Fuentes-ProzessZwei Fuentes-Blutbeutel für 6.000 Euro

Mengenrabatt für Blutbeutel, Doping-Landkarten – Jörg Jaksche erhärtet vor Gericht seine Vorwürfe gegen Fuentes. Die Radszene ächtet den Geständigen als Nestbeschmutzer. von Gerd Nowakowski

Seine erste Begegnung mit Eufemiano Fuentes konnte Jörg Jaksche leicht zusammenfassen: "Fuentes hatte alles, was auf dem Markt war – und er war stolz darauf." Das sagte der frühere Radprofi Jaksche am Montag als Zeuge vor dem Madrider Strafgericht, wo dem Dopingarzt Fuentes der Prozess gemacht wird.

Jaksche, in Deutschland als geständiger Doping-Sünder verurteilt, war von 2005 bis 2006 in Behandlung bei Fuentes. In seiner mehrstündigen Aussage gab Jaksche detaillierte Einblicke in seine Doping-Praktiken. Unter dem Decknamen "Bella" (der Name seines damaligen Hundes) war er vielfach zum Blutdoping bei Fuentes in dessen Praxis in Gran Canaria, aber auch in Madrid.

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Sein damaliges Team Liberty Seguros habe Ende 2004 den Kontakt zu Fuentes hergestellt, sagte Jaksche. Während der Behandlung gab es einen ausgefeilten Behandlungsplan, wann Blutinfusionen anstanden, wann Epo, Wachstumshormone oder Anabolika verabreicht wurden. Fuentes hatte auch Mitarbeiter im Ausland, um dort direkt vor den Rennen Bluttransfusionen vorzunehmen, bestätigte Jaksche.

"Nein, warum sollte ich Angst vor der Begegnung haben?", hatte Fuentes vor Prozessbeginn Fragen nach seinem Befinden beantwortet. Im Prozess aber war Fuentes erkennbar nervös, reichte seinem Anwalt immer wieder Zettel, insbesondere, als es um die Zahlungen auf sein Schweizer Konto ging. Anfänglich habe sein Team für ihn bezahlt, sagte Jaksche. Er selbst habe danach bis zu 18.000 Euro selbst bezahlt.

Bei der Tour de France habe es feste Preise gegeben: 4000 Euro für einen Blutbeutel, zwei Beutel schon für 6000. Er habe nicht gewusst, welche anderen Sportler bei Fuentes Kunden waren. Er habe aber die Landkarte Frankreichs gesehen, wo für die Etappen der Tour der France in kleinen Kreisen die Code-Ziffern anderer Sportler für die geplanten Blutfusionen eingetragen waren: "Man hat vor lauter Kreisen die Landkarte nicht mehr gesehen."

Leserkommentare
  1. Jörg Jaksche ist für seine Haltung Respekt zu zollen. Dass er damit für alle Zeiten in der Radsportszene erledigt ist, sagt alles. Ansonsten interessiert in Sachen Fuentes längst viel mehr: Wer zählte sonst noch zur Kundschaft? Welche Tennisspieler, Fußballer, Handballer? Die Dopingpraxis im Radsport ist mittlerweile einigermaßen bekannt, der Rest soll eher unter der Decke bleiben.

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    • SteB
    • 12. Februar 2013 13:00 Uhr

    Bewiesen ist nichts, aber diverse Indizien deuten doch darauf hin, dass in Spanien wirklich alle Instanzen zusammengearbeitet haben und demnach niemand auch nur das geringste Interesse hat, in diesem Fall tatsächliche Aufklärung zu betreiben. Der Prozess ist doch nur Fassade für die Öffentlichkeit. Wieso hält es die Richterin für "nicht erforderlich", dass Fuentes sein mit reichhaltigen Informationen gespicktes Notizbuch in den Prozess einbringt? Warum wird die Beweisaufnahme geschlossen, obwohl noch Aufzeichnungen zu Fussballklubs, u.a. mit dem kniffligen Pseudonym "RSOC" (welcher Verein das wohl sein mag...), zur Auswertung ausstehen? Wieso wurde der Prozess überhaupt so lange herausgezögert? Es ist schon sehr auffällig, wieveil sportlichen Erfolg Spanien in den letzten 10 Jahren hatte, wo vorher nichts bis kaum etwas lief, sei es Fußball, Tennis, Formel 1 oder Handball. Das hat nix mit Neid zu tun, zumal D allenfalls bzgl. der EM 2008 direkter Nutznießer wäre (sofern nicht selbst gedopt). Aber diese Masse an geballten spanischen Erfolgen in relativ kurzer Zeit ist schon höchst absonderlich.

    wo ein "Geier" kreiste (Fuentes) waren auch "Opfer"..
    Im Bereich Fußball würde es besonders interessant...., dort gibt es keine Homosexuellen, keine gekauften Spieler, Schiedrichter, etc... und natürlich gedopt wurde auch nicht. Achja und die Korruption durch Katar scheint man auch unter dem Mantel der Verschwiegenheit zu halten...
    Transparenz auch beim Fußball, bitte!

    Übrigens Homosexuelle wollte ich nicht diskriminieren, bevor einer auf die Idee kommen sollte, es geht mir ums Wegschauen..

    • ZH1006
    • 12. Februar 2013 12:24 Uhr

    dieses Nest kann man nicht über den Grad hinaus beschmutzen, in dem es bereits verschmutzt ist.

    4 Leserempfehlungen
    • SteB
    • 12. Februar 2013 13:00 Uhr

    Bewiesen ist nichts, aber diverse Indizien deuten doch darauf hin, dass in Spanien wirklich alle Instanzen zusammengearbeitet haben und demnach niemand auch nur das geringste Interesse hat, in diesem Fall tatsächliche Aufklärung zu betreiben. Der Prozess ist doch nur Fassade für die Öffentlichkeit. Wieso hält es die Richterin für "nicht erforderlich", dass Fuentes sein mit reichhaltigen Informationen gespicktes Notizbuch in den Prozess einbringt? Warum wird die Beweisaufnahme geschlossen, obwohl noch Aufzeichnungen zu Fussballklubs, u.a. mit dem kniffligen Pseudonym "RSOC" (welcher Verein das wohl sein mag...), zur Auswertung ausstehen? Wieso wurde der Prozess überhaupt so lange herausgezögert? Es ist schon sehr auffällig, wieveil sportlichen Erfolg Spanien in den letzten 10 Jahren hatte, wo vorher nichts bis kaum etwas lief, sei es Fußball, Tennis, Formel 1 oder Handball. Das hat nix mit Neid zu tun, zumal D allenfalls bzgl. der EM 2008 direkter Nutznießer wäre (sofern nicht selbst gedopt). Aber diese Masse an geballten spanischen Erfolgen in relativ kurzer Zeit ist schon höchst absonderlich.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Und sonst?"
  2. wo ein "Geier" kreiste (Fuentes) waren auch "Opfer"..
    Im Bereich Fußball würde es besonders interessant...., dort gibt es keine Homosexuellen, keine gekauften Spieler, Schiedrichter, etc... und natürlich gedopt wurde auch nicht. Achja und die Korruption durch Katar scheint man auch unter dem Mantel der Verschwiegenheit zu halten...
    Transparenz auch beim Fußball, bitte!

    Übrigens Homosexuelle wollte ich nicht diskriminieren, bevor einer auf die Idee kommen sollte, es geht mir ums Wegschauen..

    Antwort auf "Und sonst?"
  3. I did not have sexual relations with that woman!

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  • Schlagworte Euro | Eufemiano Fuentes | Ivan Basso | Jörg Jaksche | Blutdoping | Prozess
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