Dortmund - BayernWembley wirft nur kurze Schatten

Die Generalprobe für das Champions-League-Finale zwischen dem BVB und Bayern endet Unentschieden. Ein Freundschaftsspiel war es deshalb nicht. Von E. Kühl, Dortmund von 

Dortmunds Nuri Sahin (links) im Zweikampf mit Mario Gomez vom FC Bayern

Dortmunds Nuri Sahin (links) im Zweikampf mit Mario Gomez vom FC Bayern  |  © Patrik Stollarz/Getty Images

Für Fußballfans zählen an Spieltagen nur zwei Orte: die Theke und – frei nach BVB-Legende Adi Preißler – auf'm Platz. An der Theke brutzelt die Wurst und fließt das Bier. Hier treffen früher oder später die Fans beider Mannschaften aufeinander. Wer wissen will, wie die Stimmung ist und was die Fans bewegt, muss also an der Theke vorbeischauen.

 Auf'm Platz, das ist schon eine andere Sache. Fußballspieler haben die schlechte Angewohnheit, nicht immer so zu spielen wie von Fans und Trainer erwartet. Zum Glück, wie das Spiel von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern bewies.

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Wer am letzten Samstagnachmittag schon etwas früher den Weg zum Dortmunder Signal Iduna Park geschafft hat – und das waren viele – musste sich wundern: War das hier wirklich das Spitzenspiel der Fußballbundesliga oder nicht doch eher das Frühlingsfest in Recklinghausen?

Auf'm Vorplatz vermischten sich gelbe und rote Trikots zu einer frühlingshaften Farbenpracht. Im Biergarten neben dem Stadion fachsimpelten Pöhlerkappenträger mit Filzhütlern in brinkhoff'scher Bierseligkeit und auf dem Rasen vor den Westfalenhallen sonnten sich kalkweiße Männerbäuche. Vom angeblichen Hass zwischen Dortmund- und Bayernfans keine Spur.

Vielleicht benötigten einfach alle eine Pause nach diesen turbulenten Wochen. Wochen, in denen die gemeinsame Geschichte des BVB und des FC Bayern um mehr als nur ein Kapitel länger wurde: Die alles überstrahlende Rekordsaison der Münchner, das Duell im DFB-Pokal, die Hoeneß-Steueraffäre, der Wechsel von Mario Götze, das Gezänke um Robert Lewandowski – lange war die Atmosphäre zwischen beiden Vereinen nicht mehr so vergiftet.

Dann folgte das Champions-League-Halbfinale und mit den Siegen Dortmunds und Bayerns kehrte etwas Vergessenes zurück: Demut. Bloß nicht zu viel Druck aufbauen vor dem Finale in Wembley, hieß die Devise. Das Duell in der Bundesliga habe "null Einfluss auf das Endspiel", sagte Bayerntrainer Jupp Heynckes. Und Jürgen Klopp mutmaßte sogar, dass seine Jungs richtig Haue bekommen könnten – was dann aber auch nicht weiter schlimm sei. Es geht ja in der Liga um nix mehr. War die Generalprobe also nur ein Spiel um die Goldene Ananas? Bloß Täuschung statt Taktik?

Bayern B+ gegen Dortmund A-

Argwöhnisch registrierten die Fans an der Theke die Aufstellungen beider Teams. Heynckes stellte die Mannschaft gleich auf acht Positionen um: Lahm, Schweinsteiger, Dante, Ribéry, Robben und Mandžukić standen gar nicht erst im Aufgebot, auf der Bank saßen dagegen Pierre-Emil Höjbjerg, Vladimir Rankovic und Tobias Weihrauch.

Dortmund zeigte sich weniger experimentierfreudig. Außer Mats Hummels, Lukas Piszczek und dem verletzten Mario Götze ließ Jürgen Klopp eine größtenteils eingespielte Mannschaft auflaufen.

Die ersten Minuten gehörten den Gästen. Der BVB überließ den Bayern zunächst das Spiel, ehe Kevin Großkreutz nach knapp zehn Minuten zum 1:0 traf. Spätestens jetzt merkte nicht nur Bayern-Torwart Manuel Neuer, der bei dem Treffer nicht gut aussah: So einfach wie vor zwei Wochen in Hannover, wo Bayerns B-Elf mit 6:1 gewann, würde es in Dortmund wohl nicht werden.

Dafür sorgten mittlerweile auch die Fans. "Alle sprechen vom deutschen Finale. Wir nicht. Wir sind Bayern. Scheiß BVB!" stand auf einem Plakat aus dem Gästeblock. Auf der anderen Seite mokierten die Schwarz-Gelben die Steuereskapaden – und den zukünftigen Bayernspieler Mario Götze. Hielten sich die Fans im Spiel gegen Madrid noch zurück, huschte diesmal pünktlich zum Anpfiff ein großes "Verpiss dich, Götze!"-Banner über die Südtribüne.

