Dortmund - DonezkDie vorläufige Vollendung der Kloppschen Fußballidee

Klopps Werk und Dortmunds Beitrag: Erstmals seit 15 Jahren zählt der BVB wieder zu Europas Besten. Auch wenn es so wirkt, es liegt nicht nur am Trainer. Von S. Dobbert von 

Jürgen Klopp umarmt Mario Götze nach dem Sieg gegen Donezk.

Jürgen Klopp umarmt Mario Götze nach dem Sieg gegen Donezk.  |  © P. Stollarz/AFP/Getty Images

Ins Westfalenstadion haben sie ein kleines Kino gebaut, 25 gelbe Sitze vor einer fünf Meter großen Leinwand. Dort läuft unentwegt: Ricken schießt aus 25 Metern, der Ball fliegt im Bogen, 3:1, der BVB gewinnt gegen Juventus Turin. Helden wie Jürgen Kohler und Matthias Sammer wuchten den Champions-League-Pokal Richtung Himmel. Sechzehn Jahre ist das her, dieser märchenhafte und größte Erfolg des Clubs. Anschauen will sich das am Dienstagabend in Dortmund keiner. Die Gegenwart ist aufregender.

Schuld daran ist Jürgen Klopp. Erstmals seit 1998 ist der BVB wieder ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. 3:0 hat sein Team gegen Schachtjor Donezk gewonnen. Die Art des Sieges dürfte dem Verein in Europa Millionen weitere Fans bescheren.

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Die Qualität eines Trainers zeigt sich, wenn man in der Spielweise seines Teams einen Plan erkennt. Gegen den ukrainischen Meister war das Dortmunder Spiel die Vollendung von Jürgen Klopps Fußballidee. Seine Spieler liefen, schossen und kämpften, als hätten sie Fäden an Beinen, Armen und Köpfen. Als steuerte Klopp ihre Spielzüge fern.

Vor allem waren die Dortmunder leidenschaftlicher. Furienhaft begannen sie, ohne Atempause. Schon nach drei Minuten hatten sie sich zwei Ecken und die erste von zahlreichen Chancen herausgespielt. Der Rest der ersten Halbzeit war dann noch schöner.

Klopp schrie am Spielfeldrand, seine Spieler kombinierten auf dem Platz. Einmal, in der Anfangsphase, verstolperte Neven Subotic den Ball, das hätte gefährlich werden können. Doch der Abwehrspieler hechtete hinterher, grätschte und leitete sofort einen neuen Angriff ein. Ein anderes Mal, kurz vor dem Seitenwechsel, flog der Ball hoch in die leere Hälfte von Donezk. Mario Götze rannte hinterher, neben ihm Donezks Kapitän Srna, einen Kopf größer. Es ging nicht um einen Torschuss, keine wichtige Szene. Aber Götze sprintete auf zehn Metern zwei schneller. Nach dem Seitenwechsel musste Sebastian Kehl für den verletzten Sven Bender auf den Platz. Kehl war angeschlagen, lief mit gebrochener Rippe aufs Feld. Doch nach anfänglichen Schwächen fügte er sich ins Dortmunder Spiel ein, als wäre nix gewesen.

Vor Spielbeginn hatte Mircea Lucescu, der rumänische Trainer von Schachtjor Donezk, verkündet: "Die Mannschaft, die gewinnt, wird ins Finale kommen." Danach staunte er und verzweifelte ob der Überlegenheit der Dortmunder. In der Pause soll er seine Spieler so laut angebrüllt haben, dass Michael Zorc die Schreie bis in den Gang hörte.

Zorc erzählte diese Randgeschichte keinem Journalisten. Der Sportdirektor spricht selten Geschichten über die Borussia, dabei hat er die spannendsten erlebt. Im BVB-Kino kann man sehen, wie Zorc als Spieler 1997 beim Sieg der Champions League dabei war. Bevor er Sportdirektor wurde, war er lange Kapitän. Kein Fußballer hat mehr Bundesligapartien für Dortmund bestritten als Zorc. Aus Sicht vieler Reporter klingen seine Worte meist treffend, aber langweilig.

