SteuerhinterziehungBayern-Präsident Hoeneß zeigt sich selbst an

Der Unternehmer Uli Hoeneß hat ein Konto in der Schweiz. Nachdem das Steuerabkommen im Dezember scheiterte, hofft er durch eine Selbstanzeige auf Strafmilderung.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bayern Münchens Präsidenten Uli Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Durch eine Selbstanzeige habe der 61-Jährige die Untersuchungen persönlich initiiert, schrieb das Nachrichtenmagazin Focus und berief sich auf Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich und Hoeneß selbst.

"Ich habe im Januar 2013 über meinen Steuerberater beim Finanzamt eine Selbstanzeige eingereicht", sagte Hoeneß nach Angaben des Focus. Die Selbstanzeige hinge mit einem Konto in der Schweiz zusammen, sagte er. Hoeneß hat unter anderem auch mit seiner Wurstfabrik in Nürnberg ein Vermögen verdient.

Anzeige

Oberstaatsanwalt Heidenreich bestätigte, dass die Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen Hoeneß aufgrund einer Selbstanzeige im Januar 2013 erfolgt sei. Gegenstand des Verfahrens sei die "Prüfung auf Wirksamkeit und Vollständigkeit der Selbstanzeige".

Seehofer wusste von den Ermittlungen

Der bereits als neuer deutscher Meister feststehende FC Bayern wollte sich vor seinem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Hannover 96 nicht zu dem Bericht äußern, wie der Vereinssprecher Markus Hörwick sagte. Auch eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft wollte keine näheren Angaben zu dem Fall machen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gab hingegen an, Kenntnis von dem Verfahren gehabt zu haben. Er sei bereits vor "einer geraumen Zeit" informiert worden, sagte er der Münchner Abendzeitung. Hoeneß sagte dem Blatt, er vertraue auf die Arbeit der Behörden. Er bat darum, von weiteren Anfragen abzusehen. Angaben zur im Raum stehenden Summe machte niemand.

Mit Selbstanzeigen besteht für Steuerhinterzieher grundsätzlich die Möglichkeit, nachträglich Straffreiheit zu erlangen, wenn dies dem Fiskus bislang verborgene Steuerquellen erschließt. Haben die Ermittlungen aber bereits begonnen, ist es nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2010 zu spät dafür. Ob Hoeneß diesen Umstand nutzen kann, prüft derzeit die Münchner Staatsanwaltschaft.

Hoeneß sagte laut Focus, dass er die Angelegenheit ursprünglich über das von der Bundesregierung aus Union und FDP angepeilte Deutsch-Schweizer Steuerabkommen habe regeln lassen wollen, das "dann bekanntlich Mitte Dezember 2012 nicht zustande gekommen" sei.

Der Entwurf des Abkommens hatte einen deutlich umfassenderen Informationsaustausch zwischen den beiden Ländern vorgesehen als bislang. Geldanlagen von Bundesbürgern in der Schweiz aus den vergangenen zehn Jahren sollten demnach von 2013 an pauschal mit 21 bis 41 Prozent besteuert werden. Die Opposition verhinderte das bereits von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ausgehandelte Abkommen letztlich im Bundesrat, weil es ihr nicht weit genug ging. Auch im Vermittlungsausschuss kam es zu keiner Einigung mehr.

SPD freut sich über Hoeneß' Überführung

Die SPD sieht sich im Fall Hoeneß in ihrer Ablehnung des Steuerabkommens bestätigt. Hoeneß habe "darauf gehofft, dass seine Steuerhinterziehung durch das von der schwarz-gelben Bundesregierung geplante deutsch-schweizerische Steuerabkommen legalisiert worden wäre und er dabei anonym hätte bleiben können", sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß.

Diesen Plan, "den viele Steuerhinterzieher hatten", habe die SPD durch ihre Ablehnung des Abkommens vereitelt, sagte Poß. Der Fall Hoeneß zeige, "wie richtig die Strategie der SPD war". "Er wird nicht der Einzige bleiben, dessen Hoffnungen auf das Abkommen der schwarz-gelben Bundesregierung nun zerplatzen", sagte Poß.

