Bundesliga-RückschauEin Spieltag nach dem Geschmack von Kim Jong Un

Auf Schalke gibt's ein Fußballfest, doch die Superschurken Wolfsburg, Hoffenheim und München zerstören all unsere Sympathieträger. Alles Wichtige zum 25. Spieltag von 

Jubelnde Hoffenheimer in Fürth

Jubelnde Hoffenheimer in Fürth  |  © Micha Will/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

FC Augsburg – 1. FC Nürnberg 1:2
Bayern München – Fortuna Düsseldorf 3:2 
FC Schalke 04 – Borussia Dortmund 2:1 
SC Freiburg – VfL Wolfsburg 2:5 
FSV Mainz 05 – Bayer 04 Leverkusen 1:0
SpVgg Greuther Fürth – TSG Hoffenheim 0:3 
Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen 1:1 
Hannover 96 – Eintracht Frankfurt 0:0 
VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1    

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Ein gewisses Duell auf Schalke, das dieses Mal sämtliche Erwartungen erfüllte. "Schön war das nicht", sagte Nuri Sahin nachher, was aus einer Sicht verständlich ist, aber auch falsch. "Es haben alle alles rausgehauen", lautete das Fazit von Jürgen Klopp. Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Außer: Dieses Hin und Her! Diese unzähligen Chancen (gern erst auf der Linie vereitelt). Diese Schalker, die über weite Strecken die besseren Dortmunder waren. Diese Dortmunder, die in Hälfte eins spielten wie Schachtjor Donezk ohne Söldner. Diese Rackerer Joel Matip und Mats Hummels, die munter einen absurden Hollywoodfilm nachspielten. Dieser Draxler, der einen eigenen Text verdient und einen eigenen Text bekommen hat. Dieser Lewandowski, der erst ins Tor traf und dann Hildebrands Handschuhe und Götzes Unterleib. Dieser Huntelaar, der verletzt vom Platz getragen werden musste, kaum dass er seine Form wiedergefunden hatte. Und last but not least: Dieser Verzicht auf Nickeligkeiten, dreckige Fouls und (fast) Ausschreitungen. Das war ein Fußballfest voller Schnaps und Völlerei, Gelächter und magischer Momente bis zum Morgengrauen. So muss Derby.

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Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Leverkusen, wegen Stefan Kießling. Seit Langem vertritt Joachim Löw wohl alleine die Meinung, Kießling sei nicht gut genug für die Nationalelf. Statt ihn zu widerlegen, spielte der Stürmer vor den Augen des Bundestrainers ausnahmsweise in der Tat schlecht. Wir raten Kießling, es Löw gegenüber mit einem Helden der Popkultur zu halten, der sein fünfzehnjähriges Leinwandjubiläum feiert: der "Dude", Protagonist des Films "The Big Lebowski", der einem Bowling-Konkurrenten, der ihm Qualität abgesprochen hatte, entgegnete:

Wer stand im Blickpunkt?

Raphael Schäfer. Nürnbergs Routinier im Kasten erwies sich als echter Sportsmann – wenn auch auf seine eigenen Kosten und nicht ganz freiwillig. Oder erinnerte er sich doch mitleidig daran, dass nur ein Augsburger überhaupt jemals gegen Nürnberg getroffen hatte (der unsterbliche Sándor Torghelle im Jahr 2008)? Jedenfalls klatschte er einen harmlosen Kopfball von Tobias Werner auf den Boden zwischen seine Beine ab, von wo er zum Ausgleich hinter die Linie kullerte. So hatten am Ende alle was von diesem Spiel: die Tabellenkellerkinder aus Augsburg etwas zu lachen, die Nürnberger trotzdem den Sieg. Und Tomislav Piplica steht jetzt mit seinem legendären Eigentor, das sich bald zum zehnten Mal jährt, nicht mehr allein. 

Leserkommentare
  1. Was hat der koreanische Diktator mit der Bundesliga zu schaffen?

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    Wie jetzt? Sie verstehen, den absolut genialen, unglaublich intelligenten Humor der Zeit-Online-Sportredaktion nicht?

