Bundesliga-RückschauEin Mario Gomez kommt nie aus der Mode

Der Bayern-Torjäger zeigt es seinen Kritikern, Armin Veh verspielt Sympathien und Dortmund feiert seinen David Hasselhoff. Alles Wichtige zum 26. Spieltag. von 

Mario Gomez nach seinem Tor gegen Bayer Leverkusen

Mario Gomez nach seinem Tor gegen Bayer Leverkusen  |  © Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

VfL Wolfsburg – Fortuna Düsseldorf 1:1
1. FC Nürnberg – FC Schalke 04 3:0
Borussia Dortmund – SC Freiburg 5:1
Werder Bremen – SpVgg Greuther Fürth 2:2
TSG Hoffenheim – FSV Mainz 05 0:0
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
Bayer Leverkusen – Bayern München 1:2
Eintracht Frankfurt – VfB Stuttgart 1:2
Borussia Mönchengladbach – Hannover 96 1:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Freiburg. Die Bundesliga sitzt der BVB momentan auf einer Arschbacke ab. Bis zum 1:1 kurz vor der Halbzeit war Freiburg die bessere Mannschaft, dann traf der Meister in fünf Minuten drei Mal, in der zweiten Halbzeit noch zwei Mal (Video hier). Zwei Treffer gelangen Nuri Sahin, dazu eine Vorlage nach Maß. Nach fast zwei Jahren stand er wieder mal im Mittelpunkt. Sahin war im ersten Meisterjahr der Klopp-Elf der große Stratege und bester Spieler der Liga gewesen, bevor er zu Real Madrid und später zum FC Liverpool wechselte. In beiden Klubs setzte er sich nicht durch. Vermutlich fehlten dem Feinfuß dort Nestwärme und Zuarbeiter, ähnlich wie in der türkischen Nationalelf. Im Januar holte ihn Dortmund zurück, Akzente setzen konnte er seitdem noch keine. "Das Selbstvertrauen ist ein kleines Dreckspflänzchen, das schnell zertreten wird", sagte Jürgen Klopp nach dem starken Auftritt Sahins und der so schönen Story von der erfolgreichen Rückkehr des verlorenen Sohnes. Es war übrigens nicht das einzige Deutschland-Comeback eines großen Künstlers an diesem Wochenende: 

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Abseits des Platzes tun die Hoffenheimer viel, um die Klasse zu halten. Die Marketing-Abteilung hat eine Anti-Abstiegs-Kampagne ins Leben gerufen, verteilte Aufkleber und verkaufte T-Shirts für 5 Euro, auf denen stand: "Gemeinsam Flagge zeigen für eine erstklassige Region". Die TSG solle in der Bundesliga bleiben, weil auch Wissenschaft, Forschung und Kultur dort erstklassig seien. Wieder den falschen Ton getroffen, die Hoffenheimer lernen den kulturellen Code des Fußballs wohl nie. Dieser Sport hat historisch und im Verständnis der Romantiker etwas Subversives. Die Fans von Schalke 04 oder dem 1. FC Kaiserslautern sind auch deswegen auf ihre Tradition so stolz, weil Gelsenkirchen und die Pfalz sonst nicht viel zu bieten haben (oder weil sie das glauben). Dort wären in solchen Situation auch mehr als 24.000 Zuschauer gekommen, die sich am Samstag das ärmliche 0:0 gegen ersatzgeschwächte Mainzer antaten.

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Wer stand im Blickpunkt?