Immer häufiger versuchen die Behörden nun, über den Ankauf von Steuer-CDs an die Daten vermeintlicher Steuerhinterzieher heranzukommen – und gegen diese Ermittlungen aufnehmen zu können. Zuletzt erst hatte Rheinland-Pfalz neue Datensätze angekauft, bereits kurz darauf gingen Fahnder mit Hunderten Hausdurchsuchungen in ganz Deutschland gegen mutmaßliche Steuerbetrüger vor. Bei Steuerhinterziehung drohen Strafen von bis zu fünf Jahren Haft. In besonders schweren Fällen können es sogar bis zu zehn Jahre sein.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Wie klagte Uli Hoeness noch an: "Ich hab am Tegernsee nicht so eine Villa stehen, wie dieser Linke in Saarbrücken".

    Da überkommt einen jetzt schon ein bisserl die Schadenfreude...

    93 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ihre Schadenfreude und der deutsche Neid ist so ein großes Problem, dass manche Parteien ihre Staatsallmachtsphantasien sogar mit völlig sinnlosen Steuererhöhungen garnieren und damit Wahlkampf machen, um ihre eigene Klientel zu bedienen , dies aber unter der Moralkeule verstecken
    (Sinnlos natürlich für alle NIchtbeamten ohne Pensionsanspruch)
    Flankiert durch die deutsche Presse, die , wie Fleischhauer anmerkt, vornehmlich links orientiert ist

    http://www.spiegel.de/pol...

    ein deutsches Problem sind Menschen, die reagieren, wie Sie es tun.

    Es gibt ein schönes Sprichwort:" Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!".

    Uli Hoeness und seine Freunde werden noch ganz andere Dinge zu hören bekommen. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt sondern asoziales Verhalten. Bin besonders gespannt, ob und vor allem wie Hoeness Freunde von der "FOCUS" über den Fall Hoeness berichten.

    • hairy
    • 20. April 2013 21:07 Uhr

    die Villa des Herrn Lafontaine ist ehrlich gesagt relativ popelig: eine billige Wiederkehr des palladianischen Ideals. Und das Saarland ist sowieso nicht der Tegernsee.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und äußern Sie sich differenziert. Die Redaktion/au

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ging im Falle Hoeneß der "kruden" Umverteilug zum Staate hin die ebenso krude Umverteilung von Vermögen nach "oben" voran und dieses elitäre "Oben" sah es noch als erforderlich, einen ggf., aber dann an anderer Stelle diskutierbaren Staatsanteil der Gemeinschaft vorzuenthalten. Aber das durften Sie in Ihrem Kommentar gerne ignorieren, weil es ja im Artikel um Mitwirkung der Medien bei der linken "Unfairteilung" und nicht um Steuerhinterziehung geht.

    Und Schadenfreude und Neid als deutsches Phänomen zu postulieren ist auch gewagt. Herr Hoeneß hat wohl, wie viele andere neben ihm, bewiesen, dass auch Rechtsbruch aus Egoismu ein trauruges Phänomen ist, wenngleich auch ebensowenig urdeutsch (für Sie mag das ja Ausdruck einer Leistungselite sein).

  3. ihre Schadenfreude und der deutsche Neid ist so ein großes Problem, dass manche Parteien ihre Staatsallmachtsphantasien sogar mit völlig sinnlosen Steuererhöhungen garnieren und damit Wahlkampf machen, um ihre eigene Klientel zu bedienen , dies aber unter der Moralkeule verstecken
    (Sinnlos natürlich für alle NIchtbeamten ohne Pensionsanspruch)
    Flankiert durch die deutsche Presse, die , wie Fleischhauer anmerkt, vornehmlich links orientiert ist

    http://www.spiegel.de/pol...

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Oskar Lafontaine"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Steuerhinterziehung wird weltweit verfolgt und bestraft (auch in der Schweiz). Von Neid zu sprechen in diesem Zusammenhang ist argumentativ sehr schwach.

