Bayern-Sieg im PokalGomez genügen sechs Minuten zum Hattrick

Shaqiri überragte, Joker Gomez traf, traf, traf. Der FC Bayern besiegt den VfL Wolfsburg auch in dieser Höhe erwartet 6:1 und zieht ins Finale des DFB-Pokals ein.

Mario Gomez von Bayern München bejubelt sein Tor zum 5:1.

Mario Gomez von Bayern München bejubelt sein Tor zum 5:1.  |  © Marc Müller/dpa

Angeführt vom herausragenden Ribery-Ersatz Xherdan Shaqiri und dem Dreifachtorschützen Mario Gomez hat der FC Bayern sein erstes Endspiel erreicht. Eine Woche vor dem Halbfinalhinspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona bejubelten die Münchner im DFB-Pokal-Halbfinale einen beeindruckenden 6:1(2:1)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Dadurch steht der Vizemeister aus dem Vorjahr am 1. Juni im Berliner Olympiastadion zum 19. Mal im DFB-Pokalendspiel – und bleibt auf Erfolgskurs.

Shaqiri war Wegbereiter der Bayern-Tore von Mario Mandzukic (17. Minute), Arjen Robben (35.) und Mario Gomez (80.) und erzielte vor 71.000 Zuschauern das dritte Tor selbst (50.). Gomez setzte mit seinem zweiten und dritten Tor (83./86.) den Schlusspunkt. Nutzloser Lohn für das trotz einem halben Dutzend Gegentoren achtbare Auftreten der Wolfsburger war deren Tor durch Diego (45.). Münchens Gegner wird am Mittwoch zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg ermittelt.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes musste neben dem rot-gesperrten Franck Ribéry auch auf David Alaba verzichten. Der Österreicher meldete sich wenige Stunden vor dem Anpfiff wegen eines Magen-Darm-Infekts ab. Diego Contento rückte in die Startelf. Für Ribéry durfte Shaqiri im linken Flügel starten und zeigte einen tollen Auftritt. "Er hat sehr intelligent gespielt", sagte Heynckes.

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Vor dem 1:0 nahm Robben Shaqiris schönes Zuspiel auf, passte flach in den Strafraum und Mandzukic schoss ein. Schon in den Bundesligaspielen hatte der Kroate dreimal gegen seinen Exklub getroffen. Der Freude folgte ein Schreckmoment. Beim Zusammenprall nach dem Torschuss mit Alexander Madlung tat sich der Stürmer oberhalb des rechten Knies weh, konnte aber nach kurzer Behandlung weitermachen.

Kurz nach der Führung bot sich auch Wolfsburg eine Chance. Makoto Hasebe (22.) nahm eine Faustabwehr von Manuel Neuer auf, sein Schuss wurde aber noch von Dante geblockt. Die Bayern waren effektiver. Shaqiri lief einen Madlung-Fehlpass ab, bediente wieder Robben und der Holländer hatte keine Mühe, das 2:0 zu erzielen.

Ein Klassenunterschied war unverkennbar – und doch wurde es wieder spannend. Die Wolfsburger Chancen durch Naldo (38.) und Veirinha (43.) überstanden die Bayern unbeschadet, dann überraschte Diego Neuer mit einem Anschlusstreffer.

Der VfL durfte in der Halbzeitpause Hoffnung schöpfen. Im zweiten Durchgang jedoch schoss Shaqiri schnell das 3:1. Die Bayern ließen dann den Ball laufen und schlugen eiskalt zu. Joker Gomez hatte nach Pässen von Shaqiri und zweimal Schweinsteiger keine Mühe, zum Hattrick zu vollenden. Ihm genügten dazu sechs Minuten und sechs Ballkontakte.

"Ich denke, dass man das Spiel richtig bewerten muss. Wir haben uns lange sehr schwer getan. Der Gegentreffer hat uns aufgeweckt. In der zweiten Halbzeit haben wir die Fehler eiskalt ausgenutzt", sagte Heynckes. "Wir haben sehr gut gespielt. Wir haben es versucht. Das Ergebnis ist zu hoch. Das Spiel war kein 6:1", sagte Wolfsburgs Innenverteidiger Naldo.

