Bundesliga-VorschauHeynckes' Rückkehr an die Stätte der größten Schmach

Franz Beckenbauer beleidigt einen stolzen Italiener, Frankreichs Profis fürchten um Millionen, und Bayerns Trainer wird in Frankfurt ausgepfiffen. Alles zum 28. Spieltag von 

Jupp Heynckes als Coach von Eintracht Frankfurt während des Spiels gegen Bayern München im Oktober 1994

Jupp Heynckes als Coach von Eintracht Frankfurt während des Spiels gegen Bayern München im Oktober 1994  |  © Michael Kunkel/Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Hoffenheim - Fortuna Düsseldorf (Freitag, 20:30 Uhr)
Borussia Dortmund - FC Augsburg
Borussia M'gladbach - SpVgg Greuther Fürth
Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg
Werder Bremen - FC Schalke 04
Eintracht Frankfurt - Bayern München (alle Samstag, 15.30 Uhr)
Hamburger SV - SC Freiburg (Samstag, 18.30)
1. FC Nürnberg - 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30)
Hannover 96 - VfB Stuttgart (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Bayern. Phänologisch betrachtet ist ja längst Frühling. Vorfrühling. Die ersten Schneeglöckchen florieren, die letzten Schneemänner sterben. Bald startet der Erstfrühling, Stachel- und Johannisbeeren werden uns blühen. Im Vollfrühling dann Flieder und so. Glauben Sie nicht mehr? Ist so sicher wie Bayerns nahende x-te Bundesligameisterschaft. Gewinnen sie in Frankfurt oder verliert der BVB, ist’s schon an diesem Vorfrühlingssamstag so weit. Interessanter ist da Franz Beckenbauer. Der 67-Jährige blüht allein kraft seiner Worte, zuletzt in der Halbzeitpause des Champions-League-Spiels gegen Juventus Turin. "Das waren ja ungefähr 120 Meter", sagte Beckenbauer zum 1:0 der Bayern, bescheinigte Juves Torwart "Altherrenmanier“ und löste damit südlich der Alpen einen Schneesturm aus. Gianluigi Buffon ist zwar 35 Jahre alt, aber immer noch ein stolzer Italiener. Die werden nie älter, nur schöner. Nach Beckenbauers Rentnervergleich empörten sich italienische Sportzeitungen. Buffon erlebt ja gerade (dieses Champions-League-Spiel mal ausgenommen) den dritten Frühling seiner Karriere. Ein Satiremagazin schenkte ihm Opa-Pantoffeln, eine wärmende Decke und den "Goldenen Ameisenbären". Das ist ein Award für den größten Pechvogel. Haben wir Sie mit dieser Anekdote vom aktuellen Wetter abgelenkt? Sehr gut, Vorfreude auf den Vollfrühling ist wichtig, er kommt ja. Trösten Sie sich solange mit Fußball. Oder hören Sie hin: 

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hoffenheim gegen Düsseldorf. Denn irgendwann ist auch genug über den Hopp-Verein gelacht. Nach der Chaoswoche in Hoffenheim wird das erste Spiel des neuen Cheftrainers sogleich eines der wichtigeren. Düsseldorf, Tabellenfünftzehnter, hätte nach einem Heimsieg der Hoffenheimer nur noch sechs Punkte Vorsprung, Augsburg nach einer Niederlage in Dortmund noch einen Punkt mehr. Beides wäre an den restlichen fünf Spieltagen aufzuholen, ohne Witz. Aber einen haben wir doch noch:

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Wer steht im Blickpunkt?

Jupp Heynckes, weil Bayerns Trainer seine wohl perfekteste aller 34 Bundesligaspielzeiten am Samstag mit seiner siebten Meisterschaft krönen könnte. Und das ausgerechnet am Ort seiner größten Niederlage. Eintracht Frankfurt engagierte Heynckes vor 18 Jahren, um mit ihm im Uefa-Cup zu spielen, mindestens. Doch nach nur neun Monaten warf der Trainer sich quasi selbst raus. "Die Eintracht und ich, wir passen nicht zueinander", sagte er damals. Vor allem waren wohl die Starspieler der Eintracht gemeint. Jay-Jay Okocha, Maurizio Gaudino und der Torschützenkönig Anthony Yeboah konnten mit Heynckes' strenger Art nichts anfangen, boykottierten eine Trainingseinheit und ein Bundesligaspiel. Heynckes suspendierte die drei und läutete damit eine lange erfolglose Zeit ein. In der folgenden Spielzeit stieg die Eintracht erstmals in ihrer Geschichte ab. Die nicht mehr ganz jungen Fans aus Frankfurt könnten sich am Wochenende pfeifend daran erinnern.

Leserkommentare
  1. Mit 35 ist ein torwart noch jung,Dino Zoff wurde weltmeister mit Italien mit 40,wenn man von rentener spricht sollte der gute sich selber anschauen,und sich selber ne wärme flasche ins bett legen.
    Die arroganz der Bayer ist nicht zu übertreffen,nur weil die ein spiel gewonnen haben.

    Eine Leserempfehlung
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    ...ist der Franz jetzt ungefähr 67. Man kann`s kaum glauben: Andere sehen so mit 81 aus.

