FußballOh Gott, ich werde Bayern-Fan!

Früher konnte er den FC Bayern nicht leiden. Wie so viele. Doch weil die Münchner schön wie nie spielen, wird unser Autor Christian Spiller zum Fan. Fast. von 

© Odd Andersen/AFP/Getty Images

Mir fällt das hier nicht leicht, das musst Du wissen, lieber FC Bayern. Wie viele andere mochte ich Dich nie besonders. Dein Mia-san-mia-Getöse, Deine Großmannssucht, Deine Nähe zur CSU, zum Freistaat, zum großen Geld. Die Effenbergs und Kahns, diese Griesgrame, die nie lachten, denen die Gier die Gesichter verzog. Immer ging es um mehr, mehr, mehr, Druck, Druck, Druck. Dabei soll Fußball doch Freude machen. Wer in den vergangenen Jahren ein Herz hatte, lieber FC Bayern, musste Dich blöd finden.

Am Schlimmsten war Dein Fußball. Du hast immer gewonnen. Das war todlangweilig, aber gar nicht das, was mich störte. Das war Dein furchtbares Spiel. Ohne Idee, ohne Konzept. Du hattest immer das meiste Geld und brauchtest trotzdem Bayern-Dusel. Das, lieber FC Bayern, habe ich nie verstanden.

Anzeige

Ich habe mal gelesen, Deine Arroganz sei Teil Deiner Marketingstrategie. Du willst gar nicht gemocht werden. Du willst, dass die Leute Dich doof finden und verlieren sehen wollen. Weil Dich das aufputscht und weil es die, die trotzdem zu Dir halten, zusammenschweißt. Nun, vielleicht musst Du Dir bald was Neues überlegen.

In diesem Jahr hast Du dich verändert. Ich habe Dich am Wochenende in Mönchengladbach gesehen. 4:3, was für ein Spiel! Du hast es gedreht, obwohl Du gar nicht musstest. Du hast schöne Tore geschossen, obwohl Du sie nicht brauchtest. Du hast alles gegeben, obwohl Du in einer Woche Größeres vorhast. Du hast gespielt, wie Du die ganze Saison gespielt hast, in der Bundesliga, im Pokal, in der Champions League: klug und wild, mit Herz und Verstand.

Es schaut so leicht aus und dennoch zielstrebig, so heißblütig, aber dennoch strukturiert. Ribery, der Artist, Schweinsteiger, die Stimmgabel, Dante, der Leuchtturm – ihnen allen könnte ich stundenlang zuschauen. Lieber FC Bayern, endlich spielst Du den schönen Fußball, den Du schon immer hättest spielen sollen.  

Du hast in diesem Jahr viele Rekorde aufgestellt: die meisten Punkte, den größten Vorsprung, die höchste Tordifferenz, die wenigsten Gegentore und Niederlagen. 25 Rekorde sind es, Du hast sie etwas angeberisch auf Deiner Homepage gelistet. Aber das ist okay. Für dieses Jahr gebührt Dir Respekt.

Leserkommentare
  1. Die starke Abneigung gegen den FC Bayern ist nicht nur Ausdruck einer grundlegenden Antipathie dem Verein gegenüber, sondern auch eines gewissen Neidkomplexes gegenüber dem erfolgreicheren Süddeutschland durch den Norden, wobei der FCB quasi das Symbol für die erfolgreiche 'Südschiene' ist.

    Wenn wir mal ehrlich sind, dann verdankt Deutschland einen großen Teil seines wirtschaftlichen Erfolgs den Menschen in Bayern, Hessen und BW. Ganz besonders die Bayern gelten ja als arrogant, dann kommt noch so ein übermächtiger Fußballverein hinzu. Das geht gar nicht.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Wenn wir mal ehrlich sind, dann verdankt Deutschland einen großen Teil seines wirtschaftlichen Erfolgs den Menschen in Bayern, Hessen und BW."

