Uli Hoeneß"Wasser predigen und Wein saufen"

Er soll Millionen in der Schweiz vor dem Finanzamt versteckt haben. Stimmt das, wird Uli Hoeneß den FC Bayern nicht so führen können wie bisher, kommentiert O. Fritsch. von 

Präsident des FC Bayern München Uli Hoeneß am Spielfeldrand (Archiv)

Präsident des FC Bayern München Uli Hoeneß am Spielfeldrand (Archiv)  |  © Friso Gentsch/dpa

Die Reise nach Hannover hat er geschwänzt, am Dienstag will Uli Hoeneß gegen den FC Barcelona wieder ins Stadion kommen. Alleine, dass sich die Frage nach seiner Anwesenheit zum Duell der Giganten gestellt hat, belegt die Dimension des jüngsten Falls, des Steuerfalls Uli Hoeneß.

Der Präsident des FC Bayern hat nach Angaben des Focus, dessen Herausgeber im Verwaltungsrat des Klubs sitzt, sich selbst der Steuerhinterziehung angezeigt und einen millionenschweren Abschlag gezahlt. Die Behörden sollen sein Haus am Tegernsee durchsucht haben – trotz Selbstanzeige, was genauso außergewöhnlich anmutet wie die Tatsache, dass die Selbstanzeige öffentlich geworden ist.

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Das am Wochenende kursierende Gerücht, dass Hoeneß einen Betrag von mehr als 500 Millionen Euro angehäuft habe, hat sich wohl als falsch herausgestellt. Doch als unzweifelhaft dürfte gelten, dass der Bayern-Präsident dem deutschen Finanzamt einen siebenstelligen Eurobetrag an Zinsgewinn vorenthalten hatte.

Pflichten, Disziplin, Kaufmannsethik

Trotzdem dürfte Hoeneß wegen seiner Selbstanzeige gute Chancen auf einen Freispruch haben. Die Sache hat aber nicht nur eine juristische Seite, denn sie betrifft den seit über zwei Jahrzehnten wichtigsten und mächtigsten Mann im deutschen Fußball. Hoeneß kämpfte zwar auch mal mit unsauberen Mitteln, etwa beim geheimen Deal mit dem Rechtehändler Leo Kirch vor rund zehn Jahren. Doch selbst auf viele Kritiker wirkte Hoeneß integer und rechtschaffen.

Auf Moral legte Hoeneß großen Wert, sie war sein Instrument. Zuletzt wollte er mehr sein als ein Fußballpräsident, sprach in Talkshows und auf Wirtschaftskongressen von sozialen Pflichten, Disziplin, Kaufmannsethik. Mit seiner Glaubwürdigkeit ließ sich für Finanzprodukte werben. Hoeneß wünschten sich viele Leute als Politiker, er war eine Art Schattenbundespräsident, ein Gesprächspartner Angela Merkels. Im Herbst 2012 sagte er bei Günther Jauch über mögliche Steuererhöhungen: "Davon haben wir gar nichts! Am Ende gehen die Reichen nach Österreich und in die Schweiz." Er sagte auch: "Wein saufen und Wasser predigen, bringt uns nicht weiter."

In diesem Stil führte er auch seinen Verein, beide sind gemeinsam berühmt geworden. Hoeneß war der FC Bayern, der FC Bayern war Hoeneß. Der Privatmann lässt sich nur schwer vom Präsidenten trennen. Er stand für Solidität, er stand für das Festgeldkonto. Vom Turbokapitalismus der Scheichs und Russen in England und Frankreich grenzte er sich genauso ab wie von der Verschwendungssucht spanischer oder italienischer Vereine. Ein Mann mit Fallhöhe.

Wie tief der wohlmeinende Patriarch nun fällt, ist noch offen. Weiter führen will Hoeneß die Bayern als Präsident jedenfalls. An einen Rücktritt denke er nicht, sagte er der Sport Bild. Doch wird er nicht in dem Stil führen können wie bisher, als Verfechter konservativer Werte, als Saubermann. Es dürfte ihm schwer fallen, "den Saustall" (Hoeneß) des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter zu kritisieren. Er dürfte unglaubwürdiger wirken, wenn er vom Uefa-Präsidenten Michel Platini Strafe für diejenigen fordert, die gegen Financial Fairplay verstoßen. Und bei der Debatte um solidarische Verteilung von TV-Geld könnten ihn einige Konkurrenten aus der Bundesliga, zumindest die Sauberen, an ein Konto in der Schweiz erinnern.