Die Sache mit dem brüllenden Gästetrainer hatte Zorc nur Klopp erzählt. Der gab sie am Ende an die Journalisten weiter. Lächelnd ergänzte er, in der Kabine der Ukrainer seien dermaßen die Fetzen geflogen, dass man gefürchtet habe, der superreiche Oligarch des Vereins, Rinat Achmetow, stoße persönlich hinzu, um den teuren Stars Beine zu machen. Die meisten Journalisten notierten, was Klopp sagte.

Leserkommentare
    • Berski
    • 06. März 2013 10:29 Uhr

    Man darf nach diesem Spiel auch getrost auf dem Teppich bleiben und weniger in Superlativen sprechen. Donezk ist zwar generell eine starke Mannschaft und seit Jahren in der Champions League, keine Frage, doch Donezk hatte ebenfalls einen extrem schwachen Tag und war leicht zu spielen. Wenn eine richtige Topmannschaft wie Bayern, Real oder Barcelona zuhause nicht gegen Donezk gewinnt, ist der Teufel los - dann folgen mediale Hinrichtungen. Und wenn Dortmund einen vollkommen standesgemäßen und erwarteten Sieg gegen teils unmotivierte Ukrainer einfährt, ist das gleich die Vollendung? Und dann auch noch die Perfektion des "sympathischen Angebens"? Also bitte! Insbesondere Klopp hat mehrfach bewiesen, dass er ein mieser und vollkommen unsouveräner Sportsmann ist, der sich nach Niederlagen für rein gar nichts zu schade ist, auch nicht für Beleidigungen und faktisch falsche Behauptungen.

    Man darf sich sicher freuen, dass eine weitere deutsche Mannschaft ins Viertelfinale eingezogen ist, doch warten wir mal auf den ersten richtigen Gegner in der K.O.-Phase und reden dann weiter. Bislang ist das doch alles keine Sensation, Bayern schafft es so gut wie jedes Jahr ins Viertelfinale - meistens gegen wesentlich stärkere Gegner!

    11 Leserempfehlungen
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    Ihr Kommentar ist mindestens genauso unangebracht.

    Dortmund hat gestern eine ausgezeichnete Leistung abgerufen - und Donezk ist mit Sicherheit keine unmotivierte Gurkentruppe. Es war das erste Spiel in dieser Saison, das Donezk klar und weitgehend chancenlos verlor (selbst bei den Auswärtsspielen in Chelsea oder Turin waren sie mindestens ebenbürtig).
    Ich sehe Donezk (wie auch die meisten Experten) als durchaus unangenehmen und starken Gegner.. über Arsenal oder Galatasaray hätte man sich als Gegner auch nicht beschwert auf Dortmunder Seite.

    Natürlich sind Real, die Bayern oder vielleicht auch Paris und Turin stärker einzustufen. Aber von "keinem richtigen Gegner" zu reden ist Unsinn.. für ein Achtelfinale war es durchaus ein guter Gegner.

    Wieso fällt es ihnen so schwer einfach zu einem überzeugenden Sieg zu gratulieren? Der FCB hat genauso überzeugt und wurde auch zurecht dafür gelobt. Wir sollten uns lieber mal darüber freuen, 2 Mannschaften zu haben, die um den Titel mitspielen können.

    Zufälligerweise haben die Dortmunder in dieser Championsleague-Saison schon mind. 2 der vermeintlichen Topmannschaften vor der Nase gehabt und diese mit überzeugenden Leistungen bezwungen. Dahingehend also keine Vorwürfe á la "bis hierhin war das doch alles nix". Dass Klopp manchmal nicht ganz fair ist, ist wahr. Das auch er schon in so mancher Situation Fakten verdreht hat, ist auch nichts neues. Allerdings befindet er sich da ja in bester Gesellschaft, oder seh ich das falsch? ;)
    Freuen wir uns auf ein spannendes Viertelfinale mit starker Beteiligung deutscher Mannschaften.

