BundesligaBayern gewinnt und baut Tabellenvorsprung aus

Leicht und locker gelingt München ein Heimsieg gegen Schalke. Die Verfolger Dortmund und Leverkusen lassen dagegen Punkte liegen. Die Spielberichte vom Samstag

Bayern München - FC Schalke 04 4:0 (2:0)

In der Rückrunde eilt der FC Bayern München von Sieg zu Sieg. Wenige Stunden nach den Punktverlusten der Verfolger Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen konnte der deutsche Fußball-Rekordmeister leicht und locker gegen Schalke 04 punkten. David Alaba mit seinem ersten Doppelpack (19. Minute/Foulelfmeter/51.), Bastian Schweinsteiger mit einem perfekt platzierten Freistoß (32.) und der neu ins Team gekommene Torjäger Mario Gomez erzielten die Tore.

Der dominierend auftretende Spitzenreiter FC Bayern baute seinen Vorsprung auf Platz zwei auf 15 Punkte aus – nie zuvor führte in 50 Jahren Bundesliga ein Tabellenführer nach 21 Spieltagen so deutlich. Schalkes Negativserie setzt sich nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Partien fort. So dürfte der Druck auf den unerfahrenen Trainer Jens Keller steigen.

Anzeige

Ohne ein halbes Dutzend Stammkräfte wie Huntelaar, Afellay oder Draxler wehrte sich Schalke nach Kräften gegen einen Gegner, der in allen Belangen überlegen war. Bayern-Trainer Jupp Heynckes setzte die Rotation in Gang und stellte die bisherigen Reservisten Robben, Gomez und Boateng für Mandzukic, Müller und van Buyten neu in die Anfangself.

Vor allem Arjen Robben wollte sich zeigen. Er holte auch den Freistoß vor dem 2:0 heraus. Eigensinnig vergab er allerdings die große Chance zum 4:0, als er nicht auf den mitgelaufenen Gomez querlegte (55.), sondern selbst schoss. Kurz darauf machte er es besser, als er Gomez bediente. Für den Nationalstürmer war es das dritte Saisontor.

Gomez hatte zuvor –allerdings aus stark abseitsverdächtigter Position – dem starken Alaba dessen zweites Tor maßgerecht aufgelegt. Jérome Boateng wurde in der Abwehr von den harmlosen Schalkern nie gefordert.

Wie schon beim Münchner 5:0-Sieg gegen Schalke während der Wintervorbereitung in Katar war es wieder fast ein Trainingsspiel für den Tabellenführer. Ohne alles geben zu müssen, beherrschte der Rekordmeister den verunsicherten Gegner nach Belieben. Für Schalke ging es allein um Schadensbegrenzung – aber selbst die misslang.

Nationaltorhüter Manuel Neuer verlebte beim vierten Münchner Zu-Null-Sieg in der Rückrunde einen fast beschäftigungslosen Abend. Allein Neuzugang Michel Bastos startete die eine oder andere Offensivaktion beim FC Schalke. Bezeichnend für das Unvermögen der Gäste war allerdings ein weit verzogener Freistoß des Brasilianers. Anders die Bayern: Nach dem frühzeitigen Elfmetertor von Alaba nach einem Foul von Marco Höger an Franck Ribéry konnten die Gastgeber nach Belieben ihr Spiel aufziehen.

Bayern München: Neuer - Lahm (73. Rafinha), Boateng, Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger (73. Luiz Gustavo) - Robben, Kroos, Ribéry (73. Contento) - Gomez

FC Schalke 04: Hildebrand - Höwedes, Matip, Metzelder, Kolasinac - Höger (64. Raffael), Neustädter, Jones - Barnetta, Bastos (72. Farfán) - Pukki (78. Edu)

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen) - Zuschauer: 71 000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Alaba (19./Foulelfmeter), 2:0 Schweinsteiger (32.), 3:0 Alaba (51.), 4:0 Gomez (63.)