    Mag stimmen, aber es gab Zeiten, da sah das auch schon mal anders aus und Bayern hing am Tropf des Länderfinanzausgleichs. Hört man dort nicht so gerne, ist aber mal so gewesen. Heute will man das natürlich umgekehrt nicht mehr so gelten lassen, d.h. man gibt nicht mehr so gerne wie man mal bis Mitte der 80er genommen hat. BW hingegen war immer Geberland, krakeelt aber nicht so laut rum wie die "Mia san mia"-Fraktion aus Bayern.

    Es kann also durchaus sein, dass es die bayrische Mentalität an sichist, die so manchem sauer aufstößt und das zieht sich offensichtlich auch bis in den Fußball durch.

    • deDude
    • 21. Mai 2013 16:01 Uhr

    ... und nehmen dem Süden die Autobauer und den ein oder anderen Konzern weg, dann siehts da genauso düster aus wie im Ruhrgebiet nach der Schließung der Zechen.

    Ich glaube ganz einfach das es vor allem die unterschiedlichen Mentalitäten in Nord und Süd sind die das gegenseitige Aufschaukeln begünstigen. Was ein Bayern ein "flotter Spruch" ist, das kommt im Norden als bayrische Arroganz an und was im Norden spöttisch über Bayern behauptet wird als Neid und Missgunst in Bayern :-)

    Macht aber nix, solange das alles in einem gesunden Rahmen bleibt gehört's zum Fussball dazu. Kein Spieltag ohne Schmährufe für den Gegner, egal woher er kommt :P

    ich muss bei solchen kommentaren immer kurz stutzen, hoffe auf satire und bin erschreckt, wenn ich diese nach begutachtung nicht sicher finden kann.
    versuchen sie es bitte mal so: wenn wir davon ausgehen, dass es vom nicht-südlichen teil der republik eine gewisse ablehung gegen 1 bis 3 südbundesländer gibt, dann könnte doch die mögliche legitimation dafür eventuell genau von solchen süddeutschen wie ihnen erbracht werden.
    was sie schreiben ist nicht nur platt, populistisch, merkwürdig und verstörend, nein, es ist auch schlichtweg falsch und vor allem, vorsichtig ausgedrückt, nicht intelligent.

    Es ist wirklich GRAUENVOLL, so was als (eingeborener) Bayer zu lesen. Welch eine Arroganz!
    Genau aus Ihren Zeilen wird dann die Antipathie, die Sie beklagen (und anderweitig herbegründen wollen)!

    Da schämt man sich ein Bayer zu sein...

    mit den Bayern zu tun dieses populistische Thema, im übrigen ich komme aus Oberbayern und hier gibt es massig BVB, Hamburg, Nürnbergfans etc. die Bayernfans sind keinesfalls in der Mehrheit.

    Und wer mit CDU kommt obwohl in Bayern ja die CSU regierte, München da wo dieser Verein herkommt, dort regiert die SPD.

    • dacapo
    • 21. Mai 2013 21:08 Uhr

    .......... im Eifer der Überheblichkeit. Bayern war in den 50/60-ern am Tropf. Da musste das Ruhrgebiet die Kohlen aus der Erden holen, die Hochöfen beschicken, damit auch die Bayern versorgt werden konnten. Was wäre gewesen wenn, was wäre, wenn die Bayern die anderen Bundesländer nicht hätten? Ein bisschen weiter denken, nicht immer diese unerträgliche bayrische Überheblichkeit. Gottseidank können die Menschen im Ruhrgebiet/Rheinland-Westfalen auf erfolgreichen Fußball blicken, in der Vergangenheit und auch noch heute, vor allen Dingen ist es interessanter dort. Bevor die Pferde durchgehen, sollte die Lobhuderei doch erst einmal das CL-Finale abwarten, in dem der FCB zwar gute Chancen hat, aber eben auch der BVB etwas zu gewinnen hat.

    die können sie sich sparen. Bis in den frühen 70er Jahre hing Bayern am infus der Länder die sie des Neides verdächtigen. Damals hatte man als Ministerpräsidenten einen Kriminellen,heute einen kriminellen fussballpraesidenten. Auf was soll man da neidisch sein. Sicher nicht auf ihre Arroganz.

