Hannover 96 – Fortuna Düsseldorf 3:0 (1:0)

Vor allem in Sachen Effektivität erhielten die lediglich kampfstarken Düsseldorfer eine Lektion. Trotz teils bester Möglichkeiten waren die Gäste vor dem Tor viel zu harmlos. Hannover schlug dagegen eiskalt zu. Fortuna-Coach Meier hatte sein Team auf das entscheidende Spiel in einem Kurztrainingslager in Ostwestfalen vorbereitet. Die Maßnahme schien auch zunächst zu greifen. Angepeitscht von Düsseldorfer Anhängern, unter ihnen auch Edel-Fan Campino von der Rockband "Die Toten Hosen", zeigten die Rheinländer zu Beginn die engagierteste Leistung seit langem.

Dabei musste Meier eine Not-Abwehr aufbieten: Ohne die beiden einzigen Rechtsverteidiger im Kader, Leon Balogun (verletzt) und Tobias Levels (gesperrt), kam der Kapitän des Regionalligateams, Christian Weber, notgedrungen zu seinem zwölften Bundesligaspiel. Mittelfeldspieler Adam Bodzek rückte in die Innenverteidigung, weil die verletzten Stammkräfte Martin Latka und Stelios Malezas fehlten.

Dennoch übernahm die Fortuna kampfstark und entschlossen die Spielgestaltung, überließ Hannover dadurch aber Räume zum Kontern. Dem zum VfB Stuttgart wechselnde Konstantin Rausch brachte dies zwei Möglichkeiten ein (9./21.), beide Male verfehlte er das Tor. Kurz darauf vergab der gewohnt emsige Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz per Kopf die bis dahin beste Möglichkeit des Spiels (25.). Wie schon in der gesamten Rückrunde war die Harmlosigkeit im Angriff auch diesmal wieder das größte Problem der Meier-Elf. Vor der Pause vergab noch Matthis Bolly alleine aufs Tor zulaufend (40.).

Wesentlich effektiver zeigten sich die Niedersachsen. Auf Vorarbeit von Hannovers Rekordspieler Steven Cherundolo in dessen 300. Bundesligaspiel für 96 traf Diouf zehn Minuten vor der Pause zur Führung der Gastgeber. Möglicherweise war es das letzte Tor für Diouf im 96-Trikot. Der Senegalese dürfte Hannover nach der Saison verlassen.

Nach der Pause unternahmen die Gäste noch einmal alles. Meier schickte seine personell arg gebeutelte Elf rund fünf Minuten eher als Hannover zurück aufs Feld und brachte bereits in der 52. Minute in Stefan Reisinger einen weiteren Stürmer. Auch der konnte die eklatante Abschlussschwäche aber nicht beheben. Während sich die Gäste-Angreifer vor dem Tor teilweise selbst behinderten, schob Ya Konan eine halbe Stunde vor dem Ende zur Vorentscheidung ein und legte 15 Minuten später noch einmal nach. Sowohl bei den Spielern als auch den Fans auf den Rängen schwand danach die Hoffnung auf die Rettung. Desillusioniert ergaben sich die Gäste.

Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Djourou, Eggimann (73. Haggui), Pander - Hoffmann (65. Stindl), da Silva Pinto (80. Andreasen) - Sakai, Rausch - Ya Konan, Diouf Fortuna

Düsseldorf: Giefer - Weber, Langeneke, Bodzek, van den Bergh - Paurevic (77. Ilsø), Fink (52. Reisinger) - Bolly (68. Kruse), Lambertz, Bellinghausen - Schahin

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen) –

Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Diouf (36.), 2:0 Ya Konan (61.), 3:0 Ya Konan (76.)

Gelbe Karten: Diouf (6) / Langeneke (4), Paurevic (1), van den Bergh (4)

Beste Spieler: Cherundolo, Rausch, Ya Konan / Bolly