    Hallo,
    sind Sie in einem früheren Leben ein gewisser Haffenloher gewesen? So ähnlich klang er immer, wenn über den BVB berichtet wurde.
    Hier einige Fakten:
    Als der BVB gegen M.-City groß auftrumpfte, hieß es, die sind ungewöhnlich schwach.
    Gegen Ajax hieß es, das ist nur ein großer Name von früher. Quasi Laufkundschaft.
    Die Begegnungen gegen Real Madrid wurden erklärt mit einer erschreckend schwachen Leistung von Real.
    Jetzt die Begegnungen gegen die Ukrainier werden ebenfalls relativiert. Die waren so schlecht.
    Dann der Burner: der obligatorische Hinweis auf das rot/weiße "großartige" Lederhosenteam.
    Haffenloher, Sie sind enttarnt...

    dass sie da mit Real Madrid genommen haben.
    Schon die Gruppenspiele vergessen?
    Das waren alle alles andere als leichte Gegner,
    dennoch ist der Artikel etwas polemisch geschrieben. Ob zu unrecht oder nicht, sei mal dahin gestellt.
    Ich nehme einfach mal an, dass sie Bayernfan sind- Ihnen sei damit verziehen ;)

    Hallo lieber berski,
    habe mir Ihren Kommentar noch einmal genau durchgelesen und empfehle sich mal auf einen übersäuerten Magen testen zu lassen :=).
    Nein mal im Ernst: die Kommentare zu Jürgen Klopp finde ich absolut nicht in Ordnung. Mich würde mal interessieren wie Sie die verschiedenen Äusserungen von Uli Hoeness bewerten.

    Wie auch immer man das Spiel gestern bewerten möchte (ich konnte es leider nicht schauen).

    Aber: Durch jahrelange gute Ergebnisse und permanente Präsenz in internationalen Wettbewerben bekommen die Bayern in der Gruppenphase in der Regel leichtere Gegner als bsw Dortmund oder Schalke. Wie Sie gerade nach der letzten Dortmunder Gruppe (holländischer, englischer und spanischer Meister als Gegner - Hallo?!) zu solch einer Einschätzung kommen entzieht sich mir.

    Nur mal zur Erinnerung die Gruppen von 2012/13: Bayern gegen Valencia, Bate Borrisov und Lille im Gegensatz zu Dortmund gegen Ajax, ManCitiy und Real!

    ..ganz generell ein gutes Speil von Dortmund gegen einen nicht so fokussiert wirkenden Gegner. Eine Runde weiter, das ist gut aber auch erwartet! Es ist und bleibt Donezk und nicht einer der Großen Europas... Aber wie gesagt Respekt vor der Art und Weise des BVB.

    "Aber: Durch jahrelange gute Ergebnisse und permanente Präsenz in internationalen Wettbewerben bekommen die Bayern in der Gruppenphase in der Regel leichtere Gegner als bsw Dortmund oder Schalke. Wie Sie gerade nach der letzten Dortmunder Gruppe (holländischer, englischer und spanischer Meister als Gegner - Hallo?!) zu solch einer Einschätzung kommen entzieht sich mir."

    Ist der zweite Satz auf den ersten bezogen oder auf den Titel des Kommentars auf den sie sich beziehen?!

    Was Sie ansprechen ist dem Mannschaftskoeffizienten geschuldet und in der Form auch irgendwie Wettbewerbsverzerrung..
    Wer immer oben mitspielt wird wahrscheinlicher leichte Gegner bekommen.
    Wird für den BVB nächstes Jahr auch besser ;-)

    • ayee
    • 06. März 2013 15:10 Uhr

    Klar ist es unabgebracht, wenn man viele Sachen vergisst. Z.B. dass Dortmund einen von Ihnen genannten Topvereine nämlich Real Madrid im direkten Vergleich die Rücklichter gezeigt hat. Oder das Vereine wie Real Madrid oder die beiden FCBs, ja sogar Donezk und das aus der Gruppe rausgeworfene ManCity, ganz andere Rahmenbedingungen haben und Siege deshalb alles andere als selbstverständlich sind.