    Hier ein Link, der Ihr schiefes Bild wieder ein wenig zurechtrückt, Tabelle unten:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Demnach hat NRW fast durchgehend selbst eingezahlt seit 1950 und erst seit 2010 selbst deutlich profitiert !
    1. Ihre Süd-Überheblichkeit ist also Fehl am Platz.
    2. Ein richtiges Nord bzw. Nord Ost Gefälle gab es übrigens erst seit der Wiedervereinigung. Diese Geldverschiebung vor allem nach Osten wollen Sie wohl nicht den alten Nordländern anhängen ?!
    Gerade NRW hat bis 2007 kräftig mitgezahlt Richtung Osten !
    3. BW hat im Gegensatz zu Bayern nur gezahlt, macht aber nicht dieses überhebliche Getue a la "mir san mia" !
    Das bedingt eben eine gewisse Abneigung nicht gegen den Süden sondern speziell den Fußballverein Bayern München...woran Uli Honeß sicher ein gehörigen Teil an Mitschuld trägt.

    Also nen Neidkomplex brauch ich nicht um Bayern nicht zu mögen.
    Da reicht eigentlich schon der Blick der Fernsehkamera auf die Bayerntribüne mit Hoeneß, Rummenige, dem Focusfritzen, den Dax-Schwergewichten etc.
    Wenn ich mir die Leute da anschaue werde ich sicher nicht neidisch, sondern ganz im Gegenteil, schätze mich glücklich dass ich mir mit denen das Allianz-Buffet nicht teilen muss ;)

    Schön auch das die Bayernfans jetzt immer den Reustransfer zitieren um mit dem Finger in Richtung BVB zeigen zu können - ganz abgesehen davon dass im Fußball nunmal die großen die kleinen Fressen ist dieses Beispiel wirklich nicht gut geeignet:
    Zum einen hat Reus bis zu seinem 18. Lebensjahr die Ausbildung des BVB genossen, zum anderen hat Bayern im selben Zeitraum Dante verpflichtet,
    der Transfer hat Gladbach genauso geschwächt wie der Abgang von Reus.

    Dazu kommt, dass sich der Dantetransfer ganz ähnlich wie im Fall Lewandowski verhalten hat: Bayern hat mit verdeckten Karten gespielt und dadurch enorme Unruhe gestiftet, Dante hat letztlich den entscheidenden Elfmeter gegen die Bayern verschossen, genauso wie ein Matthäus damals.
    Ach ja, wann hat die Bild-Zeitung den Transfer von Lewandowski zum FCB als längst beschlossene Tatsache vermeldet? 3 Tage vor dem Pokalspiel gegen den BVB... Und wann der Götze-Deal durch die Bild bekannt gegeben wurde weiß ja jeder. Da haben Hübner und Heidel schon recht, wenn sie dem FCB (im Zusammenhang Kirchhoff+Rode) schlechten Stil unterstellen!

    Die negative Haltung gegen den FC Bayern liegt sicher nicht im Neid und am Länderfinanzausgleich - die negative Haltung liegt in Kommentaren wie dem Ihren: sich selbst unter völliger Verzerrung der Fakten auf ein hohes Ross setzen und herablassend auf andere Blicken.

    Die Jugendzeit, aus der der Autor schreibt und zu der es nur Bayern oder den BVB gab und zu der diese - vorsichtig ausgedrückt - negative Haltung gegenüber den Bayern schon tief verwurzelt war (ich selbst kennen genau diese noch von 20 Jahre früher!), war eine, zu der man Bayern jahrzehntelang nur als Nettonehmer im Finanzausgleich kannte - und NRW ebenso langjährig Nettozahler war.

    Wenn man einen Zusammenhang der Einstellung der Fans zu diesen Fußballmannschaften mit Begründung Länderfinanzausgleich herstellen würde wollen, dann ginge das nur über einen Minderwertigkeitskomplex der Bayern, die jahrzehntelang am Tropf der Republik hingen (was den Fakten entspricht!) und über hochgeputschten Fußball genau das versuchen zu kompensieren.

    Bevor Sie also dem Rest der Republik irgendetwas unterstellen, sollten Sie selbst einmal in sich gehen, warum Sie einerseits offenbar Schwierigkeiten haben, die Fakten als solche wahrzunehmen, andererseits trotzdem so die Arroganz des - eben nur - vermeintlich Besseren raushängen lassen müssen.

