Fußball-WeltverbandFifa entlastet Blatter von Korruptionsvorwurf

Eine Fifa-Ethikkommission hat Präsident Blatter vom Vorwurf der Bestechlichkeit entlastet. Anders ging das Prüfverfahren bei seinem Vorgänger João Havelange aus.

FIFA President Sepp Blatter auf einem FIFA-Kongress in Zürich im April 2013.

FIFA President Sepp Blatter auf einem FIFA-Kongress in Zürich im April 2013.  |  © Arnd Wiegmann/Reuters

Eine Ethikkommission des Fußballweltverbandes Fifa hat Verbandspräsident Joseph Blatter vom Korruptionsverdacht freigesprochen. Bei Blatters Vorgänger João Havelange sowie dessen Schwiegersohn Ricardo Teixeira und Nicolás Leoz sah es die Kommission dagegen als bestätigt an, dass sie Geld von der mittlerweile bankrotten Vermarktungsagentur ISL bekommen hatten, "ohne dass erkennbar ist, dass sie in irgendeiner Form eine Gegenleistung erbracht haben".  Havelange trat von seinem Amt als Ehrenvorsitzender zurück. Er kam damit einer drohenden Aberkennung zuvor.

Die Ethikkommission hatte sich mit Bestechungsvorwürfen um die Vermarktungsagentur ISL befasst. Mit Geldern der ISL waren in den 1990er-Jahren führende Funktionäre der Fifa mit Hunderten Millionen Euro geschmiert worden. 

Anzeige

Die Ethikkommission stellte bei Blatter keine Verstöße gegen Ethikregeln fest. Es gebe keine Hinweise, dass Blatter Provisionszahlungen erhalten habe, hieß es in einem Abschlussbericht. Allerdings habe sich Blatter ungeschickt verhalten. Es sei kritisch zu hinterfragen, ob Blatter von den Schmiergeldzahlungen gewusst habe und davon hätte wissen müssen. Blatter reagierte erleichtert. "Ich stelle mit Zufriedenheit fest, dass in diesem Bericht bestätigt wird, dass 'das Verhalten von Präsident Blatter unter keinerlei Fehlverhalten von Ethikregeln fallen konnte'", sagte er.

Havelange war von 1974 bis 1998 Präsident der Fifa. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte er bereits am 18. April sein Amt als Ehrenpräsident niedergelegt. Der Weltverband wollte auf einem Kongress Ende Mai über seine Absetzung entscheiden.

Havelange erhielt von der ISL mindestens 1,2 Millionen Euro. Er gilt als Ziehvater seines Nachfolgers Blatter. Doch auch Blatter hatte sich zuletzt für eine Aberkennung von Havelanges Ehrenpräsidentschaft ausgesprochen.

Der 77-jährige Blatter ist seit 1998 Präsident der Fifa, seine nunmehr vierte Amtszeit geht bis 2015. Wegen Unregelmäßigkeiten etwa bei der Vergabe von Weltmeisterschaften stehen Blatter und die Fifa immer wieder in der Kritik.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Havelange entlasted Blatter, und der wiederum Havelange (Ironie aus)

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Burts
    • 01. Mai 2013 19:14 Uhr

    wie Blatter bescheinigt sich selbst nicht korrupt zu sein.

    • TDU
    • 30. April 2013 14:38 Uhr

    Zit.: sah es die Kommission dagegen als bestätigt an, dass sie Geld von der mittlerweile bankrotten Vermarktungsagentur ISL bekommen hatten, "ohne dass erkennbar ist, dass sie in irgendeiner Form eine Gegenleistung erbracht haben"."

    Ob manche Leistung nicht doch zu hoch ausgefallen ist wurde nicht geprüft? Jedenfalls hat die Kommission entschieden und Gegenteiliges wurde behauptet aberbis jetz scheinbar nicht beweisen. Und "alles Lüge" kann man imme behaupten.

    • Oakham
    • 30. April 2013 14:50 Uhr

    Brecht hätte seine wahre Freude daran gehabt: Die Fifa entpuppt sich als wahrer Kongress der Weißwäscher. "Don Korrupti" steigt sauber empor.

    Eine Leserempfehlung
  2. Das ist ungefähr genauso glaubwürdig, wie wenn die Katholische Kirche ihre Priester vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freispricht.

    Wenn das das Rechtsverständnis der Fifa ist, spreche ich mir selbst auch ein tadelloses Zeugnis aus. (nie gelogen, nie geklaut, nie gekifft und nie leicht angetrunken Auto gefahren, etc...)
    Das kann dann auch jeder andere ebenso für sich selbst...prima oder

    2 Leserempfehlungen
    • bvdl
    • 30. April 2013 15:03 Uhr

    Kann das wahr sein? Wie kann eine derartige Korruption in einer grossen, internationalen Organisation geduldet werden? Was zum Henker tun wir Deutschen bzw. unsere Verbandsvertreter denn dagegen????

  3. 6. Haha!

    Das ist echt lächerlich. Die FIFA spricht sich selbst frei. Das kann ich auch. Ich möchte bitte mein eigener Richter sein, falls ich jemals vor Gericht stehen sollte. Danke.

    Eine Leserempfehlung
  4. das ist ja eine Lachnummer ....

    Eine Leserempfehlung
  5. 8. […]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unterstellende Äußerungen. Danke, die Redaktion/jp

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ce
  • Schlagworte Joseph Blatter | Fifa | Weltmeisterschaft | Ethikkommission | Ricardo Teixeira | Präsident
Service