BundesligaHoffenheim feuert Trainer Kurz und Manager Müller

Der Tabellenvorletzte der Bundesliga hat sich von Trainer und Manager getrennt. Markus Gisdol soll als neuer Trainer in Hoffenheim den Neuaufbau schaffen.

Aus in Hoffenheim: Manager Andreas Müller (links) und Trainer Marco Kurz.

Aus in Hoffenheim: Manager Andreas Müller (links) und Trainer Marco Kurz.

Der vom Abstieg bedrohte Bundesligist TSG Hoffenheim hat Trainer Marco Kurz und Manager Andreas Müller entlassen. Das teilte der Verein mit und bestätigte auch eine weitere Personalie: Nachfolger als Coach wird Markus Gisdol.

Der 43-jährige Gisdol trainierte von 2009 bis 2011 die zweite Mannschaft in Hoffenheim und war bis Dezember 2012 Assistent von Huub Stevens bei Schalke 04. Der Verein sprach von einem Neuaufbau, den Gisdol "über die laufende Saison hinaus" leisten soll.

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Auch für Manager Müller soll es Medienberichten zufolge bereits einen Nachfolger geben. Genannt wurde der Name Alexander Rosen. Der frühere Junioren-Nationalspieler leitete bislang das Nachwuchsleistungszentrum der TSG, die diese Personalie aber bislang nicht bestätigt hat.

Keine Siege und Ärger mit Wiese

Bei Hoffenheim gibt es nun den fünften Trainerwechsel innerhalb von 27 Monaten. Kurz – in der vergangenen Saison war er beim späteren Absteiger 1. FC Kaiserslautern gescheitert – war erst kurz nach der Winterpause verpflichtet worden. Doch auch der frühere Bundesliga-Profi konnte im Breisgau keine Wende zum Positiven herbeiführen. Die TSG steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz und kommt nach 27 Spieltagen auf lediglich 20 Punkte. Am Wochenende hatte der Verein 0:3 auf Schalke verloren.

Auch Manager Müller brachte dem Verein nicht den erhofften Erfolg. Zwar durfte er zur Rückrunde gleich sechs neue Spieler für mehr als 12 Millionen Euro holen. In die Stammelf schafften es aber nur der brasilianische Torhüter Heurelho Gomes (Tottenham Hotspur) und Innenverteidiger David Abraham (FC Getafe).

Zudem hatte sich der Manager immer wieder mit dem Fall um Torwart Tim Wiese herumschlagen müssen. Der Ex-Nationaltorwart sorgte regelmäßig für Negativ-Schlagzeilen, darf nach seiner zwischenzeitlichen Suspendierung aber seit dem Wochenende wieder mit der Mannschaft trainieren.

 
Leser-Kommentare
    • Sputak
    • 02.04.2013 um 10:21 Uhr

    Im Prinzip freue ich mich darüber, wenn der Verein absteigt und Platz für einen traditionellen Verein macht. Aber dass es so schlecht läuft, ist kein Wunder. Die Entscheidungen, die getroffen wurde, sind teilweise haarsträubend und nicht nur die dilettantische Vorgehensweise im Fall Wiese.
    Dass Marco Kurz gefeuert wurde, erklärt sich von selbst, den hätte ich als Trainer niemals eingestellt. Aber die Entlassung oder eher Beurlaubung?! von Andreas Müller ist tiefgründiger:
    Seine Auftritte in Sendungen wie den "Doppelpass" waren alles andere als souverän und seriös. Das hat mit seiner "Wutrede" begonnen, in der er bereits unseriös über den eigenen Arbeitgeber (Auch wenn dies auf die Vergangenheit bezogen war) hergefallen ist. Es ist auch kein guter Stil so schlecht über die Vorgänger abzulassen.
    Ein sportlich und organisatorisch schlecht geführter Verein hat einen noch schlechteren Manager entlassen..
    Herzlichen Glückwunsch.

