Bundesliga-VorschauNazi-Trikots mit der Rückennummer 88

Fußball-Fanshops liefern zweifelhafte Trikots, Franck Ribéry wird gestalkt und der Hamburger SV entdeckt sein Starpotenzial. Alle wichtigen Fragen zum 22. Spieltag von  und

Bestellung angenommen: Zahlreiche Vereine ließen es zu, dass Trikots mit Nazi-Verweisen angefertigt wurden.

Bestellung angenommen: Zahlreiche Vereine ließen es zu, dass Trikots mit Nazi-Verweisen angefertigt wurden.  |  © MDR/ Exakt-Das MDR-Nachrichtenmagazin

Wer spielt wann gegen wen?

VfL Wolfsburg – FC Bayern München (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayer Leverkusen – FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr)
Werder Bremen – SC Freiburg
1. FSV Mainz 05 – FC Schalke 04
Hamburger SV – Borussia M'gladbach
Fortuna Düsseldorf – SpVgg Greuther Fürth
Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt (Samstag, 18.30 Uhr)
1. FC Nürnberg – Hannover 96 (Sonntag, 15.30 Uhr)
1899 Hoffenheim – VfB Stuttgart (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Hamburg gegen Gladbach. Den Borussen genügen schon drei Elfmeter für ein Unentschieden. Und beim HSV, den wir bis vor einer Woche für ein falsch gekennzeichnetes Qualitätsprodukt hielten, müssen wir Abbitte leisten. Gewann er gegen Dortmund im September noch auf die Variante VfL Pinneberg: alle hinten rein. So daddelte er in der Rückrunde den Meister 4:1 aus den Schuhen. Plötzlich wurde erkennbar, dass Dennis Aogo und Marcell Jansen einmal Nationalspieler waren. Dass Heung-Min Son und Artjoms Rudnevs den Begriff Torjäger verdienen. Und Rafael van der Vaart macht das, wofür man ihn gekauft hat: Er trotzt Schiedsrichtern Rote Karten ab und kehrt aus Jürgen Klopp den schlechten Verlierer heraus. Noch ein Sieg und der Streit um Uwe Seelers Enkel ist vergessen. Selbst musikalisch knüpft Hamburg wieder an glorreiche Zeiten an. Zwei Musiker dichten "Welthits auf HSV-Stars" um, der jüngste YouTube-Clip gilt dem Letten Rudnevs. Für den Fall, dass der HSV weiter gewinnt, droht verspricht die Band, die Sache bis zum letzten Mann durchzuziehen. Bis zu Westermann.


Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Schalke. Im November noch auf Platz 2, hat Schalke nach vielen Niederlagen den Blues. Die Schalker spielen beinahe so schlecht wie die Stimmung im Verein ist. Und dann der arme Teufel Trainer. Man kann gar nicht sagen, wie viel Verantwortung Jens Keller, der im Dezember ohne jeden Bonus antreten musste, an der Misere trägt. Stattdessen hat er mit Spekulationen über mögliche Nachfolger zu leben. Das jüngste Gerücht heißt Effenberg. Das heiterere Spiel findet neben dem Feld statt. Schalke-Fans haben ein Bingo entworfen, das die Phrasen der Führung um Manager Horst Heldt sammelt: "Die Unruhe wird von außen hereingetragen." "Wir haben nicht umgesetzt, was geplant war." "Wir müssen jetzt ein positives Erlebnis erarbeiten." Jetzt geht es für die Schalker gegen die heimstarken Mainzer, die ihnen vor Augen führen, wie man mit wenig Mitteln viel herausholt. Andererseits, würde Heldt vielleicht sagen, kochen die auch nur mit Wasser.

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Was steht im Blickpunkt?