  2. wenn man staendig von Minderwertigkeitskomplexen geritten wird.

    2 Leserempfehlungen
  3. empfehlen, ihren Arbeitsbereich zu erweitern. Es muss doch möglich sein (meinetwegen durch 100 Kameras und natürlich nur bei Spielen, wo "Millionen Tränen und Euro" auf dem Spiel stehen), den Platz so zu überwachen, dass es keine Fehlentscheidungen mehr bei der Anwendung der Abseitsregel gibt. Hier ist die Fehlerquote doch wesentlich höher als bei der Frage Tor oder nicht Tor. Nicht jede Abseitsstellung ist so deutlich wie beim Tor von Ibrahimovic gegen Barca und selbst hier hat das Schiedsrichtergespann versagt.

    Also: Vielleicht Goal+OffsideControl?

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    Die "OffsideControl" braucht in meinen Augen kein Mensch. Und wenn man sich mal nicht so viel über die 0,5 mm "falschen" Abseitsentscheidungen aufregte, dann könnte man sich auch wirklich über die richtig krassen Fehlentscheidungen aufregen – wie Ibrahimovic, der ein bis zwei Meter im Abseits steht. So hat man aber schon so oft Wolf geschrieen, dass es irgendwie überhaupt kein Thema mehr ist.

    Ich finde aber die meisten Entscheidungen so knapp und die Schiedsrichter liegen oft genug richtig, als das man sich solche Diskussionen ja nun sparen kann.

  4. ...ist der Franz jetzt ungefähr 67. Man kann`s kaum glauben: Andere sehen so mit 81 aus.

  5. Die "OffsideControl" braucht in meinen Augen kein Mensch. Und wenn man sich mal nicht so viel über die 0,5 mm "falschen" Abseitsentscheidungen aufregte, dann könnte man sich auch wirklich über die richtig krassen Fehlentscheidungen aufregen – wie Ibrahimovic, der ein bis zwei Meter im Abseits steht. So hat man aber schon so oft Wolf geschrieen, dass es irgendwie überhaupt kein Thema mehr ist.

    Ich finde aber die meisten Entscheidungen so knapp und die Schiedsrichter liegen oft genug richtig, als das man sich solche Diskussionen ja nun sparen kann.

  6. Freier Autor

    ... "der Ort seiner größten Niederlage"? Heynckes ist doch aus dieser Eintracht-Sache glänzend rausgekommen und gilt heute als Gentleman und Grandseigneur im deutschen Fußball.
    Dass dieser Vollhorst in wenigen Monaten eine große Mannschaft heruntergewirtschaftet und demotiviert hat, und zwar auf eine Art und Weise, von der sich der Verein psychisch bis heute nicht erholt hat, vollkommen grund- und sinnlos noch dazu, kommt doch heute in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht mehr vor. Der Verlierer war Eintracht Frankfurt.
    Wie gesagt: Wir, "die nicht mehr ganz jungen Fans", erinnern uns daran. Wir vergessen es nicht. Und die ganz jungen Fans erinnern wir gerne daran.

    2 Leserempfehlungen
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    ...und das aaaarme Frankfurt hat sich psychisch immer noch nicht erholt? Dann ist wohl weniger der Ex-Trainer schuld und das Problem liegt tiefer. Das war eben eine Aussage aus der Güteklasse "schwere Kindheit". Herrgott, 18 Jahre sind rund zwei Spielergenerationen. Lassen Sie doch einfach die Kirch E im Dorf. Und eine wunderbar sachliche Wortwahl kommt dazu. Auch und gerade als freier Zeit-Autor sollte man vielleicht von derartigen Pöbeleien Abstand nehmen. Fan hin oder her. Hier wurden schon Beiträge aus weit geringeren Gründen zens...pardon...editiert.

    Wenn das *der Haffenloher*, Gott hab ihn seelig, noch lesen könnte .-)

    Vollhorst!
    Da ist Ihnen aber einer entglitten?

  7. ...und das aaaarme Frankfurt hat sich psychisch immer noch nicht erholt? Dann ist wohl weniger der Ex-Trainer schuld und das Problem liegt tiefer. Das war eben eine Aussage aus der Güteklasse "schwere Kindheit". Herrgott, 18 Jahre sind rund zwei Spielergenerationen. Lassen Sie doch einfach die Kirch E im Dorf. Und eine wunderbar sachliche Wortwahl kommt dazu. Auch und gerade als freier Zeit-Autor sollte man vielleicht von derartigen Pöbeleien Abstand nehmen. Fan hin oder her. Hier wurden schon Beiträge aus weit geringeren Gründen zens...pardon...editiert.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Warum denn..."
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    Freier Autor

    ... kann ich nur Karl "Baba" Hesselbach zitieren: "Die Wahrheit ist immer die schlimmste aller Beleidigungen".
    Und: Auch als freier Mitarbeiter der "Zeit" bin ich ja kein besserer Mensch, sondern muss all meine Traumata und Affekte trotzdem mit mir herumschleppen. :-)

  8. Wenn das *der Haffenloher*, Gott hab ihn seelig, noch lesen könnte .-)

    Vollhorst!
    Da ist Ihnen aber einer entglitten?

    Antwort auf "Warum denn..."

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