Gelbe Karten: - / Höger (2)

Beste Spieler: Alaba, Schweinsteiger, Ribéry / Bastos

Leserkommentare
  1. ...und sollte sich überlegen, ob er sich, wie z. B. zum 1. FC Köln immer wieder auf respektlose und herablassende Weise äußert. Er hat mit seiner Mannschaft sicher genug zu tun, wie man im Spiel gegen den HSV eindrucksvoll sehen konnte.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Weder lese ich in diesem Artikel etwas über ein Fehlverhalten von Klopp, noch konnte ich in der TV-Übertragung dergleichen erkennen.
    Kann es sein, dass sie zwanghaft an einmal gefassten Vor-Urteilen festhalten?

    Entfernt. Doppelposting. Danke, die Redaktion/jk

    • mio
    • 09. Februar 2013 20:49 Uhr

    "Für den größten Aufreger sorgten aber nicht die Tore, sondern die Entscheidungen von Manuel Gräfe. Der Schiedsrichter ahndete ein Foul von BVB-Torjäger Lewandowski beim Stand von 1:2 mit der Roten Karte, zeigte dem mit viel Körpereinsatz protestierenden Rafael van der Vaart aber nur Gelb."

    War schon ein hartes Foul und auch viel Theatralik. Aber letztendlich eine korrekte Kartenverteilung. Kehl hätte man eigentlich auch noch verwarnen müssen.

    3 Leserempfehlungen
    • lxththf
    • 09. Februar 2013 21:25 Uhr

    aber die KO Spiele kommen erst noch.
    Leider scheint Dortmund Länderspielpausen nicht gut zu vertragen (was die Frage erneut aufwirft, warum man unbedingt zu diesem Zeitpunkt ein Freundschaftsspiel absolvieren muss), aber vielleicht ist es ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt bevor es gegen München und Donezk geht.
    Das Rot kann man geben. Es ist nur erstaunlich, dass man Dortmund nicht auch mal eine schwächere Partie zugesteht und Klopp nicht auch ein paar Emotionen nach dem Spiel.
    Man sollte es als DortmundFan entspannt sehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... lese ich jetzt schon zum wiederholten Male bei Ihnen. Welche KO-Spiele sollten das denn sein, bei denen man 15 Punkte vergeigt? ;-)

    Vier spiele auf besondere weise verloren. Mal die Mannschaft mal klopps Ausstellung und der Schiri. Bei drei Punkten Rückstand hätte sich der fcb schon wieder selbst zerlegt und neun Punkte Vorsprung wären drin.

    Man könnte meinen der bvb hält sich einen Konkurrenten :). Drei Jahre kein Meister verkraftet kein Bayer

  2. Eine dünne Personaldecke plagt nicht nur die Regierung, sondern auch den BVB. Wobei der Anspruch des BVB sicher höher ist.

    Ein sehr lesenswerter Artikel zu Lewandowski und dem BVB findet sich in der SZ:

    http://www.sueddeutsche.de/sport/umworbener-angreifer-robert-lewandowski...

    Demnach verdient Lewandowski zurzeit nur 1,5 Millionen. (Bei allem Verständnis für die Sparzwänge des BVB, aber wir sollten auch polnischstämmige Migranten nicht unter die Armutsgrenze fallen lassen.)

    Liest man nur die erste Seite des Artikels, kommen einem alle Befürchtungen hoch, die man gegenüber einem Verein haben kann, der sehr schnell in eine neue Dimension vorgedrungen ist, wo man nicht nur von der Begeisterungsfähigkeit der Mannschaft lebt.
    Bereits auf der letzten Pressekonferenz ahnte Klopp, wie schwer das Spiel gegen den HSV wird. 5 bis 6 verletzte Stammspieler plus die Belastungen aus dem Länderspiel gegen Frankreich.

    Da stellt sich die Frage: Ist das schon der Anfang vom Ende?

    Nein, ist es nicht, denn der BVB ist gesund! Das, was ihn Mitte der 90er kaputt machte, erweist sich jetzt als Vorteil. So schreibt die SZ: „Wie man aus dem Umfeld hört, sollen dabei [bei der Bekanntgabe des Halbjahresergebnis] ähnliche Rekordgewinne publiziert werden, wie sie das börsennotierte Fußball-Unternehmen bereits im letzten Herbst mit einem 34-Millionen-Überschuss verkünden konnte.“

    Hoeness kündigte dem BVB für die nächsten Jahre viele Schmerzen an.

