Ein Banner auf der Dortmunder Osttribüne © Kevin Kurek/picture alliance/dpa

Wer spielte wie gegen wen?

VfL Wolfsburg – Bayern München 0:2
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach 1:0
Bayer Leverkusen – FC Augsburg 2:1
Werder Bremen – SC Freiburg 2:3
FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 2:2
Fortuna Düsseldorf – SpVgg Greuther Fürth 1:0
Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 3:0
1. FC Nürnberg – Hannover 96 2:2
TSG Hoffenheim – VfB Stuttgart 0:1

Welche Spiele durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Wie so oft die von Freiburg und Mainz, die sind stets unterhaltsam (solange sie nicht gegeneinander spielen). Zudem bleiben beide Teams erfolgreich. Nach einer guten Hinrunde standen sie auf Europapokalplätzen. Momentan deutet alles darauf hin, dass auch in der Rückrunde mit ihnen zu rechnen ist. Besonders bemerkenswert: Die beiden Underdogs versuchen es nicht mit Mauern und Treten, sondern mit Stürmen und Drängen. Auch am Wochenende waren Mainz und Freiburg bei den chancen- und torreichsten Partien beteiligt. Die Freiburger jagten neunzig Minuten lang den Ball und versetzten die Bremer Abwehr in Himmelsängste. Die Mainzer schalteten gegen die mit Nationalspielern gespickten Schalker immer wieder den Turbo ein, auch wenn nur ein Unentschieden heraussprang. Ein weiteres Verdienst von Freiburg und Mainz ist: Sie widerlegen die radikale Geld-schießt-Tore-Lehre, mit der so mancher im deutschen Fußball seine Ideenlosigkeit kaschieren will. Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Budget und Tabelle. Aber es ist ein Irrtum, nennen wir ihn Morbus Bruchhagen, dass man mit Fleiß und Köpfchen dieses vermeintlich eherne Gesetz nicht ein gutes Stückchen außer Kraft setzen kann.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Frankfurt. Ok, drei Tore sind nicht schlecht. Aber Marco Reus hätte, nach den Gesetzen des Lehrbuchs und des Teamgeists, bei den ersten beiden abspielen müssen. Julian Schieber hat was falsch verstanden bei seinem Auftrag, Robert Lewandowski adäquat zu ersetzen. Überhaupt ging es an diesem Spieltag wieder einmal vor allem um die Wechselgerüchte des Polen. Dabei schlug etwas anderes viel mehr ins Gewicht: Reden wir über Dortmund, müssen wir über Nazis reden. Im Umfeld des BVB fühlen sich die Rechten schon lange wohl, obwohl mancher Fußballstar dort einen polnischen Namen trägt und selbst die Deutschen Ilkay heißen. Vorige Woche verprügelten zwei Neonazis in Donezk den Fan-Beauftragten Thilo Danielsmeyer in der Stadiontoilette. "Einer von denen hat mich getreten, auch in den Rücken. Er hat immer wieder versucht, meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen", sagt Danielsmeyer. Die FAS nennt den Vorfall einen "brutalen Tabubruch", weil die Rechtsextremen von den Fan-Beauftragten trotz deren antifaschistischer Haltung bislang ihre Hände gelassen hatten. Immerhin, viele BVB-Fans solidarisieren sich mit Danielsmeyer. Auch der Verein hat das Problem inzwischen erkannt und seine Stadionordnung geändert. Allerdings, ist dort zu lesen, will er schärfer gegen rechts- und linksradikale Propaganda vorgehen. Diese Gleichsetzung, beliebt in konservativen Kreisen, war schon immer fraglich.

Wer stand im Blickpunkt?

Robbie Rogers wegen seines Coming-outs. Der US-Nationalspieler bekannte in seinem Blog, dass er schwul sei. "In den vergangenen 25 Jahren hatte ich Angst zu zeigen, wer ich wirklich bin", schrieb Rogers. Nun sei er ein freier Mann. Rogers erhielt von vielen Seiten Solidaritätsbekundungen. "Wir sind stolz auf Robbie", hieß es seitens des US-Verbands. Sein Ex-Mitspieler AJ DeLaGarza twitterte: "Ich liebe Dich, Bruder." Viele andere stimmten ein, selbst Sepp Blatter: "Das ist 2013. Danke." Mit diesen Reaktionen hatte Rogers offenbar nicht gerechnet. Dennoch: Der große Durchbruch im Kampf gegen Homophobie im Fußball ist das nicht: Der 25-Jährige kündigte zugleich seinen sofortigen Rücktritt an. Dabei ließ er offen, ob er eine Fortführung seiner Karriere unter den neuen Umständen für unmöglich hält oder ob er ohnehin aufhören wollte. Rogers war in den vergangenen Jahren meist verletzt, außerdem als Unternehmer aktiv. 2013 ist erst, wenn sich ein aktiver Profi zur Homosexualität bekennt.