Bundesliga : Fürth gewinnt Franken-Derby

Fürth gewinnt das Derby in Nürnberg. Der VfB Stuttgart vermiest Freiburg die Chancen auf den Europapokal. Wolfsburg verschlimmert Bremens Krise. Die Spielberichte
Der Trainer von SpVgg Greuter Fürth Trainer Frank Kramer (r.) © Lennart Preiss/Bongarts/Getty Images

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther Fürth 0:1 (0:1)

Mit einem Sieg beim Lokalrivalen 1. FC Nürnberg hat sich die SpVgg Greuther Fürth den bevorstehenden Abstieg aus der Fußball-Bundesliga ein wenig versüßt. Der abgeschlagene Tabellen-Letzte gewann das 256. Franken-Derby mit 1:0 und fügte Nürnberg damit die erste Heimniederlage seit sieben Monaten zu. Nach diesem Rückschlag dürften sich auch die Nürnberger Europa-League-Hoffnungen endgültig erledigt haben. Das Tor von Johannes Geis (27.) bescherte den Fürthern den ersten Sieg seit Februar und insgesamt den dritten Erfolg im 30. Spiel.

Die auf vier Positionen veränderten Fürther zeigten sich gut erholt von der 1:6-Niederlage gegen Dortmund am Wochenende zuvor. Trainer Frank Kramer hatte seine Profis aufgerufen, alle Kräfte für einen Sieg im Derby zu mobilisieren und von einer Charakterfrage gesprochen.

Zwar dauerte es nach einer hektischen Anfangsphase mit vielen Fouls mehr als 25 Minuten bis zum ersten Höhepunkt im Spiel, doch der hatte es gleich in sich: Dem neu ins Team gerückten Geis gelang mit einem Linksschuss aus 25 Metern ins obere Eck sein erstes Bundesligator. Nur drei Minuten später versuchte es der erst 19 Jahre alte Mittelfeldspieler mit dem rechten Fuß erneut aus der Distanz. Sein direkter Freistoß flog nur knapp am Pfosten vorbei.

Die Nürnberger hatten eine Woche nach der 0:4-Pleite beim FC Bayern München anfangs zwar Vorteile, waren aber meist nur nach ruhenden Bällen torgefährlich. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte hatte Hanno Balitsch, seinen Kopfball-Aufsetzer nach Eckball von Hiroshi Kiyotake lenkte Torhüter Wolfgang Hesl gerade noch um den Pfosten (36.).

Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Nürnbergs Abwehrspieler Timm Klose vom Platz und fasste sich an den Kopf. Der Schweizer litt nach Vereinsangaben unter den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung, die er in München erlitten hatte. Timothy Chandler blieb zur Pause wegen zwei Blutergüssen in der Kabine.

Trotzdem hatten die Nürnberger nach dem Wiederanpfiff mehr von der Partie, zunächst aber keine Chancen. Erst nach knapp einer Stunde scheiterte Kiyotake mit einem Flachschuss an Hesl, zwei Minuten später hatte Balitsch Pech. Nach seinem Kopfball sprang der Ball von der Lattenunterkante auf die Torlinie, von dort noch einmal zurück an den Querbalken und dann zurück ins Feld.

Die Gäste verteidigten ihren Vorsprung zäh, offensiv trauten sie sich nicht mehr viel zu. Vor allem auf Hesl blieb Verlass, auch gegen Per Nilsson (79.) war der Torhüter wiederum nach einem Eckball zur Stelle. Der eingewechselte Mike Frantz schoss am langen Eck vorbei (84.) und vergab das mögliche 1:1 für die Nürnberger. Am Ende parierte Hesl noch gegen Alexander Esswein (90.).

1. FC Nürnberg: Schäfer - Balitsch, Nilsson, Klose (45. Dabanli), Plattenhardt - Simons (75. Frantz) - Chandler (46. Mak), Kiyotake, Feulner, Esswein - Pekhart

SpVgg Greuther Fürth: Hesl - Nehrig (61. Zimmermann), Mavraj, Kleine, Baba - Fürstner, Prib - Geis, Klaus, Park (61. Azemi) - Djurdjic (83. Sobiech)

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 50.000

Tor: 0:1 Geis (27.)

Gelbe Karten: Feulner (2), Nilsson (5), Plattenhardt (3), Simons (4) / Fürstner (7), Geis (2), Klaus (2), Kleine (6), Park (1)

Beste Spieler: Mak, Balitsch / Geis, Mavraj 

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Europa wäre für Gladbach nur ein Zufall

...irgendwie hat man sich in diesem Jahr ins obere Tabellenfeld gestolpert. Keiner weiß so recht, wie das gehen konnte...so miserabel wie die Mannschaft spielt.

Der Zusammenbruch der Mannschaft nach den Abgängen im letzten Jahr ist auf dem Spielfeld offensichtlich, nur in der Tabelle reibt man sich noch überrascht die Augen.