    Reaktionen wie Die Ihre sind es, die mich quasi dazu zwingen, dem ersten Beitrag meine Zustimmung zu geben.

    Wer auf andere mit dem Finger zeigt und das an sich mit einem Neiddebattenstarter für die Stammtische im Bierzelt, dem darf ungehemmte Schadenfreude entgegen schwappen, fällt bei dem selbiges auf, worauf einst mit den Finer zeigte...

    Hat es für Sie etwas mit Schadenfreude zu tun, wenn ein Verbrecher überführt wird, bzw. wie hier in diesem Fall mit einer Selbstanzeige eine Minderung des Urteils beabsichtigt?
    Ein merkwürdiges Rechtsempfinden haben Sie!

    Also ich denke schon, dass man sich über jeden überführen Steuerhinterzieher (wobei ich Hoeneß hier nicht meine, zwecks Unschuldsvermutung und so) tatsächlich "freuen" kann. Genauso wie wenn irgendwelche anderen Verbrechen aufgeklärt wurden.

    Aber sich auf diesen Fleischhauer-Beitrag als quasi Quelle für etwas zu beziehen, darüber sage ich mal besser nichts. Aber empfehlen würde ich einmal, sich mit de Methoden der "Initiative neue soziale Marktwirtschaft" zu beschäftigen. Eventuell bringt das ein paar neue Erkenntnisse jenseits Fleischhauers Kommentare.

    • bonner
    • 20. April 2013 22:02 Uhr

    Könnte das deutsche Problem nicht auch die unendliche Gier unserer Reichen sein, die Moral predigen, aber selber vollkommen unmoralisch sind?

    Und über die bösen Linken schimpfen, wo man doch selber ein stockkonservatives Süppchen kocht?

    Ich gönne dem Herrn sein Geld und auch den Spott.

    • cm30
    • 20. April 2013 22:28 Uhr

    > deutsche Neid

    Ich dachte immer Speichelleckerei und Ja-Sagertum wären die typisch deutschen Phanomäne. Dafür stellen Sie nur das beste Beispiel dar.

    Und einen Fleischhauer als Quelle zu nennen, der nicht wirklich weiß, was links und was rechts ist und die vermeintlich große Verschwörung "unter Linken" ausgemacht hat, ist mehr als peinlich..

    I always wonder what makes individuals with amoral views tick. Do you, Magnolia, have an answer?

    Der Mann hat sich selbst angezeigt, ist ein Steuerhinterzieher und bei seiner Vorabzahlung von 5 Mio. €, wohl in sehr grossem Umfange. Unsere Justiz kennt den Strafbestand der Schadenfreude nicht, wohl aber den der Kriminalitaet fuer den Strafbestand Steuerhinterziehung. Also lassen Sie die Kirche mal im Dorf. Besonders peinlich wirkt dieses Verhalten zudem bei Herrn Hoeness, der sich sonst immer fuer hohe Moral und ethisches Handeln aussprach.

    • faju
    • 21. April 2013 13:16 Uhr

    Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, dass das Totschlag-Argument "Neid" gerne auch die Sichtweise impliziert, der Zweck (hier Erfolg und Reichtum - gerne auch unter "Leistungsträgerschaft" subsumiert) heilige alle Mittel... Mit diesem argumentativen Reflex wird sich leider gerne von so lästigen Anhängseln wie Moral und Ethik freizumachen versucht.

    Interessant ist dabei auch, dass Neid selbst ein moralisches Urteil ist, durch dessen Vorwurf das Anlegen anderer (weniger zweckdienlicher) moralischer Maßstäbe wiederum diskreditiert werden soll.
    Sie sehen also, Ihr argumentativer Ansatz ist alles andere als widerspruchsfrei. Gerade auch, weil darin ebenso der Vorwurf von Populismus (seitens der "Neider") mitschwingt, obwohl das Argument als solches (wie oben ansatzweise) auf tatsächlich populistische Weise den eigentlichen Diskurs stark verkürzen, wenn nicht gar abwürgen soll.
    Wer "Neid" sagt, muß also auch die alternativen moralischen Beurteilungen gelten lassen.

