ZEIT ONLINE: Herr Adler, Sie sanieren zurzeit Ihr Haus an der Alster. Worauf achten Sie als Bauherr?

René Adler: Auf die Küche, sie wird groß und gemütlich und der zentrale Platz im Haus. Ich stelle im Urlaub immer wieder fest: Gutes Essen und Atmosphäre werden mir zunehmend wichtiger. Was für andere Markenklamotten sind, ist für mich Essen. Zugegeben, ich lege auch Wert auf Kleidung. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann für das Essen.

ZEIT ONLINE: Also sieht man Sie regelmäßig mit einem Weidenkorb auf dem Wochenmarkt?

Adler: Der Eppendorfer Isemarkt liegt vor meiner Haustür, da bin ich fast jede Woche. Auf die Zutaten kommt's an. Fleisch nur vom Metzger, Obst, frische Kräuter und Gewürze, Bio-Eier. Beim Essen wird nicht gespart.

ZEIT ONLINE: Vorigen Monat erlebten wir den Skandal um Billig-Lasagne. Geben die Deutschen zu wenig für Essen aus?

Adler: Ich habe schon den Eindruck, dass es in anderen Ländern ein anderes Bewusstsein für gute Ernährung gibt, etwa in Frankreich, Italien oder Spanien.

ZEIT ONLINE: Sie haben leicht reden.

Adler: Ich weiß, ich hab's leichter, und ich weiß, meine Lage zu schätzen. Wenn man mehrere Kinder zu ernähren hat, sieht das anders aus. Essen ist oft auch eine soziale Frage.

ZEIT ONLINE: Sie sind Fußballer. Wir dachten, die mögen alle Fast Food.

Adler: Ich nicht so. Nach unserem Sieg in Dortmund vor ein paar Wochen musste der Busfahrer bei Burger King anhalten, da hab ich auch mal zugegriffen.

ZEIT ONLINE: Döner?

Adler: Gerne.

ZEIT ONLINE: Pizza?

Adler: Auch.

ZEIT ONLINE: Pferd?

Adler: Das kommt mir nicht in die Tüte, auch wenn es drei Qualitätssiegel hätte. Was ich noch vor Augen habe: In meiner Heimatstadt Leipzig ganz in der Nähe meines alten Zuhauses gibt es einen Pferdemetzger. Um ihn mache ich seit jeher einen großen Bogen.

ZEIT ONLINE: Wie verhält es sich mit anderen Tieren?

Adler: Beim Hund senkt sich bei mir eine emotionale Schranke, wir haben ja selbst einen.

ZEIT ONLINE: Schätzen Sie die Küche Hamburgs?

Adler: Mein erster Labskaus steht noch bevor. Aber Hamburg hat mir gastronomisch viel zu bieten. Ich esse von Herzen gerne Fisch.