Spaniens Sportminister José Ignacio Wert, Madrids Bürgermeisterin Ana Botella und der Präsident der Regionalregierung Ignacio González (v.l.n.r.) während der Präsentation des Olympia-Kandidaten Madrid © Pierre-Philippe Marcou/AFP/Getty Images

Diesmal wird nichts dem Zufall überlassen, beim dritten Anlauf soll es endlich klappen. Wenn am kommenden Montag die Experten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach Madrid kommen, ist die Stadt vorbereitet. Minutengenau haben die Bürgermeisterin Ana Botella und ihre Stadtverwaltung bereits den Empfang und die Präsentation ihrer Bewerbung für die Spiele 2020 geprobt – mit Besuch in allen geplanten Sportstätten, mit Fragerunden, mit Teilnahme von Regierungsmitgliedern. Zu gut erinnert man sich noch an die bösen Worte der IOC-Bosse über die miserable Präsentation des Madrider Konzepts bei der vergangenen Bewerbung für 2016, als man an Rio de Janeiro scheiterte.

Auch für die spanische Regierung hat die Olympia-Bewerbung eine hohe Priorität. Deswegen hat das Kabinett in der vergangenen Woche noch schnell den Entwurf eines verschärften Anti-Doping-Gesetzes auf den Weg gebracht, um die Experten zufriedenzustellen. Denn nicht nur der laufende Prozess gegen den Doping-Arzt Eufemiano Fuentes zeigt, wie lasch Spanien in der Vergangenheit mit dem Thema umgegangen ist. Das neue Gesetz, das glaubt der Sportminister José Ignacio Wert angeblich, werde alle Zweifel des Auslands an dem Ernst des Kampfs gegen Doping beseitigen. Ungewöhnlich offen gab er zu, dass die Madrider Olympia-Bewerbungen für 2012 und 2016 auch am Thema Doping gescheitert waren.

Die Regierung möchte den unter der schweren Wirtschaftskrise leidenden Spaniern mit dem Projekt Olympia eine Aufbruchstimmung vermitteln. Deswegen wird auch die Madrider Bürgermeisterin nicht müde, immer wieder zu versichern, dass die Spiele Arbeitsplätze schaffen und gerade kleine Unternehmen "vom Schwung und Anstoß" der Spiele profitieren würden. Doch gerade beim Punkt "öffentliche Unterstützung" der Bewerbung, der für die IOC-Kommission eine hohe Bedeutung hat, sieht es nicht gut aus. Madrid ist bereits jetzt die am höchsten verschuldete Kommune des Landes. Viele Madrilenen, die bereits jetzt unter Kürzungen im Sozialbereich, im Gesundheitssystem und bei den Schulen leiden, fürchten weitere Milliardenausgaben.

Deswegen bemüht sich die Regionalregierung unentwegt, die finanziellen Belastungen herunterzurechnen. Madrid 2020 sollen die billigsten Spiele aller Zeiten werden, behauptet die Bürgermeisterin: Nur 1,5 Milliarden Euro werde man über acht Jahre verteilt bei einem Zuschlag ausgeben. In London 2012 waren es 12 Milliarden Euro.