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Leserkommentare
    • bayert
    • 21. April 2013 20:28 Uhr

    selbst wenn Uli H. das gesamte Geld verschenkt hätte: Er wäre immer noch reich und würde den Verlust nicht bemerken. Die Steuern zu zahlen wäre ein Klacks gewesen.

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    Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.
    Arthur Schopenhauer, 1788-1860

  1. Hier passt vieles nicht zusamen.

    Ich fasse zusammen:

    1. Eine Selbstanzeige kommt normalerweise nicht an die Öffentlichkeit. Das ist ein sehr diskreter Vorgang. Dass Hoeneß über seinen Dutzfreund Marktwort vom Focus selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist, hat etwas Besonderes zu bedeuten. Allein die Selbstanzeige wäre nicht an die Öffentlichkeit gekommen, so dass Hoeneß damit auch nicht freiwillig seine Reputation vernichtet hätte.

    2. Nach einer Selbstanzeige gibt es für gewöhnlich keine Hausdurchsuchung (wie es sie einigen Medienberichten zu Folge bei Hoeneß gegeben haben soll).

    3. Mehrere hundert Millionen Euro kann Hoeneß normalerweise nicht als
    Spieler, Manager und auch nicht mit der Wurstfabrik verdient haben.

    Sorry, aber das passt alles noch nicht zusammen. Entweder wird derzeit größtenteils die Unwahrheit (im Sinne von "erfunden") berichtet, oder das alles ist erst der Anfang von etwas Größerem.

    Für jeden, der etwas Einblick in die Materie hat, passt das alles nicht zusammen bzw. das alles ist bisher unplausibel und entspricht nicht jahrelang in der Praxis gemachten Erfahrungen.

    Ich würde mir wünschen, wenn unsere Presse vorstehende Punkte einmal aufgreifen würde. Bisher werden von unserer sog. "Qualitätspresse" unisono nur Fragmente berichtet. Villeicht wären die Journalisten gut beraten, sich einmal bei Praxisexperten zu informieren.

    30 Leserempfehlungen
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    aus der zahlreiche Medienvertreter offenbar sensationsheischend abgekupfert haben, angereichert z.T. mit "astronomischer" Phantasie. (Ich frage mich, in wieviel Stunden die Milliardenhöhe Steuerschuld erreicht sein wird)

    Zu Ihrem Punkt 2...."Noch am Mittwoch hatte Hoeneß auf Nachfrage der AZ entschieden dementiert, dass gegen ihn in Steuersachen ermittelt wird. Auch dass Fahnder sein Haus am Tegernsee schon im Januar durchsucht hätten, hat der Bayern-Präsident bestritten...."
    http://www.abendzeitung-m...

    Vielleicht hat er ja von Ermittlungen gegen sich erfahren und nutzt nun die Selbstanzeige um von anderen Sachen ablenken bzw. diese mit der Selbstanzeige erklären zu können?
    Andererseits werden in Deutschland Hausdurchsuchungen bei minderjährigen Schülern auch schon wegen Beleidigungen oder dem Kopieren von CDs gemacht...

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

    • mick08
    • 22. April 2013 0:09 Uhr

    Es könnte sein, dass die Steuerbehörden schon ermittelten, denn laut Stern vom 16. Januar 2013, 11:40 Uhr, also 3 Tage nach Hoeneß' Selbstanzeige:

    "Ein Spitzenvertreter der deutschen Fußball-Bundesliga soll ein Vermögen in dreistelliger Millionenhöhe auf einem Schweizer Nummernkonto versteckt haben. Das Konto wurde nach Informationen des stern bei der Privatbank Vontobel geführt. … Vontobel-Klientel erstmals im Visier der Fahnder …

    Danach beziehen sich die vorliegenden Angaben auf die Jahre 2000 bis 2009. In dieser Zeit sollen längerfristig Wertpapiere und Barvermögen in Höhe von 600 Millionen Schweizer Franken gebunkert gewesen sein. In der Spitze sollen Konto und Depot um die 800 Millionen Franken schwer gewesen sein. Das waren selbst zu dem damals noch schwächeren Frankenkurs umgerechnet rund eine halbe Milliarde Euro. Nach heutigem Kurs entspricht diese Summe bis zu 650 Millionen Euro."

    http://www.stern.de/sport...

