Spielerfrauen"Einige geben meinem Mann die Hand und mir nicht"
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"Wenn mein Freund dabei ist, bin ich abgemeldet"

Christmann: Ich laufe ja nicht rum und sage überall, mein Freund spielt Fußball. Das binde ich niemandem auf die Nase. Ich versuche immer, erst so mit den Leuten klar zu kommen. Erst wenn ich ihnen vertraue, erzähle ich, was er beruflich macht. Aber so erwähnenswert ist das nun auch nicht. Ist doch auch nur ein Job.

ZEIT ONLINE: Müssen Sie immer gut aussehen?

Christmann: Die Leute gucken immer: Wie sieht man aus? Wie ist man angezogen? Gerade während der Spiele im Businessbereich. Natürlich kann ich nicht in Jogginghose zu einem Spiel gehen. Aber wer macht das schon? Außerdem ist "schön" auch relativ. Ich bin jetzt Mitte dreißig. Frauen, die Anfang zwanzig sind und noch kein Kind bekommen haben, sind schöner und attraktiver.

ZEIT ONLINE: Wie haben Sie die Sexismus-Debatte in den vergangenen Wochen verfolgt?

Christmann: Ich finde es richtig, darüber zu diskutieren. Sexismus gibt es ja noch im Alltag. Was auch daran liegt, dass wir in Deutschland noch lange nicht alle gleichberechtigt sind. Wenn man nur an die unterschiedlichen Gehälter für Frauen denkt.

ZEIT ONLINE: Von wem kommen beim Fußball die schlimmsten Anmachen für eine Spielerfrau?

Christmann: Herrje, wenn man als Frau nicht ganz schrecklich aussieht, ist das so, dass man hier und dort und überall angemacht wird. Das finde ich aber gar nicht so dramatisch. Die eine oder andere würde wohl sogar etwas vermissen, wenn niemand mehr hinter ihr herpfeift. Wenn allerdings mein Freund dabei ist, bin ich abgemeldet. Dann vergessen einige Leute sogar ihre Manieren. Dann gilt nur der tolle Fußballspieler. Einige begrüßen uns dann, geben meinem Mann die Hand und mir nicht.

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Leserkommentare
    • prr
    • 08. Februar 2013 10:58 Uhr

    Sie wollen sich also von den Klischees befreien, begehen jedoch gleich bei der ersten Frage selber den Fehler und beschuldigen bestimmte Damen zu Unrecht dessen, was sie bestreiten. Sie sagen Victoria Beckham würde sich der Rolle der Spielerfrau fügen, wohingegen Sylvie van der Vaart auch ohne ihren Mann eine erfolgreiche Tv-Moderatorin ist. Leider verdrängen sie, dass Victoria Beckham schon lange vor ihrem Mann bekannt wurde, nämlich als Sängerin einer mehr oder weniger bekannten Gruppe namens "Spice-Girls". Auch nach ihrer Heirat mit David war und ist noch als Sängerin, Designerin oder was auch immer selbstständig. Mit einer Geschäftsführerin eines Onlineshops für Tierbedarf kann sie allerdings nicht mithalten...

    34 Leserempfehlungen
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    Über die Behandlung als Spielerfrau kann man sich beschweren, sicherlich.
    Aber gleichzeitig anderen Spielerfrauen unterstellen, sie hätten es mehr oder weniger verdient so behandelt zu werden, weil sie sich so verhalten, ist (gelinde gesagt) mindestens unsolidarisch von ihr.

    • Infamia
    • 08. Februar 2013 10:58 Uhr

    Ich kann mir nicht helfen, aber die Vorteile werden ja auch prima bedient. Schaut man sich die Riege der Spielerfrauen an, sind dies alles hübsche, bestens gekleidete junge Dinger, wohingegen so mancher Spieler schon rein optisch eher einen bescheidenen Eindruck macht. Die Frage ist halt, ob der Spieler X auch mit dieser Frau eine Beziehung hätte, wäre er einfacher Sachbearbeiter in einer xbeliebigen Firma, die Schrauben herstellt. Und spätestens da kommen des öfteren Zweifel auf.