    Zu jammern, nicht geliebt zu werden und dafür die Schuld beim Anderen zu suchen-und das ausgerechnet über die Neidschiene, ist durchaus typischer Ausdruck von Minderwertigkeitskomplex.

    Der Norden traegt seit Jahrzehnten mit Spielern zum Erfolg der "Bayern" bei, und zwar ganz wesentlich. Egal wer gewinnt Westfalen ist halt (immer) dabei.

  2. "Wenn wir mal ehrlich sind, dann verdankt Deutschland einen großen Teil seines wirtschaftlichen Erfolgs den Menschen in Bayern, Hessen und BW."

    Mag stimmen, aber es gab Zeiten, da sah das auch schon mal anders aus und Bayern hing am Tropf des Länderfinanzausgleichs. Hört man dort nicht so gerne, ist aber mal so gewesen. Heute will man das natürlich umgekehrt nicht mehr so gelten lassen, d.h. man gibt nicht mehr so gerne wie man mal bis Mitte der 80er genommen hat. BW hingegen war immer Geberland, krakeelt aber nicht so laut rum wie die "Mia san mia"-Fraktion aus Bayern.

    Es kann also durchaus sein, dass es die bayrische Mentalität an sichist, die so manchem sauer aufstößt und das zieht sich offensichtlich auch bis in den Fußball durch.

    20 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Südschiene"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hamburg (Norden) war überwiegend auch Geberland und scheinbar hält man es auch im Norden nicht für nötig, großkotzig durch die Lande zu ziehen. Wobei man im Fußball derzeit auch keinen Grund dazu hat. :)

    Lieber Forist,
    ich kann meinem vorredner nur recht geben. Welches Bundesland hat dem am Kohletropf der westfählischen und saarländischen Kohle und Stahlbetriebe gehangen, als so mancher in Bayern nur ihre Almen kannten. Nur mal so. ;))

    ... seit langem zahlt, betragen ein Zig-Faches von dem, was es weiland erhielt.
    Hier werden Erdnüsse und Kokosnüsse auf eine Stufe gestellt.

    "Mag stimmen, aber es gab Zeiten, da sah das auch schon mal anders aus und Bayern hing am Tropf des Länderfinanzausgleichs. Hört man dort nicht so gerne, ist aber mal so gewesen."

    Hört man hier durchaus gerne, denn es ist immer die prima Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass Bayern das erste und einzige Bundesland ist, das sich von einem Nehmerland nachhaltig(st) zu einer Geberland gemausert hat.
    Und richtig, diese Feststellung klingt in den Ohren vor allem nördlicherer Zeitgenossen wohl "arrogant". Aber das ist ja auch egal, denn Stolz und Freude sind die wesentlich schöneren Emotionen als Mißgunst und Neid.

    So ist das halt auch bei den Bayern-Fans. Die haben halt oft Grund zur Freude: Über Titel, internationale Anerkennung, spannende Transfers, ein tolles modernes Stadion und so weiter.

    Als Franke hängt mein Herz aber an einem anderen Verein und da gabs diese Saison außer einem Derby-Sieg nicht so viel Grund zur Freude. Aber nur weils bei meinem Verein nicht so läuft, fange ich doch nicht an, die Leistungen des FC Bayern in Abrede zu stellen. Ja, möglichweise formuliert der Verein Ansprüche, die gemessen an den Möglichkeiten meines Vereins grotesk abgehoben und hochnäsig rüberkommen. Aber hey, das kommt ja nicht von ungefähr, die Erfolge rechtfertigen diese Haltung.

    Schlimm wäre die Attitüde, wenn sie im luftleeren Raum der Erfolglosigkeit an den Tag gelegt würde - da fallen mir schon diverse Vereine ein, aber nicht der FC Bayern.

    Ehre wem Ehre gebührt.