Durch den Endspieleinzug der Bayern wurden noch zwei Fakten geschaffen. Der Sieger des zweiten Halbfinals qualifiziert sich für die Europa League – unabhängig vom Finalergebnis, da der FC Bayern als Meister in der Champions League antreten wird. Fest steht auch, dass Bundestrainer Joachim Löw auf seine acht Münchner Nationalspieler bei der USA-Reise verzichten muss. Das Pokalfinale kollidiert zeitlich mit den Testspielen gegen Ecuador (29. Mai) und die USA (2. Juni).

Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Contento - Javi Martínez, Schweinsteiger - Robben (74. Rafinha), Müller (63. Luiz Gustavo), Shaqiri - Mandzukic (77. Gomez)

VfL Wolfsburg: Benaglio - Fagner (61. Dost), Naldo, Madlung, Rodriguez - Medojevic, Polak (73. Träsch) - Hasebe, Diego, Vieirinha - Olic (73. Helmes)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)

Zuschauer: 71.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Mandzukic (17.), 2:0 Robben (35.), 2:1 Diego (45.), 3:1 Shaqiri (50.), 4:1 Gomez (80.), 5:1 Gomez (83.), 6:1 Gomez (86.)

Gelbe Karten: Schweinsteiger / Naldo, Polak

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Leserkommentare
    • xl
    • 16. April 2013 23:42 Uhr

    Das muss er jetzt aber sein, der Beginn der Bayern Krise ;)

    13 Leserempfehlungen
  1. Der Bundestrainer versucht, ohne Stossstürmer auszukommen und nimmt für seine Ideologie, dass die Abwehr im gegnerischen Strafraum beginnt, selbst Niederlagen in Kauf.

    Tja, junge Trainer müssen eben noch viel lernen. Und offenbar Heynckes heute auch.

    Eine Leserempfehlung
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    • xl
    • 17. April 2013 0:19 Uhr

    Äh und was genau musste Heynckes heute lernen? Das der Rest der Liga nicht mithalten kann? Das Wolfsburg trotz Stosstürmer verliert? Das Barcelona auch oft ohne Stosstürmer aufläuft? Das Wölfe die heulen nicht beissen? Und was hat das alles eigentlich mit Löw zu tun?? Ich bitte um Aufklärung.

    Zumindest ich als Zuschauer habe gelernt, dass Bayern selbst mit drei Stammkräften weniger noch nahezu unbesiegbar ist.

    Dass Gomez den Ball 3x am Torwart vorbeischieben kann, ohne dabei einen Fehler zu machen - Respekt. Aber von einem klassischen Stürmer kann man das auch erwarten. Die Tore gehören zu mindestens 50% jeweils Shaqiri und Schweinsteiger.

  2. und ferner eine blamable Vorstellung der VW-Elf; aber ich habe es auch nicht anders erwartet.

    Die Bayern-Dominanz nervt und wird hoffentlich naechste Woche zerschmettert :)

    5 Leserempfehlungen
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    Wolfsburg stellt sich damit nur in die nicht enden wollende Reihe derjenigen Mannschaften, die gegen den FC Bayern ihre schlechteste Saisonleistung abliefern. Gegen eine gute VW-Mannschaft hätte der Deutsche Meister in spe heute keine Chance gehabt!

    ... gehört doch immer wieder zu den süßesten Komplimenten. Danke, danke !

    Ihnen habe ich kein Kompliment gemacht; sondern den Bayern.

    • xl
    • 17. April 2013 0:19 Uhr

    Äh und was genau musste Heynckes heute lernen? Das der Rest der Liga nicht mithalten kann? Das Wolfsburg trotz Stosstürmer verliert? Das Barcelona auch oft ohne Stosstürmer aufläuft? Das Wölfe die heulen nicht beissen? Und was hat das alles eigentlich mit Löw zu tun?? Ich bitte um Aufklärung.

