Spielerfrauen : "Einige geben meinem Mann die Hand und mir nicht"
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"Wenn mein Freund dabei ist, bin ich abgemeldet"

Christmann: Ich laufe ja nicht rum und sage überall, mein Freund spielt Fußball. Das binde ich niemandem auf die Nase. Ich versuche immer, erst so mit den Leuten klar zu kommen. Erst wenn ich ihnen vertraue, erzähle ich, was er beruflich macht. Aber so erwähnenswert ist das nun auch nicht. Ist doch auch nur ein Job.

ZEIT ONLINE: Müssen Sie immer gut aussehen?

Christmann: Die Leute gucken immer: Wie sieht man aus? Wie ist man angezogen? Gerade während der Spiele im Businessbereich. Natürlich kann ich nicht in Jogginghose zu einem Spiel gehen. Aber wer macht das schon? Außerdem ist "schön" auch relativ. Ich bin jetzt Mitte dreißig. Frauen, die Anfang zwanzig sind und noch kein Kind bekommen haben, sind schöner und attraktiver.

ZEIT ONLINE: Wie haben Sie die Sexismus-Debatte in den vergangenen Wochen verfolgt?

Christmann: Ich finde es richtig, darüber zu diskutieren. Sexismus gibt es ja noch im Alltag. Was auch daran liegt, dass wir in Deutschland noch lange nicht alle gleichberechtigt sind. Wenn man nur an die unterschiedlichen Gehälter für Frauen denkt.

ZEIT ONLINE: Von wem kommen beim Fußball die schlimmsten Anmachen für eine Spielerfrau?

Christmann: Herrje, wenn man als Frau nicht ganz schrecklich aussieht, ist das so, dass man hier und dort und überall angemacht wird. Das finde ich aber gar nicht so dramatisch. Die eine oder andere würde wohl sogar etwas vermissen, wenn niemand mehr hinter ihr herpfeift. Wenn allerdings mein Freund dabei ist, bin ich abgemeldet. Dann vergessen einige Leute sogar ihre Manieren. Dann gilt nur der tolle Fußballspieler. Einige begrüßen uns dann, geben meinem Mann die Hand und mir nicht.

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Kommentare

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Oft spricht der Neid

Oft ist bei solchen Aussagen aber auch eine gehörige Portion Neid herauszuhören. Man(n) sieht die hübsche Frau, und redet sich ein, der Spieler (konkurrierender Mann) habe bei dieser Frau nur aufgrund Bekanntheit und Gehaltscheck eine Chance. Darüber, warum wer mit wem zusammen ist lässt sich letztlich nur mutmaßen, aber grundsätzlich finanzielle Absichten zu unterstellen halte ich doch für etwas fragwürdig.

Zum Thema: Ich kann nachvollziehen, dass es ein Ärgerniss für Frau Christmann ist, ständig auf die Rolle der Spielerfrau reduziert zu werden. Dennoch muss man sich auch dessen bewusst sein, dass viele Begegnungen eben nur aufgrund dieser Tatsache stattfinden. Die Alternative zu "Sie sind doch die Frau von..." ist ein Nicht-Wahrnehmen der Person. Das mag betroffenen Personen zwar lieber sein, die Ansprache auf ihren Mann wird aber trotzdem immer wieder vorkommen. Btw. ich kam noch nie auf die Idee, Spielerfrauen als shoppende, faule Dummchen anzusehen.

Und noch am Rande: Warum Frau Beckham als typische Klischee-Spielerfrau bezeichnet wird, währen Frau Van der Vaart als eigenständig gilt, versteh ich nicht. Beide Frauen waren schon vor ihrer Beziehung erfolgreich, und sind dies immer noch.