Europa League : Schon wieder heißt der Sieger Chelsea

Der FC Chelsea bezwingt im Endspiel der Europa League Benfica Lissabon 2:1. Der Sieg kam auf ähnlich dramatische Weise zustande wie der Champions-League-Sieg im Vorjahr.
Der FC Chelsea feiert seinen 2:1-Sieg gegen Benfica Lissabon in Amsterdam. © Michael Steele/Getty Images

Ein Jahr nach dem Champions-League-Sieg hat der FC Chelsea im Europa-League-Finale gegen Benfica Lissabon einen historischen Triumph gefeiert. Dank der Mauer-Taktik des Vorjahrs und eines Last-Minute-Treffers von Branislav Ivanovic (90.+3) bezwangen die Londoner den aufopferungsvoll kämpfenden portugiesischen Rekordmeister glücklich.

Vor 46.163 Zuschauern in der Amsterdam Arena brachte Fernando Torres (59.) Chelsea in Führung, Óscar Cardozo (68.) erzielte per Handelfmeter den zwischenzeitlichen Ausgleich. Zehn Tage vor dem Showdown in der Champions League zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund hält Chelsea als erster Club die beiden wichtigsten kontinentalen Vereinstrophäen gleichzeitig. Benfica konnte hingegen seinen Euro-Fluch nicht beenden und verlor 51 Jahre nach dem Erfolg im Landesmeister-Pokal auch das siebte internationale Endspiel in Serie.

Die Chelsea-Führung verursachte eine tolle Einzelleistung von Fernando Torres, der sich im Lauduell gegen Ezequiel Garay durchsetzte und auch Benfica-Schlussmann Artur gekonnt aussteigen ließ. Doch als Chelseas Abwehrspieler Cesar Azpilicueta der Ball im Strafraum unglücklich an die Hand sprang, verwandelte Cardozo den fälligen Strafstoß zum Ausgleich.

Die Portugiesen zeigten von der ersten Minute an, dass sie sich in der Außenseiterrolle wohl fühlten. Benfica brachte die unaufmerksam wirkende Chelsea-Abwehr mit schnellen Kombinationen durcheinander. Unter der Regie von Enzo Perez auf der zentralen Mittelfeldposition dominierte die Elf von Jorge Jesus das Geschehen klar.. 

Im Abschluss präsentierte sich Benfica zudem alles andere als zielstrebig: Weder Cardozo (11.) noch Nicolas Gaitan (12.) brachten den Ball aus aussichtsreicher Position an Petr Cech an den Londonern vorbei.

Die Londoner brachten ähnlich wie vor Jahresfrist im Münchner Champions-League-Finale im Spiel nach vorne zunächst wenig Konstruktives zustande, anders als damals stand diesmal aber auch ihre Abwehr nicht. Kapitän Frank Lampard wurde zwar immer wieder als Anspielstation gesucht, bekam die Fäden aber nicht in die Hand. Langsam und bedächtig baute der Tabellendritte der Premier League auf und spielte den Portugiesen damit in die Karten. Auf ihren Routinier John Terry hatten die Londoner verzichten müssen. Wegen einer Knöchelverletzung blieb dem vor einem Jahr im Finale rotgesperrten Nationalspieler erneut nur die Zuschauerrolle.

Erst nach 38 Minuten geriet das Tor des portugiesischen Rekordchampions erstmals in Gefahr, doch Schlussmann Artur konnte Lampards Ball aus gut 20 Metern zur Ecke ablenken. Diese vergebene Schusschance schien den FC Chelsea allmählich aus seiner Lethargie zu wecken. Der von Coach Benitez überraschend ins Aufgebot berufene frühere Bundesligaprofi Marin fieberte auf der Bank mit, wartete aber bis zum Ende vergeblich auf seinen Einsatz.

Wer nach dem Seitenwechsel eine aktivere Chelsea-Mannschaft erwartet hatte, sah sich zunächst getäuscht. Benfica dominierte auch weiterhin das Spiel. In der 51. Minute wurde ein Kopfballtor von Cardozo nicht anerkannt, weil der Schütze knapp im Abseits stand. Nach Eduardo Salvio mit einem Kopfball (59.) an Cech gescheitert war, leitete der tschechische Torhüter mit einem weiten Abwurf das 1:0 für Chelsea ein. Hugo Mata verlängerte den Ball auf Torres, der sich von niemandem mehr aufhalten ließ.

Nach dem Ausgleich suchten beide Teams die Entscheidung. In der 81. Minute verhinderte Cech das Siegtor für Benfica, als er einen Cardozo-Schuss über die Latte lenkte. Zwei Minuten vor dem Ende setzte Lampard auf der Gegnseite einen Ball aus zwanzig Metern an die Latte. Den Siegtreffer übernahm dann Ivanovic.