    Neidisch kann ich nur dem gegenueber sein der sein hab und gut rechtmaessig erwarb. Es ist auch komisch zu lesen das man erdnuesse bekam und kokusnuesse gibt. Ohne die erdnuesse... eine gewisse schuld nennen wir sie verantwortung ist dem ganzen immer inherent

    Es kommt immer darauf an, was man mit den Geldern des LFA macht:

    a) die Infrastruktur aufbauen, so dass moderne Wirtschaft entsteht?
    b) Löcher stopfen, Geld verbrennen und "Pleite aber sexy!" rufen?

    mfg

  3. Erfolg macht sexy und begehrlich. In der Hinsicht ist die FC Bayern AG allen anderen Unterhaltungsunternehmen in der Bundesliga um Jahrzehnte vorraus.
    Sie wissen wie man sich eine treue und zahlungskräftige Kundschaft aufbaut. Nach dem Leitsatz: "Gib Ihnen beste Unterhaltung und sie werden immer wieder kommen."

    2 Leserempfehlungen
    • deDude
    • 21. Mai 2013 16:01 Uhr

    ... und nehmen dem Süden die Autobauer und den ein oder anderen Konzern weg, dann siehts da genauso düster aus wie im Ruhrgebiet nach der Schließung der Zechen.

    Ich glaube ganz einfach das es vor allem die unterschiedlichen Mentalitäten in Nord und Süd sind die das gegenseitige Aufschaukeln begünstigen. Was ein Bayern ein "flotter Spruch" ist, das kommt im Norden als bayrische Arroganz an und was im Norden spöttisch über Bayern behauptet wird als Neid und Missgunst in Bayern :-)

    Macht aber nix, solange das alles in einem gesunden Rahmen bleibt gehört's zum Fussball dazu. Kein Spieltag ohne Schmährufe für den Gegner, egal woher er kommt :P

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Südschiene"
  4. Hamburg (Norden) war überwiegend auch Geberland und scheinbar hält man es auch im Norden nicht für nötig, großkotzig durch die Lande zu ziehen. Wobei man im Fußball derzeit auch keinen Grund dazu hat. :)

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Länderfinanzausgleich"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ich bin gebürtiger hamurger und habe in hh noch nie eine diskussion erlebt, in der gegen den finanzausgleich gestänkert wurde. ich würde als hamburger auch nie auf die idee kommen mich zu beschweren (außerdem hat hh ja auch nicht immer eingezahlt, sondern auch lange was bekommen). ich freu mich, dass ich in so einer schönen stadt lebe und merke, dass das geld an anderer stelle nötiger gebraucht wird. in bayern scheint es zum guten ton zu gehören über den finanzausgleich zu meckern. ich hab das gefühl besonders der osten und berlin haben es den bayern angetan. wenn man sich überlegt mit welchen ungleichen mitteln die südlichen und östlichen bundesländer an den start gehen. zur erinnerung: der osten deutschlands war sowjetische besatzungszone und dann gab es da auch noch so was komisches wie die ddr. die selben bayern sind es dann wahrscheinlich auch, die bei gesellschaftlichen diskussionen nicht verstehen können, dass es eine ungerechtigkeit bezüglich bildung und gesellschaftlichem aufstieg gibt.
    das ist eben eine einstellung. eine einstellung die asozial, unreflektiert, patriotistisch und verblendet ist - und in bayern anscheinend weit verbreitet

  5. Gleich im ersten Beitrag wird wieder die ewig gleiche Neiddebatte begonnen. Sollte das von Seiten der Bayernfans endlich mal aufhören und ein wenig reflektierter mit der Situation umgegangen werden, könnte man diese am Ende sogar mal anfangen ernst zu nehmen oder sogar zu respektieren.

    3 Leserempfehlungen
    • LTank
    • 21. Mai 2013 16:04 Uhr

    Kann Herrn Spiller gut verstehen. Ich persönlich fand die Spielweise der Bayern unter van Gaal allerdings teilweise noch schöner anzusehen. Nicht zu Beginn und auch nicht kurz vorm Rausschmiss des Holländers, aber dazwischen! Ich darf nur an das absurd dominante Pokalfinale 2010 gegen bedauernswerte Bremer. Gnadenloser Ballbesitzfußball mit zwei messerscharfen Zähnen namens Ribery und Robben.