    In Deutschland gab es schon mal Devisenbewirtschaftung. So um 1936.

    Also: ich halte die Amoralität einer Geldanlage in der Schweiz für nicht gegeben, sondern es ist eher die Notwendigkeit einer Geldanlage, wenn die eigene Währung (Euro) seit 2002 gegen den Schweizer Franken fast 100 % an Wert verloren hat. Einkünfte aus Zinsen, Dividenden und Spekulationsgewinne werden in der Schweiz für deutsche Staatsbürger mit dem gleichen Quellensteuersatz versteuert wie in Deutschland. Schweizer zahlen mehr. Ich sehe ab 2009 keine Steuerhinterziehung, wie sie hier allenthalben in den Medien suggeriert wird.

    Das kann dann nur Kapitaleinkünfte vor 2009 betreffen, die davor in Deutschland noch der Kapitalertragssteuer unterlagen, einer so ungerechten Steuer, dass man sie abgeschafft hat, weil sich alle Bürger aller Schichten davor drückten. Ein Staat kann unmoralische Steuern erheben. Das BVG hat dazu einiges in Richtung der Regierungen gesagt.

    Die Selbstanzeige beim Finanzamt mit strafbefreiender Wirkung unterliegt dem Steuergeheimnis. Dass der "Focus" mit dieser Information haussieren geht, ist wirklich sehr befremdlich und setzt einen Rechtsbruch voraus. Hier müsste die Staatsanwaltschaft ermitteln.

    Die Informationen scheinen aber aus der Staatsanwaltschaft München an die Öffentlichkeit gelangt zu sein. Das wiederum ist schon sehr merkwürdig, da die Staatsanwaltschaft bei Selbstanzeige beim Finanzamt nicht eingeschaltet wird. § 353b StGB Verletzung des Dienstgeheimnisses?

    Moralischer Rigorismus, Bigotterie, der hysterische Ruf "haltet den Dieb" beherrschen die Szene. Ja, der Staat kann unmoralische Steuern erheben, und er tut das auch. Jeder Mensch, gleichgültig welcher politischen "Provenienz", hat zu seinem eigenen Geld eine "Liebesbeziehung". Es ist daher logisch, dass er dessen Verlust vermeiden will. Der Staat handelt nicht per se moralisch. Das ist eine Illusion. Man sieht es auch in Frankreich. Die Sozialisten, vor einem knappen Jahr mit einem übersteigerten Anspruch bezüglich Ethik und Moral angetreten, haben ihre selbst deklarierten Wertvorstellungen innerhalb eines Jahres durch ihre Spitzenvertreter bereits auch selbst ad absurdum geführt. Wenn die Steuersätze global "harmonisiert" und alle "Steuerschlupflöcher" gestopft würden, also wirklich niemand mehr ausweichen könnte, stiege die Steuerbelastung auf ein unerträgliches Mass und die Systeme brächen zusammen. Also bitte etwas Augenmass.

    • ascola
    • 23. April 2013 16:29 Uhr

    Zu 1.: Laut Focus-Chefredakteur Sonntag Abend bei G. Jauch ist die Redaktion selbst auf den Fall gestoßen und ist eher gegen als mit Markwort damit raus gekommen. Man kann's zwar kaum glauben, aber vielleicht doch ein Stück integrer investigativer Journalismus? und dazu noch eine Portion: besser der Focus als andere, für den Focus wie auch für Hoeneß?

    Zu 2.: wenn die Behörden Zweifel haben müssen, dass die Selbstanzeige aus freien Stücken geschah - und das wird ja diskutiert - , müssen sie auch Zweifel haben, dass Unterlagen nicht beiseite geschafft werden, und dann müssen sie durchsuchen.

