Bundesliga-Vorschau : Niemand hat die Bundesliga mehr lieb

Klopps Haare, van der Vaarts Neue und das Comeback von Peter Neururer. Der Bundesliga bleibt vor lauter Champions-League-Fieber nichts, außer Boulevardgeschichten.
Will die überhaupt jemand? Die Meisterschale. © Jens Wolf/picture alliance/dpa

Wer spielt wann gegen wen?

SC Freiburg – Hannover 96 (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayern München – 1. FC Nürnberg (Samstag, 15.30 Uhr)
VfL Wolfsburg – TSG Hoffenheim
1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV
SpVgg Greuther Fürth – Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf – Werder Bremen
FC Schalke 04 – Bayern Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr)
VfB Stuttgart – Borussia M'gladbach (Sonntag, 15.30 Uhr)
FC Augsburg – Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Bundesliga hat es derzeit ziemlich schwer. Irgendwie hat sie niemand mehr lieb. Weil sie furchtbar langweilig ist und nach dieser rauschenden Champions-League-Woche voll Tränen, Menschenstapel und Abseitstoren daherkommt wie der Pudding mit Pelle nach dem festlichen Hauptgang. Alle sind satt. Selbst an diesem Freitag, dem Tag, an dem sich gewöhnlich das ganze Land auf das Fußballwochenende eingroovt, interessiert kaum jemanden, gegen wen nun Mainz spielt, Augsburg oder Hoffenheim. Allen geht es nur um die Königsklasse, vor allem seitdem feststeht, dass es Ende des Monats diese deutsch-spanischen Festwochen geben wird. Bayern gegen Barça, Dortmund gegen Madrid. Mehr Fußball geht nicht. Das sind die Partien, die man sich zu Hause auf der Playstation gerne mal zusammenstellt. Bald gibt es sie in echt. Und wenns ganz dumm läuft, wird London Ende Mai zur deutschen Fußballhauptstadt. Arme Bundesliga.

Welches Spiel dürfen Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Irgendwie alle, siehe oben, aber vor allem das Spiel Düsseldorf gegen Bremen. Was vor allem an den Hanseaten liegt. Die Bremer wollten in diesem Jahr eigentlich wieder nach Europa stürmen. Daraus wurde nichts, die Mannschaft hat seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen. Thomas Schaaf, den knurrigen Seebären, konnte seit 14 Jahren nicht mal ein Orkan von der Trainerbank fegen. Mittlerweile muss er aufpassen. Der Gegenwind wird immer stärker und bei einer Niederlage in Düsseldorf könnte die nächste Böe ausreichen.

Wer steht im Blickpunkt?

Vielleicht kann sich die Liga an Rafael van der Vaart ein Beispiel nehmen. Wenn es sportlich nicht läuft, einfach mal abseits des Platzes ein wenig Theater machen. Der Niederländer tauchte trotz Champions League auf den Titelseiten des Boulevards auf. Nicht, weil er neuer HSV-Kapitän wurde, sondern weil er wieder jemanden zum Schmusen hat. Noch viel quotenträchtiger wurde das Ganze, weil es sich bei der Glücklichen nicht um Gabi aus dem Café nebenan handelt, sondern um Sabia Boulahrouz. Gala-Leserinnen kennen die Dame als beste Freundin von Rafaels Noch-Ehefrau Sylvie. Kicker-Lesern fällt bei dem Namen der niederländische Fleischer Khalid Boulahrouz ein, der auch mal den Rasen beim VfB Stuttgart kaputt trat. Sabia ist also Khalids Ex und Rafaels Neue. Das sind Sitten. Doch Sylvie weiß, wie man zurückschlägt. Sie ließ sich prompt ein Techtelmechtel mit einem ehemaligen Teamkollegen von Rafael andichten. Sein Name: Zlatan Ibrahimović. Falls Sie jetzt nicht mehr hinterherkommen. Wir arbeiten schon an der großen Foto-Love-Story.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Fehler über Fehler...

Anscheinend hat nur der Redakteur die Bundesliga nicht mehr lieb, denn viel Ahnung scheint er nicht zu haben...

"1995 führte er den VfL Bochum in den Uefa-Cup. Das war zwar vor gefühlten drei Fußballerleben..."

Der VfL Bochum war in der Saison 2004/2005 im UEFA Cup. Die Saison 1996/1997, in der der VfL ebenfalls im UEFA Cup spielte, können sie aber auch nicht meinen... Damals war nämlich Klaus Toppmöller der Trainer.
Das sich die weitere Argumentation damit in Luft auflöst, dürfte klar sein. Denn der Zeitraum betrifft damit wohl keine "gefühlten drei Fußballerleben". ;)

"... doch der moderne Fußball hat um die Stadt an der Ruhr seitdem eh einen großen Bogen gemacht."

Der Nachfolger von Peter Neururer war 2005 Marcel Koller, der heute Nationaltrainer in Österreich ist und einige Meisterschaften als Trainer in der Schweiz einfahren konnte, und diesen könnte man durchaus als modern bezeichnen. Und dessen Nachfolger Heiko Herrlich war vor der Übernahme des Amtes DFB-Juniorentrainer. Mir wäre neu, dass dem DFB moderner Fußball egal ist.

Keine Ahnung, aber mal ein paar Sprüche raushauen. -.-

Korrektur

Lieber Garrinchinha, lieber Kai008,

da hat sich die falsche Zahl eingeschlichen. Tut mir leid. Ich meinte natürlich das Jahr 2004. Das ist nun korrigiert. Danke für den Hinweis.

Das ist dennoch gefühlte drei Fußballerleben her. Und dass der moderne Fußball seitdem ebenfalls einen Bogen um Bochum machte, beweist allein der Vergleich zwischen dem damaligen Tabellenplatz und dem Heutigen.

Grüße aus der Reaktion
Christian Spiller