Hannover 96 – VfB Stuttgart 0:0

Hannover 96 hat wichtige Punkte auf dem Weg zur dritten Europapokal-Teilnahme nacheinander liegen lassen. In einer bestenfalls mäßigen Partie zum Abschluss des 28. Spieltages kamen die Niedersachsen nur zur einem torlosen Unentschieden gegen den VfB Stuttgart. Auf beiden Seiten dominierte die Defensive gegen harm- und mutlose Angriffsreihen. Bezeichnend für die Partie: Schiedsrichter Christian Dingert musste nicht einmal Gelb zeigen.

"Die Mannschaften haben sich gegenseitig neutralisiert", analysierte 96-Coach Mirko Slomka die Begegnung. "Wir hatten zu viele technische Fehler." Auch sein VfB-Kollege Bruno Labbadia wusste nicht so recht etwas mit der Partie anzufangen: "Es war ein eigenartiges Spiel." 96-Kapitän Steven Cherundolo versuchte noch, das Positive an der müden Nullnummer zu finden: "Ohne Gegentor zu bleiben, ist für uns wichtig. So lange wir zu null spielen, holen wir Punkte."

Mit dem Punkt im Duell in Hannover konnten die Stuttgarter besser leben als die Gastgeber. Die Niedersachsen (38 Punkte) haben nun vier Zähler Rückstand auf den Europapokal-Rang sechs und sind Neunter, der VfB (33) vergrößerte als Tabellen-Dreizehnter seinen Abstand zum Relegationsplatz auf neun Punkte. Die Europapokal-Teilnahme wollen die Stuttgarter über den DFB-Pokal erreichen.

Mehr Aufreger als auf dem Platz gab es rund um den Verein Hannover 96. Sportchef Schmadtke musste abermals Gerüchte um einen Rücktritt zum Saisonende zurückweisen. Die Bild-Zeitung hatte berichtet, dass sich der 49-Jährige wegen der schon lange anhaltenden Querelen mit Slomka aus Hannover verabschieden wolle. "Ich bin voll in der Planung für die neue Saison", sagte Schmadtke dem TV-Sender Sky. Gegenspieler Slomka zeigte sich über die neuerlichen Spekulationen überrascht: "Ich weiß von nichts. Ich gehe davon aus, dass wir auch in der nächsten Saison zusammenarbeiten."

Während der ersten Halbzeit wurde Clubchef Martin Kind zudem von einigen 96-Ultras mit Schmähgesängen bedacht. Kind liegt mit den Hardcore-Fans seit längerem im Clinch, weil er diese nach umstrittenen Aktionen immer wieder kritisiert hatte.

Auf dem Spielfeld war von ähnlicher Leidenschaft nicht viel zu sehen. Dabei hatte Slomka im Vergleich zum erfolgreichen, aber ebenfalls schwachen Auftritt beim FC Augsburg sein Team auf fünf Positionen umgestellt. So kam auch Kapitän Steven Cherundolo nach einer Verletzung erstmals in der Rückrunde zum Einsatz. Er gab immerhin seiner Abwehr Sicherheit. Impulse nach vorn setzte er aber auch nicht.

Der VfB Stuttgart hatte kaum Mühe, die Partie gegen die einfallslosen Gastgeber zu kontrollieren. Doch auch selbst fielen die Schwaben nicht sonderlich mit Drang nach vorn auf. Die Folge: Torraumszenen oder gar Chancen waren Mangelware.

Auch nach der Pause veränderte sich das Bild nicht. Beide Mannschaften warteten auf Konter-Möglichkeiten aus der sicheren Defensive. Spielerisch lief indes gar nichts. Shinji Okazaki hatte für den VfB in der 52. Minute die erste Torchance im Spiel, doch sein Schuss aus 16 Metern war zu schwach. Sieben Minuten später traf Hannovers da Silva Pinto nur das Außennetz. In der Schlussphase bemühte sich Hannover etwas mehr um einen Torerfolg – es blieb aber beim Bemühen.

Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Djourou (51. Haggui), Schulz, Pocognoli - Hoffmann, da Silva Pinto (78. Schlaudraff) - Sakai (62. Abdellaoue), Rausch - Ya Konan, Diouf

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Rüdiger, Molinaro - Gentner, Boka - Okazaki (67. Kvist), Maxim, Traoré (79. Macheda) - Ibisevic

Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 46.000

Gelbe Karten: - / -

Beste Spieler: Schulz, Pocognoli / Sakai, Tasci