    Und wieso Sie als Beleg für Ihre Gesellschafts-Analyse einen wenig fundierten populistischen Artikel von Herrn Fleischhauer anführen, wissen Sie hoffentlich besser als ich.

    Neid kann ich leider nur dem gegenüber haben der das beneidete auch verdient. Dem ist hier nicht so.

    Klar, wir sind alle nur kleingeistige neidende beta-menschen, die den alpha-menschen ihren Erfolg und die damit einhergehenden Annehmlichkeiten (Villen, Autos, Nichtarbeitenmüssen etc.) nicht gönnen.
    Komisch ist dabei nur, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, was ja eher dafür spricht, dass die arme Mehrheit anscheinend nicht genug gegen die Polarisierung bzw. Verarmung der Mehrheit tut.
    Aber das passt wahrscheinlich nicht in ein leistungsorientiertes Weltbild (Arbeiter leisten auch, aber heute leider in immer prekäreren Beschäftigungsverhältnissen).

    Es freut mich dass Herr Hoeneß jetzt die Klatsche kriegt, was für ein unverschämter Betrüger!
    Davon abgesehen konnte ich seine egomanische machistische Art nie leiden. So jetzt gibts Champus!

    The cat

  4. Schade, Herr Hoeneß ist / war ja doch für viele eine moralische Instanz, ein Kämpfertyp, der für seine Werte einsteht. Sehr schade, wenn jetzt seine große Leistung für den deutschen Fußball und seinen Verein, in solch ein Licht rückt.
    Dass er seine Steuern nicht ordentlich bezahlt, finde ich nicht gut. Die Kritik an seiner Person muss er jetzt wohl aushalten, zusätzlich zu den strafrechtlichen Folgen.
    Die Rhetorik der SPD finde ich trotzdem unerträglich. Gabriel und andere haben ja wiederholt von Steuersündern als den "Asozialen" gesprochen. Noch dazu diese neue Kollektivierung mit dem ständigen "Wir" statt dem "Ich". Mir gefällt das alles nicht, auch nicht die Häme gegen Hoeneß.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hainuo
    • 20. April 2013 17:54 Uhr

    Strenggenommen ist das Verhalten aber asozial. Dass die SPD sich jetzt damit brüstet, ist leider typisches Wahlgeplänkel, aber den Vorwurf, nicht ganz so sozial zu sein, wie er stets vorgespielt hat, muss man vorbringen dürfen. Ich habe Uli Hoeneß immer für einen integren Mann gehalten, aber sowas geht gar nicht. Leider asozial...

    von der Gemeinschaft zu profiteren aber dann den eigenen Anteil nicht zahlen zu wollen ist halt nix anderes als assozial. Was soll man denn sonst dazu sagen?
    Ich mochte Höneß nie, aber wenn er für den deutschen Fußball so viel getan hat, dann würde ich das auch jetzt noch anerkennen.
    Aber stinkreich zu sein und dann Steuern zu hinterziehen ist und bleibt assozial, da sinkt die moralische Integrität direkt auf 0. Na ja gut aus meiner Sicht war sie da vorher auch schon.

    sie entzieht der Gemeinschaft Geld das der Gemeinschaft auf Grund bestehender Gesetze zusteht.

    Das ist wie Diebstahl am deutschen Volk.
    Damit sind Steuerhinterzieher schlichtweg Diebe.
    Das nimmt doch schon etwas vom Glanz und Glorie der Personen - hier Herrn Hoeneß.

    Hier nach den Regeln leben will er nicht, aber immer anderen Vorschriften machen was sie zu tun und zu lassen haben. Heuchelei - das fällt mir dazu ein. Mal sehen wie Bayern das bereinigt ohne, dass das eine Welle macht.

    Selbstverständlich sind Steuersünder Asoziale. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sehen Sie das wirklich anders?

    • hairy
    • 20. April 2013 21:19 Uhr

    ist doch das weit kleinere Problem.

