Bundesliga-Vorschau : Bayern und Dortmund treffen sich zum Fummeln

Auch ein Vorspiel dauert 90 Minuten. Schalke 04 will den Taschentiger. Und Deutschland gönnt sich ein Fußballmuseum. Alles Wichtige zum 32. Spieltag
Manuel Neuer und Robert Lewandowski beim DFB-Pokalspiel im Februar © Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Borussia Mönchengladbach – Schalke 04 (Freitag, 20.30 Uhr)
VfB Stuttgart – Greuther Fürth (Samstag, 15.30 Uhr)
Hannover 96 – 1. FSV Mainz 05
Werder Bremen – TSG Hoffenheim
1. FC Nürnberg – Bayer Leverkusen
Eintracht Frankfurt – Fortuna Düsseldorf
Borussia Dortmund – Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr)
SC Freiburg – FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr)
Hamburger SV – VfL Wolfsburg (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Eigentlich ist ja schon fast alles entschieden. Wer Meister ist (Bayern), wer sich direkt für die Champions League qualifiziert (Dortmund, Leverkusen), wer sich in die Liga nur verirrt hat (Fürth). Nur unten im Keller sind noch ein Abstiegs- und ein Relegationsplatz zu vergeben. Der Verlierer des Duells Bremen gegen Hoffenheim hat darauf beste Chancen. Seit Thomas Schaaf für den sportlichen Erfolg verantwortlich ist, also etwa seit dem Beitritt Bremens zur Hanse 1260, stand es um den Klub nicht so schlecht. Seit zehn Spielen gab es keinen Sieg mehr. Hinzu kommt der Ärger mit Marko Arnautovic und Eljero Elia, zwei begnadeten, aber schlecht erziehbaren Kickern, die kürzlich wegen überhöhter Geschwindigkeit mit der Polizei aneinanderrasselten und deshalb von ihrem Verein bis Saisonende suspendiert wurden. Arnautovic hat sich nun seiner Konterstärke besonnen. Auf seiner Facebook-Seite hat er einen Post veröffentlicht: "Nur damit ihr auch mal checkt wie das so gelaufen ist…" Und in einem Interview legte er einen fast poetischen Satz nach: "Da werden Ameisen zu Elefanten aufgeblasen."

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die Spielplantüftler der DFL hatten alles gegeben. Dortmund gegen Bayern am 32. Spieltag, das sollte der Höhepunkt des Fußballjahres werden, das Spiel, das alles entscheidet. Es kam anders. Weil der FC Bayern zu stark war und beide Vereine ihr großes Glück in diesem Jahr außerhalb der deutschen Grenzen gesucht und gefunden haben. So ist dieses Spiel wohl das absurdeste Spitzenduell seit Langem. Beide Klubs werden mit ihrer B-Elf auflaufen. Auf dass der andere auch ja keine Rückschlüsse auf das große Finale am 25. Mai in London ziehen können wird! Viel mehr als ein bisschen Gefummel wird's wohl nicht werden. Passend dazu nannte das ZDF-Morgenmagazin die Partie "das Vorspiel", auch auf die Gefahr hin, dass die frivole Doppeldeutigkeit beim Zielpublikum 65+ vielleicht nicht komplett verstanden wird. Denen müsste man schon mit Sepp Herberger kommen, und mit seinem famosen Spruch: Ein Vorspiel dauert 90 Minuten.

Wer steht im Blickpunkt?

Immer noch Uli Hoeneß. Lässt er sich am Wochenende in Dortmund sehen? Auch so aber wird genug über ihn geredet und geschrieben. Hier ein paar Google-Treffer:

"Uli Hoeneß": 3.810.000 Ergebnisse
"Uli Hoeneß Steuerhinterziehung": 911.000 Ergebnisse
"Uli Hoeneß Betrüger": 368.00 Ergebnisse
"Uli Hoeneß Vorbild": 197.000 Ergebnisse
"Uli Hoeneß Mitleid": 31.600 Ergebnisse
"Uli Hoeneß Börsensucht": 29.500 Ergebnisse
"Uli Hoeneß Hofgang": 645 Ergebnisse

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Kommentare

26 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Interessantes Weltbild

Wenn man Ihre These auf das "zivile" Arbeitsleben überträgt, möchten Sie dann jeden, der ein sehr gut dotiertes Jobangebot ausschlägt, weil Arbeitsinhalte, Betriebsklima, Kollegen, ggf. sogar Identifikation mit dem Unternehmen oder der Aufgabe etc. auch eine Rolle spielen, ebenfalls sofort zur Sektenbeauftragten schicken? Oder jeden bei dem die Gefahr von mehr als 1% idealistischen oder altruistischen Motiven bei der Berufswahl besteht zum Psychologen schicken?

Werter HippoTaine,

da haben wir uns gerade erst wieder vertragen und dann ergehen Sie sich in wenig feinen Anspielungen auf Mats Hummels' Aussagen.

"Versteht irgendwer, was er da mit Kagawa und Lewandowski meint? Hört man da was Deutschtümelndes?"

Das ist doch nicht Ihr Niveau!

Was für eine Deutschtümelei Hummels' soll das denn sein? Meinen Sie, das erstreckt sich auch auf Mitspieler wie Sahin oder Gündogan? Ich denke, bei Sahin wird Hummels eher seine Freude über dessen Rückkehr ganz besonders unterstreichen. Egal ob Sahin bei der türkischen NM spielt oder bei der deutschen.

Etwas unfair.

Ich kann Sie ja verstehen, wenn Sie manche Kritik am FCB oder an Hoeneß für ungerechtfertigt empfinden.
Das dann aber mit einem Seitenhieb auf Hummels und dessen - in Bezug auf Ihre Mutmaßung ziemlich "unschuldigen", v.a. aber sehr nachvollziehbaren und erfreulichen - Aussage zu beantworten, ist etwas billig.

Ja, da hat mal ein BVB-Spieler gesagt, dass er lieber beim BVB bleibt anstatt sich abwerben zu lassen, für mehr Geld und mehr erwartbare Titel.

Treiben wir das Spiel jetzt auf die Höhe, dass die Lahms und Schweinsteigers wie selbstverständlich sich als Bayern-Dauerninventar präsentieren, aber wenn Hummels mal etwas Ähnliches zum BVB sagt, dann unterstellt man gleich unappetitliche Sachen?