Fußballer-Kabinen sind Heiligtümer. Was das gehört, gesehen (und gerochen) wird, bleibt normalerweise im Team. Beim FC Bayern war das schon immer etwas anders. Für einige war die Kabine nur ein großer Maulwurfshügel. Nun wurde die Kultstätte erneut entweiht. Unter der Woche schlich sich ein Unbekannter ein, setzte sich auf den Platz von Franck Ribéry und wartete auf ihn. Der Mann, angeblich ein Franzose, hatte sich als Bekannter Ribérys ausgegeben und sich so an sämtlichen Bayern-Ordnern vorbei gemogelt. Als Ribéry in die Kabine kam, erschrak er, es gab wohl ein lauteres Wortgefecht, der Eindringling flog raus. Der Mann soll schon vor ein paar Wochen an der Säbener Straße gewesen sein und dort einen Kampfhund für Ribéry abgegeben haben. Dass der Hund besonders aggressiv war und auf den Namen "Kloppo" hörte, ist aber nur ein Gerücht. Das Tier kam übrigens ins Heim.

Leserkommentare
  1. 1. Ahaha

    "Wie nötig das ist, zeigen vor allem die Kommentare unter dem MDR-Beitrag im Netz."

    Noch besser als Welt.de!

    2 Leserempfehlungen
  2. hätte ich die 88 nicht mit HH in Verbindung gebracht und hätte mir im Stadion nichts dabei gedacht, wenn ich Gestalten damit gesehen hätte. Ich wusste nicht, dss das zur Allgemeinbildung gehört. Genauso könnte man aber auch die 666 verbieten, falls sich Satanisten in die Fanszene einschleichen wollen. Wenn das aber in Fußballkreisen allgemein bekannt sein sollte und die Nazis damit Präsenz zeigen wollen, ist ein Gegensteuern angebracht.

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    aber die Zahl 88 wird weltweit in der rechten Szene verwendet und das nicht zu knapp. Das einzige eindeutig faschistische Symbol, welches mehr verwendet wird, dürfte die Swastika sein...

  3. aber die Zahl 88 wird weltweit in der rechten Szene verwendet und das nicht zu knapp. Das einzige eindeutig faschistische Symbol, welches mehr verwendet wird, dürfte die Swastika sein...

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ehrlich gesagt..."
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    Das mögen in einem politischen Umfeld oder einem mit hoher (Allgemein)Bildung viele sein, aber das trifft nicht auf alle zu. Man muss bei solchen Vorwürfen aufpassen das man nicht den arroganten Bildungsbürger raushängen lässt und andere Menschen niedermacht.

  4. Die Frage bei sowas ist doch durch wie viele Menschenhände geht so eine Bestellung? Wieviele Computer sind da zwischengeschaltet. Wenn die Bestellung gleich zum Flocken durchgereicht wird, und der Arbeiter hat da keine Ahnung von Politik, dann erklärt das einiges.
    Werden die Trikots in Deutschland/einem deutschsprachigem Land geflockt? Wenn zum Beispiel in Polen geflockt wird, wie soll der Mitarbeiter dort wissen wer Mundlos ist? Wer Heydrich ist, musste ich sogar googeln. Was 88 ist? Ganz abgesehen davon das viele, etwas bildungsfernere Mitbürger das eh alles nicht wissen. Abgesehen von "White Power" natürlich. Alles in allem ist es nur ein schlechter Anschein. Aber das man nun überall Politologen einstellen muss um solche Bestellungen abzufangen, ist auch eine übertriebene Forderung.

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    • Pjotah
    • 15. Februar 2013 16:00 Uhr

    wer Reinhard Heydrich war??????????

    Wenn ich sowas schon im ZEIT-Forum lesen muss, verstehe ich langsam, wie die Kommentare beim MDR zustande kommen.

  5. Das mögen in einem politischen Umfeld oder einem mit hoher (Allgemein)Bildung viele sein, aber das trifft nicht auf alle zu. Man muss bei solchen Vorwürfen aufpassen das man nicht den arroganten Bildungsbürger raushängen lässt und andere Menschen niedermacht.

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    Antwort auf "Tschuldigung"
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    Dass die "88" ein internationaler Code für "Heil Hitler" ist, hat absolut nichts mit einem hohen Bildungsniveau zu tun. Lücke zugeben, schließen, fertig. Wie ich hierbei wirke kümmert mich ehrlich gesagt eher wenig.

    wenn man (noch frei zugänglich und kostenlos) abends z.B. zeitonline.de liest (da gibt's auch noch mehr im Internet). Da steht viel zu dem Thema - allerdings nicht unbedingt in den Sportartikeln.
    Das kann jeder, der lesen kann und einen Computer mit Internet hat. Interessiert muss man schon sein - und das ist nicht arrogant sondern einfach nur nicht ignorant ...