    Das eigentliche Problem ist, dass nach wie vor Steuerhinterziehung und Steuerflucht und Steuerschleusung nicht angemessen verhindert, verfolgt und bestraft werden. Und ja, da hat auch die SPD viel zu lange gepennt, unter Schröder.

    wenn sich jemand in Talkshows und sonstwo öffentlich ständig als moralische Instanz gegeben hat, wie es Hoeness nun mal tat, da kann man als normal Sterblicher kaum umhin, als auch etwas Häme zu empfinden.
    Und man kann zwar die Kommentare einer Partei im Wahlkampf als taktisch bzw. kritisch bewerten, aber was erwarten Sie? Soll sich die SPD hinstellen und verlegen herumdrucksen (ob der Verdienste von Hoeness) oder gar schweigen? Das wäre schlicht realitätsfremd.

    Mutig, klug, risikofreudig und heldenhaft: So stellt man sich in Deutschland einen vorbildlichen "Anwalt des Mittelstandes"* vor.
    *) lt.Selbstauskunft bei Illner

    Mehr darüber:
    http://www.welt.de/sport/...

    Und was die Häme der SPD betrifft:

    Unter Hans Eichel als Ministerpräsident in Hessen warb man um Firmen-Ansiedlungen mit dem Argument, dass die Firmen dort seltener mit Kontrollen der Finanzämter zu rechnen haben, als in anderen Bundesländern...

    In dem Teil, das sich Finanzminister Steinbrück, Merkel & Co 2005 in die Koalitionsvereinbarung schrieben, hieß es u.a.:
    „Zur Erleichterung der Kreditvergabe durch die Banken werden wir auch die Regulierung der Finanzaufsicht auf das notwendige Maß zurückführen.... Deshalb müssen wir vor allem steuerlich attraktive Rahmenbedingungen für die Anlage von Vermögen in WAGNISKAPITAL schaffen“ ...,
    während gleichzeitig Berlins SPD-Finanzsenator Sarrazin fürsorglich den Anwalt der HartIV-Empfänger herauskehrte, indem dieser zum Problem der Steuerhinterziehung verlauten ließ:

    "Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet."

    Aus diesem Blickwinkel verdient Uli Hoeneß´ Selbstanzeige größten Respekt ...

    • sfgrw
    • 21. April 2013 11:48 Uhr

    gegenüber denjenigen, die per Lohnsteuerabzug gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, Steuern hinterziehen zu können ist das Verhalten von Uli Hoeneß.
    Wollen wir doch bitte ob seiner Verdienste um einen Fussballverein uns nicht den Blick auf die Tatsachen verstellen lassen und irgendwie doch noch den Gentleman im asozialen Verhalten unterbringen.
    Es gibt nach wie vor nichts Gutes im Schlechten.
    Woran mir nicht liegt, ist eine hohe Haftstrafe.
    Raffgierige muss man schlicht und einfach da treffen, wo es am meisten weh tut:
    Beim Geld.

  5. aber wahr. Das dürfte mal wieder nur die Spitze eines überdimensional großen Eisberges sein. Zwar gelangen (dank hiesiger Medien) immer nur kleine Fetzen des Abzocker Systems der sogenannten "LEISTUNGSELITEN" an die Öffentlichkeit, aber wer aufmerksam mitliest, der kann sich leicht ausmalen, wie die Welt funktioniert bzw. unsere "Eliten" funktionieren.

    Einfach nur abartig und beschämend. Und natürlich hoch kriminell.

    72 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    an ihrem Kommentar sieht man genau die Intention mancher Zeitungen und wie über Neid einfachste Gefühle im Wahlvolk aufgestachelt werden sollen.
    Egal: natürlich finde ich das Verhalten auch nicht gut. natürlich ist eine Straftat zu vergelten.
    Aber: man muss sich der medialen und parteipolitischen Absichten durchaus bewusst sein (vergl Fleischhauer weiter oben).
    Die wahren " Asozialen" und "Systemgewinner" in dem Land sind eigentlich die staatsabhängig Bediensteten , die sich ihre Pfründe sichern und vornehmlich eben grün wählen, wie uns die Statistik verrät.
    Auf deren MIst ist die Anfeindung gewisser Schichten gewachsen ,sodass wetier zum Staat umverteilt werden kann.
    Skandal!

    nur eine "Schönwetterelite" (Georg Schramm).

