Simon Rolfes köpft das 1:0 gegen Schalke während Ciprian Marica verletzt auf dem Rasen liegt. © Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

SC Freiburg – Hannover 96 3:1
Bayern München – 1. FC Nürnberg 4:0
VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim 2:2
1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV 1:2
SpVgg Greuther Fürth – Borussia Dortmund 1:6
Fortuna Düsseldorf – Werder Bremen 2:2
FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen 2:2
VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach 2:0
FC Augsburg – Eintracht Frankfurt 2:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Schalke gegen Leverkusen, denn Platz drei ist der neue Platz eins. Dazu stand im direkten Duell um diese 1-B-Meisterschaft der fußballerische Anstand zur Debatte. Es geschah in Minute 39: Ein Schalker Spieler, Ciprian Marica, lag am Kopf verletzt auf dem Rasen und krümmte sich. Der Schiedsrichter ignorierte es. Die Leverkusener ebenso, Flanke, Kopfball, Tor: 1:0 durch Simon Rolfes. Doof für Schalke, da sie unverschuldet in Unterzahl spielten, als das Tor fiel. Normalerweise läuft es anders: Wenn ein Spieler schwer verletzt ist, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel oder das gegnerische Team spielt den Ball ins Aus – Fairplay nennt sich das. Doch die Leverkusener dachten gar nicht dran. Pfeif auf die Moral, Hauptsache Tor! Die Schalker Fans pfiffen, tobten. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler sagte: "Meine Spieler haben alles richtig gemacht." Die Frage nach der Moral stellte sich für ihn nicht. Denn: Bundeligaspiele würden eh zu oft unterbrochen, "nur weil jemand mal was am kleinen Zeh hat", sagte Völler.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die Auftritte der Champions-League-Superhelden. Es war ja fast wie eine selbsterfüllende Prophezeiung: Erst ziehen Dortmund und Bayern ins Halbfinale der Königsklasse ein, danach schreiben die kundigsten Journalisten, die Bundesliga sei nun wirklich zum Weggucken, und dann siegen beide so hoch wie verdient. Spannend wie ein Glas mit Wasser, ohne Kohlensäure. In Fürth, wo der BVB die Spielvereinigung vorführte, war es so eintönig, dass selbst der Star der Manege eine halbe Stunde vor Spielende ging. José Mourinho war gekommen, um den BVB zu sehen. Nach fünf Toren hatte er genug und zog nach Spanien.

Wer stand im Blickpunkt?

Christian Streich, er einzige Fußballphilosoph, der dieser Tage in der Bundesliga noch zu finden ist, neben Peter Neururer. Die Badische Zeitung hat ihm diesen Titel gegeben und veröffentlicht deshalb jede Woche einen "Streich der Woche" in Videoform. Die Produktion ist denkbar einfach: Kamera an, Streich reden lassen, fertig. Selbst die öden wöchentlichen Pressekonferenzen vor Bundesligaspielen werden durch die Auftritte des Trainers zum Amüsement. Lustig meint der Fleischersohn es jedoch nicht immer. Vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch hat er einen Konflikt mit seinem Manager, Dirk Dufner, losgetreten. Streich ist sauer, weil seine Spieler, wie etwa Jan Rosenthal, Max Kruse und wohl Daniel Caligiuri, Johannes Flum, nach der Saison den Verein verlassen werden. Er hatte gesagt, die Fußballer würden "von ihren Beratern wie auf dem Viehmarkt" angeboten. Die Kritik an Dufner: Weil der Manager Ausstiegsklauseln in den Verträgen der Spieler zugelassen habe, werde die erfolgreiche Mannschaft in der Sommerpause auseinander brechen. Aber bevor das passiert, werden noch mindestens fünf Spiele ausgetragen und Christian Streich sicher noch einige Weisheiten verbreiten, wie diese: