Mario Gomez nach seinem Tor gegen Bayer Leverkusen © Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

VfL Wolfsburg – Fortuna Düsseldorf 1:1
1. FC Nürnberg – FC Schalke 04 3:0
Borussia Dortmund – SC Freiburg 5:1
Werder Bremen – SpVgg Greuther Fürth 2:2
TSG Hoffenheim – FSV Mainz 05 0:0
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
Bayer Leverkusen – Bayern München 1:2
Eintracht Frankfurt – VfB Stuttgart 1:2
Borussia Mönchengladbach – Hannover 96 1:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Freiburg. Die Bundesliga sitzt der BVB momentan auf einer Arschbacke ab. Bis zum 1:1 kurz vor der Halbzeit war Freiburg die bessere Mannschaft, dann traf der Meister in fünf Minuten drei Mal, in der zweiten Halbzeit noch zwei Mal (Video hier). Zwei Treffer gelangen Nuri Sahin, dazu eine Vorlage nach Maß. Nach fast zwei Jahren stand er wieder mal im Mittelpunkt. Sahin war im ersten Meisterjahr der Klopp-Elf der große Stratege und bester Spieler der Liga gewesen, bevor er zu Real Madrid und später zum FC Liverpool wechselte. In beiden Klubs setzte er sich nicht durch. Vermutlich fehlten dem Feinfuß dort Nestwärme und Zuarbeiter, ähnlich wie in der türkischen Nationalelf. Im Januar holte ihn Dortmund zurück, Akzente setzen konnte er seitdem noch keine. "Das Selbstvertrauen ist ein kleines Dreckspflänzchen, das schnell zertreten wird", sagte Jürgen Klopp nach dem starken Auftritt Sahins und der so schönen Story von der erfolgreichen Rückkehr des verlorenen Sohnes. Es war übrigens nicht das einzige Deutschland-Comeback eines großen Künstlers an diesem Wochenende: 

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Abseits des Platzes tun die Hoffenheimer viel, um die Klasse zu halten. Die Marketing-Abteilung hat eine Anti-Abstiegs-Kampagne ins Leben gerufen, verteilte Aufkleber und verkaufte T-Shirts für 5 Euro, auf denen stand: "Gemeinsam Flagge zeigen für eine erstklassige Region". Die TSG solle in der Bundesliga bleiben, weil auch Wissenschaft, Forschung und Kultur dort erstklassig seien. Wieder den falschen Ton getroffen, die Hoffenheimer lernen den kulturellen Code des Fußballs wohl nie. Dieser Sport hat historisch und im Verständnis der Romantiker etwas Subversives. Die Fans von Schalke 04 oder dem 1. FC Kaiserslautern sind auch deswegen auf ihre Tradition so stolz, weil Gelsenkirchen und die Pfalz sonst nicht viel zu bieten haben (oder weil sie das glauben). Dort wären in solchen Situation auch mehr als 24.000 Zuschauer gekommen, die sich am Samstag das ärmliche 0:0 gegen ersatzgeschwächte Mainzer antaten.

Wer stand im Blickpunkt?

Mario Gomez. Beim Führungstor der Bayern in Leverkusen erschuf er wieder mal einen echten Gomez (Video hier, ab 2:00 Minuten). Einen harten Pass nahm er im Mittelkreis im Sprung mit der Brust an, umkurvte zwei Gegner im Riesenslalom und verlud den Keeper. Diese Mischung aus Athletik und Technik beherrscht nur einer. Später trat Gomez nochmals fest zu: Nachdem er in der 70. Minute ausgewechselt worden war, versetzte er einer Wasserflasche einen Kick. Nach dem Abpfiff machte er den Robben und verschwand wortlos im Bus. Harte Zeiten für den Torjäger. Auch nach seiner Genesung bleibt er bei Bayern Stürmer Nummer Zwei, selbst in der Champions League, wo seine Quote deutlich besser ist als die seines Konkurrenten Mario Mandzukic. Zudem wird ihn das Interesse der Bayern an Robert Lewandowski irritieren. Und Löws Ankündigung aus der vorigen Woche, der physisch starke Stoßstürmer sterbe aus, dürfte Gomez auch nicht überhört haben. Gomez ist oft Zielscheibe von Häme. Dabei liegen oft die Abwehrspieler, nicht selten die härtesten, am Boden, weil sie an ihm abprallten – und der Ball meist im Netz. Wir Prediger der Fußballmoderne sollten eines beachten: Tore kommen nie aus der Mode.