    Ganz stark wie Sie pauschal alle Vermögenden oder Mitglieder dieser "Leistungselite" unter Generalverdacht stellen und sie als Abzocker bezeichnen. Der überwiegende Teil dieser Leute zahlt übrigens anständig seine Steuern.

    "Einfach nur abartig und beschämend" trifft in diesem Fall auf Sie zu.

    Ich frage mich bei so Kommentaren nur immer wo die Moderation mit dem Hinweis "Verzichten Sie auf Unterstellungen/Relativierungen" bleiben. Aber Reichenschelte gehört bei manchen Kreisen mittlerweile schon zum guten Ton. Glücklicherweise gehöre ich nicht zu denen...

    • Rend
    • 20. April 2013 17:51 Uhr

    "Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe..."

    Hehehe, schon eine Komödie, die Bundesliga. Musste ich einfach gerade dran denken.

    22 Leserempfehlungen
  6. Es gehört doch ( nicht nur in Bayern) zum guten Ton der Oberschicht ( NEIN Magnolia Lane at Augusta- ich bin nicht neidisch-hab nur erkannt,das das letzte Hemd keine Taschen hat!!) Steuern ab einen bestimmten Einkommen mit diversen Tricks zu veruntreuen.

    Interessant das gerade die grossen moralischen TalkshowTalker der konservativen Seite für sich immer in Anspruch nimmt, Vorbild zu sein.
    Wobei mit der anderen Hand auf die ausländischen Schmarotzer verwiesen wird.

    Wenn man weiss, wer wen in Bayern kennt, sind die "Rekorde" des FCBayern logisch nachzuvollziehen. Allianz und Co ..danke.

    Für mich soll und kann jeder soviel verdienen , wie er möchte. Und wer sich nicht an Gesetze hält, muss die Folgen tragen.

    Wie wunderbar die bayrischen Gerichte in Deutschland ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, sehen wir ja in diesen Wochen.

    40 Leserempfehlungen
  7. an ihrem Kommentar sieht man genau die Intention mancher Zeitungen und wie über Neid einfachste Gefühle im Wahlvolk aufgestachelt werden sollen.
    Egal: natürlich finde ich das Verhalten auch nicht gut. natürlich ist eine Straftat zu vergelten.
    Aber: man muss sich der medialen und parteipolitischen Absichten durchaus bewusst sein (vergl Fleischhauer weiter oben).
    Die wahren " Asozialen" und "Systemgewinner" in dem Land sind eigentlich die staatsabhängig Bediensteten , die sich ihre Pfründe sichern und vornehmlich eben grün wählen, wie uns die Statistik verrät.
    Auf deren MIst ist die Anfeindung gewisser Schichten gewachsen ,sodass wetier zum Staat umverteilt werden kann.
    Skandal!

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Traurig"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    widersprechen. Mein Kommentar hat überhaupt nichts mit Neid und Missgunst zu tun. Ganz im Gegenteil. Ich habe Herrn Hoeneß eigentlich immer für eine integre Person gehalten.
    Hier geht es um grundsätzliche Gerechtigkeit und nicht um Neid. Dass gerade Menschen mit so einem Vermögen ihr Geld ins Ausland schaffen müssen, das finde ich einfach traurig. Und das ist mit sehr großer Sicherheit lange kein Einzelfall.
    Und das, obwohl Schröder den Spitzensteuersatz (mit Bilderberger Trittin) so radikal gesenkt hat.

    man muss ihn ja nicht beweisen. Deshalb ist dieser Vorwurf auch sinnlos und wird nur von Leuten gebracht, die sich entweder Argumentationslos rechtfertigen wollen oder andere aufhetzen wollen.

    Übrigens, zu Fleischhauer. Je weiter rechts man steht, desto früher beginnt links. Deshalb alles nur eine Ansichtssache.

