VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1 (0:0)

Der Hamburger SV hat sich dank eines spektakulären Tors von Artjoms Rudnevs wieder auf einen Europa-League-Platz vorgekämpft. Durch das verdiente 1:0 beim VfB Stuttgart verbesserte sich die Mannschaft auf Rang sechs der Fußball-Bundesliga. Rudnevs sorgte mit seiner sehenswerten Direktabnahme in der 49. Minute für den ersten HSV-Sieg in Stuttgart seit drei Jahren. Die Schwaben bleiben mit nur vier Punkten die schwächste Rückrunden-Mannschaft.

Hamburg genügte eine durchschnittliche Leistung zum Sieg, durch den Platz vier und die Qualifikationsspiele zur Champions League nur noch einen Punkt entfernt sind. Der VfB ist als Tabellen-14. vom internationalen Geschäft weit weg. Zudem reist das Team des ehemaligen HSV-Trainers Bruno Labbadia am Donnerstag ohne Rückenwind zum Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale bei Lazio Rom. Immerhin beträgt der Abstand zum Bundesliga-Relegationsplatz noch acht Punkte.

In Stuttgart kehrte der zuletzt gesperrte Vedad Ibišević ins Team zurück, insgesamt gab es im Vergleich zum 0:2 in der Europa League gegen Lazio vier Änderungen in der VfB-Startelf. Hamburg stellte sein Team nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Greuther Fürth auf drei Positionen um und stärkte mit Tomas Rincon und Milan Badelj die Defensive, Rudnevs war nominell die einzige Spitze.

Der Lette vergab freistehend die erste Chance dieses Spiels in der 13. Minute, nachdem der HSV in der Anfangsphase das Spiel an sich gezogen hatte. Wenig später setzte Raphael Holzhause einen leicht abgefälschten Freistoß aus zentraler Position ans rechte Lattenkreuz, Rene Adler hatte den Ball noch entscheidend abgefälscht.

Nach den zwei Chancen verflachte die Partie wieder, nach vorne ging – bis auf Martin Harniks Konterchance rechts neben das HSV-Tor – bei beiden Teams in den ersten 45 Minuten fast nichts. Die Hamburger kontrollierten weitgehend das Spiel. Der VfB-Offensive fehlte trotz Ibišević die Schlagkraft.

In der zweiten Halbzeit gab es die erste Chance für Stuttgart. Kapitän Serdar Tasci köpfte den Ball allerdings in die Arme von Adler. Doch auch der HSV kam mit mehr Elan aus der Kabine. Rudnevs schoss eine Flanke von Dennis Diekmeier per Direktabnahme unter die Latte ins Tor, der VfB-Torwart Sven Ulreich war chancenlos. Wenig später hätte Per Skjelbred schon für die Vorentscheidung sorgen können.

Die Hamburger waren vor allem im Mittelfeld stärker. Zwar hatte Ibišević (69.) noch eine Chance, ansonsten war aber von dem Bosnier nichts zu sehen. Beim VfB fehlten erneut Überraschungen, Durchschlagskraft, flüssige Kombinationen. Die Mannschaft wirkte müde und uninspiriert. Ibišević und Georg Niedermeier behinderten sich bei der letzten VfB-Chance in der Nachspielzeit gegenseitig.

VfB Stuttgart: Ulreich - Rüdiger, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist - Gentner, Holzhauser (46. Okazaki) - Harnik, Traoré (73. Macheda) - Ibišević

Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Bruma, Westermann (64. Rajković), Jansen - Rincón, Badelj - Skjelbred (84. Arslan), van der Vaart, Aogo (71. Son) - Rudnevs

Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 47.100

Tor: 0:1 Rudnevs (49.)

Gelbe Karten: Ibišević (9), Niedermeier (4) / Rudnevs (4)

Beste Spieler: Traoré / Skjelbred, Badelj