Uli Hoeneß im Jahr 2010 während einer Webeaufnahme mit einem Schnäuzer und einem Bratwurst-Burger: Seit 2010 bot eine Fast-Food-Kette die von Wurst-Fabrikant Hoeneß produzierten Nürnberger Rostbratwürstchen unter dem Namen "Nürnburger" an. © McDonald's dpa/lby

Schon in jüngeren Jahren baute Uli Hoeneß gerne vor und sicherte sich ab – ganz der sorgsame schwäbische Selbstständige. Mit 33 Jahren schien ihm die Managerkarriere beim FC Bayern München noch zu wenig gefestigt zu sein. Also gründete er 1985 gemeinsam mit seinem Bekannten Werner Weiß, einem Metzger, die Nürnberger HoWe-Wurstwaren KG. Der Name setzt sich aus den ersten beiden Buchstaben der Nachnamen von Hoeneß und Weiß zusammen. 

Rasch wurde die Würstchenfirma zu einem großen Akteur in ihrem Markt. Der heutige FC-Bayern-Präsident hatte hier offenbar alles richtig gemacht. Heute liefert er seine "Original Nürnberger Rostbratwurst" nicht nur an Aldi-Süd, sondern als titelgeschütztes Markenprodukt nach ganz Europa.
Mit dem mutmaßlichen Steuerbetrug von Hoeneß ist nun auch die Firma mit ihrem Sitz am Nürnberger Hafen in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Schon kurz nach Bekanntwerden der staatsanwaltlichen Ermittlungen sagte Hoeneß' Sohn Florian, der seit 2001 verantwortlich die Geschäfte führt, dass HoWe nichts mit dem Schweizer Geld zu tun habe und dies eine Privatangelegenheit seines Vaters sei.

Dennoch schottet sich die Firma im Sog der Affäre nun ab: Auf eine Gesprächsanfrage teilt die Marketing-Verantwortliche freundlich, aber bestimmt mit, "dass momentan keine Interviews gegeben werden". Auf eine weitere E-Mail gibt es keine Reaktion.

Der Metzgersohn Hoeneß trat mit Gründung der Firma auch in die Fußstapfen seines Vaters Erwin. Schon als Buben mussten Uli und sein ein Jahr jüngerer Bruder Dieter in der Metzgerei im heimischen Ulm mit anpacken. Die beiden künftigen Spitzenfußballer trainierten da schon bei der damaligen TSG Ulm 1846. Noch heute wird in der schwäbischen Donaustadt gern an die bodenständige Herkunft der beiden erinnert. Nach seiner Kicker-Karriere war Dieter zwölf Jahre lang Manager bei Hertha BSC Berlin.