Mario Gomez. Beim Führungstor der Bayern in Leverkusen erschuf er wieder mal einen echten Gomez (Video hier, ab 2:00 Minuten). Einen harten Pass nahm er im Mittelkreis im Sprung mit der Brust an, umkurvte zwei Gegner im Riesenslalom und verlud den Keeper. Diese Mischung aus Athletik und Technik beherrscht nur einer. Später trat Gomez nochmals fest zu: Nachdem er in der 70. Minute ausgewechselt worden war, versetzte er einer Wasserflasche einen Kick. Nach dem Abpfiff machte er den Robben und verschwand wortlos im Bus. Harte Zeiten für den Torjäger. Auch nach seiner Genesung bleibt er bei Bayern Stürmer Nummer Zwei, selbst in der Champions League, wo seine Quote deutlich besser ist als die seines Konkurrenten Mario Mandzukic. Zudem wird ihn das Interesse der Bayern an Robert Lewandowski irritieren. Und Löws Ankündigung aus der vorigen Woche, der physisch starke Stoßstürmer sterbe aus, dürfte Gomez auch nicht überhört haben. Gomez ist oft Zielscheibe von Häme. Dabei liegen oft die Abwehrspieler, nicht selten die härtesten, am Boden, weil sie an ihm abprallten – und der Ball meist im Netz. Wir Prediger der Fußballmoderne sollten eines beachten: Tore kommen nie aus der Mode.

Leserkommentare
    • Pnin05
    • 18. März 2013 11:04 Uhr

    Großes Kompliment für einen schönen Kommentar zum Spieltag!

    Aber Sie kennen mich ja und würden sich wundern, wenn ich nix zu mäkeln fände. Die Watschn ins Kraichgau war echt gut. Aber: Die Hoffenheim-Kampagne (so lächerlich sie ist) bezieht sich nicht nur auf die Region Kraichgau, sondern auf die Metropolregion Rhein-Neckar. Dort gibt es so unbedeutende Universitäten wie Mannheim oder Heidelberg oder auch die Ernst-Bloch-Stadt Ludwigshafen, die sich sehr um dessen Erbe bemüht.

    Und in dieser Region gibt es Traditionsvereine, die leider heute keine Rolle spielen. Ihre Bosheiten zu Schalke und Lautern habe ich ebenfalls genossen; da ich aber beide Städte und ihr Umland kenne: im Falle von Lautern liegen Sie falsch.

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    • Voce
    • 18. März 2013 18:13 Uhr

    die Metropolregion hat jede Menge zu bieten und mit ihr die Pfalz , die mit der Region entlang der 85km langen Weinstrasse mit ihrem mediterranen Flair , mit dem freundlichen sonnigen Klima, mit herrlichen historischen Städtchen, mit dem bis in die Römerzeit zurückreichenden Weinanbau und mit dem größten Rieslinganbaugebiet der Welt nicht umsonst von vielen auch als die Toskana Deutschlands bezeichnet wird.

    Und nicht zu vergessen das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, der Pfälzer Wald, den der Naturfreund, so er will, bis nach Frankreich hinein durchwandern kann und in dem, zugegebenermaßen etwas j.w.d. ( jans weit draussen) der 1.FCK residiert, der sich aber inzwischen auf den Weg gemacht hat, um spätestens in der übernächsten Saison seinen Fans im Stadion am Betzenberg wieder Erstligafussball präsentieren zu können.

    Also, von wegen nichts los. Hier geht die Post ab!.

    • SteB
    • 18. März 2013 11:11 Uhr

    Ich setze an den Anfang mal einen Kommentar, den ich gerade unter die Spielberichte vom Wochenende gesetzt habe (#71):

    "Was ist passiert?
    Früher (bis vor ca. 3 Wochen) ging es hier meistens fachlich (nicht immer sachlich) hin und her, neuerdings hat dieses Forum eher den Charakter einer kalauernden Unterhaltung, die sich zwar kurz am Artikel aufhängt, dann aber abdriftet und größtenteils nur noch dem Austausch von Belanglosigkeiten zu dienen scheint. Zwischendurch blitzt dann immer mal wieder ein Kommentar zum Thema hervor, der dann aber komplett ignoriert wird. Wichtiger scheint es zu sein, möglichst oft diverse Worte zu posten (Ficus, Klick, Demut, Kunde etc.), egal, ob es Sinn macht oder nicht.
    Sollte ich mir ein anderes Sportforum suchen müssen (wäre schade)?
    So, nun dürfen die, die sich dazu berufen fühlen, auf mir rumhacken. Feuer frei."