    Zum Artikel:
    Ich werte dies als Erfolg des Kaufs der Steuer CD. Da darf man nicht locker lassen. Ich denke mal, das jetzt selbst die hartgesottenen langsam weichgekocht sind. Ob das ein Herr Hoeneß ist oder jemand anders ist mir egal. Der wird sowieso nicht das einzig bekannte Gesicht bleiben.

    für einen sind es die beamten für die anderen die harz 4 empfänger und aktuell sind es zur abwechslung mal die reichen.

    was mir jedenfalls auffällt ist das man immer als neidisch abgestempelt wird wenn man es begrüßt das auch die reichen sich an das gesetz und unsere solidargemenschaft halten müssen. reichtum verpflichtet das steht auch in unserem grundgesetz, und das aus sehr guten grund, seit der wiedervereinigung hat es eine massive umverteilung von unten nach oben gegeben. daher ist zum einen nur gerecht das jetzt der umgekehrte weg beschritten wird und zum anderen ist umverteilung staatsräson um den sozialen frieden zu wahren.

    deshalb ist es richtig und wichtig das menschen den öffentlichen lebens welche steuern hinterziehen auch öffentlich gemacht werden. um ein zeichen zu setzen damit die entscheidung steuern zu hinter ziehen so schwer wie möglich gemacht wird. wenn man sich nicht aus ethisch moralischen gründen gegen steuern hinterziehung entscheidet dann wenigstens aus der angst davor erwischt zu werden.

    • cb81
    • 20. April 2013 18:42 Uhr

    Und wer ist der sogenannte Staat?! Am Ende doch alle Bürger, die steuerehrlich ihr Geld verdienen. Auch ein Herr Hoeneß hätte nie so sicher sein Geld verdienen können, wenn er nicht auf die Infrastruktur und den sicheren deutschen Markt hätte vertrauen können.

    • edgar
    • 20. April 2013 20:21 Uhr

    ... doch lediglich das Argument, hinter dem sich viele vor dem berechtigtem Vorwurf der Ungrechtigkeit verbergen wollen.
    Über die Frage was warum gerecht oder ungerecht ist kann man sich sehr wohl argumentativ unterhalten.- das haben schon große Philosophen getan.
    Über Neid kann und muss man sich nicht unterhalten, vor allem wenn er lediglich nach Beliebigkeit unterstellt wird.

    Aber mit diesem Schein-Argument disqualifizieren Sie und andere sich regelmäßig.

    • Hokan
    • 20. April 2013 21:04 Uhr

    einem nationalem Aufruf für ein Bündnis zwischen zwischen Harz-IV-Habenichtsen, Geringverdienern und Besitzbürgertum gegen diese verdammte Blutsaugermafia der Staatsbediensteten. Hier hat jemand DIE freidemokratische Sehnsucht formuliert. Nie wieder den Fuß eines Steuerbeamte auf deutscher Erde!

    • hairy
    • 20. April 2013 21:15 Uhr

    "Die wahren " Asozialen" und "Systemgewinner" in dem Land sind eigentlich die staatsabhängig Bediensteten."

    Das ist eine jämmerliche Verallgemeinerung. Das gros der Leute im Staatsdienst verdient mittelmäßig. Schauen Sie sichzB. mal die Einkommen von jungen Wissenschaftlern an: Freund von mir arbeitet an einem Max-Planck-Institut. Verdienst ungefähr das, was der Institutspförtner auch bekommt.

    Gewinner gibts im Beamtenwesen ganz oben vermutlich auch, aber bitte nicht solche Pauschalsätze ablassen!

    "Die wahren " Asozialen" und "Systemgewinner" in dem Land sind eigentlich die staatsabhängig Bediensteten , die sich ihre Pfründe sichern und vornehmlich eben grün wählen, wie uns die Statistik verrät."

    Aua! So viel Mist in einem Satz ist schwer verdaulich. Was haben die Grünen jetzt wieder damit zu tun? Wissen Sie, was ein staatsabhängig Bediensteter verdient? Man mag ja politische Präferenzen haben, aber eines sollte man nicht tun. Noch mehr Abbau von Bürokratie fordern. Denn Bürokratie hat seinen Zweck. Andernfalls drohten uns griechische Verhältnisse. Und offensichtlich haben wir nicht zu viel Bürokratie, sondern eher zu wenig. Sonst wäre es Menschen wie Hoeneß nicht möglich, ihre absurden Vermögen in die Schweiz zu transferieren, um Steuern zu sparen.

