Bundesliga : Düsseldorf steigt ab, Augsburg rettet sich

Fortuna Düsseldorf ist in die zweite Liga abgestiegen, Hoffenheim darf in die Relegation. Schalke 04 qualifiziert sich für die Champions-League-Quali. Die Spielberichte
Fußball, Bundesliga, 34. Spieltag, ein Düsseldorfer Spieler hat nach dem Spiel das Trikot vor dem Gesicht. ©Peter Steffen/dpa

Hannover 96 – Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0)

Vor allem in Sachen Effektivität erhielten die lediglich kampfstarken Düsseldorfer eine Lektion. Trotz teils bester Möglichkeiten waren die Gäste vor dem Tor viel zu harmlos. Hannover schlug dagegen eiskalt zu. Fortuna-Coach Meier hatte sein Team auf das entscheidende Spiel in einem Kurztrainingslager in Ostwestfalen vorbereitet. Die Maßnahme schien auch zunächst zu greifen. Angepeitscht von Düsseldorfer Anhängern, unter ihnen auch Edel-Fan Campino von der Rockband "Die Toten Hosen", zeigten die Rheinländer zu Beginn die engagierteste Leistung seit langem.

Dabei musste Meier eine Not-Abwehr aufbieten: Ohne die beiden einzigen Rechtsverteidiger im Kader, Leon Balogun (verletzt) und Tobias Levels (gesperrt), kam der Kapitän des Regionalligateams, Christian Weber, notgedrungen zu seinem zwölften Bundesligaspiel. Mittelfeldspieler Adam Bodzek rückte in die Innenverteidigung, weil die verletzten Stammkräfte Martin Latka und Stelios Malezas fehlten.

Dennoch übernahm die Fortuna kampfstark und entschlossen die Spielgestaltung, überließ Hannover dadurch aber Räume zum Kontern. Dem zum VfB Stuttgart wechselnde Konstantin Rausch brachte dies zwei Möglichkeiten ein (9./21.), beide Male verfehlte er das Tor. Kurz darauf vergab der gewohnt emsige Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz per Kopf die bis dahin beste Möglichkeit des Spiels (25.). Wie schon in der gesamten Rückrunde war die Harmlosigkeit im Angriff auch diesmal wieder das größte Problem der Meier-Elf. Vor der Pause vergab noch Matthis Bolly alleine aufs Tor zulaufend (40.).

Wesentlich effektiver zeigten sich die Niedersachsen. Auf Vorarbeit von Hannovers Rekordspieler Steven Cherundolo in dessen 300. Bundesligaspiel für 96 traf Diouf zehn Minuten vor der Pause zur Führung der Gastgeber. Möglicherweise war es das letzte Tor für Diouf im 96-Trikot. Der Senegalese dürfte Hannover nach der Saison verlassen.

Nach der Pause unternahmen die Gäste noch einmal alles. Meier schickte seine personell arg gebeutelte Elf rund fünf Minuten eher als Hannover zurück aufs Feld und brachte bereits in der 52. Minute in Stefan Reisinger einen weiteren Stürmer. Auch der konnte die eklatante Abschlussschwäche aber nicht beheben. Während sich die Gäste-Angreifer vor dem Tor teilweise selbst behinderten, schob Ya Konan eine halbe Stunde vor dem Ende zur Vorentscheidung ein und legte 15 Minuten später noch einmal nach. Sowohl bei den Spielern als auch den Fans auf den Rängen schwand danach die Hoffnung auf die Rettung. Desillusioniert ergaben sich die Gäste.

Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Djourou, Eggimann (73. Haggui), Pander - Hoffmann (65. Stindl), da Silva Pinto (80. Andreasen) - Sakai, Rausch - Ya Konan, Diouf Fortuna

Düsseldorf: Giefer - Weber, Langeneke, Bodzek, van den Bergh - Paurevic (77. Ilsø), Fink (52. Reisinger) - Bolly (68. Kruse), Lambertz, Bellinghausen - Schahin

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen) –

Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Diouf (36.), 2:0 Ya Konan (61.), 3:0 Ya Konan (76.)

Gelbe Karten: Diouf (6) / Langeneke (4), Paurevic (1), van den Bergh (4)

Beste Spieler: Cherundolo, Rausch, Ya Konan / Bolly 

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Kommentare

69 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Der BVB war Spielbestimmendd

obwohl sie eigntlich gar nichts tun müssten haben sie schönen Fussball gezeigt, Klopp hat zu dem dann noch Auswechselspieler gebracht, und es gab 2 Elfmeter. Es war keine schlechte Leistung von Dortmund, und wenn Hoffenheim gewinnt dann gewinnen Sie, das ist kein Grund Dortmund zu diffamieren. Das sind vermutlich die gleichen Leute die beim Malaga Spiel auf dem Abseitstor rum reiten, die so etwas schreiben aber dieses Abseitstor der Dortmunder gerne gelten lassen würden.... usw.