    In diesem Sinne:
    Wäre schön, wenn der BVB die Bundesliga auf einer Arschbacke absitzen könnte. Sah vielleicht am Samstag so aus, sonst aber oft genug leider nicht. Das machen doch eher die Bayern: Können schicken, wen sie wollen, spielen, wie sie wollen, am Ende gewinnen sie (diese Saison passt auf den FCB das berühmte Zitat von Gary Lineker perfekt, man muss nur Deutschland durch FCB ersetzen). Da ist die Arschbacke vom BVB diese Saison leider zu wenig...

    2 Leserempfehlungen
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    Vlt. liegt das auch daran, dass diese Saison einfach keinen Diskussionsstoff liefert.
    Die Meisterschaft ist entschieden, die Plätze 2 und 3 ebenso. Dahinter kommt ein Brei aus Mannschaften die sich irgendwie durch die Saison wursteln. Wer auch immer mal eine Serie hinlegt und etwas konstanter Punktet wird 4ter.
    Die Plätze 5 und 6 könnte man auch auswürfeln.
    Und ganz am Ende wird es gaaanz vlt. auch wieder interessant – wenn Augsburg noch ein paar mal Punktet. Wenn nicht: wer interessiert sich schon für Absteiger wie Hoffenheim, Fürth oder Augsburg?

  1. Vlt. liegt das auch daran, dass diese Saison einfach keinen Diskussionsstoff liefert.
    Die Meisterschaft ist entschieden, die Plätze 2 und 3 ebenso. Dahinter kommt ein Brei aus Mannschaften die sich irgendwie durch die Saison wursteln. Wer auch immer mal eine Serie hinlegt und etwas konstanter Punktet wird 4ter.
    Die Plätze 5 und 6 könnte man auch auswürfeln.
    Und ganz am Ende wird es gaaanz vlt. auch wieder interessant – wenn Augsburg noch ein paar mal Punktet. Wenn nicht: wer interessiert sich schon für Absteiger wie Hoffenheim, Fürth oder Augsburg?

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    • SteB
    • 18. März 2013 11:48 Uhr

    Die drei wären auch meine "Wunschabsteiger", wenn man von Wolfsburg mal absieht, aber den Gefallen werden mir die VW-ler wohl nicht tun.
    Einem allerdings würde ich den Verbleib in Liga 1 absolut gönnen: Sascha Mölders. Gut, das hat auch lokale Gründe (gleiche Heimatstadt wie ich), aber auch sportliche. Der ackert und arbeitet und wird meist dafür belohnt. Der RWE vermisst ihn noch immer schmerzlich, SM hat (sportlich) aber besseres verdient, als den derzeitigen 5. der RL West...

    • SteB
    • 18. März 2013 11:48 Uhr

    Die drei wären auch meine "Wunschabsteiger", wenn man von Wolfsburg mal absieht, aber den Gefallen werden mir die VW-ler wohl nicht tun.
    Einem allerdings würde ich den Verbleib in Liga 1 absolut gönnen: Sascha Mölders. Gut, das hat auch lokale Gründe (gleiche Heimatstadt wie ich), aber auch sportliche. Der ackert und arbeitet und wird meist dafür belohnt. Der RWE vermisst ihn noch immer schmerzlich, SM hat (sportlich) aber besseres verdient, als den derzeitigen 5. der RL West...

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  2. Schalke hat Fans in der ganzen Republik. Sie sind gerne eingeladen, sich einmal die Nummernschilder während eines Heimspiels anzukucken. Die wenigsten kommen aus Gelsenkirchen, gar nicht mal so selten stammen die auch aus Holland.

    Außerdem muss man einmal realisieren, dass Gelsenkirchen im Ruhrgebiet liegt. Auch wenn hier jede Kommune ihr eigenes Süppchen kocht, darf man das Revier durchaus als eine große Stadt betrachten. Es gibt Straßen, deren eine Seite zu Gelsenkirchen gehört und dessen andere Seite schon zu Essen zählt. Apropos Essen, das ist mit Abstand die schönste Ruhrgebietsstadt (von den gößeren). Der Essener Süden braucht sich hinter keiner anderen Stadt zu verstecken. Gelsenkirchen-Buer (meine Heimat) ist ebenfalls sensationell schön!