    "Verhasste Millionärsclubs, ... ein zynischer Triumph des fußballerischen Darwinismus..., Kim Jong Un..." blablabla.... Liebe Zeit-Online-Sportredaktion, Eure Sympathien sind uns längst bekannt und müssen nicht erneut dokumentiert werden. Wie wäre es aber, wenn Ihr Euch zwischendurch einmal einen fachlich fundierten Bericht zutrauen würdet? Sicher, ein vermessener Anspruch, aber man darf ja mal träumen. Ansonsten müssen wir wohl mit dem gewohnt niedrigen journalistischen Anspruch im Sportteil dieses Mediums vorlieb nehmen.

    Den Bogen zum Islam habe ich noch vermisst. Es kann einfach nicht sein, dass man den SPORT, SPORT sein lässt!

  2. Wie jetzt? Sie verstehen, den absolut genialen, unglaublich intelligenten Humor der Zeit-Online-Sportredaktion nicht?

    "Verhasste Millionärsclubs, ... ein zynischer Triumph des fußballerischen Darwinismus..., Kim Jong Un..." blablabla.... Liebe Zeit-Online-Sportredaktion, Eure Sympathien sind uns längst bekannt und müssen nicht erneut dokumentiert werden. Wie wäre es aber, wenn Ihr Euch zwischendurch einmal einen fachlich fundierten Bericht zutrauen würdet? Sicher, ein vermessener Anspruch, aber man darf ja mal träumen. Ansonsten müssen wir wohl mit dem gewohnt niedrigen journalistischen Anspruch im Sportteil dieses Mediums vorlieb nehmen.

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    Antwort auf "Verstehe ich nicht!"
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    Ach, Fußball ist doch - wie man so schön sagt - die schönste Nebensache der Welt. Und hier gehts eben um die Nebensachen dieser Nebensache, wie beispielsweise den Algarve Cup - oder sieht jemand in dem Video Zuschauer?

    So war das hier doch schon immer, und so kann es auch gerne bleiben. Für sachlich fundiertes kann man doch andere Webseiten aufsuchen.

    Yeah, well, that's just, like, your opinion, man...

    SAGENHAFT!!! UNCHLAUBLICH!!!
    Der in jeder Hinsicht beste Bundesliga-Rückblick. Und das will was heißen, gerade weil diese Reihe schon seines gleichen sucht.

    Brillant getextet, mit fantastischer Leichtigkeit Gedankenspielereien angestoßen, voller passender satirischer Schärfe, Formulierungen von unglaublicher Wucht: „Derweil führte das konsensfähige Feindbild Hoffenheim die welpengleichen Fürther vor, die dauerüberforderten Sieger der Herzen, die Iren der Bundesliga.“! Made my day ;-))

    Wer über diesen Text nicht lachen kann, der verteufelt auch „Das Leben des Brian“ als Gotteslästerung.

    Aber solche Gestalten wie z:B. @Jesse Pinkman können einem nicht, sie müssen einem leidtun. Ein Leben in ewiger Tristesse.

    Chapeau Herr Jochheim!

  3. Ach, Fußball ist doch - wie man so schön sagt - die schönste Nebensache der Welt. Und hier gehts eben um die Nebensachen dieser Nebensache, wie beispielsweise den Algarve Cup - oder sieht jemand in dem Video Zuschauer?

    So war das hier doch schon immer, und so kann es auch gerne bleiben. Für sachlich fundiertes kann man doch andere Webseiten aufsuchen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf ""I have a dream...""
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    "Für sachlich fundiertes kann man doch andere Webseiten aufsuchen." Wie wahr, wie wahr, lieber Hampelman.

    Man muss sich auch nicht wundern, wenn man sich das Lieblingsbuch des Autors anschaut. Symbolhafteres könnte es nicht geben, für die Zeit-Online-Sportredaktion:

    "Gentlemen, wir leben am Abgrund. Die Unperfekten."

    Passt! Perfekt!

    Seien Sie nicht so verdammt humorlos, thelaw! Man MUSS das einfach lustig finden. Wir kapieren nur diesen Checkerhumor nicht, das ist unser Problem.