    Zu 3.: Er wird jetzt als Zocker beschrieben, Spiegel Online berichtet, er habe sich ein Bild der "bulls and bears" auf den Grund seines swimming pools malen lassen. Hier lässt sich viel Geld machen, gerade von denen, die viel einsetzen und bewegen können. Es kann viele Motive für die Hinterziehung geben, auch noch wenig diskutierte wie:
    - Spielsucht (vgl. die Beschreibungen auf Spiegel Online, Hoeneß als Spielernatur);
    - Er wollte den FC Bayern schützen, der ja auch von der Reputation des Festgeldkontos lebt und zehrt in der Branche, da hätte ein prall gefülltes Spiel- und Zockerkonto in der Schweiz des Mister FC Bayern nicht gut dazu ausgesehen. Vielleicht hat Hoeneß der Diskretion des Finanzamtes nicht vertraut. Und die Zinsen wahrscheinlich eh nicht als versteuerungsnotwendig angesehen, politisch betrachtet.

    • imp34
    • 21. April 2013 20:32 Uhr

    Dieses Lied beschreibt hervorragend die Scheinheiligkeit in Politik und Wirtschaft:

    Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten
    Ihre guten, alten Werte sind fast immer die verkehrten
    Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln
    Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln
    (...)
    Es ist 'ne riesen Konjungtur für Rattenfänger
    Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger
    'Ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher
    Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher
    Und sie sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt
    Und nach den Schlimmsten werden Plätze und Flugplätze benannt

    44 Leserempfehlungen
  2. ...

    Die Runde Stoiber, Markwort und anderer - heißt es jetzt verdiente oder verdienende (?!) - Ehrenmänner, mit denen Herr Hoeneß regelmäßig in den FC Bayern-Gremien zusammensitzt, wird schon darauf achten, dass dem "Sünder" eine deutliche, aber auch nicht völlig überzogene Verwarnung erteilt wird. Das muss schon sein, denn wer sich erwischen läßt...

    Und die vielen Gespräche haben doch bisher schon bestens funktioniert. Die rechtzeitige Selbstanzeige rührt ja mit Sicherheit aus intensiven Gesprächen über die Steuermoral und der daraus rührenden Einsicht und tiefempfundenen, ehrlichen Reue und keinesfalls, weil einer der Herren Herrn Hoeneß den kleinen Hinweis gegeben haben könnte, dass der Name "Hoeneß, Uli" auf irgendeiner Steuer-CD oder bei OffShore-Leaks aufgetaucht sein könnte.

    Einen mit dem Bayerischen Verdienstorden (anno 2002), einen der so viel für circensem Fußball getan hat, nein, so einen läßt man in Bayern, unter guten Freunden, nicht einfach so fallen...

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    Vielleicht hat der Uli ja eine Wette verloren oder hat irgendjemand in dem Klub mal zu kräftig vors Schienenbein getreten...

    Jo mei... Was passiert denn schon? Wenn er wirklich eine Selbstanzeige getätigt hat, fallen richtige Strafen schon einmal aus. Und am Stock gehen wird er dann finanziell auch nicht. Der ganze Fußball-Zoo ist ja dermaßen verlogen und korrupt, dass er dort wirklich nicht aus dem Rahmen fällt. Sollte es doch Bestrebungen geben, ihm zum Rücktritt zu nötigen, wird er ganz schnell mal beim Markwort aus dem Nähkästchen plaudern...

    Es wird langsam mal Zeit, für solche Vergehen anständige Strafen auszuteilen. So eine Reise nach Schweden wäre mal nicht schlecht. Halt wie bei jedem Betrüger der mit solch hohen Geldsummen hantiert.

  3. Derzeit fragt sich die Öffentlichkeit, wo die besagten (bis zu) 650 Millionen Euro, die er angeblich in der Schweiz haben soll, herkommen bzw. wie er die "verdient" hat.

    Als Spieler, Manager und Wurstfabrikinhaber kann er diese Summe kaum verdient haben.

    Man muss davon ausgehen, dass Hoeneß nicht alles legal in Deutschland erworbene Geld, was sicherlich auch viele Millionen Euro sind, sofort in die Schweiz geschafft hat. Zumal sich das Finanzamt in diesem Fall dann sicherlich auch für den Verbleib interessiert hätte.

    Man kann also davon ausgehen, dass Hoeneß auch noch viel legales bzw. deklariertes Vermögen besitzt.

    Wenn man nun überlegt, dass das Einkommen und das Vermögen aus der Spieler-, Manager- und Fabrikbesitzertätigkeit dem Finanzamt also bereits bekannt war, ist umso interessanter, wo diese hunderte von Millionen Euro herkommen sollen. Sofern dieses Geld legal verdient und versteuert wurde, geht es die Öffentlichkeit nicht unbedingt etwas an. Aber spannend wird es, falls da doch nicht alles mit rechten Dingen zuging.

