Präsident FC BayernAdidas-Chef soll Hoeneß 20 Millionen Mark gegeben haben

Der Bayernpräsident soll von dem früheren Chef des Sportartikelherstellers Geld für Börsenspekulationen erhalten haben. Kurze Zeit später stieg Adidas bei den Bayern ein.

Bayernpräsident Uli Hoeneß

Bayernpräsident Uli Hoeneß  |  © Wolfgang Rattay/Reuters

Das Finanzgebaren des FC Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wirft weitere Fragen auf. Der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus soll Hoeneß im Jahr 2000 fünf Millionen Mark für Börsengeschäfte gezahlt haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Für weitere 15 Millionen soll er gebürgt haben.

Mit diesen umgerechnet zehn Millionen Euro sollen zunächst sowohl Louis-Dreyfus als auch Hoeneß an der Börse und anderswo spekuliert haben. Nach ein oder zwei Jahren soll der Bayern-Manager die fünf Millionen Mark sowie den Kredit zurückgezahlt haben, heißt es in dem Bericht weiter.

Das Geschäft zwischen Hoeneß und Louis-Dreyfus soll nach Angaben des Blattes in der Zeit abgeschlossen worden sein, als der FC Bayern mit Adidas über einen Einstieg des Sportartikelherstellers in seine künftige Aktiengesellschaft verhandelt habe.

Im September 2001 gab Hoeneß bekannt, dass sich der Konzern mit zehn Prozent am Klub beteilige und dafür 75 Millionen Euro in Aktien bezahle. Zudem verlängerte der FC Bayern den Ausrüstervertrag mit Adidas bis zum Jahr 2010.

Wie Hoeneß damals laut Süddeutscher sagte, hatten sich auch andere Firmen als Adidas für einen Einstieg bei der AG interessiert. Er habe aber Adidas den Vorzug gegeben, weil er "mit einem deutschen Unternehmen" zusammenarbeiten wolle. Dafür habe er höhere Angebote von "zig interessierten Unternehmen" ausgeschlagen. Auch Adidas' Hauptkonkurrent Nike habe damals Interesse an einem Einstieg gehabt.

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Leserkommentare
    • metek
    • 22. April 2013 19:48 Uhr

    mit mehr Konjunktiven als Indikativen. Das ist Weltklasseberichterstattung.

    11 Leserempfehlungen
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    ...aber das hat ein zitierter Artikel so an sich, könnte an der indirekten Rede liegen, die der Autor benutzt, um die Inhalte der Süddeutschen Zeitung wiederzugeben.

    Wird auch nicht wirklich selten genutzt in den Medien...

    Bleiben wir- bezüglich größerer Geldzuwendungen von Adidas- doch bei den Fakten.
    Patrick Nally, ehemaliger Geschäftspartner von Horst Dassler, wird in "FIFA-Mafia" (Autor Thomas Kistner) wie folgt zitiert: "Horst hat immer und von Anfang an Leute gekauft."
    Kistner fügt dann noch folgendes an: "150 bis 200 Millionen Mark jährlich, so heißt es, gebe Adidas für all seine Investitionen in den Sport in den achtziger Jahren aus."
    Soviel zum Thema Firmen-Tradition.

  1. ...aber das hat ein zitierter Artikel so an sich, könnte an der indirekten Rede liegen, die der Autor benutzt, um die Inhalte der Süddeutschen Zeitung wiederzugeben.

    Wird auch nicht wirklich selten genutzt in den Medien...

    28 Leserempfehlungen
    Antwort auf "EIN ARTIKEL"
  2. Hoeness und adidas moeglicherweise etwas gemauschelt haben.

    Schwach.

    Ich sag' mal die Bildzeitung haette wenigstens versucht da ein paar Meinungen zu einzuholen, vielleicht sogar Fakten.

    Anm:
    Fakten, dss sind die Dinger, die nicht in diesem Artikel zu finden sind.

    7 Leserempfehlungen
    • metek
    • 22. April 2013 19:59 Uhr

    aber auch im "zitierten" sz-bericht sind keine fakten, sondern nur vermutungen zu finden. aber irgendwas muss man ja schreiben.

    3 Leserempfehlungen
  3. "Der Bayernpräsident soll von dem früheren Chef des Sportartikelherstellers Geld für Börsenspekulationen erhalten haben. Kurze Zeit später stieg Adidas bei den Bayern ein."

    Wie man derartiges nennt, wenn ein kausaler Zusammenhang zwischen beidem unterstellt werden muss, dürfte wohl gemeinhin bekannt sein.

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    täuschen sie sich, denn dazu fehlt die Wertung.
    Das richtige Wort wäre Mutmaßung.

    Hier wird etwas vermutet das Fakten in einem anderen Licht erscheinen lassen.
    Die Wertung bleibt jedem selbst überlassen.

    Kubicki hat es in der gestrigen Sendung "Sabine Christiansen Nachf." bereits antizipiert: Wenn die Staatsanwaltschaft durchsucht, ist entweder die Selbstanzeige unvollständig oder es ist noch etwas anderes im Busch...

  4. täuschen sie sich, denn dazu fehlt die Wertung.
    Das richtige Wort wäre Mutmaßung.

    Hier wird etwas vermutet das Fakten in einem anderen Licht erscheinen lassen.
    Die Wertung bleibt jedem selbst überlassen.

    7 Leserempfehlungen
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    Ich glaube, Sie verstehen meinen Satz in #5 nicht. Wieso eigentlich?

    Hier nochmals:
    "Wie man derartiges nennt, wenn ein kausaler Zusammenhang zwischen beidem unterstellt werden muss, dürfte wohl gemeinhin bekannt sein."

    Jetzt klar?

  5. ... sind ein Thema von öffentlichem Interesse.

    Aber Enthüllungsorgien über x-beliebige Seilschaft-Mauscheleien (ohne Beteiligung öffentlich Bediensteter) würde ich eher als mediale Inkontinenz einordnen.

    Herr Hoeness ist kein gewählter Politiker und in diesen Fragen tatsächlich nur seinem Arbeitgeber Rechenschaft schuldig. Ganz im Gegensatz zu Herrn Wulff bekleidet er kein öffentliches Amt und darf sich Geld leihen, vom wem er will. Wie hier ggf. vorliegende Interessenkonflikte zu bewerten sind, entscheidet denn auch nicht die Öffentlichkeit, sondern einzige und allein der FC Bayern.

    3 Leserempfehlungen
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    Falls hier "Untreue" zum Tragen kommt, ist es nicht länger Privatsache oder vereinsklimatische Anekdote. Das allerdings wäre ein starkes Stück!

    Vorteilsannahme (§331 StGB) und Bestechlichkeit (§332 StGB) sind Straftaten.

  6. Kubicki hat es in der gestrigen Sendung "Sabine Christiansen Nachf." bereits antizipiert: Wenn die Staatsanwaltschaft durchsucht, ist entweder die Selbstanzeige unvollständig oder es ist noch etwas anderes im Busch...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Uli Hoeneß | Adidas
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