    Außerdem sollte man Verständnis dafür haben, dass Zeit-Online dem überwiegenden Teil der Leserschaft, der sich gestern in tiefster Trauer und Agonie befand, ob des Ergebnisses in Gelsenkirchen, zum Trost wieder ein Zuckerl anbieten muss.

  4. ...ist sie mächtig in die Hose gegangen. Kim Jong Un und FCB, Hoppenheim und Golfsburg in einem Atemzug mit diesem fetten Potentaten und Kriegstreiber zu nennen, an dessen Wurstfingern indirekt das Blut hunderttausender klebt, ist wirklich ein starkes Stück.

    Satire darf viel. Soll sie auch. Aber irgendwann ist mal Schluss. Das Rezept hier auf den Sportseiten von Zeit online scheint nur noch zu sein:

    1) Dortmund gewinnt (unerheblich, ob Liga, CL oder Benefizspiel gegen die F-Jugend von Castrop-Rauxel): Elogen anstimmen, "Klopp santo subito"-Forderungen und überhaupt das ganze Arsenal parteiischer Lobhudeleien auffahren.
    2) Bayern (ob nun gewonnen oder verloren): Das Böse in Reinkultur. Sind eh alle doof und Dortmund ist he viel besser
    3) Dortmund gewinnt nicht (egal gegen wen): Totschweigen, umdeuten, Bayern runterschreiben und unter aller Kanone beleidigen. Super.

    Wer genervte Ironie findet, hat recht und darf sie gern behalten.
    Und nochmal: Ich bin noch nicht mal Bayernfan!

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    Lieber Jotunsquid, Jesse Pinkman und hampelmann,

    Danke, dass Sie diese Diskussion angestoßen haben. Darauf hatte ich gehofft. Vorneweg: Dieser "Schocker" ist kein Selbstzweck. Dabei soll einem das Lachen im Halse stecken bleiben.

    Über Kim Jong Un zu lachen halte ich persönlich nicht nur für legitim, sondern geradezu für Bürgerpflicht. Was bleibt einem denn sonst außer Ohnmacht und Ekel angesichts dieses bizarren Regimes?

    Zum eigentlichen Streitpunkt: Natürlich ist es absurd, Diktatoren und Bundeslia-Clubs in einem Atemzug zu nennen. Darauf, dass die oft geschmähten "Plastik-Clubs" (und der Rekordmeister FCB) eben keine "Achse des Bösen" (wiederum ein absurder Begriff) sind, will ich hinaus:

    Mir ist wirklich unheimlich, wie konsens- und auch salonfähig das reflexartige Bashing dieser Vereine geworden ist – nämlich im Wortsinn längst "jenseits von Gut und Böse". Das ärgert mich maßlos, auch und gerade im Gegensatz zur positiven Stilisierung von Freiburg und Co., die niemandem weh tut.

  5. "Für sachlich fundiertes kann man doch andere Webseiten aufsuchen." Wie wahr, wie wahr, lieber Hampelman.

    Man muss sich auch nicht wundern, wenn man sich das Lieblingsbuch des Autors anschaut. Symbolhafteres könnte es nicht geben, für die Zeit-Online-Sportredaktion:

    "Gentlemen, wir leben am Abgrund. Die Unperfekten."

    Passt! Perfekt!

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    Antwort auf "Nebensachen"
    • thelaw
    • 11. März 2013 11:43 Uhr

    angemerkt, setzt bei der ZEIT den FC Bayern nicht mal mehr nur indirekt, sondern nun tatsächlich auch direkt mit dem Motiv des absolut Bösen, dem Imperium aus Star Wars, Sauron aus Herr der Ringe, Phat-Kimi aus Nord-Korea gleich. Mag man sich auch in den Mantel der Ironie hüllen, ist es dennoch bezeichnend.

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  6. Seien Sie nicht so verdammt humorlos, thelaw! Man MUSS das einfach lustig finden. Wir kapieren nur diesen Checkerhumor nicht, das ist unser Problem.

    Außerdem sollte man Verständnis dafür haben, dass Zeit-Online dem überwiegenden Teil der Leserschaft, der sich gestern in tiefster Trauer und Agonie befand, ob des Ergebnisses in Gelsenkirchen, zum Trost wieder ein Zuckerl anbieten muss.

    Antwort auf "Nebensachen"

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