IOC-Entscheidung : Ringen soll aus Olympia-Programm gestrichen werden

TV-Quoten, Zuschauerzahlen und Ticketverkäufe waren zu schwach: Eine der ältesten Olympia-Sportarten soll es dort bald nicht mehr geben. Deutsche Ringer sind überrascht.
Wettkampf der Ringer während der Olympischen Spiele in London 2012 © Yuri Cortez/AFP/GettyImages

Das Exekutiv-Gremium des Internationalen Olympischen Komitees hat beschlossen, dass Ringen aus dem Programm der Olympischen Spiele 2020 gestrichen werden soll. Die traditionsreiche Sportart, die bereits seit 1896 Teil der Sommerspiele ist, würde damit bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro ihre Abschiedsvorstellung geben.

Die Entscheidung der Exekutiv-Kommission in Lausanne muss von der IOC-Vollversammlung im September in Buenos Aires noch bestätigt werden. Dieser Schritt gilt aber als reine Formalie. Vor der Sitzung war erwartet worden, dass eher der Moderne Fünfkampf von der Liste gestrichen werde.

Das Internationale Olympische Komitee begründete seine Entscheidung mit den niedrigen Werten, die das Ringen bei einer detaillierten Analyse aller 26 olympischen Sommersportarten bekam. Dabei hatte die Programm-Kommission des IOC insgesamt 39 Kriterien wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, Ticketverkäufe, Verbreitung, Mitgliederzahlen und Attraktivität bei Jugendlichen untersucht.

Manfred Werner, Präsident des Deutschen Ringer-Bundes, reagierte überrascht: "Das kommt für mich aus heiterem Himmel", sagte er.

344 Ringer und Ringerinnen waren bei den Londoner Spielen am Start. Dabei wurden im Freistil in elf Gewichtsklassen Medaillen verteilt, im griechisch-römischen Stil gab es in sieben Gewichtsklassen Entscheidungen.

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