    Menschen, die die Sache differenziert betrachten, finden bei der Entwicklung Dortmunds nicht ein Haar in der Suppe. Man hat sich zurückgearbeitet und das schneller, als jeder das für möglich gehalten hätte. Watzke, Zorc und Klopp kann man dafür gar nicht genug auf die Schultern klopfen. So sieht es nämlich mal aus.

  1. Ihr Kommentar ist mindestens genauso unangebracht.

    Dortmund hat gestern eine ausgezeichnete Leistung abgerufen - und Donezk ist mit Sicherheit keine unmotivierte Gurkentruppe. Es war das erste Spiel in dieser Saison, das Donezk klar und weitgehend chancenlos verlor (selbst bei den Auswärtsspielen in Chelsea oder Turin waren sie mindestens ebenbürtig).
    Ich sehe Donezk (wie auch die meisten Experten) als durchaus unangenehmen und starken Gegner.. über Arsenal oder Galatasaray hätte man sich als Gegner auch nicht beschwert auf Dortmunder Seite.

    Natürlich sind Real, die Bayern oder vielleicht auch Paris und Turin stärker einzustufen. Aber von "keinem richtigen Gegner" zu reden ist Unsinn.. für ein Achtelfinale war es durchaus ein guter Gegner.

    Wieso fällt es ihnen so schwer einfach zu einem überzeugenden Sieg zu gratulieren? Der FCB hat genauso überzeugt und wurde auch zurecht dafür gelobt. Wir sollten uns lieber mal darüber freuen, 2 Mannschaften zu haben, die um den Titel mitspielen können.

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  2. Einen internationalen Titel hat dieser Trainer bisher nicht errungen. Hier wird gelobhudelt, dass es einem zum Halse raushängt.
    Ich finde, eine Sau muss erst erlegt sein, bevor man "Sau Tod" ins Jagdhorn bläst.
    Also Kirche im Dorf lassen. Der nächste Rückschlag kommt gewiss.
    Der unrasierte Medienstar Klopp sollte erstmal einen internationalen Titel holen.
    Alles andere ist vorzeitige Protzerei. Auch ein Lewandowski wird gewaltig überschätzt.
    Mir ist es Wurscht, wo er denn hingeht, bei dem Polen muss vor allem die Kohle stimmen, viel mehr interessiert da kaum.

    7 Leserempfehlungen
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    muss ins Eckige, weil ein Spiel 90 Minuten dauert und am Ende immer die Deutschen gewinnen.
    Ganz schön viele Phrasen in Ihrem Post :)
    Aber es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich hier die Gemüter an Klopp erhitzen. Ich habe nie verstanden, warum die Bayernfans so sind, wie sie sind, aber langsam wird es mir klar. Egal wie gut ein Team spielt, egal was es erreicht, erst wenn internationale Titel gewonnen werden sind sie ganz Große, oder? Diese Mentalität kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man sich überlegt, wo Dortmund herkommt und wo sie jetzt stehen, dann gibt es vier entscheidende Faktoren.
    Watzke - der Goldsammler
    Zorc - der Goldsucher
    Klopp - der Goldschmied
    das Team - die goldene Generation
    Ok, das war ein bisschen viel Superlativ, aber kann man nicht einfach anerkennen, dass Klopp seit 4 Jahren überdurchschnittlich erfolgreich bei Dortmund arbeitet + alle Beteiligten? Vielleicht wird der internationale Titel nie kommen, aber was bleibt ist eine goldene Ära des BVB (oh da war es schon wieder). Jedes Spiel in der CL ist für einen richtigen Dortmundfan ein Bonus und ein Fest und ich freue mich schon sehr aufs Viertelfinale.

