René Adler"Ein bisschen Kochen ist auch für den Mann cool"

Früher galt: "Was ein Adler nicht kennt, frisst er nicht." Inzwischen kocht unser Kolumnist René Adler gern und experimentell, vor allem als Hilfskoch seiner Freundin. von 

René Adler: "Beim Hund senkt sich bei mir eine emotionale Schranke."

René Adler: "Beim Hund senkt sich bei mir eine emotionale Schranke."  |  © Martin Rose/Bongarts/Getty Images

ZEIT ONLINE: Herr Adler, Sie sanieren zurzeit Ihr Haus an der Alster. Worauf achten Sie als Bauherr?

René Adler: Auf die Küche, sie wird groß und gemütlich und der zentrale Platz im Haus. Ich stelle im Urlaub immer wieder fest: Gutes Essen und Atmosphäre werden mir zunehmend wichtiger. Was für andere Markenklamotten sind, ist für mich Essen. Zugegeben, ich lege auch Wert auf Kleidung. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann für das Essen.

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ZEIT ONLINE: Also sieht man Sie regelmäßig mit einem Weidenkorb auf dem Wochenmarkt?

Adler: Der Eppendorfer Isemarkt liegt vor meiner Haustür, da bin ich fast jede Woche. Auf die Zutaten kommt's an. Fleisch nur vom Metzger, Obst, frische Kräuter und Gewürze, Bio-Eier. Beim Essen wird nicht gespart.

ZEIT ONLINE: Vorigen Monat erlebten wir den Skandal um Billig-Lasagne. Geben die Deutschen zu wenig für Essen aus?

Adler: Ich habe schon den Eindruck, dass es in anderen Ländern ein anderes Bewusstsein für gute Ernährung gibt, etwa in Frankreich, Italien oder Spanien.

Alles außer Fußball

Alles außer Fußball ist die Kolumne von René Adler, Thomas Hitzlsperger und Arne Friedrich. Einmal im Monat geben wir während der Bundesliga-Saison einem das Wort. Sie sollen und wollen nicht das Tagesgeschäft kommentieren, klassische Fußballerkolumnen gibt es genug. Alles außer Fußball ist der Versuch, Fußballer Fußball als gesellschaftliches Phänomen betrachten zu lassen. Hier finden Sie alle Gespräche.

Alles über Fußball

Als Pendant zu den Kolumnengesprächen mit Fußballern sprechen wir in der Serie Alles über Fußball mit einem Prominenten aus Politik, Wirtschaft oder Kultur über ihre Beziehung zum Lieblingssport der Deutschen.

Alle bisherige Interviews u. a. mit Dieter Hildebrandt,Omid Nouripour, Markus Kavka, Franzi van Almsick, Wolfgang Bosbach, Daniel Brühl lesen Sie hier nach.

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Die Gespräche mit den Alles-außer-Fußball-Kolumnisten stehen Ihnen auch als E-Book nach dem Download jederzeit und überall zur Verfügung.

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ZEIT ONLINE: Sie haben leicht reden.

Adler: Ich weiß, ich hab's leichter, und ich weiß, meine Lage zu schätzen. Wenn man mehrere Kinder zu ernähren hat, sieht das anders aus. Essen ist oft auch eine soziale Frage.

ZEIT ONLINE: Sie sind Fußballer. Wir dachten, die mögen alle Fast Food.

Adler: Ich nicht so. Nach unserem Sieg in Dortmund vor ein paar Wochen musste der Busfahrer bei Burger King anhalten, da hab ich auch mal zugegriffen.

ZEIT ONLINE: Döner?

Adler: Gerne.

ZEIT ONLINE: Pizza?

Adler: Auch.

ZEIT ONLINE: Pferd?

Adler: Das kommt mir nicht in die Tüte, auch wenn es drei Qualitätssiegel hätte. Was ich noch vor Augen habe: In meiner Heimatstadt Leipzig ganz in der Nähe meines alten Zuhauses gibt es einen Pferdemetzger. Um ihn mache ich seit jeher einen großen Bogen.

ZEIT ONLINE: Wie verhält es sich mit anderen Tieren?

Adler: Beim Hund senkt sich bei mir eine emotionale Schranke, wir haben ja selbst einen.

ZEIT ONLINE: Schätzen Sie die Küche Hamburgs?

Adler: Mein erster Labskaus steht noch bevor. Aber Hamburg hat mir gastronomisch viel zu bieten. Ich esse von Herzen gerne Fisch.

Leserkommentare
  1. ... hat bestimmt schon einmal Pferd gegessen, und wenn es unwissentlich war! ;)
    Und davon abgesehen ist Pferdefleisch, zumindest wenn es zum Verzehr gehalten und geschlachtet wurde, ein ganz vorzügliches Fleisch.

  2. Gesunder Ehrgeiz, wacher Kopf und absolut nicht abgehoben. Ein vorbildlicher Sportler. Davon könnten sich einige andere "Stars" ein paar Scheiben abschneiden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Naja, in dem Interview kommt der Kopf eher ziemlich eingeschläfert rüber. Und meinen Kopf hat er auch noch damit angesteckt vor Langeweile.

    Ich frage mich auch immer, warum die Menschen Wert darauf legen, dass Stars nicht "abgehoben" sind. Könnte einem doch egal sein, man kennt die Leute ja eh nicht persönlich.

    Vermutlich spricht daraus der heimliche Wunsch nach Wertschätzung durch die ganz Großen: "Er kennt mich zwar nicht, aber wenn er mich kennen *würde*, wäre er bestimmt ganz nett zu mir; er ist ja nicht so abgehoben wie die anderen Stars."

  3. auch seine Aussagen im Interview, aber wann kommt denn die erste Kolumne aus seiner Feder?

    Eine Leserempfehlung
    • camou
    • 07. März 2013 13:21 Uhr

    you made my day.

    Ohne dieses geballte Wissen wäre esein unvorstellbar trister Tag gewesen.

  4. 5. .....

    Naja, in dem Interview kommt der Kopf eher ziemlich eingeschläfert rüber. Und meinen Kopf hat er auch noch damit angesteckt vor Langeweile.

    Ich frage mich auch immer, warum die Menschen Wert darauf legen, dass Stars nicht "abgehoben" sind. Könnte einem doch egal sein, man kennt die Leute ja eh nicht persönlich.

    Vermutlich spricht daraus der heimliche Wunsch nach Wertschätzung durch die ganz Großen: "Er kennt mich zwar nicht, aber wenn er mich kennen *würde*, wäre er bestimmt ganz nett zu mir; er ist ja nicht so abgehoben wie die anderen Stars."

    Antwort auf "Ich mag Adler"
  5. Für mich ist das die beste Aussage in dem Frage - Antwort - Bericht.

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    Diese Aussage ist echt schwach und unreflektiert. Es gibt genug geeignete Speisen, Getränke oder Zutaten, bei denen es gute Gründe gibt, Sie in der Mikrowelle zu erwärmen.

  6. 8. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jz

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