FußballWM 2014 wird mit Torkamera oder Chip im Ball gespielt

Erstmals in der Fifa-Geschichte werden die Schiedsrichter bei der WM in Brasilien von einer Torlinien-Technik unterstützt. Offen ist noch, welches System eingesetzt wird.

Das aus dem Tennis bekannte "Hawk-Eye" beobachtet den Ball vor der Linie.

Das aus dem Tennis bekannte "Hawk-Eye" beobachtet den Ball vor der Linie.  |  © Shaun Botterill/Getty Images

Die Schiedsrichter bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 bekommen technische Unterstützung. Wie der Weltverband Fifa am Dienstag bekannt gab, wird bei dem Turnier in Brasilien die in Europa weiter umstrittene Torlinientechnologie GLT eingesetzt werden. "In jedem Stadion wird ein System installiert, das von den Spieloffiziellen vor den Partien jeweils getestet wird", teilte die Fifa mit und bestätigte damit die bereits im Juli vergangenen Jahres getroffene Entscheidung.

Auch bei der WM-Generalprobe Confed Cup vom 15. bis 30. Juni 2013 werde das System zum Einsatz kommen.

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Vorausgegangen war die "erfolgreiche Anwendung bei der Klub-Weltmeisterschaft" im Dezember. Angesichts der verschiedenen Technologien hatte die Fifa eine Ausschreibung mit den technischen Anforderungen lanciert.

Bei der Klub-WM testete die Fifa die Systeme "GoalRef", das strittige Szenen mit einem Chip im Ball klären soll, und das aus dem Tennis bekannte "Hawk-Eye". "Interessierte GLT-Unternehmen können voraussichtlich Mitte März an Inspektionsbesuchen in den Stadien des Konföderationen-Pokals teilnehmen, ehe Anfang April der definitive Entscheid bestätigt wird", schrieb die Fifa.

In den europäischen Wettbewerben scheint die baldige Einführung des Hilfsmittels ausgeschlossen. "Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben", hatte der Uefa-Präsident Michel Platini gesagt: "Auch aus finanziellen Gründen: Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen."

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte sich bereits gegen die Pläne von Joseph Blatter gestellt und eine Einführung der Torlinientechnik zur Saison 2013/14 ausgeschlossen.

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Leserkommentare
  1. in das Verteidungsbündnis genauso emsig investieren würde wie in den Fußball wäre einiges für die Partner Deutschlands leichter zu bewältigen.

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    • lxththf
    • 19. Februar 2013 23:03 Uhr

    Elfmeter, oder Rote Karten sind die Themen über die nach jedem Spieltag diskutiert wird und darum wäre es viel sinnvoller, dass jeder Trainer 1 mal pro Spiel die Möglichkeit bekommt, den TV Beweis zu bemühen. Gibt es beim American Football, Eishockey und Tennis und es stört nicht den Spielfluß und nimmt vor allem viel Druck von den Schiedsrichtern.

    • lxththf
    • 19. Februar 2013 23:04 Uhr

    es mit einem Kommentar zum Thema? Der Unterschied zwischen FIFA, UEFA, DFB und Bundestag ist Ihnen aber schon geläufig? Sinnloser Kommentar

  2. Zitat: "Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen.

    Wenn man den unsinnigen Torlinienrichter eine Kamera in die Hand drückt, dann kostet das keinen Cent mehr und alle hätten davon etwas.
    Wer berechnet denn bitte 32 Millionen Euro für solch eine Kleinigkeit? Jeder Zuschauer im Fernsehen hat mindesten 3 Torkameras für alle Wiederholungen in allen Winkeln.

    Eine Leserempfehlung
    • paul12
    • 19. Februar 2013 15:49 Uhr

    Ein weiterer Schritt gegen Manipulation von Spielen.

    MFG

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    ... digitale Datenz.B. die Torlinie, können durch eine Software verschoben werden..., ... Hacker bekommen ein neues "Spielfeld". Das Geld würde besser SOS-Kinderdörfern gespendet.

  3. Ich kann für das Kostenproblem nur teilweise Verständnis zeigen, denn die kleinen Dörfer und die ärmeren Länder werden diese Hürde wahrscheinlich erst in den nächsten Jahrzehnten, wenn überhaupt, realisieren können.
    In den westlichen Ländern sollte dies aber kaum ein Problem sein, wenn man mal die Summen betrachtet, die im Fußball fließen.

    Für mich fehlen dann nur noch Video-Wiederholungen von fraglichen Schiedsrichterentscheidungen zu Fouls und Abseits, damit rein gar kein Raum mehr für Manipulation übrig bleibt.

  4. ob der apparative Aufwand sich lohnt, wie oft kommt denn eine strittige Torszene vor? Einmal in hundert Spielen? Und wie oft liegt das Schiedsrichtergespann falsch? Sicher noch viel seltener. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass wir bei der WM 2014 rein gar nichts von dem System mitkriegen werden.

    Sollte man nicht - in einem Zeitalter, in dem die Einführung des selbststeuernden Automobils kurz bevorsteht - lieber in die Erfindung der Abseitsmaschine investieren?

    Eine Leserempfehlung
    • lxththf
    • 19. Februar 2013 23:03 Uhr

    Elfmeter, oder Rote Karten sind die Themen über die nach jedem Spieltag diskutiert wird und darum wäre es viel sinnvoller, dass jeder Trainer 1 mal pro Spiel die Möglichkeit bekommt, den TV Beweis zu bemühen. Gibt es beim American Football, Eishockey und Tennis und es stört nicht den Spielfluß und nimmt vor allem viel Druck von den Schiedsrichtern.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wenn Deutschland"
    • lxththf
    • 19. Februar 2013 23:04 Uhr

    es mit einem Kommentar zum Thema? Der Unterschied zwischen FIFA, UEFA, DFB und Bundestag ist Ihnen aber schon geläufig? Sinnloser Kommentar

    Antwort auf "Wenn Deutschland"
  5. ... digitale Datenz.B. die Torlinie, können durch eine Software verschoben werden..., ... Hacker bekommen ein neues "Spielfeld". Das Geld würde besser SOS-Kinderdörfern gespendet.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Manipulation...."

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  • Quelle sid, dpa, sd
  • Schlagworte Fußball | DFL | Euro | Joseph Blatter | Michel Platini | Saison
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