Bundesliga : Rückschlag für den HSV

Nur 1:1 gegen Wolfsburg – der HSV hat im Rennen um die Europa League wichtige Punkte liegen gelassen. Freiburg kann dagegen weiter hoffen. Die Spielberichte

Hamburger SV – VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)

Der Hamburger SV hat im Rennen um die Europa League schon wieder einen Rückschlag kassiert. Gegen den Nordrivalen VfL Wolfsburg kamen die Hanseaten nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und liegen damit zwei Spieltage vor Ende der Bundesliga-Saison drei Punkte hinter dem Tabellensechsten SC Freiburg. Nationalspieler Heiko Westermann brachte die Gastgeber Sekunden vor der Pause in Führung. Doch Makoto Hasebe rettete den Niedersachsen mit seinem Treffer in der 65. Minute einen verdienten Punkt. Der VfL ist nun seit acht Spielen ungeschlagen.

Die Hausherren präsentierten sich über weite Strecken nicht reif für den Europapokal. HSV-Trainer Thorsten Fink musste gleich auf sieben Spieler verzichten. Kurzfristig fiel auch noch Linksverteidiger Marcell Jansen wegen Magen-Darm-Problemen aus. Für ihn rückte Zhi Gin Lam in die Startformation, der jedoch zunächst sehr unsicher wirkte. Viele seiner Pässe gingen rückwärts zu dem Torwart Jaroslav Drobny, der den gelbgesperrten Nationaltorwart René Adler gut vertrat.

Viel Arbeit bekamen jedoch vorerst weder Drobny noch Gegenüber Diego Benaglio. Nur ein Volleyschuss von Rafael van der Vaart nach schöner Kombination sorgte in der 4. Minute kurz für Aufregung, doch Benaglio stand genau richtig und hatte keine Mühe. Eine Schwalbe von Heung-Min Son im Wolfsburger Strafraum ahndete Schiedsrichter Jochen Drees (Münster-Sarmsheim) zurecht mit Gelb (20.).

Eine Woche nach dem 1:4 beim FC Schalke 04 bekamen die Hamburger das Spiel nicht unter Kontrolle. Die Wolfsburger wagten ebenfalls nur wenig. So musste ein Aussetzer von HSV-Abwehrspieler Westermann in der 31. Minute her, um für etwas Belebung zu sorgen. Ivica Olic war jedoch zu überrascht, als Westermann neben den Ball trat. Der VfL-Angreifer hatte zwar freie Bahn, schoss aber überhastet in die Arme von Drobny.

Aber auch offensiv sorgte Westermann für Gefahr. Nach van der Vaarts feinem Freistoß verlängerte der 29-Jährige den Ball mit dem Hinterkopf zum 1:0 ins Tor. Es war sein dritter Saisontreffer.

Nur Sekunden nach der Pause hätte Dennis Diekmeier schon eine Vorentscheidung herbeiführen können. Nach schönem Zuspiel von Tomas Rincon lief Diekmeier allein auf Benaglio zu, setzte den Ball aber über das Tor. Allmählich wurde die Partie munterer, weil nun endlich auch die Wolfsburger zielstrebiger nach vorn spielten. Die besseren Chancen aber hatte noch der HSV. Son zwang Benaglio mit einem Fernschuss zur Parade (59.), auch bei Lams Aufsetzer war der Schweizer Schlussmann gefordert (61.).

Das Tor erzielte dann aber Wolfsburg. Nach einer Flanke des gerade eingewechselten Ivan Perisic war Hasebe per Kopf zur Stelle, weil die HSV-Abwehr dem Rechtsverteidiger zu viel Platz ließ. Nun wackelten die Hamburger bedenklich. Allein Bas Dost hätte bei drei ganz dicken Gelegenheiten (72./75./77.) für die Gäste nachlegen müssen, verpasste aber ebenso wie Naldo (72.) die überfällige Führung. So blieb es beim letztlich gerechten Remis.

Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Rajkovic, Westermann, Lam (88. Bruma) - Rincón (78. Ilicevic), Badelj - Son, van der Vaart, Jiracek (84. Beister) - Rudnevs

VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Knoche, Rodriguez - Medojevic, Polak - Vieirinha (85. Schäfer), Diego, Arnold (64. Perisic) - Olic (64. Dost)

Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim)

Zuschauer: 50.135

Tore: 1:0 Westermann (45.), 1:1 Hasebe (65.)

Gelbe Karten: Diekmeier (6), Rincón (2), Son (4) / Perisic (2), Vieirinha (2)

Beste Spieler: Badelj, Drobny / Hasebe, Rodriguez

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Kommentare

68 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Alles im grünen Bereich

Vor ein paar Tagen noch wollte ich schreiben, wie fair die letzten Spiele waren, es gab glaube ich keine Karten. Jetzt gleich 5 und 1 Rote oben drauf. Trotzdem war es insgesamt eine faire Partie, abgesehen von der überflüssigen Aktion von Rafinha. Ansonsten Gelbe für taktische Fouls, vielleicht nicht nett, gehört aber zu einem ordentlichen Spiel dazu und nicht im Geringsten bösartig.
Zum Elfmeter meine ich: wenn ManCity in der 90. Minute wegen dem Handspiels von Subotic einen Elfmeter bekommt, warum sollte man hier drüber diskutieren? Diese ausgleichende Gerechtigkeit würde mir im Finale aber noch besser gefallen - und das Lewa dann natürlich auch trifft :-)
Das Spiel selbst von Beiden wie erwartet mit angezogener Handbremse. Anscheinend ist der BVB mit seiner Spielweise tatsächlich eine der wenigen Mannschaften, die diesen bärenstarken Bayern Paroli bieten können. Aber ob's im Finale reicht?
Zu Götze muss ich ehrlich sagen, von mir aus braucht er nicht mehr für den BVB zu spielen, meinetwegen kann er sich das Finale von der Bank der Bayern aus angucken. Umso mehr gönne ich es den übrigen BVB-Spielern, den Henkelpott zu holen...:-)

Körperoberfläche

"Wenn ich schon sehe, wie Boateng meist gegen Angreifer im Strafraum mit hinter dem Rücken verschränkten Armen agiert"

Macht das nicht jeder international spielende Verteidiger so?

"Früher musste die Hand zum Ball gehen, heute muss sie nur im Weg sein und die Spieler müssen lernen ihre Reflexe auszuschalten und dürfen sich nicht mehr schützen!"

Naja, sie können sich wegdrehen und bei am Körper liegenden Armen interessiert es ja meist auch niemanden ob der Ball an die Hand geht. Einziges Problem, das ich dabei sehe ist, dass die Sprungkraft dann eingeschränkt ist.

Das Problem an diesem Arm hochnehmen ist auch, dass man eigentlich immer die Körperoberfläche vergrößert. So ja auch am Samstag. Da wo der Ball an die Hand gegangen ist, kommt ein Abwehrspieler ja normal gar nicht hin.

Steht im Regelbuch überhaupt etwas

von Körperfläche vergrößern?
Soweit ich mich erinnere muss "einfach" nur auf Absicht oder nicht entschieden werden. Und nicht auf unnatürliche Handbewegung oder eine vergrößerte Körperfläche.

"Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem
Arm absichtlich berührt. Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der
Situation auf
die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),
die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel),"

Gibt es noch einen Abschnitt im Regelbuch der das unabsichtliche Vergrößern der Körperfläche ahndet?

Keine Ahnung

Vermutlich eher nicht. Das ist aber eine Auslegung, die in meinen Augen durchaus Sinn macht. Zumal man ja immer fragen kann was absichtlich und was nicht ist -- ich fand etwa die Hand Boatengs ging durchaus absichtlich zum Ball. Aber ich bin auch parteiisch :) Es bleibt aber natürlich wie immer man es auch macht schwierig für Schiedsrichter zu entscheiden und das mit der Körperoberfläche und einem gewissen Zwang für Verteidiger aktiv was gegen Hand am Ball tun zu müssen ist wenigstens halbwegs objektiv zu beurteilen.