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  4. andere , vor allem , ARME Menschen zu wettern. Ich schlage vor, das Herr Hoeneß, 1/3 des Geldes an den Staat abgibt, 1/3 für soziale Dinge spendet und sich dann überlegt,..was er mit dem ganzen Zaster GUTES tun kann. 650 Mio, so wird "kolportiert" sind ne Menge Holz.

    Darüberhinaus bin ich auch dafür jedem ne zweite oder dritte Chance zu geben..( OHNE Gefängnis)..

    Und ich finde, es wird Zeit, das die armen Menschen ( aus meiner Sicht 50% der Bevölkerung) ein Grundeinkommen bekommen...und sich auch creativ weiterentwickeln können. Die unterschiedliche Bezahlungen sind menschenverachtend und nicht mehr zu rechtfertigen. Die Schweizer haben jetzt 100000 Unterschriften zusammen..,. dort kann es gelingen. DENN: Viele Menschen brauchen eine Grundlage, nur wenige brauchen 800 Millionen , um leben zu können.
    ...

    18 Leserempfehlungen
    • shtok
    • 21. April 2013 20:42 Uhr

    nun nicht der sympathischste Charakter im Fussball ist, dort macht er seinen Job anscheinend gut und hat seinen Verein solide aufgestellt. Eine Vielzahl würde Steuerhinterziehung betreiben, wenn es tatsächlich um die kolportierten Summen geht.
    Es ist auch unter Unternehmern bekannt, das die Finanzämter der beiden südlichen Bundesländer am Flexibelsten und Unternehmerfreundlichsten Sinn. Das man sich jetzt über diese Selbstanzeige aufregt, auch in Reihen der Politik, ist doch nur als Witz anzusehen.
    Wenn die Politiker in D sich wie in Frankreich öffentlich erklären müssten, würde Herr Hoeness wie ein Hütchenspieler wirken.

    Was imltho in D schief läuft ist, dass man sich seine Absolution in D kaufen kann, da reicht schon die Selbstanzeige aus. Hier in Nordamerika hätte er nicht so leichtes Spiel, und würde sogar mit Haft rechnen können.

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    ... es tatsächlich um die kolportierten Summen geht."

    Beweise, Beweise! In Wirklichkeit braucht es schon eine gewaltige Gier, um sich bei den "kolportierten Summen" noch mit Steuervergehen zu verlustieren. Das widerspricht meiner Erfahrung nach dem Verhalten von Normalbürgern, denen man bitte nicht alles nachsagen sollte, nur weil sie nicht die Wehrhaftigkeit unserer Eliten haben.

    Passend zur Abgreiferei bis die Steuerfahndung kommt ein anderer aktueller Einblick in den Nebel des weiss-blauen Finanzsumpfes: "Der Sohn als IT-Verwalter, die Ehefrau als Sekretärin: Weil einige Abgeordnete ihre Familienmitglieder gegen Bezahlung für sich arbeiten lassen, rumort es wieder in der CSU. Jetzt hat Ministerpräsident Seehofer ein Machtwort gesprochen." (http://www.sueddeutsche.d...)

    Und dass ausgerechnet in dieser Phase von süddeutschen Finanzferkeleien (oder -straftaten) von oben herab, 32.000 bislang in staatlichem Besitz befindliche Wohnungen (GBW) an einen Investor verscheppert werden, um einer EU-Forderung im Zusammenhang mit den verzockten BayernLB-Milliarden nachzukommen, lässt auf einen lebhaften Wahlkampf hoffen. Immerhin ist Wohnraum in z.B. München seit Jahren so teuer, dass die Frage zwingend ist, für wen hier eigentlich Politik gemacht und spekuliert wird (siehe etwa BayernLB Kredite an Bernie Eckelstone für die Formel 1, Hypo Alpe Adria oder -- upps -- HRE)

    Kai Hamann

  5. versteht wer will, aber hat sich schon mal irgendwer gefragt was die unfähigen Politiker mit unserem Geld anstellen? Und davon nie genug bekommen? Hat schon jemals ein Politiker sich dahin geäußert dass der Staat endlich mal zum Sparen anfangen sollte? Darüber sollte man sich aufregen und nicht wenn einer sein wohlverdientes Geld im Ausland anlegt um es vor den gierigen Politikern zu schützen. Wir sind zu einer schäbigen Neidgesellschaft verkommen.