    2 Leser-Empfehlungen
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    nur kann ich Ihre Schadensfreude nicht nachvollziehen. Was hier aufgebaut wurde war aller Ehre Wert. Nur was in den letzten zwei Jahren gelaufen ist, da gebe ich Ihnen recht, war nicht das gelbe vom Ei! Hier hatte Herr Hopp wohl die völlig falschen Berater, wenn er sich denn welchen geholt hat!!!

    nur kann ich Ihre Schadensfreude nicht nachvollziehen. Was hier aufgebaut wurde war aller Ehre Wert. Nur was in den letzten zwei Jahren gelaufen ist, da gebe ich Ihnen recht, war nicht das gelbe vom Ei! Hier hatte Herr Hopp wohl die völlig falschen Berater, wenn er sich denn welchen geholt hat!!!

  1. Ob sich der Verein in dieser Situation nun einen Gefallen tut, wenn er das gesamte Führungspersonal austauscht, ist doch sehr zu bezweifeln! Bisher hat der Verein und seine Entwicklung fast nur Bewunderung und zum Teil aber auch Skepsis hervorgerufen. Nun ist man aber dabei, alles was man sich mühevoll und mit viel Arrangement aufgebaut hat, wieder zu zerstören. Sehr, sehr schade!!!!

  2. nur kann ich Ihre Schadensfreude nicht nachvollziehen. Was hier aufgebaut wurde war aller Ehre Wert. Nur was in den letzten zwei Jahren gelaufen ist, da gebe ich Ihnen recht, war nicht das gelbe vom Ei! Hier hatte Herr Hopp wohl die völlig falschen Berater, wenn er sich denn welchen geholt hat!!!

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    • Sputak
    • 02.04.2013 um 10:37 Uhr

    Ich kann Ihr Ansicht weitgehend teilen, es ist eine Leistung. Es ist allerdings meiner Meinung nach lediglich aus ökonomischer Hinsicht ehrenvoll in so kurzer Zeit ein Team bis ganz nach oben zu bringen. Das wurde allerdings nur aufgrund des finanziellen Gönners ermöglicht.
    Daher finde ich es wesentlich ehrenvoller, wenn sich ein Fußballteam über Jahrzehnte über Wasser hält. Dazu gehört eben Auf- und Abstieg. Wirtschaften, umdenken, Kader umzubauen. Fans zu bekommen, Fans zu halten.
    Mannschaften wie Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim können es sich finanziell nicht nur erlauben, Spieler zu kaufen, sie können es sich insbesondere erlauben Spieler zu halten. Das vereinfachte wesentlich Hoffenheims Einmarsch in die Bundesliga.

    Sie haben schon Recht, eine gewisse Schadenfreude kann ich nicht leugnen, wenn das "Projekt" Hoffenheim scheitert..

    • Sputak
    • 02.04.2013 um 10:37 Uhr

    Ich kann Ihr Ansicht weitgehend teilen, es ist eine Leistung. Es ist allerdings meiner Meinung nach lediglich aus ökonomischer Hinsicht ehrenvoll in so kurzer Zeit ein Team bis ganz nach oben zu bringen. Das wurde allerdings nur aufgrund des finanziellen Gönners ermöglicht.
    Daher finde ich es wesentlich ehrenvoller, wenn sich ein Fußballteam über Jahrzehnte über Wasser hält. Dazu gehört eben Auf- und Abstieg. Wirtschaften, umdenken, Kader umzubauen. Fans zu bekommen, Fans zu halten.
    Mannschaften wie Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim können es sich finanziell nicht nur erlauben, Spieler zu kaufen, sie können es sich insbesondere erlauben Spieler zu halten. Das vereinfachte wesentlich Hoffenheims Einmarsch in die Bundesliga.

    Sie haben schon Recht, eine gewisse Schadenfreude kann ich nicht leugnen, wenn das "Projekt" Hoffenheim scheitert..