    Letztlich sind wir wohl leider mehr Opfer unserer Urinstinkte, als uns lieb ist. Mann sucht sich schöne Frau, wo er davon ausgehen kann, dass er sich mit ihr optimal verpaaren kann und Frau sucht Beschützer, Versorger ect, der den Nachkommen optimale Startbedingungen bietet. Und wer passt da besser zusammen, als gut bezalter Fußballprofi und gut aussehende Spielerfrau?

    Ich denke, es gibt für eine Spielerfrau schlimmeres, als als Spielerfrau bezeichnet zu werden. Mit manchen Dingen muss man leben können. Bei dem Schmerzensgeld könnte ich es, wäre ich Frau.

    20 Leserempfehlungen
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    • wombatt
    • 08. Februar 2013 11:15 Uhr

    ist das junge Ding aber 6 Jahre älter als der Mann :)

    Oft ist bei solchen Aussagen aber auch eine gehörige Portion Neid herauszuhören. Man(n) sieht die hübsche Frau, und redet sich ein, der Spieler (konkurrierender Mann) habe bei dieser Frau nur aufgrund Bekanntheit und Gehaltscheck eine Chance. Darüber, warum wer mit wem zusammen ist lässt sich letztlich nur mutmaßen, aber grundsätzlich finanzielle Absichten zu unterstellen halte ich doch für etwas fragwürdig.

    Zum Thema: Ich kann nachvollziehen, dass es ein Ärgerniss für Frau Christmann ist, ständig auf die Rolle der Spielerfrau reduziert zu werden. Dennoch muss man sich auch dessen bewusst sein, dass viele Begegnungen eben nur aufgrund dieser Tatsache stattfinden. Die Alternative zu "Sie sind doch die Frau von..." ist ein Nicht-Wahrnehmen der Person. Das mag betroffenen Personen zwar lieber sein, die Ansprache auf ihren Mann wird aber trotzdem immer wieder vorkommen. Btw. ich kam noch nie auf die Idee, Spielerfrauen als shoppende, faule Dummchen anzusehen.

    Und noch am Rande: Warum Frau Beckham als typische Klischee-Spielerfrau bezeichnet wird, währen Frau Van der Vaart als eigenständig gilt, versteh ich nicht. Beide Frauen waren schon vor ihrer Beziehung erfolgreich, und sind dies immer noch.

    • postit
    • 08. Februar 2013 13:37 Uhr

    ist es sehr schwierig, über Vorurteile zu schreiben, ohne selber in die Falle der Verallgemeinerung zu geraten.

    Schönen Tag noch
    postit

    • Derdriu
    • 08. Februar 2013 10:58 Uhr

    Es mag ja sein, dass es Vorurteile gibt, einige Spielerfrauen haben auch gehörig zu dem Bild beigetragen. Neid der anderen ist das aber selten. So attraktiv sind Fußballer jetzt nicht.

    Es ist allerdings so: Wenn sie sich im Business-Bereich des Mannes aufhält (alles mit Fußball), dann ist sie eben nur Spielerfrau und abgemeldet. Wenn ihr Mann sich in ihrem Business-Bereich aufhält (was auch immer das ist), dann ist er der Mann von Frau X und ihr Anhang- wenn nicht, ist sie wohl beruflich doch nicht so erfolgreich/ relevant.

    Interessant finde ich, dass sie sich über die Vorurteile aufregt, aber zu keinem Punkt sagt was sie denn arbeitet. "Tierschutz" o.ä. ist doch auch etwas, womit sich "Society Ladys" brüsten, wenn sie sonst nichts machen.

    11 Leserempfehlungen
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    • Infamia
    • 08. Februar 2013 11:29 Uhr

    "Interessant finde ich, dass sie sich über die Vorurteile aufregt, aber zu keinem Punkt sagt was sie denn arbeitet. "Tierschutz" o.ä. ist doch auch etwas, womit sich "Society Ladys" brüsten, wenn sie sonst nichts machen."