    Die aktuellen Bayern sind jedoch, wenn für mich auch nicht schöner, so doch um einiges besser als die Bayern unter van Gaal je waren. Das liegt zum Teil an der Taktik, Bayern ist heute solider und flexibler, zum Teil aber auch am Personal: Martinez ist besser als van Bommel je war, Dante viel stärker als van Buyten/Demichelis, Neuer ist moderner als Butt, Alaba besser als Contento etc.. Außerdem haben die Kernspieler enorm an Erfahrung gewonnen.

    Zum Glück hat van Gaal als Mensch damals alles dafür getan, damit man als Nicht-Bayern-Fan nicht doch Symphatie für die Bayern entwickelte. Das ist mit Heynckes auch jetzt schon anders... aber wie soll das erst mit dem hochsymphatischenGuardiola werden! The times they are a changin'...

    4 Leserempfehlungen
  6. Lieber Christian Spiller,

    bleiben Sie standhaft, es gibt keine ernstzunehmenden Gründe, die Bayern zu mögen. Sehen wir doch den Tatsachen in's Auge:

    1. Die Bayern haben schlicht mehr Geld. Mit ihrem Geld kaufen sie die Liga leer und lassen manche Topstars, die andere Mannschaften gut gebrauchen könnten, als Ergänzungs- oder Rotationsspieler auf der Bank hocken. Wahre Fußballfans wollen ihre Lieblinge aber spielen sehen und nicht als fußballerische Frührentner erleben (aktuelles Beispiel gefällig? Siehe Gomez).

    2. Die Bayern machen immer nur das nach, was andere ihnen vorgemacht haben. Deshalb schwärmen sie auch so von Barcelona und natürlich vom Dortmunder Spielsystem, das nach meiner Ansicht eine der wesentlichen Innovationen der letzten Jahre darstellt. Ihre Adaption erinnert dabei an die taiwanesischen Nachbauten von Applerechnern, die zu manchen Zeiten besser fonktionierten als die Originale. Doch imitieren ist immer leichter als erfinden.

    3. Der Verein karikiert die bayrische Grundmentalität "Mir san mir" bis zum Erbechen. Sie mögen ihre Riberys und ihre Robbens so lange in Lederjoppen stecken, wie sie wollen, in Wirklichkeit sind und bleiben das doch nur zugekaufte Spieler, die so authentisch sind wie ein Tofu aus Krautwickel.

    4. Das eigentliche Motto der Vereins heißt "Erfolg". Um etwas anderes, wie z.B. Liebe zum Fußball geht es nicht. So etwas ist für jeden wahren Fan abstoßend.

    Sie sehen, man braucht die Bayern weder zu mögen noch zu respektieren.

    22 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Man braucht sich keine Sorgen machen, vor einem Spiel nicht nervös werden, mit zittern, ein wenig traurig sein ....

    Sie haben mit Ihren Argumenten durchaus recht. Ich kann sowieso kein Fan werden ... ich bin Clubberer und das aus Leidenschaft (die ersten beiden Silben haben manchmal schon Bedeutung).

    • xyks
    • 21. Mai 2013 16:39 Uhr

    Bei kritischer Betrachtung bleibt nicht viel Inhalt ihres Kommentars:

    1. Spielertransfers innerhalb der Bundesliga sind und waren immer Teil des Fußballgeschäfts. Ja, der Götze-Abgang schmeckt dem BVB nicht. Das sah Gladbach mit Reus letztes Jahr sicherlich nicht anders... Dazu gibt es noch eine ganze Menge mehr Vergleiche die nichts mit dem FCB zu tun haben.

    2. Ja, die Bayern orientieren sich an Barcelona? Und warum? Weil diese Art Fußball zu spielen a) Höchstes fußballerisches Niveau erfordert und b) Mit Abstand am Attraktivsten für die Zuschauer ist. Das ist schlicht schöner, hochmoderner Fußball. Böse Bayern dass sie sich daran orientieren...

    3. Und das machen nicht ALLE Mannschaften auch? Glaube kaum das Huntelaar irgendwas mit Arbeit unter Tagen zu tun hat oder ein Lewandowsky, der nur gebrochen Deutsch spricht, voll den Dortmunder Lifestyle in sich aufgesogen hat.