    5 Leserempfehlungen
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    • cb81
    • 17. April 2013 0:41 Uhr

    Naja, sie sollten vielleicht erstmal lernen, dass man einen Nebensatz mit "dass" (konjugation) einleitet und nicht mit "das", welches ein Pronomen oder Artikel darstellt. Auch wenn ihnen das oberlehrerhaft vorkommen mag, aber wenn sie sich auf zeit online äußern, sollten sie diese Grammatik, welche auf Grundschule-Niveau ist, beherrschen.

  3. Wolfsburg stellt sich damit nur in die nicht enden wollende Reihe derjenigen Mannschaften, die gegen den FC Bayern ihre schlechteste Saisonleistung abliefern. Gegen eine gute VW-Mannschaft hätte der Deutsche Meister in spe heute keine Chance gehabt!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "3 Tore zu hoch"
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    Hätte hätte Fahrradkette.

    die falsch rum in die Autobahn fahren, und sich dann beschweren,
    dass Ihnen alle entgegenkommen?
    Dann ist ja auch schon klar, was wir von Ihnen hören, wenn Barcelona auch verlieren sollte.-)

    Jede Mannschaft liefert gegen die Bayern ihre schlechteste Saisonleistung ab. Ohne dieses unerklärliche Glück stünden die Bayern abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz. So ihre Logik.

    Zur Realität:
    Die Wolfsburger haben, anders als das Ergebnis vermuten lässt, heute eine durchaus ansprechende Leistung abgeliefert. Man störte geschickt das münchener Aufbauspiel , indem Dante und Lahm zugestellt und die Bayern gezwungen wurden, den Spielaufbau über den damit überforderten Van Buyten laufen zu lassen. Hinten ließ man, ohne sich dafür komplett reinstellen zu müssen, wenig zu, vorne verließ man sich auf die individuelle Klasse Diegos und Vorstöße auf der rechten Seite gegen den Schwachpunkt der bayerischen Mannschaft, Diego Contento. Die Taktik ging durchaus auf. Vorne ergaben sich immer wieder Gelegenheiten, wobei allerdings die letzte Konsequenz fehlte, hinten ließ man so wenig Torschüsse zu wie kaum eine Mannschaft, die in dieser Saison in der AA zu Gast war.
    Es sagt sehr viel über das Spiel aus, dass 5 der 6 münchener Tore aus Kontern resultierten. Die Bayern gnadenlos effektiv und nutzten die wenigen Chancen, die sich ergaben, eiskalt aus, sodass die Wolfsburger gezwungen waren, aufzumachen. In Folge ergaben sich gute Konterchancen für die Münchener, und Mario Gomez schraubte das Ergebnis innerhalb von 6 Minuten auf 6:1, was in der Höhe aber völlig unverdient war.

  4. Weiter so, mehr davon . Superbayern Superbayern hey Hey .. :D

    4 Leserempfehlungen
  5. 7. Hätte

    Hätte hätte Fahrradkette.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Einreihung."
  6. die Junx wollen doch nur spielen.-)

    Die Leistung der Wolfsburger war alles andere als blamabel.
    Die Bayern Verantwortlichen sollten den Wolfsburgern eine Kiste Weissbier und Bratwürste schenken, haben die Wölfe doch aufgezeigt, wie man gegen Barcelona besser nicht spielen sollte...
    zumindest in den ersten 60 Minuten!

    Sammer hat das wohl bemerkt und die Halbzeitansprache von Heinkess war insofern auch deutlich!
    Egal soweit, die Bayern haben auf jedenfall mal Ansprüche auf den DFB Pokal angemeldet-und Gomez hat Selbstvertrauen getankt.
    Alles gut!

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Mario Gomez | Arjen Robben | Manuel Neuer | Bundesliga | Fußball | Jupp Heynckes
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