    10 Leserempfehlungen
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    ist eine Straftat.
    Ob Ihnen das gefällt oder nicht!

    Wenn Sie mit der Verwendung der Steuergelder unzufrieden sind - im September haben Sie wieder die Möglichkeit, das politische Personal zu ändern...

    "Komische Moralvorstellungen" kann ich nur bei Ihnen erkennen!

    • dacapo
    • 21. April 2013 22:08 Uhr

    Von welchem Neid reden Sie? Wer ist neidisch auf Höneß, wer überhaupt könnte neidisch sein, auf die Millionen, am Finanzamt vorbei geschummelten? Der Neid käme dann doch nur von Gleichgesetzten, mit gleicher Kohle im Hintergrund. Der Neid spielt sich nur auf einer gleichen Ebene ab. Wenn z.B. Höneß seit Jahren sein Geld vermehr und treuselig versteuert hatte, dann kam irgendwann der Neid auf, auf Bekannte, auf Leute seines Freundeskreises, die ihr Geld am Finanzamt vorbei steuerten und somit mehr Geld anhäufen konnten. Darauf wird man dann irgendwann neidisch. Das macht eine sogenannte Neid-Diskussionen überflüssig, die ja ohnehin nicht stattfindet, sondern nur künstlich immer wieder in die Runden geschmissen werden.
    Komische Moralvorstellungen scheinen Sie allerdings zu haben, wenn Sie die Verfehlungen des Herrn Höneß verharmlosen wollen.

    sondern vor dem deutschen Volk. Ich bin ja kein Fan von Schäuble, aber ich glaube irgendwie nicht, dass er sich von Hoeness' Kohle ein Schloss bauen wollte.

    Trotzdem wäre es hübsch, man würde die Kirche im Dorf lassen. Hier könnte sich nämlich die nächste mediale Hetzjagd andeuten. Denn über Personalisierung und Emotionalisierung kriegt man prima viele Klicks, und dementsprechend haben Zeit, SZ, faz und mittlerweile auch bild.de Hoeness ganz oben. So wichtig ist es dann auch wieder nicht.

    [...[
    In einem Staat gibt es einen Staatshaushalt. Mal ganz abgesehen davon, ob einem einzelne oder mehrere Posten darin gefallen oder nicht, Steuern sind eine staatsbürgerliche Pflicht. Alles andere ist... siehe oben. Noch Fragen?

    Bitte verzichten Sie auf diffamierende Vergleiche. Danke, die Redaktion/fk.

    aber mich überkommt Zorn, wenn ich mir vor Augen halte, dass solche Leute, die so gerne den Rechtschaffenen geben, den Grundsatz "Eigentum verpflichtet" offenbar lediglich dahingehend interpretieren, dass sie es als ihre oberste Pflicht ansehen, Ihr Vermögen eben der Gemeinschaft zu entziehen, die ihnen erst ermöglicht hat, es überhaupt zu erwerben.

    Pfui Teufel!

    das sich die Bevölkerung ständig fragt, wie viel kosten uns die Hartz IV Empfänger. Nun, ein Hartz IV Empfänger belastet das Budget der Steuerzahler nicht nur ansatzweise wie ein Uli Hoeneß der sch entschieden hat seine aus seinem Reichtum entstandenen Verpflichtungen nicht zu erfüllen. Hoeneß belastet den Steuerzahler mit Millionen, ein Hartz IV Empfänger maximal mit ein paar 1000 Euro. Und bei dem Hartz IV Empfänger kontrolliert der Staat bis ins Eingemachte, während Herr Hoeneß sich allen Kontrollen weitgehend entziehen kann. Die Kontrollen finden bei ihm erst statt seit die Staatsanwaltschaft ermittelt,. während ein Leistungsempfänger von Anfang an alles offen legen muß.

    Politiker sich dahin geäußert dass der Staat endlich mal zum Sparen anfangen sollte?