    Stiftungen sind auch gerne genommen und ganz hoch im Kurs stehen auch Schmuckdesignerinnen. Ach, ich liebe Vorurteile. ;)

    • wombatt
    • 08. Februar 2013 11:15 Uhr

    ist das junge Ding aber 6 Jahre älter als der Mann :)

    3 Leserempfehlungen
    • konne
    • 08. Februar 2013 11:17 Uhr

    jeer Mensch wird abgestempelt und in eine Schublade gesteckt. Das ist die Gesellschaft. Am schlimmsten haben es Ausländer auch Deutschen, ide im Ausland leben wird der Stempel Quadratkopf aufgedrückt oder sogar, wenn man konsequent ist mit "Hit.." verglichen. Man sollte einfach imun sein, sich ein dickes Fell aneignen und das vergessen.Wir leben nur einmal und sollten uns das Leben nicht selbst erschweren,Manchmal hilft sogar die Ironie . Mich grüsste mal jemand bei der Arbeit systematisch nicht. Den Grund kannte ich nicht. Es störte mich auch nicht sonderlich und fand diese VErhaltensweise ein bisschen dumm. So kam ich auf die Idee viel netter zu sein. Und jedes mal wenn ich ihn sah. Machte ich eine grosse Verbeugung (wie in mittelalterlichen Filmen und sagte: Sehr vererhter Herr.... ich wünschen Ihnen von ganzem Herzen einen schönen guten Morgen. In weniger als einer Woche berüsste mich wieder der Mann. Das Büro lachte immer wenn sie mich sahen.( Dr Mann galt schon immer als sehr mürrisch im Büro)

    2 Leserempfehlungen
    • oranier
    • 08. Februar 2013 11:21 Uhr

    Ich dachte zuerst, "Spielerfrauen", das seien Zockerfrauen. Würden nicht vom Boulevard, den bunten Blättern und der ZEIT solche "Portraits" veröffentlicht, gäbe es diese Kategorie Mensch nicht. Oder hat man schonmal was von Schleckerfrauen-Männern oder von Parkhauswächter-Frauen gehört?

    8 Leserempfehlungen
    • Infamia
    • 08. Februar 2013 11:29 Uhr

    "Interessant finde ich, dass sie sich über die Vorurteile aufregt, aber zu keinem Punkt sagt was sie denn arbeitet. "Tierschutz" o.ä. ist doch auch etwas, womit sich "Society Ladys" brüsten, wenn sie sonst nichts machen."

    Stiftungen sind auch gerne genommen und ganz hoch im Kurs stehen auch Schmuckdesignerinnen. Ach, ich liebe Vorurteile. ;)

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ui, Komplexe"
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    Zur Zerstörung von Vorurteilen passt die nicht. Sie arbeitet nicht im klassischen Sinne, sondern hat ein Hobby. Auch wenn das Hobby vielleicht seinen Sinn hat. Sie könnte es sich wohl kaum leisten, wenn Sie nicht, ja Spielerfrau wäre.

    • Tohain
    • 08. Februar 2013 11:35 Uhr

    ...sondern bezeichnet wohl eher den Umstand, dass die meisten Ehefrauen/Lebensgefährtinnen/Freundinnen mitgeprägt werden duch den Beruf ihres Mannes. Denn es ist ja (leider) nicht so, dass ein Spieler noch 8, 10, 15 Jahre bei einem Verein bleibt. Viele wechseln so im Abstand von 3-5 Jahren den Arbeitgeber - und das noch nicht mal immer im gleichen Land. Dann stehen die Frauen/Familien aber vor der Wahl: wohnhaft zu bleiben wo auch immer das ist und eine Fernbeziehung zu führen (Wochenendbeziehung während der Saison ist ja auch schwierig) *oder* mit dem Partner den Standort zu wechseln.
    Daraus ergibt sich im Folgeschluss, dass sich die Frau dem Beruf des Mannes anpassen würde/müsste; was auch in anderen Berufen vorkommt, wo es häufige Standortwechsel gibt. Dort fehlt nur die Popularität, als dass man von "Ingenieursfrauen" sprechen würde - oder von "Ingenieursmännern". Ob das nun gut ist, dass sich (meist Frauen) dem Beruf des Partners unterordnen müsse ist allerdings wieder eine andere Frage...

    Frau Christmann wird diesen Umstand sicher selbst kennen, da die strecke Frankfurt-Wolfsburg-Hoffenheim jetzt nicht unbedingt eine Kurzpendler Strecke ist...

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