Champions LeagueBayern schrammt knapp an Peinlichkeit vorbei

Das war knapp! Nur dank des großen Vorsprungs aus dem Hinspiel und der Auswärtstorregel schaffen die Bayern gegen Arsenal den Einzug ins Viertelfinale. Der Spielbericht

Bayern München – FC Arsenal 0:2 (0:1)

Vorjahresfinalist Bayern München ist ins Viertelfinale der Champions League gestolpert. Beim überraschenden 0:2 gegen den FC Arsenal ließ der deutsche Vizemeister die Qualität eines Titelanwärters vermissen. Nur aufgrund des 3:1-Erfolgs im Hinspiel und dank der umstrittenen Auswärtstorregel schafften es die Bayern in die nächste Runde.

Dem Rückstand durch den Treffer von Olivier Giroud (3. Minute) lief der FC Bayern mit viel Engagement, jedoch ohne Durchschlagskraft hinterher. Nach dem 0:2 durch Laurent Koscielny (86.) mussten die Bayern sogar noch um das Weiterkommen bangen.

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Auf dem Weg zum Finale in London wollten die Bayern nach dem Erfolg im Hinspiel nichts anbrennen lassen. Auch die Statistik sprach für die Mannschaft von Jupp Heynckes: Noch nie war eine Mannschaft in der Champions League nach einer Heimniederlage mit zwei Toren Unterschied weitergekommen.

Doch die Münchner Hoffnung auf einen entspannten Abend war schon nach drei Minuten verflogen. Arsenal ging nach der Hinspielniederlage offensiv in die Partie. Gleich beim ersten gefährlichen Angriff der Gäste rutschte David Alaba auf seiner linken Abwehrseite aus, so dass Theo Walcott unbedrängt nach innen passen konnte. Der Stürmer Giroud musste aus kurzer Distanz nur den Fuß hinhalten und erzielte sein zweites Tor im laufenden Wettbewerb.

So mussten die Bayern nach dem knappen 3:2-Bundesligasieg gegen Fortuna Düsseldorf bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage einem Rückstand hinterherlaufen. Sie versuchten, Ruhe in ihr Spiel zu bekommen. Besonders gefährlich wurden die Gastgeber dabei jedoch nicht. Toni Kroos war mit zwei Distanzschüssen in der 5. und 25. Minute der auffälligste Bayern-Spieler.

Stattdessen ließ der Bundesliga-Spitzenreiter im Mittelfeld Ordnung und Kreativität vermissen. Luiz Gustavo und Javi Martínez gelang es im defensiven Mittelfeld nicht, an die zuletzt starken Leistungen anzuknüpfen. Nur der Kapitän Philipp Lahm überzeugte.

In der Offensive machte sich das Fehlen des verletzten Ribéry bemerkbar. Arjen Robben, der wie schon beim Viertelfinalsieg im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund für den Franzosen auflief, ackerte zwar auf der linken Außenbahn, konnte aber keine Akzente setzen.

In der zweiten Hälfte erhöhten die Bayern den Druck. Zu Chancen kamen sie aber meist nur aus der Distanz. Schüsse von Robben (47.) und Kroos (48.) verfehlten ihr Ziel nur knapp. Anschließend kamen die Bayern dem Tor von Arsenals Ersatzkeeper Lukasz Fabianski immer näher. Erst scheiterte Thomas Müller (62.) aus aussichtsreicher Position, zwei Minuten später zielte Gustavo (64.) knapp vorbei. Die größte Chance auf den Ausgleich vergab Robben, der in der 68. Minute an Fabianski scheiterte.

Arsenal blieb auch im zweiten Durchgang weitgehend ungefährlich. Erst in der Schlussphase trauten sich die Londoner häufiger nach vorne und wurden durch das 2:0 durch Koscielny belohnt. In den letzten Minuten wurde das Spiel für die Bayern noch zur Zitterpartie.

Für die Münchner war es die erste Niederlage in diesem Jahr. Nun blicken die Bayern gespannt auf die Auslosung am Freitag, bei der auch ein deutsches Duell gegen Borussia Dortmund möglich ist.

Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Javi Martínez, Luiz Gustavo - Müller, Kroos (81. Timoschtschuk), Robben - Mandzukic (73. Gomez)

FC Arsenal: Fabianski - Jenkinson, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Arteta, Ramsey (72. Gervinho) - Walcott (72. Oxlade-Chamberlain), Rosicky, Santi Cazorla - Giroud

Schiedsrichter: Kralovec (Tschechien)

Zuschauer: 68.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Giroud (3.), 0:2 Koscielny (86.)

