nach den Ausfällen von Havard Nordtveit (Knieverletzung) und Granit Xhaka (Grippe) im defensiven Mittelfeld in die Startelf gerückt war, setzte Gladbachs Trainer Lucien Favre auf volle Offensive. Zehn Minuten vor Ende musste Angreifer Mlapa angeschlagen jedoch wieder vom Feld – und auch sein Ersatz Mike Hanke konnte in einer hitzigen und nickligen Schlussphase nicht mehr für den Ausgleich sorgen.

1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Simons - Feulner, Kiyotake, Balitsch (90.+2 Dabanli), Frantz (75. Mak) - Pekhart (68. Polter)

Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt - Rupp (60. Mlapa - 80. Hanke), Marx (78. Ring) - Cigerci, Arango - Herrmann, de Jong

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

Zuschauer: 37.793

Tore: 1:0 Simons (4./Foulelfmeter), 2:0 Pekhart (30.), 2:1 Herrmann (58.)

Gelbe Karten: Mak (1), Pinola (9) / Herrmann (4), Jantschke (5), Wendt (1)

Beste Spieler: Kiyotake / Herrmann