FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Münchner Stadion ©Tobias Hase/dpa

Uli Hoeneß hat seine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung in nur wenigen Tagen von seinem Steuerberater erstellen lassen, berichtet Spiegel Online. Demnach habe Hoeneß Anfang Januar einen Anruf von einem Schweizer Bank-Mitarbeiter erhalten. Dieser habe Hoeneß darüber informiert, dass ein Reporter des Stern Recherchen über einen Sport-Funktionär anstelle. Hoeneß soll daraufhin die Fassung verloren und seinen Steuerberater gebeten haben, schnell eine Selbstanzeige zu verfassen.

Bereits vor Weihnachten soll Hoeneß die Absicht gehabt haben, die bayerischen Finanzbehörden über die Existenz seines Kontos bei der Zürcher Bank Vontobel zu informieren. Dazu sei es wegen der nahenden Feiertage und dem sich anschließenden Urlaub seines Steuerberaters aber nicht gekommen.

Die im Januar angefertigte Selbstanzeige sei plausibel, aber nicht detailliert genug gewesen. Nachdem sein Anwesen am Tegernsee im März durchsucht wurde, legte Hoeneß nach Informationen des Spiegel den Steuerbehörden eine überarbeitete Version vor.

Damit kommen Hoeneß' nachgereichte Informationen über seine jahrelang nicht versteuerten Aktien- und Devisengeschäfte für eine Strafbefreiung möglicherweise zu spät. Die Münchener Staatsanwaltschaft, die derzeit gegen Hoeneß ermittelt, beziffert die Steuerschuld mit 3,2 Millionen Euro.

Ein Strafverfahren muss Hoeneß fürchten, wenn er nicht den ganzen Umfang seiner Steuerhinterziehung angibt und wenn er vor seiner Selbstanzeige Kenntnis von einem bereits eingeleiteten Verfahren hatte. All das untersuchen die Staatsanwälte.