    • Sputak
    • 02.04.2013 um 10:37 Uhr

    Ich kann Ihr Ansicht weitgehend teilen, es ist eine Leistung. Es ist allerdings meiner Meinung nach lediglich aus ökonomischer Hinsicht ehrenvoll in so kurzer Zeit ein Team bis ganz nach oben zu bringen. Das wurde allerdings nur aufgrund des finanziellen Gönners ermöglicht.
    Daher finde ich es wesentlich ehrenvoller, wenn sich ein Fußballteam über Jahrzehnte über Wasser hält. Dazu gehört eben Auf- und Abstieg. Wirtschaften, umdenken, Kader umzubauen. Fans zu bekommen, Fans zu halten.
    Mannschaften wie Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim können es sich finanziell nicht nur erlauben, Spieler zu kaufen, sie können es sich insbesondere erlauben Spieler zu halten. Das vereinfachte wesentlich Hoffenheims Einmarsch in die Bundesliga.

    Sie haben schon Recht, eine gewisse Schadenfreude kann ich nicht leugnen, wenn das "Projekt" Hoffenheim scheitert..

    Eine Leser-Empfehlung
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    Tradition und Kommerz. Natürlich bezahlen Traditionsklubs wie Köln ihre Spieler mit Zuneigung und die Sponsoren stehen nur auf der Brust, weil die Spieler alle bei REWE einkaufen und der Stadionname RheinEnergieStadion klingt viel viel besser als Müngersdorfer Stadion. Da weiß ja auch der Rest der Fußballrepublik nicht, was man damit anfangen soll. Und erst KLautern. Die Roten Teufel. Das ist mal ein Verein, der völlig ohne Geld und Kommerz auskam. Zumindest erinnert hier wenigstens noch der Stadionname an Tradition.
    Ich finde die Debatte um Traditionsklubs extrem verlogen, denn Tradition in diesem Kontext bedeutet ausschließllich sportlich erfolgreiche Vergangenheit. Ich weiß nicht wieviele Klubs es in Dtl. gibt, aber viele von ihnen gibt es seit Jahrzehnten und mehr als genug haben bereits ihr hundertjähriges erlebt (unter anderem auch Hoffenheim). Was ist also der Unterschied zu Bayern, die ihre Erfolge teuer bezahlen, zu Dortmund (ja, ein Reus wechselte nicht nach Dortmund, weil es da die bessere Currywurst gibt und die Ablöse bestand nicht in einem feuchten Händedruck), zu Schalke, die hunderte Millionen Schulden haben? Nur einer. Anstatt Gazprom, Audi, oder Telekom investierte ein Privatmann. Wer hat eigentlich beim ruhmreichen HSV van der Vaart zurückgeholt? Ah ja.
    In Hoffenheim wurde vor allem Geld in die Infrastruktur, die Nachwuchsförderung und all das drumherum investiert um professionelle Bedingungen zu schaffen.

    Tradition und Kommerz. Natürlich bezahlen Traditionsklubs wie Köln ihre Spieler mit Zuneigung und die Sponsoren stehen nur auf der Brust, weil die Spieler alle bei REWE einkaufen und der Stadionname RheinEnergieStadion klingt viel viel besser als Müngersdorfer Stadion. Da weiß ja auch der Rest der Fußballrepublik nicht, was man damit anfangen soll. Und erst KLautern. Die Roten Teufel. Das ist mal ein Verein, der völlig ohne Geld und Kommerz auskam. Zumindest erinnert hier wenigstens noch der Stadionname an Tradition.
    Ich finde die Debatte um Traditionsklubs extrem verlogen, denn Tradition in diesem Kontext bedeutet ausschließllich sportlich erfolgreiche Vergangenheit. Ich weiß nicht wieviele Klubs es in Dtl. gibt, aber viele von ihnen gibt es seit Jahrzehnten und mehr als genug haben bereits ihr hundertjähriges erlebt (unter anderem auch Hoffenheim). Was ist also der Unterschied zu Bayern, die ihre Erfolge teuer bezahlen, zu Dortmund (ja, ein Reus wechselte nicht nach Dortmund, weil es da die bessere Currywurst gibt und die Ablöse bestand nicht in einem feuchten Händedruck), zu Schalke, die hunderte Millionen Schulden haben? Nur einer. Anstatt Gazprom, Audi, oder Telekom investierte ein Privatmann. Wer hat eigentlich beim ruhmreichen HSV van der Vaart zurückgeholt? Ah ja.
    In Hoffenheim wurde vor allem Geld in die Infrastruktur, die Nachwuchsförderung und all das drumherum investiert um professionelle Bedingungen zu schaffen.

