SteuerhinterziehungHoeneß gesteht schweren Fehler ein

Uli Hoeneß hat sich erstmals zu seiner Steueraffäre geäußert. Sein Schweizer Konto sei ein großer Fehler gewesen, den er mit seiner Selbstanzeige wiedergutmachen will.

FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß

FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß  |  © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat sich angesichts seiner Selbstanzeige erstmals reumütig gezeigt: "Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen", sagte Hoeneß der Zeitschrift Sport Bild.

Hoeneß will die Angelegenheit jetzt offensiv angehen. "Ich will reinen Tisch machen. Das Gesetz bietet ja diese Möglichkeit", sagte der 61-Jährige. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Demnach habe er versteuertes Geld in der Schweiz gelagert und damit spekuliert. Die bei Gewinnen fällige Kapitalertragssteuer habe er aber offenbar nicht gezahlt.

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Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung handelte es sich bei dem fraglichen Geld um insgesamt 20 Millionen Mark (gut 10,2 Millionen Euro), die Hoeneß im Jahr 2000 vom damaligen Chef des Sportartikelherstellers Adidas, Robert Louis-Dreyfus, erhalten haben soll. Fünf Millionen Mark seien von Louis-Dreyfus direkt überwiesen worden, fünfzehn Millionen seien eine Bürgschaft für einen Kredit gewesen.

Die Zahlung ist dem Bericht zufolge auch deshalb brisant, weil Adidas sich nur ein Jahr später mit zehn Prozent am FC Bayern beteiligte. Bisher gibt es keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen dem privaten Geschäft von Hoeneß und dem Vereinsgeschäft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München II laufen die Ermittlungen gegen Hoeneß weiterhin nur wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

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Leserkommentare
  1. "Ich will reinen Tisch machen. Das Gesetz bietet ja diese Möglichkeit"

    Der zweite Satz entlarvt und zeigt, dass es sich einfach und ausschließlich um Taktik handelt.
    Immer noch nicht´s hat er verstanden, nichts!

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    wenn Sie nicht das Gleiche machen würden im Falle einer Steuerhinterziehung etc.. Im übrigen soll man, sofern man ein Bayern Gegner ist Fan, cool bleiben und da nichts an einzelnen Personen auslassen. Ansonsten wäre es nur konsequent, wenn Sie heute Abend aus Protest München Barcelona bestreiken würden und den TV kalt lassen.

  2. Zugegebenermaßen das Gesetz gibt Anreize sich selbst anzuzeigen, was ich für eine "realpolitisch" richtige Entscheidung halte.
    Dennoch macht es für mich auch moralisch einen Unterschied, ob sich jemand selber anzeigt oder ob jemand erwischt wird.

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    Hoeneß hat sich selbstangezeigt weil er plötzlich einen Anfall von Moral
    hatte sondern weil er sich in die Enge getrieben fühlte durch einen Bericht im Stern.
    Ich persönlich glaube dem erstmal kein Wort mehr.

    • hladik
    • 23. April 2013 12:52 Uhr

    ... er sich selbst anzeigt, weil er davon ausgeht, bald erwischt zu werden, und er so den zu erwartenden Schaden minimieren will?

    • Panic
    • 23. April 2013 14:40 Uhr

    Das er sich selbst angezeigt hat, macht moralisch keinen Unterschied. Wie die Moral im Kern aussieht, das macht den Unterschied. Und von "einem" Fehler zu sprechen, ist bei dieser Thematik der blanke Hohn. "Ein" Fehler, der sich über Jahre durch das Leben des Uli Hoeneß zieht. Welchen Multiplikator setzt man da an?!

    cheers

  3. Das gesetz ist richtigerweise dazu da.
    Und er bezahlt doch dann alles, was sich alel darueber aufregen, er ahette es auch heimlich wegschaffen koennen, nach Singapur oder sonst wo hin.

    Und die 10 Mio Euro sind immernoch nicht bestaetigt, ich wuerde mir wuenschen ,daß Mutmaßungen außen vor bleiben wuerden, das ist auch Meinungsmache im Stile der Bild...

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    Und er bezahlt doch dann alles, was sich alel darueber aufregen

    Wissen Sie, ich hab einmal einen Taschendieb erwischt, der an meiner Hosentasche nestelte. Ich blickte auf, sah ihn an, hielt mein Geld fest. Und während er sich trollte (und weg war, noch bevor ich meinen Augen wieder traute), sagte mir seine Körpersprache: "Sei doch cool, Mann, ist doch nix passiert, alles noch da, probieren wird man es doch wohl mal dürfen".

    Jaja ich weiss, UH hat sich selbst angezeigt. Hätte er das auch getan, wenn die Schlinge um Steuerhinterzieherkonten im Ausland nicht langsam enger würde? Glaub ich nicht.

  4. Mich wundern nur die ganzen Leute, die im Profifußball immer noch mehr sehen möchten, als eine riesige Geldmaschine und Cashcow. Ich würde mir doch lieber auf die Zunge beißen, als zu jubeln bloß weil der Verein mit dem so ein zwielichtiger Egoshooter seine Millionen macht eine Meisterschaft gewinnt. Das kann ich nur unter fehlgeleitetem Herdentrieb verbuchen. Die einzigen die in so einem Fall "mein Verein" sagen können sind die denen dieser Verein wirklich gehört. Und das sind nicht die Fans oder die Spieler. Das sind die Vorstandsvorsitzenden oder andere, die ihre Gewinne damit machen.

