Mario Götze"Das war das Spiel des Jahres"

Nach dem Halbfinaleinzug lobt Mario Götze den Teamgeist beim BVB. Egal ob im Verein oder der DFB-Elf: Er sieht sich in beiden Teams als Stürmer und Mittelfeldspieler. von Cathrin Gilbert

Mario Götze

Mario Götze  |  © P. Stollarz/AFP/Getty Images

Bis kurz vor Schluss schien Mario Götze der tragische Held. Dortmund lag aussichtslos 1:2 zurück, Götze hatte mehrere klare Chancen vergeben. Am Ende jedoch hatte der BVB auch dank Götze Fußballgeschichte neu geschrieben: Nach einem furiosen Endspurt steht er mit Borussia Dortmund im Halbfinale der Champions-League. "Das war bislang sicher das Spiel des Jahres für uns als Mannschaft. Und natürlich sind wir im Kollektiv unfassbar glücklich. Aber ich persönlich spüre keine Genugtuung. Warum auch?", sagt Götze in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.

Götze, der noch im Hinspiel in Málaga drei hochkarätige Chancen vergeben hatte, spricht auch über die Herausforderung, mit 20 Jahren bereits den Traum vom Fußballstar zu leben. Er beschreibt die Zerrissenheit zwischen der Profiwelt und dem wahren Leben. "Der Fußball ermöglicht mir so viel. Mein Beruf gibt mir Sicherheit. Klar, finanziell, aber ich habe auch ein Gefühl der Geborgenheit innerhalb meiner Mannschaft, das ist schön. Ich lebe das, was mir Spaß macht. Und trotzdem ist es nicht immer einfach, glücklich zu sein. Ist das nicht merkwürdig?"

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Neue Fußball-Seite

Das Interview mit dem Nationalspieler Mario Götze ist das erste Stück auf der in dieser Woche erstmals erscheinenden Fußball-Seite in der ZEIT. Das Gespräch wurde vor dem Champions-League-Rückspiel geführt und am Abend nach der Partie aktualisiert.

Neben dem Sport-Programm auf ZEIT ONLINE wird der nationale und internationale Spitzenfußball zukünftig jede Woche einen festen Platz in der gedruckten ZEIT haben – mit Portraits, Interviews, Reportagen, Analysen und einer Kolumne.

Götze gibt sich selbstbewusst und zeigt sich überzeugt, dass seine Karriere auch beim DFB – anders als die von seinen Nationalmannschaftskollegen Stefan Kießling oder Mario Gomez – keinen Knick erhält. Er könne sich "verschiedenen Systemen unterordnen. Ich glaube nicht, dass mein Spielertyp auf absehbare Zeit nicht mehr gebraucht wird."

Der Bundestrainer Joachim Löw hatte Götze zuletzt als "falsche Neun" eingesetzt und dafür auf gelernte Stürmer verzichtet. Er fühle sich sehr wohl auf dieser Position, sagt Götze der ZEIT. "Auf der Position habe ich in der Jugend häufig gespielt. Ich habe immer beides spielen können. Ganz vorne im Zentrum oder auch dahinter, als Ideengeber im Mittelfeld. Als Spieler bist du abhängig von der Philosophie des Trainers. Wenn du also nur eine Position spielen kannst, dann kann das ein Nachteil sein."

Der Erfolg habe aber auch negative Seiten. "Seitdem ich denken kann, funktioniere ich wie ein Rädchen in dieser Fußballwelt", sagt Götze. "Eine solche Belastung hält man nicht ewig durch, weder körperlich noch mental. Es wäre naiv, mir vorzumachen, dass das länger als zwölf bis 15 Jahre so weitergehen wird", sagt der BVB-Spieler, der mit Dortmund bereits zwei Meisterschaften gewonnen hat. Als seinen größten Tiefpunkt bezeichnet Götze seine Schambeinverletzung, wegen der er ein halbes Jahr ohne Pflichtspieleinsatz blieb. "Im ersten Moment habe ich das gar nicht realisiert. Das kapiert man erst nach und nach. In der ersten Woche durfte ich gar nichts machen. Ich habe versucht, abzuschalten. Das ist anfangs unmöglich. Aber ich wurde gezwungen. Ganz oft dachte ich: Ich will spielen! Meine Mannschaft siegte, und ich durfte nur zuschauen. Auf einmal hatte ich Zeit für mich. Ich wusste überhaupt nichts mit der Zeit anzufangen. Mir wurde der Lebensmittelpunkt genommen." In dieser Phase habe er gelernt, sich nicht so wichtig zu nehmen.

Das komplette Interview erscheint auf der Fußballseite der aktuellen ZEIT

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Leserkommentare
  1. Sicher hat Dusel- Dortmund gestern spektakulär das Halbfinale erreicht.
    Dumm gelaufen nach so einem Spiel Hofberichterstattung für Hr. Götze zu
    machen. Er hat in beiden Spielen gegen Malaga beste Chancen versiebt und
    auch ansonsten nicht sehr glücklich agiert.
    Die Ausagen aus dem vorab geführten Interview lassen ihn "arrogant"
    erscheinen.
    Als Spieler sollte man sich schon überlegen, ob man in solchen Momenten
    Interviews gibt. Es hätte sich nur gut gelesen, wenn Dortmund Malaga
    mit mindestens 3-0 aus dem Stadion gefegt hätte...
    Dortmund muss sich an dem grandiosen Spielstil aus dem letzten Jahr messen
    lassen, von dem konnte ich gestern nicht viel entdecken.
    Überhaupt haben sie in dieser Saison wenig Konstanz gezeigt.
    Ich weiß 3 Sternstunden genügen und sie sind CL-Sieger,
    allein mir fehlt der Glaube...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Doch danach ist Sieg Sieg egal wie.

    Beste wünsche dass sie finden es ihnen fehlt. ;)

    Faust unter einem Fußballartikel, sowas sieht/liest man selten.

    "Was ist das?"

    Ein wenig prätentiös. ;) Liebe grüße

  2. Doch danach ist Sieg Sieg egal wie.

    Beste wünsche dass sie finden es ihnen fehlt. ;)

    Antwort auf "Was ist das?"
  3. Faust unter einem Fußballartikel, sowas sieht/liest man selten.

    "Was ist das?"

    Ein wenig prätentiös. ;) Liebe grüße

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Was ist das?"
  4. Ich beglückwünsche Sie zur Einführung der Fußballseite in der Zeit! Lange habe ich darauf gewartet, dass die Zeit einen Sportteil integriert. Der "Kicker" macht schon seit Jahren vor, wie man auf hohem Niveau über Fußball schreibt und fotografiert. Über die Ausweitung des Sportteils auch auf andere Sportarten wäre ich auch nicht böse...

  5. "Und trotzdem ist es nicht immer einfach, glücklich zu sein. Ist das nicht merkwürdig?"

    Ich möchte Mario Götze zurufen, dass das überhaupt nicht merkwürdig ist, sondern sogar sehr logisch! Denn das scheinbare Glück, das er aufzählt (Job, Geld, Freunde, Partner Familie etc.) sind ja nur Dinge, an die wir uns klammern und dabei glauben, dass sie uns glücklich machen.
    Aber tatsächlich hängt unser Glücklichkeitsstatus hauptsächlich von unserem Geist ab, unserem Bewusstseinszustand.

    Es gab ja schon Fußballer, die das auch alles hatten und totunglücklich damit waren, andere haben vieles davon nicht und sind vielleicht glücklicher.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Mario Gomez | DFB | Joachim Löw | Borussia Dortmund | Philosophie | Bundestrainer
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