    • Oakham
    • 02.04.2013 um 11:22 Uhr

    verweisen die "Traditionalisten" im Fall des Hoffenheim-Scheiterns - noch ist der Club allerdings nicht untergegangen - darauf, dass ein Verein "gewachsen" sein muss. Doch trifft dies überhaupt auf die meisten Profi-Clubs zu? Sind es nicht vielmehr alles kommerzielle Unternehmen, die aus der Retorte entstanden sind? Und was haben wir im Grunde gegen dieses Prinzip, das im Land der "Fußball-Erfinder" England schon seit ehe und je angewandt wird? Wo man am guten deutschen Vereinsdenken hängen geblieben ist, da dümpeln die Clubs in den Unterligen vor sich hin - mein eigener Verein - Stuttgarter Kickers, einst linker Verteidiger - ist dafür das beste Beispiel.

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  3. Das Projekt erledigte sich mit dem Ende von Trainer Rangnick. Danach ging es im Prinzip in den regulären Ligaalltag und man beweist seit dem, dass man an sich von der Führungsebene her nicht Erstligatauglich ist. Ob die selbe Mannschaft mit einer Erstligatauglichen Führung nicht uaf Abstiegskurs wäre sein dahin gestellt.

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  4. Jede Niederlage dieses Plastikvereins ist Balsam für meine Seele. Von wegen ehrenhaft, wo wäre Hoffenheim denn heute ohne Hopp seine Millionen? Das ist doch Wettbewerbsverzerrung und unsportlich obendrein. Mannschaften wie Montpellier haben gezeigt, dass man mit Teamgeist und Spielfreude auch oben mitspielen kann, allen Millionen zum Trotz. Das Hoffenheim jetzt das steht, wo sie sind, ist nur das Ergebnis eines seelenlosen Projekts (die Betonung liegt auf Projekt, von einer Fußballmannschaft kann keine Rede sein), das gescheitert ist. Geld schießt oft Tore, ja. Aber worum es bei Fußball wirklich geht, vergessen dabei viele von diesen Millionären, Scheichs und Oligarchen: Um Teamgeist und Herzblut, dass man seiner Mannschaft schenkt. Und das ist viel mehr wert als Geld.

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    mit ihren kommentaren assoziiere ich regelmäßig angetrocknete kartoffelsuppe auf einer jopgginghose.

    Verstehe ich nicht. Wenn du das anders siehst, hast du einfach keine Ahnung von Fußball und seinem Urprung. Dein Kommentar ist so sinnvoll wie Hoffenheim in der Bundesliga. Und wenn du das nächste mal auf meine Kommentare antwortest, achte bitte auf die Rechtschreibung, wir sind hier immerhin bei zeit.de.

    mit ihren kommentaren assoziiere ich regelmäßig angetrocknete kartoffelsuppe auf einer jopgginghose.

    Verstehe ich nicht. Wenn du das anders siehst, hast du einfach keine Ahnung von Fußball und seinem Urprung. Dein Kommentar ist so sinnvoll wie Hoffenheim in der Bundesliga. Und wenn du das nächste mal auf meine Kommentare antwortest, achte bitte auf die Rechtschreibung, wir sind hier immerhin bei zeit.de.

  5. kann man trefflich streiten (wie viele Wolfsburg-Hasser verzichten wohl konsequenterweise auf einen Wagen aus dem Hause VW; also ich als Werder-Fan schon, ganz klar ...........!)

    Ernsthaft:
    Wer gleich zwei Leute in Spitzenpositionen einstellt, die von keinerlei Sachkenntnis getrübt sind und für die Menschenführung ein Fremdwert ist, darf sich über eine rasante sportliche Talfahrt nicht wundern und, dass das Gros der Fußballinteressierten bestenfalls den Kopf schüttelt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tis
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