Benfica Lissabon: Artur - André Almeida, Luisão, Garay (78. Jardel), Melgarejo (66. John) - Matic - Salvio, Pérez, Gaitán - Rodrigo (66. Lima) - Oscar Cardozo

FC Chelsea: Cech - Azpilicueta, Ivanovic, Cahill, Cole - David Luiz, Lampard - Ramires, Mata, Oscar - Torres

Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)

Zuschauer: 46.163

Tore: 0:1 Torres (59.), 1:1 Oscar Cardozo (68./Handelfmeter), 1:2 Ivanovic (90.+3)

Gelbe Karten: Garay, Luisão / Oscar

Beste Spieler: Oscar Cardozo, Pérez / Torres, Mata

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Kommentare

29 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Dazu gibt es genau zwei Sachen zu sagen:

1) Manchmal ekelt mich diese Welt an, dass sie zB zulässt, dass ein mit Öl-Millionen zusammengekauftes Team Historisches schafft und alle drei europäischen Titel in direkter Folge gewinnt.

2) Rache ist Blutwurst. So kommt es immerhin zur Neuauflage des CL-Finals letzten Jahres in der kommenden Saison im Super Cup, sodass der FC Bayern Vergeltung üben und Gerechtigkeit walten lassen kann.

Bayern ist '96 nicht durch einen erbärmliche Leistungen

in der CL zu diesen "Ehren" gekommen ;)
(sondern durch erbärmliche Leistungen im Jahr zuvor in der BL :P )

Aber Sie haben schon gemerkt, ich mag Chelsea nicht besonders (nicht nur wegen letztem Jahr, gleiches kann ich über ManCity, Malaga und PSG sagen) und gönne ihnen diese "historische" Leistungen schlicht nicht, zumal Benfica es in der Tat verdient hätte mal langsam ein europäisches Finale zu gewinnen. Schon makaber, dass diese "dieser Verein wird die nächsten 100 Jahre keinen europäischen Titel mehr gewinnen"-Fluch noch immer anhält...

Darf ich...

...Ihre Glaskugel auch mal haben?

Denn offensichtlich zeigt die schon eindeutig, dass der FCB das CL-Finale gewinnt. Ich würde mir die Kugel dann mal gerne ausleeihen für den nächsten Lottoschein.

Sollte Ihre Glaskugel jedoch recht behalten, dann würde ich mir einen Ast lachen. falls Chelsea den FCB beim Super Cup wieder schlägt. Nur so als Beweis, dass sich auch die beste Glaskugel mal irren kann...

TAKTISCHES GESCHICK

welch taktisches geschick ? ich glaube sie wurden von benfica total ueberrannt und hatten glueck dass diese zu doof waren ein tor zu machen. immer noch einen kringel und den ball am liebsten ueber die linie kuessen. was ich gesehen habe war fussball von vorgestern (chelsea) und sehr guten technischen fussball von benfica. wenn man jedoch weniger tore macht als der gegner verliert man, ob zurecht !

Wie gut Sergio Ramos ist, hat man gegen den BVB

gesehen. :)
Von seinem generell widerlich dreckigem Spiel ganz zu schweigen.
Wenn Sie ernsthaft Dante als wohl größte Überraschung der Saison die Qualitäten absprechen wollen... gucken Sie einmal auf die Liga-Tabelle, wie viele Tore der FC Bayern kassiert hat. Wenige werden bestreiten, dass Dante an diesem neuen Rekord wohl einen beträchtlichen Anteil hat.
Und Luisao? Den von Benfica? Echt? :)

absprechen

ich spreche dante oder luiz garnichts ab.behaupte lediglich das es noch andere gute spieler auf dieser position gibt. natuerlich ist ramos gegen den bvb mehr als unfair vorgegangen. aber dazu hat man schiedsrichter. ich habe luiz diverse male in der pl gesehen und kann ihnen sagen dasss der auch kein kind von traurigkeit ist. im uebrigen sollten sie spieler (luizao) vielleicht nicht nur nach einem spiel benoten, oder sehen sie den regelmaessig?

Ich habe übrigens bewusst "aktuell"

geschrieben ;)
Bezog mich damit hpts. auf die Leistungen dieser Saison und da kann egtl. wirklich kaum jmd. gegen Dante anstinken. Das müsste man selbst als BVB-Fan (nicht, dass Sie jetzt notwendigerweise einer sind, aber die tun sich üblicherweise am schwersten mit dem Anerkennen von Leistungen seitens des FC Bayern oder seiner Spieler) anerkennen können.

@fussballbetrug: Schöner Kommentar. Besonders gefiel mir der Bezug auf die Blutwurst ;)

Geld hin oder her

Die Unterhaltungsparte ist im Vergleich zu relevanten Fragestellungen dermaßen Bedeutungslos, dass es egal ist ob das Geld nun von einem steinreichen Milliardär kommt, oder durch sukzessives Produktwerben und manipulierendes Marketing eingetrieben wird. Hauptsache alle werden am Ende gut unterhalten und viele Emotionen freigesetzt. Davon lebt schließlich die Branche.