Gelbe Karten: Gomez, Javi Martínez, Lahm / Gibbs, Giroud, Koscielny, Mertesacker, Rosicky, Santi Cazorla

Beste Spieler: Lahm / Arteta, Koscielny

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Leserkommentare
  1. Hochüberlegene Bayern gönnen sich eine absurd unnötige Niederlage und bringen sich so am Ende wieder mal durch die alte Bayernkrankheit eigene Dummheit selbst in Gefahr. In den letzten Minuten Erinnerungen an Chelsea. War es Drogba, der da gestern fünf Minuten vor Schluss die Ecke reinköpfte?

    Die Mannschaft muss sich vorwerfen lassen, die Konzentration nicht ausreichend hochgefahren und nicht den letzten Einsatz gezeigt zu haben. Es ist immer das selbe nach einem Auswärtssieg im Hinspiel. Man kann sich hundertmal einreden, es gehe wieder bei 0:0 los und man sei hochkonzentriert. Schließlich steckt das Gefühl des sicheren Weiterkommens doch tief drin und der letzte Biss fehlt.

    In der nächsten Runde wünsche ich mir wieder zuerst ein Auswärtsspiel, diesmal mit einem altdeutschen, stockbiederen 1:1, dann läuft das Rückspiel anders als diesmal. Barcelona hätte am Dienstag auch nicht dieses legendäre Spiel hingelegt, wenn sie nicht zuvor 0:2 verloren sondern gewonnen hätten. Es bleibt dabei, in der Champions League ist schlichtweg alles möglich und wer als Fußballkonsument jedesmal ein glanzvolles 4:0 erwartet, soll weiterträumen. Mund abputzen, weiter geht’s.

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    Also in dem Spiel was ich gesehen habe, hat weder Bayern noch Arsenal geglänzt. Das hätte auch Nürnberg gegen Düsseldorf sein können vom Fußballerischen her. Nichts gegen diese beiden Mannschaften, aber da hat der FCB ein viel mehr Potential. Das Zusammenspiel heute war einfach schwach, ich will gar nicht wissen wie groß der Hass von Müller auf einen Robben in diesen Form sein muss.
    Heynckes hat das ein ganz richtiges Fazit gezogen: Warnung zur rechten Zeit, das war heute nicht nur Pech, sondern auch mindestens genauso viel Glück vom FCB.

    Robben wieder auf dem Egotripp, Stürmer nicht präsent und das wichtigste, zu wenig Flexibilität im Spiel nach vorn. Der Wert von Ribery für das Team wurde deutlich und das ist nicht böse gemeint.
    So hoch überlegen habe ich Bayern nicht gesehen, denn Ballbesitz allein, bedeutet nicht Überlegenheit. Ausserdem muss ich noch kurz auf den Linienrichter zu sprechen kommen, bei der Szene aus der 2. Halbzeit. Klares Nichtabseits und er hebt die Fahne. Wenn Mitte der 50. das 0:2 fällt, dann sieht das Spiel nochmal anders aus und es ist krass, dass eine solch spielentscheidende Szene nicht erwähnt wird.
    Glück gehabt und der Warnschuss vor den Bug zur rechten Zeit, würde ich sagen.
    Das Schmankerl lieferte aber mein Lieblingsbayer Müller https://www.youtube.com/watch?v=n8HKHXTtZoI macht das ein Messi, heißt es Weltklasse, bei Müller wird es nicht erwähnt. Ich erspar es mir an dieser Stelle von den jungen wilden kreativen Deutschlands zu schwärmen.
    Auch eine Sensation für mich ist das Weiterkommen von Malaga. Hätte ich nie erwartet.

    so am letzten Samstag, so gestern.....
    Bayern überlegen?
    Jedes Speil beginnt mit 0:0...
    Für die 2. Beste europäische Mannschaft und kommender Deutscher Meister und Pokal Sieger eine Trauerveranstaltung!
    Der Wendepunkt am Horizont, wie bereits vor 14 Tagen beobachtet, war wirklich einer...
    jetzt sogar ohne eigene Tore...
    und... auch mal wieder eine Art von Gerechtigkeit: Schweinsteiger gesperrt und hat gefehlt? Wann lernen die Jungs anständig zu spielen? Martinez ist der nächste...
    Bayern hat noch Potenzial nach oben....

  2. Schade ;-)

    6 Leserempfehlungen
  3. Also in dem Spiel was ich gesehen habe, hat weder Bayern noch Arsenal geglänzt. Das hätte auch Nürnberg gegen Düsseldorf sein können vom Fußballerischen her. Nichts gegen diese beiden Mannschaften, aber da hat der FCB ein viel mehr Potential. Das Zusammenspiel heute war einfach schwach, ich will gar nicht wissen wie groß der Hass von Müller auf einen Robben in diesen Form sein muss.
    Heynckes hat das ein ganz richtiges Fazit gezogen: Warnung zur rechten Zeit, das war heute nicht nur Pech, sondern auch mindestens genauso viel Glück vom FCB.