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    Immer wieder interessant, wie manche Einzelpersonen meinen über der (dummen) Herde zu stehen, indem sie meinen als einziger in der Lage zu sein, zwischen moralisch vertretbarem Verhalten und "fehlgeleidetem Herdentrieb" zu unterscheiden. Nur weil Sie dem Profifußball den Rücken kehren sind nicht alle, die das nicht tun, fehlgeleitet. Merken Sie sich eines: Nicht nur Sie sind in der Lage zu denken, auch andere Menschen laufen nicht nur willenlos der Masse hinterher.

    schna´sel hat schon Recht,stef8187, Wer da immer noch

    dieswm Fussball zu Jubelt

    trotz allem was da rund um so passiert&nicht nur

    dass mit dem Grossen Geld

    Handelt irgentwie nicht so ganz Rational

  5. "Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen".

    Mal sehen, ob das Gericht nicht doch nachweisen kann, dass nicht die Einsicht, etwas falsch gemacht zu haben, zur Selbstanzeige führte, sondern die Tatsache, dass er mit einer Aufdeckung rechnen musste.

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  6. ob er bedauert das er Steuern hinterzogen hat, also Geld von der Gemeinschaft gestohlen hat.

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    • mick08
    • 23. April 2013 14:36 Uhr

    ja, natürlich sind das gestohlene Gelder.

    Andere Sportler leiten das Geld aber gleich am Land vorbei, indem sie einfach den Wohnort wechseln. Ich würde für eine faire Betrachtung auch mal die Relation insgesamt vorschlagen zu betrachten:

    "ein Mann, der in den vergangenen 20 Jahren rund 50 Millionen Euro Steuern gezahlt hat und seine mit 30.000 Euro dotierten Vorträge immer einem guten Zweck spendet…"

    http://www.spiegel.de/spo...

    Da hat UH vielleicht mehr für die Gesellschaft getan als Rummenigge oder die, die einfach ihren Wohnort verlegen, um zu vermeiden etwas von dem, was ihnen letztlich die Gesellschaft gegeben hat, zurückzugeben. UH hat sich nicht so unsolidarisch und selbstsüchtig wie diejenigen verhalten, die einfach ihren Wohnort ändern, um Steuern umschiffen zu können.

    In jedem Fall vergessen wohl die meisten, die zu Geld oder auch nicht zu Geld kommen, dass wir alle nackt und mit Nichts auf die Welt kamen und auch wieder nackt und mit Nichts von dieser Welt abtreten. Alles was wir besitzen kommt letztlich von anderen, selbst die Möglichkeit zu arbeiten und Geld kommt von anderen, all das stellen andere zur Verfügung oder fragen diese Dinge ab. In dem Sinne hat jeder auch Verantwortung etwas zurückzugeben von dem was er erhielt.

    Und das hat UH zumindest auch gemacht. Ich rechne ihm das an. Das mit der Heiligennummer, sei's drum. Der Absturz lädt zur Katharsis ein und ist sie in gewisser Weise auch.

  7. Pardon, aber ist das Thema nicht langsam ausgereizt.

    Drei Tage mit H. und jeder Menge Fotos des Herrn sind mehr als genügend...

    Oder gibt es derzeit keine anderen Themen, die sich "verkaufen" lassen?

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    Naja, es ist Wahlkampf.
    #Aufschrei ist durch, Frauenquote ist durch. Jetzt ist Hoeneß dran und muß für eine schwarz-gelbe Regierung den Kopf hinhalten. Weil Steinbrück es ja besser gemacht hätte und sich frau Merkel plötzlich von hoeneß distanzieren muss.
    Komischerweise fragt niemand danach, was denn unsere Politiker/innen mit dem Steuergeld von Hoeneß gemacht hätten! Entweder hätte man es für alternativlose Rettungsorgien in der Eurozone ausgegeben oder man hätte es an die Nehmerländer des Bundesfinanzausgleiches überwiesen.
    Aber bitte nicht so naiv sein und denken, daß die paar Milliönchen dafür verwendet worden wären, qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsplätze oder Schulen zu schaffen. Wo denken Sie hin? ;)

    MfG
    FT

    In den anderen Medien heissst die neue Sau schon Götze.

    Das gleiche habe ich auch zum Thema Boston gelesen.

    Meine Maus hat ein Rad, an dem ich drehe und schon sind die Themen, die mich nicht interessieren, WEG.

    • mick08
    • 23. April 2013 14:39 Uhr

    Glaube das Thema ist Katalysator für andere Themen die die Gesellschaft hat: Werteverfall, Wertevorstellung, öffentliche Bildnisse, Vorbilder, Orientierung und Orientierungslosigkeit in einer komplexen Welt. Da war UH mitten drin und als 'Heiliger' überschaubar …

  8. Reinen Tisch machen? Darauf darf man gespannt sein. Offensichtlich handelt es sich hier nicht nur um einen Fall von Steuerhinterziehung. Wenn der das Adidas-Geld der Lohn für die Adidas-Beteiligung war und wenn das „Schweizer Geld in Adidas Aktien sich auf wundersame Weise vermehrte, weil der geheime Kreditgeber (Adidas-Chef) absehen konnte was passiert? Der Kurs der Aktie dümpelte zu der Zeit bei 10 bis 15 Euro. Heute übrigens bei c a76.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, jt
  • Schlagworte Uli Hoeneß | Adidas | FC Bayern München | Ermittlung | Kredit | Staatsanwaltschaft
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