    Und dann ist doch eines seltsam. Da schwimmt einer in Geld und es nicht abzusehen, dass die Quelle versiegt, aus dem er seinen Reichtum speist und trotzdem scheint es diesem Mann nicht zu reichen.

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich gönne jedem seine Millionen. Hoeneß hat sie sich sicher verdient. Ich bin zum Glück weitgehend neidbefreit. Aber ich kann nicht nachvollziehen, wie man zwar einerseits vom deutschen Staat in hohem Maße profitiert, ihm andererseits nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnt.

    Infamia, nicht staatsbedienstet und grünsymphatisant.

    ...von der die neoliberal denkenden Menschen mit ihrer tiefen Verachtung für "Staatsbedienstete" träumen?

    Mancher kann sich vielleicht noch an die Bilder von Müllbergen erinnern, als es in ferner Vergangenheit große Streiks im öffentliche Dienst gab. Aber was denn für Straßen? Natürlich gäbe es ohne einen funktionierenden Staat über kurz oder lang kein intakte Straßennetz mehr, was wohl auch besser so wäre, denn da draußen wären keine Polizisten im Einsatz, die die Sicherheit gewährleisten könnten. Schulen? Universitäten? Alles Fehlanzeige.

    Natürlich kann man all diese Dienste privatisieren, bis man erstaunt feststellt, dass es mit der Vereinbarkeit von allgemeiner Grundversorgung und privatem Gewinnstreben nicht weit her ist. Beispiele dafür gibt es aus den vergangenen Jahren zur Genüge.

    Also ist man einstweilen froh, dass doch noch der eine oder andere Staatsbedienstete den Müll beseitigt, die Sicherheit gewährleistet oder die Kinder unterrichtet. Und selbstverständlich hätten wir längst einen grünen Bundeskanzler (Kanzlerin), wenn das die Wählerschaft dieser Partei wäre, denn es gibt viel zu tun, damit ein großes Gemeinwesen zum Wohl aller funktionieren kann.

    Diese Menschen verdienen Respekt für ihre Arbeit. Sie pauschal als Schmarotzer, politische Fantasten und notorische Neidhammel zu diffamieren, finde ich im hohen Grade unverschämt. So unverschämt, wie die unterschwellige Vorstellung von zweierlei Steuerrecht für Lohnsteuerzahler und Wohlhabende.

    Ihre Argumentation ist doch sehr einseitig und auch beleidigend.

    Die meisten kritischen Forum-Beiträge argumentieren ja nicht gegen das Vermögen von Uli Hoeneß und seine Erfolge im sportlichen und persönlichen Bereich. Es wird kritisiert, dass er trotz seines großen Vermögens wohl Steuern hinterzogen hat und darauf hoffte, mit dem von CDU/CSU/FDP vorangetriebenen Steuerabkommen mit der Schweiz straffrei sein kriminelles Verhalten vertuschen zu können. Das ist eindeutig keine Neiddebatte.

    Ihr Nachsatz

    "Die wahren " Asozialen" und "Systemgewinner" in dem Land sind eigentlich die staatsabhängig Bediensteten, die sich ihre Pfründe sichern und vornehmlich eben grün wählen, wie uns die Statistik verrät. Auf deren Mist ist die Anfeindung gewisser Schichten gewachsen, sodass weiter zum Staat umverteilt werden kann. Skandal!"

    ist mit seiner Pauschalierung nicht nur absurd, sondern beleidigt eine Vielzahl von Menschen im Staatsdienst, die wichtige Aufgaben für die Gesellschaft wahrnehmen.

    ... hängt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, cw
  • Schlagworte Uli Hoeneß | Horst Seehofer | SPD | Bundesregierung | Joachim Poß | Bundesliga
Service