Leserkommentare
  1. Lieber Herr Kühl,

    Ich habe Ihren Artikel als sehr wohltuend empfunden. Würde mich freuen, öfter von Ihnen zu lesen, gerade wenn es um Dortmund und Bayern geht.

    Gruß aus Untergiesing
    Ihr Hippolyte.

  2. Für beide Teams ging es um gar nichts mehr. Deshalb ist es wenig verwunderlich, wenn München und Dortmund nicht mit den besten Spielern auflaufen. Allerdings haben die Fans wohl kaum weniger Eintritt gezahlt als für andere Spiele. Kurzfristig entscheiden, ob hin zum Spiel oder nicht, geht ja auch nicht, denn da waren schon alle Karten vergriffen.

  3. "Alle sprechen vom deutschen Finale. Wir nicht. Wir sind Bayern. Scheiß BVB!"

    Soso,die Bayern halten sich für etwas Besseres, die wollen keine Deutsche sein? Was glaubt dieses Alpenvölkchen eigentlich, wer es ist? Es ist langsam an der Zeit, diesem Amigo- und Steuerhinterzieherland, in dem in weiten Teilen noch immer und ausschließlich innerhalb des Dorfes geheiratet wird, zu zeigen, wie beschränkt deren Möglichkeiten ohne Deutschland sind.

    Zum ersten Mal drücke ich den Lüdenscheidern in einem Spiel gegen eine andere Bundesligamannschaft die Daumen. Hoffentlich verliert Bayern das CL-Finale. Hoffentlich klappt es nicht mit dem Triple. Schön wäre es, wenn die Münchner noch das Pokal-Finale vergeigenn würden. Ach, das wäre wunderbar, dann im Fernsehen das Gesicht von Uli Hoeneß zu sehen.

    Was mir spontan zu Bayern einfällt, ist ein Ministerpräsident, der die eigene Ehefrau "Muschi" nennt, Steuerhinterziehung, Vetternwirtschaft, die "Hauptstadt der Bewegung" und ein komplett durchgeknallter König, der auf Kosten seiner Untertanen Hirngespinste ausgelebt hat.

    Ja genau, Ihr seid Ihr, und Ihr seid auch noch stolz darauf.

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    Geht's Ihnen nach diesem Geschwätz jetzt besser?
    Prima.
    Dann war's ja für was gut.

    und im übrigen schauen wir nicht so darauf, ob innerhalb des Dorfes geheiratet wird. Wichtiger ist, dass intrakonfessionell geheiratet wird. Da darf's dann ruhig das nächste Dorf sein. Oder ehemalige bayerische Gebiete.

    Also, viel Spass beim Daumendrücken für die Westfalen.

    Ergebenst Ihr Amigo Hippolyte

    werd ich ein altes T-Shirt ausgraben....
    Biene Maja Style...gelber Stoff -schwarze Schrift:

    dort-Mund!
    I
    I
    V

  4. Geht's Ihnen nach diesem Geschwätz jetzt besser?
    Prima.
    Dann war's ja für was gut.

    und im übrigen schauen wir nicht so darauf, ob innerhalb des Dorfes geheiratet wird. Wichtiger ist, dass intrakonfessionell geheiratet wird. Da darf's dann ruhig das nächste Dorf sein. Oder ehemalige bayerische Gebiete.

    Also, viel Spass beim Daumendrücken für die Westfalen.

    Ergebenst Ihr Amigo Hippolyte

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    Antwort auf "Seltsam"
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    Ehemalige Gebiete? Das halbe Bayernland wurde doch mit Hilfe der Franzosen zusammengeraubt.

    Aber mit den Franzosen sind die Bayern ja ganz dicke. Was vielleicht Peter G.s Vorliebe für gewisse französische Praktiken erklärt.

  5. werd ich ein altes T-Shirt ausgraben....
    Biene Maja Style...gelber Stoff -schwarze Schrift:

    dort-Mund!
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    Antwort auf "Seltsam"
  6. 6. @4 @5

    Ehemalige Gebiete? Das halbe Bayernland wurde doch mit Hilfe der Franzosen zusammengeraubt.

    Aber mit den Franzosen sind die Bayern ja ganz dicke. Was vielleicht Peter G.s Vorliebe für gewisse französische Praktiken erklärt.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Ja do legst di nieda!"
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    geschwätz mes compliments!

  7. geschwätz mes compliments!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@4 @5"

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  • Schlagworte Bayern | Jürgen Klopp | Dortmund | Bundesliga | Fußball | Borussia Dortmund
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