Was ich gesehen habe war eigentlich ok

Dortmund vielleicht nicht so stark wie sonst, aber die haben auch nicht 100% gegeben, wäre auch riskant wegen Verletzungen. Aber eigentlich lag das 2:0 in der Luft. Wenn die Elfmeter wirklich Zufall waren und nicht gekauft ;) vielleicht hat dieser Verein ja Weidenfeller z.B. ein paar Millionen gegeben damit er nen zweiten Elfmeter provoiziert ;). In diesem Falle sollte man das gelassen sehen. Und noch hat Hoffenheim es ja noch nicht geschafft, sollten Sie absteigen hat sich u.u noch nicht mal etwas geändert. Und wenn sie absteigen dann hat die zweite Liga ihren Spass mit einer Mannschaft die dann wohl ein Jahr später ohnehin wieder in der Bundesliga wäre.

Allgemein vs konkret

Ich habe konkrete Dinge kritisiert an diesem Spiel.
Primitive Aktionen einiger Fans.
Eine jämmerliche Torausbeute
Und eine mehr als dumme Aktion von Hummels eine Woche vor dem CL Finale.
Ds Spiel schönzureden finde ich zum Lachen. Und glauben Sie mir lxththf, Kleinkariertheit liegt mir fern.

Mich ärgert das Spiel das der BVB heute abgeliefert hat. Dass die BVB Fans s anders interpretieren, liegt in der Natur der Sache.

Ein Schelm...

Allein schon der erste Elfmeter... Und dann das nicht gegebene Tor. Ein "aktives Einwirken" ist da wirklich etwas weit hergeholt.

Ein fader Beigeschmack verbleibt auch deswegen, weil die vorläufige Rettung Hoppenheims nun Düsseldorf in die zweite Liga gebracht hat. Auf der einen Seite also dieser Event-Club Hoffenheim mit Dieter, der ja ach so viel für den Fußball getan hat (angeblich). Auf der anderen Seite der Verein, dessen Fans ja bei der letzten Relegation dem Fußball ach so sehr geschadet haben (angeblich). Und dann der DFB, der es natürlich in der Hand hat, ob ein Schiedsrichter auch in Zukunft erste Liga pfeift.

Ein Schelm...

Natürlich

schießt Geld im heutigen Fussball Tore. Aber im Gegensatz zu Dietmar Hopps Kunstprodukt "1899" (welch ein geschickter Marketing-Gag) Hoffenheim waren bei den Traditionsvereinen zuerst die Erfolge da, dann kamen mehr Zuschauer, mehr Sponsoren, etc. Bei Hopp ist es genau umgekehrt.

Es bleibt natürlich jedem unbenommen, ein Anhänger dieses oder jenen Vereins zu sein, aber ich persönlich würde mir als sog. "Hoffenheim-Fan" lächerlich vorkommen.

mir schwätzet hier vom ländle

kein problem mit der grundaussage, aber „ […] seiner Region, die völlig brach lag [...]“ halte ich – äh - doch für ein bisschen gewagt.

der rhein neckar kreis hatte dank seiner ländlichen besiedlungsstrukur (keine stadt über 50.00 einwohner) vor hoffenheim zwar nie bundesligafussball im angebot (was je nach bedarf, spielzeit (waldhof, ksc) und reiselust (vfb – 60km luftlinie) aber zu machbaren bedingungen kompensierbar war/ist) - ist als teil der sog. metropolregion rhein neckar aber alles andere als „brachland“ - siehe SAP : )

Traditionsvereine I

" Aber im Gegensatz zu Dietmar Hopps Kunstprodukt "1899" (welch ein geschickter Marketing-Gag) Hoffenheim waren bei den Traditionsvereinen zuerst die Erfolge da, dann kamen mehr Zuschauer, mehr Sponsoren, etc. Bei Hopp ist es genau umgekehrt"

Die sogenannten Traditionsvereine haben ihre Erfoge zum größten Teil in der Bundesliga erzielt. Wer das Glück hatte in den ersten Jahren nach Gründung der Bundesliga in diese aufgenommen zu werden bzw. aufzusteigen, konnte seine Marktmacht ausbauen. Hoffenheim steht für den Rhein-Neckar-Raum (nmW wollte Herr Hopp zunächst eine Fusion der beiden Mannheimer Vereine unterstützen). In diesem Raum teilten sich 4 Ludwigshafener und drei Mannheimer Vereine sowie Worms und Frankenthal die Aufmerksamkeit der Oberligazuschauer. Ein Großverein existierte nicht. Zusätzlich gab es in diesem Raum Spitzensport in anderen Sportarten (Ringen, Gewichtheben, Radsport, Tennis, Hockey, Basketball, Rugby). Als der SV Waldhof den Aufstieg schaffte, verbot man ihm nach einiger Zeit in Ludwigshafen zu spieln (Mayer-Vorfelder?). Der Weg vom Vereinsheim zum Stadion war sicher bei manchen anderen Vereinen länger.

Traditionsvereine II

Es gab auch früher Vereine, die nur durch Sponsoren die Bundesliga erreichten (Fortuna Köln, Wattenscheid 09, FC Homburg). Und solange Leverkusen und Wolfsburg mehr gegen den Abstieg als um die Meisterschaft kämpfen musste, störten sie auch die anderen Fans kaum (ausgenommen Lokalrivalen).
Seit Bayer, Wolfsburg oder Hoffenheim in die oberen Regionen der Tabelle gelangten, ist das Geschrei wegen der Plastikvereine groß.
Ich gehe davon aus, dass dieses Geschrei zum größten Teil von Erfolgsfans kommt, die sich hauptsächlich über die Erfolge "ihrer Vereine" identifizieren.