    Antwort auf "Bayern - Chelsenal 0:2"
  4. Du kannst diesen Stars 5, 10 ode 20 Millionen € jährlich bezahlen, es wird nichts daran ändern, dass es sich um Menschen handelt.

    Solche aus Fleisch und Blut, aber genau so Menschen mit einer Psyche, die vom Leistungssport geprägt ist. Das bedeutet, Prioritäten setzen!

    Kein Journalist, der unsere Lieblingssportler interviewt, hat ausschließlich gute Tage. Kein Postbote liefert täglich fehlerfrei aus und jeder Rechtsanwalt, der wegen einer Ehescheidung beauftragt wird, überlegt sich, was es daran zu verdienen gibt und wie hoch die Erfolgsaussichten sein mögen. Diese Faktoren werden sein Engagement bestimmen. In der Fachsprache lobt man ihn als "wirtschaftlich orientiert".

    Ein Team, das in jedem Spiel Höchstleistungen abrufen will, wird vielleicht die beliebteste Mannschaft des Jahres werden - aber kaum einen Titel gewinnen. Und letztlich ist der FCB im Viertelfinale angekommen - oder etwa nicht?

    Wir Fans erhoffen und erwarten zum Teil Titel wie Selbstverständlichkeiten. Aber dürfen wir Höchstleistung am laufenden Band erwarten?

    Vielmehr handelt es sich um Gemecker auf höchstem Niveau.

    9 Leserempfehlungen
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    Ja, klar sind Fußballer Menschen. Aber ich würde mich als Trainer einer Kreisklasse-Mannschaft genauso aufregen, wenn meine Spieler so systematisch nicht abspielen, sondern möglichst lange den Ball halten, um ihn dann zu verlieren. Ist also kein Gemecker auf höchstem Niveau, sondern der Wunsch nach Fußball-SPIEL.

    Bayern ist nicht knapp an einer Peinlichkeit vorbeigeschrammt, sondern hat mich als Fan sehr beschämt. War genauso ultra-peinlich wie das 4:4 der Nationalelf gegen Schweden letztes Jahr. In den letzten Minuten habe ich mir fast gewünscht, daß Arsenal noch eins schießt!

    • an-i
    • 14. März 2013 0:41 Uhr

    haben sich die Bayern etliche Fans vergrault. Das Spiel war unfassbar, wie kann eine Million Truppe ein Spiel so vergeigen. Gehaltskürzung wäre die Alternative...

    Eine Leserempfehlung
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    • thelaw
    • 14. März 2013 1:09 Uhr
    16 Leserempfehlungen
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    • siar1
    • 14. März 2013 3:12 Uhr

    Die FCB-Fans sagen doch immer, es kommt nur auf Siege und Titel an. Wenn man diese Einstellung vertritt, müsste man doch nachvollziehen können, dass sich Erfolgfans abwenden oder eine Niederlage zumindest als persönliche Beleidigung auffassen.

  5. Und morgen lesen wir dann wieder vom schlechtesten Spiel des Jahrhunderts der Bayern. Die Stimmung in der Mannschaft wird schlecht sein und der egoistische Robben verliert sein Standing in der Mannschaft (fals er je ein gutes hatte, sicher lesen wir auch das). Vielleicht sagt Herr Sammer dann auch noch was und Herr Hoeneß bekommt wieder einen roten Kopf.

    Einzig fse69 wird sich freuen können, hat er uns doch heute den ganzen Tag mit Kommentaren zur mangelnden Demut der deutschen Vereine beglückt.

    Nee nee, war nicht so groß die ganze Sache. Aber naja, man ist halt durch. Nicht schön aber selten.

    4 Leserempfehlungen
    • siar1
    • 14. März 2013 3:12 Uhr

    Die FCB-Fans sagen doch immer, es kommt nur auf Siege und Titel an. Wenn man diese Einstellung vertritt, müsste man doch nachvollziehen können, dass sich Erfolgfans abwenden oder eine Niederlage zumindest als persönliche Beleidigung auffassen.

    3 Leserempfehlungen
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    • a_di
    • 14. März 2013 9:01 Uhr

    da ganz sicher? Wie viele Bayernfans kennen Sie denn persönlich, die immer nur von "Siegen und Titeln" sprechen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Bayern | Philipp Lahm | Bundesliga | Fußball | Toni Kroos | Borussia Dortmund
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