    • Pjotah
    • 15. Februar 2013 16:00 Uhr

    wer Reinhard Heydrich war??????????

    Wenn ich sowas schon im ZEIT-Forum lesen muss, verstehe ich langsam, wie die Kommentare beim MDR zustande kommen.

    8 Leserempfehlungen
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    kann ich auch nicht sagen wie schlimm die Wissenslücke ist. Aber ich denke schon dass das vertretbar ist. Man muss nicht jeden Nazi kennen. Ich halte auch den Anspruch das man das wissen sollte für übertrieben.
    Man neigt generell schnell dazu sein Allgemeinwissen -das sich sehr Eng an seinem Interessenbereich orientiert- als das 'Allgemein zu wissende Allgemeinwissen' zu definieren.

    • Narses
    • 15. Februar 2013 18:12 Uhr

    Bravo, volle Zustimmung, wobei ich wußte, wer Heydrich war.

  6. Genau wie vermutlich bei den Fanshops geschehen, würde ich mir bei der Rückennummer 88 - übrigens im American Football genau so üblich wie jede andere Rückennummer - nichts weiter denken. Weiterhin erschließt sich mir nicht, warum man alltägliche Zahlen- und Buchstabenkombinationen wie 88, "SS" oder "SA" den Nazis überlassen sollte und ihnen somit eine größere Würdigung entgegen kommen lassen sollte, als dies durch eine ungewollte vermeintliche Solidarisierung durch die Verwendung dieser Kürzel der Fall wäre.

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    • Nochmak
    • 15. Februar 2013 16:20 Uhr

    Neben der 88 waren auch die Namen von rechtsextremen Terroristen abgedruckt oder auch die mehr als eindeutige rechtsextreme Parole "White Power". Oder handelt es sich auch hier nur um die Dämonisierung von Wörtern und Namen?

    Bei Ihrem Kommentar kann ich einfach nur entsetzt den Kopf schütteln.

    Entfernt. Bemühen Sie sich um einen weniger polemischen Kommentarstil. Die Redaktion/mak

    • Nochmak
    • 15. Februar 2013 16:20 Uhr

    Neben der 88 waren auch die Namen von rechtsextremen Terroristen abgedruckt oder auch die mehr als eindeutige rechtsextreme Parole "White Power". Oder handelt es sich auch hier nur um die Dämonisierung von Wörtern und Namen?

    Bei Ihrem Kommentar kann ich einfach nur entsetzt den Kopf schütteln.

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    Im Fall von "White Power" würde ich Ihnen zustimmen, dass die Assoziationen recht eindeutig sind, da es sich hierbei um einen etablierten Slogan der Neonazis handelt. Namen von Rechtsextremisten hingegen, wie "Mundlos" oder "Böhnhardt" (letzterer mit immerhin 58 Treffern im Telefonbuch) sind schon gebräuchlicher und ich sehe keinen Grund, warum ein Fanshop es Herrn Böhnhardt aus Düsseldorf verbieten sollte, seinen Namen auf ein Trikot zu drucken.
    Bei kurzen Nummern und Abkürzungen fallen die entstehenden Einschränkungen noch stärker ins Gewicht. Mir erschließt sich auch nicht, warum Kfz-Kürzel wie SA, SS oder HJ nicht vergeben werden dürfen. Eine Verbindung zwischen dem Führen eines Autokennzeichens und der Unterstützung der entsprechenden historischen Organisation scheint meiner eigenen Wahrnehmung nach eher erzwungen zu sein.

    Wer Bönhardt oder Mundlos ist? Nicht jeder hat Ihre Interessen.
    Das White Power - ding sprengt natürlich den Rahmen. Aber wenn da irgendwo eine ältere Frau an der Flockiermaschiene steht die kein Englisch kann, dann kann das passieren.

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