    Man ist erst dann ein guter Trainer, wenn man einen internationalen Titel geholt hat. Aus der Sicht eines Ahnungslosen mag das sogar durchaus logisch klingen...

  3. Zufälligerweise haben die Dortmunder in dieser Championsleague-Saison schon mind. 2 der vermeintlichen Topmannschaften vor der Nase gehabt und diese mit überzeugenden Leistungen bezwungen. Dahingehend also keine Vorwürfe á la "bis hierhin war das doch alles nix". Dass Klopp manchmal nicht ganz fair ist, ist wahr. Das auch er schon in so mancher Situation Fakten verdreht hat, ist auch nichts neues. Allerdings befindet er sich da ja in bester Gesellschaft, oder seh ich das falsch? ;)
    Freuen wir uns auf ein spannendes Viertelfinale mit starker Beteiligung deutscher Mannschaften.

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  4. Hallo,
    sind Sie in einem früheren Leben ein gewisser Haffenloher gewesen? So ähnlich klang er immer, wenn über den BVB berichtet wurde.
    Hier einige Fakten:
    Als der BVB gegen M.-City groß auftrumpfte, hieß es, die sind ungewöhnlich schwach.
    Gegen Ajax hieß es, das ist nur ein großer Name von früher. Quasi Laufkundschaft.
    Die Begegnungen gegen Real Madrid wurden erklärt mit einer erschreckend schwachen Leistung von Real.
    Jetzt die Begegnungen gegen die Ukrainier werden ebenfalls relativiert. Die waren so schlecht.
    Dann der Burner: der obligatorische Hinweis auf das rot/weiße "großartige" Lederhosenteam.
    Haffenloher, Sie sind enttarnt...

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    Das bringt halt der Erfolg so mit sich. Fragen Sie mal bei den Bayern an, die werden Ihnen lang und breit davon erzählen können, wieviele Spiele, Meisterschaften und Pokale sie angeblich schon durch ihren Bayerndusel gewonnen haben. Jetzt ist es eben der Dortmunddusel.

    • thelaw
    • 06. März 2013 18:55 Uhr

    würden ausnahmslos immer einen schlechten Tag erwischen in dieser Saison, wie der hiesigen FCB-Gemeinde ein BVB-Fan wiederholt zu erklären versuchte.
    Jetzt bin ich dann doch verwirrt... :(

  5. Das bringt halt der Erfolg so mit sich. Fragen Sie mal bei den Bayern an, die werden Ihnen lang und breit davon erzählen können, wieviele Spiele, Meisterschaften und Pokale sie angeblich schon durch ihren Bayerndusel gewonnen haben. Jetzt ist es eben der Dortmunddusel.

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  6. muss ins Eckige, weil ein Spiel 90 Minuten dauert und am Ende immer die Deutschen gewinnen.
    Ganz schön viele Phrasen in Ihrem Post :)
    Aber es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich hier die Gemüter an Klopp erhitzen. Ich habe nie verstanden, warum die Bayernfans so sind, wie sie sind, aber langsam wird es mir klar. Egal wie gut ein Team spielt, egal was es erreicht, erst wenn internationale Titel gewonnen werden sind sie ganz Große, oder? Diese Mentalität kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man sich überlegt, wo Dortmund herkommt und wo sie jetzt stehen, dann gibt es vier entscheidende Faktoren.
    Watzke - der Goldsammler
    Zorc - der Goldsucher
    Klopp - der Goldschmied
    das Team - die goldene Generation
    Ok, das war ein bisschen viel Superlativ, aber kann man nicht einfach anerkennen, dass Klopp seit 4 Jahren überdurchschnittlich erfolgreich bei Dortmund arbeitet + alle Beteiligten? Vielleicht wird der internationale Titel nie kommen, aber was bleibt ist eine goldene Ära des BVB (oh da war es schon wieder). Jedes Spiel in der CL ist für einen richtigen Dortmundfan ein Bonus und ein Fest und ich freue mich schon sehr aufs Viertelfinale.