    So wie sich die Sachlage darstellt hat dieser, ihrer Meinung nach geneidete Mensch, auch Kirchensteuern hinterzogen. ;-)

    Erstens sind unsere Politiker ja derzeit schon sehr damit beschäftigt, ob und wie man spart und der Ruf nach Sparen ist relativ laut unter unseren Politikern geworden. Man mag darüber streiten, ob der eingeschlagene Weg immer der richtige ist, aber ich bin mir derzeit sicher, Sparen steht ziemlich weit oben auf der Agenda unserer Politiker.

    Zweitens ist das eingenommene Geld des Staates letztlich Ihr Geld, welches Sie in Form von einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur (darüber gibt es keinen Zweifel), Schulen, Kindergärten ect. pp.. täglich in Anspruch nehmen. Wenn also ein Mensch wie Uli Hoeneß dem Staat seine Steuern vorenthält, ist das letztlich Diebstahl an Ihnen, denn Sie dürfen dann umso mehr Steuern bezahlen. Schließlich wollen Sie ja weiterhin unsere sehr gute Infrastruktur und den Rest nutzen. Oder liege ich da etwa falsch?

    Ich rege mich also sehr wohl über Steuerhinterziehung auf, weil man mich beklaut und nicht irgendwelche Politiker, die das Geld nur verwalten (ob gut oder schlecht, darüber darf man streiten).

    Wenn Ihnen der eingeschlagene Weg nicht passt, dürfen Sie das alle vier Jahre per Wahlentscheid versuchen zu ändern. Pauschalkritik an den Politikern verbietet sich also.

    Wenn alle die Steuern zahlen würden, die sie zahlen müssten, wäre die Steuerlast des einzelnen geringer, auch Ihre! Hoeneß beklaut also Sie, nicht einzelne Politiker. Das hat nichts mit Neid zu tun, das ist ein Fakt.

    Ob diese Millionen oder Milliarden durch Politiker verprellt und verschachert werden oder bei Fehlinvestitionen (Beck) und in Griechenland verbrannt werden, ist kein Unterschied. Hoeness muss in Sack und Asche laufen, fehlspekulierende Politiker kriegen den Verdienstorden angeheftet. Ein Kreuz auf dem Wahlzettel woanders zu machen bei Politikversagern ist keine Lösung. Und wenn ja, hat Hoeness dieses Recht ebenfalls und die Sache ist erledigt.

    Und dann hatte Uli Hoeneß höchstselbst die Gelegenheit, in die Politik zu gehen, denn die CSU hatte ihn zu einer Kandidatur ermuntert, was er aber ablehnte. Wahrscheinlich wusste er da schon, dass er ein Problem hat.

    Er hätte also Gelegenheit gehabt, auf legalem Wege zu entscheiden, was mit seinen und unseren Steuern passiert.

    Manchmal wünschte ich mir ich würde mir das alles genauso gerne und selbstverständlich so einfach machen und einfach alles nur schwarz-weiß sehen. Wenn es mir so einfach fallen würde, ohne differenzierte Reflektion "den bösen Politiker" (und sonst alle, die mir gerade vor die Flinte laufen) als Feindbild zu identifizieren, wäre mein Leben sicherlich um einiges einfacher. Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Deutschland mich zu so etwas macht.

    Redaktion

    Sie fragen: "Hat sich schon mal irgendwer gefragt was die unfähigen Politiker mit unserem Geld anstellen?"

    Ja, das passiert täglich hundertfach, an guten Tagen auch an diesem Ort. Steuerverschwendung ist falsch, Steuerhinterziehung ist verwerflich. Ich wüsste nicht, warum ich mich für einen Vorwurf entscheiden sollte.

    Zu dem Vorwurf, ich würde moralisch argumentieren: Ja, warum denn nicht? Wie denn sonst? Meinen Sie vielleicht so: "Was für eine Niederlage für Hoeneß! Er hat sich erwischen lassen." Das wäre eine moralfreie Argumentation. Wär das besser?

    Ich glaube, Ihr Ductus ist nicht korrekt gewählt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ich sehe das ein wenig anders: Nicht Politiker STATT Hoeneß , sondern Politiker UND Hoeneß müssen hinterfragt werden. Und sicher noch einige andere der Edlen. VIP: Vieles Ist Pose...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Uli Hoeneß | Wein | Angela Merkel | Bundesliga | Fußball | FC Barcelona
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