VfB Stuttgart – Lazio Rom 0:2 (0:1)

Der VfB Stuttgart kann nur noch durch ein Wunder das Aus in der Europa League verhindern. Nach einer schwachen Vorstellung gegen Lazio Rom im Achtelfinalhinspiel müssen die Schwaben in einer Woche mindestens drei Tore schießen, um weiterzukommen.

Der Brasilianer Ederson (21. Minute) brachte die starken Gäste nach mehreren Patzern der Stuttgarter früh in Führung. Mit einem tollen Solo besorgte der Nigerianer Ogenyi Onazi (56.) klare Verhältnisse und den verdienten Sieg des Tabellenfünften der italienischen Serie A. Auch ohne ihren verletzten Stürmer Miroslav Klose gewannen die Römer damit erstmals ein Fußballspiel in Deutschland und bleiben in dieser Saison im Europacup ungeschlagen.

Zwei Wochen nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach erteilte Lazio Rom dem letzten im Europa-League-Wettbewerb verbliebenen Bundesligisten eine Lehrstunde. Das Team von Trainer Vladimir Petkovic überzeugte durch spielerische Geschlossenheit, Disziplin und auch individuelle Klasse.

Zunächst schien die Rechnung Bruno Labbadias aufzugehen. Der VfB hatte die ersten beiden Chancen in der ersten Viertelstunde. In der 9. Minute vergab Ibrahima Traoré mit einem Fernschuss, 6 Minuten später scheiterte der Japaner Shinji Okazaki mit einem Flugkopfball am starken italienischen Nationaltorhüter Federico Marchetti.

Wie es geht, zeigten dann die Römer. Der Brasilianer Ederson nutzte eine Unachtsamkeit in der Stuttgarter Abwehr von William Kvist und Arthur Boka und verwandelte mit einem Schuss ins rechte obere Tor-Eck.

Für den stark aufspielenden rumänischen Nationalspieler Maxim war das Spiel nach 39 Minuten beendet. Nach einem Foul des Brasilianers Hernanes musste der Stuttgarter mit Nasenbeinbruch und Gehirnerschütterung durch den zuletzt noch nicht einmal zum Kader gehörenden Ungarn Tamas Hajnal ersetzt werden. Nach dem Spiel ärgerten sich die Stuttgarter darüber, dass es in dieser Szene keine Rote Karte gegeben hatte.

Okazaki hätte kurz vor der Pause nach neuerlicher Gentner-Vorlage den Ausgleich schaffen können. Doch sein Schuss ging ganz knapp links neben das Tor.

Nach dem Wechsel taten die Römer nicht mehr als notwendig. Kurz nachdem Labbadia die Offensive verstärkt hatte und Martin Harnik für Kvist gekommen war, schlugen die Gäste erneut zu. Onazi stürmte von der Mittellinie los, spielte Christian Gentner und Antonio Rüdiger aus, Torhüter Sven Ulreich war gegen seinen Schuss chancenlos. Stuttgart kämpfte zwar weiter, doch am Ende hatten die Schwaben Glück, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen war. Ulreich verhinderte mit Glanzparaden ein Debakel.

Im Rückspiel wird der VfB-Torjäger Vedad Ibisevic nach verbüßter Gelbsperre wieder dabei sein. "Wir fahren nicht nach Rom, um uns das Kolosseum anzuschauen oder das leere Stadion. Wir haben noch eine Chance, aber dafür brauchen wir ein perfektes Spiel", sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic.

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Rüdiger, Boka - Kvist (55. Harnik), Gentner - Okazaki, Maxim (41. Hajnal), Traoré - Macheda (90.+3 Holzhauser)

Lazio Rom: Marchetti - Pereirinha, Cana, Ciani, Radu - Hernanes (72. González) - Candreva, Onazi, Ederson (64. Ledesma), Lulic - Kozak (84. Floccari)

Schiedsrichter: Tudor (Rumänien)

Zuschauer: 28.750

Tore: 0:1 Ederson (21.), 0:2 Onazi (56.)

Gelbe Karten: Harnik, Tasci / Cana, Ciani, Hernanes

Beste Spieler: Boka / Ciani, Onazi, Ederson