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    Antwort auf "Klopp Hysterie"
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    • Pjotah
    • 06. März 2013 13:04 Uhr

    Uli Hoeneß - die Goldader.

    Ich bin mit Sicherheit kein Bayernfan, aber ohne die (fragwürdige) Geldspritze des FCB gäbe es den heutigen Erfolg des BVB nicht.

  7. Besonders gut an diesem Artikel gefällt mir, dass er sich nicht auf das verbale Geplänkel der letzten Wochen konzentriert, welches ich als Bayernfan aber entspannt wahrgenommen habe. Von den Anhängern beider Parteien wurde zu viel Schärfe in die Diskussion hinein getragen. Besonders in Form von Kommentaren, die auf entsprechende Artikel folgten. Die Medien reiten immer noch auf diesem mittlerweile langweiligen Thema herum. Aber so lange es polarisiert (und Quote bringt) wird das wohl noch so bleiben. Die Spitzen, die sich die Verantwortlichen beider Parteien gegeben haben waren unkommentiert einfach deutlich witziger.
    Nicht so gut gefällt mir, dass die Namen Watzke und Zorc fallen, aber dazu keine Hintergrundinformationen folgen.

    Nun zum eigentlichen Thema. Das interessante am Aufstieg des BVB ist, dass er wirtschaftlicher und sportlicher Natur ist. Ersteres ist momentan besonders deutlich erkennbar. Über zweiteres würde ich manchmal gerne mehr lesen. Wie konnte es nach zwei Meisterschaften und einem Championsleaguesieg in den neunziger Jahren überhaupt so weit kommen, dass man um den Klassenerhalt spielen musste und so hoch verschuldet war? Wann begann die wirtschaftliche Stabilisation? Wer sind die Verantwortlichen? Hans-Joachim Watzke. Wo kam der denn auf einmal her? Das Uli Hoeneß ein Metzgersohn ist und tolles geleistet hat, weiß ich mittlerweile.
    Auch wenn in dieser Richtung schon einiges geschrieben wurde, dann oft nicht im vollen Umfang oder mit der nötigen Tiefe.

    6 Leserempfehlungen
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    mit Bayern München war kostenintensiv, dazu der Börsenflop, der Stadionausbau, ein teurer Kader ohne sportlichen Erfolg brach Dortmund um 2004/2005 fast das Genick, bis unter Watzke und Rauball der Klub saniert wurde, indem Stars verkauft wurden, das Budget für den Kader reduziert wurde und man die Gläubiger überzeugen konnte. http://www.spiegel.de/wir..., mehr zur Konsolidierung finden Sie hier:http://aktie.bvb.de/IR-News/Ad-Hoc-News/Borussia-Dortmund-GmbH-Co.-KGaA-Schuldenabbau-Kapitalmassnahmen
    Dazu kam, wie man 2012 in den Gazetten lesen konnte, dass Bayern Dortmund 2Millionen geliehen hat um die Rechnungen zu bezahlen und auch die DFL hat bei der Lizensierung ein Auge zugedrückt, denn bei fast 100 Millionen Schulden wären sicher viele andere Klubs in der 3. Liga gelandet.
    Man kann also die Leistung der Geschäftsführung seit 2005/06 gar nicht hoch genug schätzen und bewerten und es bleibt die Hoffnung, dass sich dies nie wiederholen wird.
    Zu Zorc. Er wurde von den Medien früher als Manager oft sehr gescholten. als der sportliche Erfolg noch ausblieb, aber mit der Verpflichtung von Klopp änderte sich auch einiges bei ihm. Riskant war damals zum Beispiel der Verkauf von Leistungsträgern wie Alex Frei, Mladen Petric etc. aber der Erfolg gab dem Konzept Klopps recht. Ohne das Zusammenspiel dieser drei, vier Akteure wäre Dortmund nicht da, wo sie jetzt stehen: Im Viertelfinale der CL :)

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