    Es gibt in diesem Land wohl keine andere Region, die eine dermaßen hohe Dichte an Hochschulen (z.B. die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen) und kulturellen Einrichtungen (z.B. das MIR, ist das Musiktheater in Gelsenkirchen) hat. Dazu die einmalige Kneipenlandschaft in Essen und Bochum. Wer schreibt, dass das "Umland" Gelsenkirchens nichts zu bieten hat, der macht das aus Bosheit oder hat ganz einfach keine Ahnung.

    Außerdem bleibt noch zu erwähnen, dass Gelsenkirchen in zahlreichen Lieder besungen wurde. http://www.youtube.com/watch?v=xD07fVUXBrk

    PS: Was hat denn eigentlich Dortmund zu bieten außer den abgewrackten Westfalenhallen und einer nicht ganz so kleinen rechtsextremen Szene?

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    • SteB
    • 18. März 2013 12:17 Uhr

    für die Blumen an meine Heimatstadt.
    Auch wenn wir sportlich nicht immer auf einer Welle liegen (solange der BVB nicht involviert ist, drücke ich Schalke aber durchaus die Daumen. Seht bloß zu, dass Ihr (mind.) den 4. BL-Platz noch schafft!), Ruhrpott ist Ruhrpott und einer der coolsten Flecken des Planeten.
    Und es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Leute eine Meinung über unsere Heimat haben, ohne jemals dort gewesen zu sein.

    Glück auf!

    Schalke, die Lebensqualität ist in Dortmund mit Sicherheit um einiges höher als in Gelsenkirchen.

    dem PS....
    zumindest zig mal Deutscher Meister, Pokalsieger, CL Teilnehmer (VF) und CL Sieg und sogar Weltpokalsieger und tolle Jungs die sich bei, BVB sehr gut entwickeln......
    Westfalenpark, Fernsehturm und einen tollen Zoo,,,,

    • briggs
    • 18. März 2013 18:19 Uhr

    ...die nicht in der Nazi Zeit errungen wurden, hat Dortmund u. a. zu bieten.

    • SteB
    • 18. März 2013 12:17 Uhr

    für die Blumen an meine Heimatstadt.
    Auch wenn wir sportlich nicht immer auf einer Welle liegen (solange der BVB nicht involviert ist, drücke ich Schalke aber durchaus die Daumen. Seht bloß zu, dass Ihr (mind.) den 4. BL-Platz noch schafft!), Ruhrpott ist Ruhrpott und einer der coolsten Flecken des Planeten.
    Und es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Leute eine Meinung über unsere Heimat haben, ohne jemals dort gewesen zu sein.

    Glück auf!

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    ...ich mag Essen sehr!

  3. Schalke, die Lebensqualität ist in Dortmund mit Sicherheit um einiges höher als in Gelsenkirchen.

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    Wo denn, etwa in Dortmund-Dorstfeld? Sie haben sowas von keiner Ahnung! Für eine so große Stadt, wie es Dortmund ist, hat man eine ausgesprochen hässliche Einkaufsstraße, kein Vergleich zu Essen.

  4. dem PS....
    zumindest zig mal Deutscher Meister, Pokalsieger, CL Teilnehmer (VF) und CL Sieg und sogar Weltpokalsieger und tolle Jungs die sich bei, BVB sehr gut entwickeln......
    Westfalenpark, Fernsehturm und einen tollen Zoo,,,,

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    Die Outskirts von Dortmund sind wirklich schön! Aber Dortmund (also die Stadt, nicht der Verein) ist auch deutlich größer als Gelsenkirchen. Und an manchen Stellen des Westenhellwegs (Hinweis für die "Ortskundigen": das ist die Einkaufsstraße) kann man wirklich noch erkennen, dass das mal eine richtig schöen und auch reiche Stadt war.

    Übrigens, in Gelsenkirchen gibt es die Zoom-Erlebniswelt, ist nach dem Umbau sicherlich einer der modernsten Zoos in diesem Land).

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