    Abwarten!

    • Marobod
    • 09. Februar 2013 23:00 Uhr

    ein wunderschoener Spieltag bisher.

    Dortmund verdient verloren, Gladbach ungluecklich unentschieden gespielt, Die Brmer haben es endlich mal geschafft diese Saison 2mal nacheinander zug ewinnen, und die bayern souveraen nach oben weiter :D ich bin zufrieden

    3 Leserempfehlungen
  3. "Wann sah man, ohne Kriegslist,
    Im offnen Stoß und gleichem Spiel der Schlacht
    Wohl je sowenig und soviel Verlust
    Auf ein und andrer Seite?"

    So lesen wir bei Shakespeare (Heinrich V.).

    Sieben Gegentore in 21 Spielen. Wer soll in den verbleibenden 13 Spielen nochmal soviele gegen die Bayern schießen? Der BVB hat in den letzten 2 Jahren frischen Wind in die Bundesliga gebracht und ist verdient zweimal Meister geworden. Und er ist dem Tiger auf Schwanz getreten.

    Hoffen wir, daß es daraufhin nicht jahrelang langweilig wird in der Bundesliga. Am 27. Februar findet im DFB-Pokal das Spiel der Saison für den BVB statt (es sei denn das Losglück führt die beiden nochmal in der CL zusammen). An diesem Tag muß sich zeigen, ob es wenigstens noch einen ernstzunehmenden Gegner für den FCB im Inland gibt. Für den BVB spricht immerhin die eklatante Heimschwäche der Bayern (nur 26 von 33 möglichen Punkten und 6 von 7 Gegentoren)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Für den BVB spricht immerhin die eklatante Heimschwäche der Bayern..."

    Wie bitte??? Sorry, bei aller Liebe, aber Shakespeare scheint nicht immer eine tragfähige Grundlage für die Analyse von Fußballspielen zu sein. Aber nun gut, jeder braucht etwas im Leben, an dem er sich festhalten kann...

    • Peterra
    • 10. Februar 2013 1:34 Uhr

    ...vom CF Barcelona - von wem sonst?

    Starke Spielerdecke, vor allem jedoch einen Stammkader, der nun schon über viele Jahre zusammen spielt: Lahm, Schweinsteiger, Kroos, Ribery, Robben, Alaba, Gomez - alle seit langem dabei und es wird niemand verkauft, weil man niemanden verkaufen MUSS.

    Wie hätten die meisten anderen Vereine auf die Verletzungsserie von Robben, auf die persönlichen Probleme Riberys reagiert? Hätten auch sie diesen Spielern auf Dauer Vertrauen entgegen gebracht? In Wolfsburg wird man nach 2 schwachen Spielen auf die Transferliste gesetzt, mit den logischen Konsequenzen!

    Wobei wir beim Management wären. Und in dieser Hinsicht ist die Vereinsführung des FC Schalke allenfalls BL-Durchschnitt.

    Stevens wurde entlassen, nachdem der Verein auf Platz 7 abgerutscht war - ohne auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz bei der Hand zu haben: lächerlich. Schon mal was von Menschenführung gehört?

    4 Leserempfehlungen
  4. ... lese ich jetzt schon zum wiederholten Male bei Ihnen. Welche KO-Spiele sollten das denn sein, bei denen man 15 Punkte vergeigt? ;-)

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist Ihnen unbekannt, dass FCB im Pokal und CL (mit Hin- und Rückspiel) nunmehr KO-Begegnungen zu gewinnen hat, wenn Sie in diesen Wettbewerben weiterkommen wollen....

    • lxththf
    • 10. Februar 2013 15:50 Uhr

    hat es bereits beantwortet. Die Meisterschaft steht schon sehr lange nicht mehr auf der Agenda des BVB. Es geht darum in allen KO-Wettbewerben so weit, wie möglich zu kommen und wichtig wäre die direkte CL Quali, damit man die Einnahmen sichert.
    Sie mögen es nicht glauben, aber bei Dortmund geht es nicht um den Titel. Ich bin einfach froh, wenn sie richtig schön, schnell und begeisternd spielen (war nicht immer so). Glaub, dass ist auch der Unterschied zw. Bayern und Dortmund.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service