    4. Nein wirklich? Das Motto eines Sportvereins ist Erfolg? Dickes Ding...

    Davon abgesehen dass ihre gesamte Argumentation nicht haltbar ist, beweisen sie nur einmal mehr dass sie stur ihren Bayernhass eingeimpft haben und es ihnen keineswegs um Fußball als Sportevent geht, sondern rein um Emotionen. Jedem das seine. Niemand zwingt sie Bayernfan sein zu müssen. Aber ihr Beitrag zeigt mal wieder peinlich wie viele "Bayern-Hasser" sich irgendwelche Worthülsen zurechtlegen um ihren Standpunkt zu halten. Mit dem Sport selber hat das 0 Komma nix zu tun...

    danke für dei Antwort, die selbstverständlich in allen Punkten völlig daneben liegt :-)

    ad1: Spielertransfers sind natürlich ok. Aber der Götzewechsel und die Art der Durchführung zeigen doch, dass die Bayner damit immer einen Tick mehr bezwecken, sprich die Schwächung des Gegeners.

    ad2. Hat man je einen Dortmunder von Barcelona so schwärmen hören, wie zuletzt K.-H. Rummenigge ("beste Mannschaft der Welt"). Natürlich nicht, denn Dortmund schaut nicht auf andere, sondern auf sich selbst.

    ad3. Die Verbindung Ruhrpott-Polen passt einfach, man denke nur an die Schalker Mannschaft der 30. Jahre, die bekanntlich fast nur aus zugewanderten Polen bestand.

    ad4. Ich empfehle die Lektüre des Buchs Fever Pitch von Nick Hornby. Es geht nicht darum, die immer gleichen Dauersieger zu bewundern, sondern auch dann zu einer Mannschaft zu stehen, wenn es mal nicht läuft. Dies gilt bekanntlich für fast alle Mannschaften der Liga, selbst Dortmund hatte in der letzten Saison einen Durchhänger. Diei Baynerfans haben dagegen den Habitus von Schönwetterproseccotrinkern und wer will so etwas schon sehen.

    Und zum guten Schluss: Während es für jede andere Mannschaft bereits einen Riesentriumph darstellt, überhaupt das Finale der Champions League zu erreichen, tut man bei Bayern so, als würde eine Niederlage die gesamte Saison verkacken (Tschuldigung für die explizite Sprache). Sorry, aber das ist doch krank!

    • Afa81
    • 21. Mai 2013 17:16 Uhr

    1. Die Bayern haben jetzt Götze gekauft und damit gleich die Liga leer?!? So nimmt man es auf. Hoeneß hat vor Span. Verhältnissen gewarnt, aber was das Problem ist, wenn Real einen Spieler von Barca kauft, konnte mir noch keiner erklären. Ich weiß es: Weil man sich aufregen will. 6 von 10 Feldspielern der Bayern kommt a.d. eig. Jugen - Lahm, Schweinsteiger, Alaba, Müller, Kroos, Badstuber - alles Stammspieler, wenn sie fit sind. Sagen Sie mir einen BL Verein, der mehr nicht zugekaufte Spieler auflaufen lässt. Und wer int. mitspielen will, brauche jede Position doppelt besetzt.

    2. Ja, die Bayern haben ihre Spielweise an Dortmund angepasst. Dortmund hat seine Jugendarbeit an Bayern angepasst. Und vielleicht macht Bayern es einfach besser, bzw. perfektioniert es. Denken Sie wirklich, wer den Kopfball erfunden hat hat ein Anrecht darauf, dass nur er den Ball so spielen darf?

    3. Ja, Bayern hat sogar a.d. Trikot "Mia sama mia" stehen. Was stört Sie so daran? Schauen Sie doch mal, über was für Lapalien Sie sich aufregen. Ja, so sind die Bayern einfach, sie tun Euch damit doch nichts. Nur weil andere Bundesländer alle Traditionen über Bort geworfen haben, können die Bayern doch so weiter machen. Außerdem: Wenn jeder dich hasst, ist es dir recht egal, was andere von dir denken - denken Sie mal darüber nach. Wieso können wir nicht so leben, wie wir das wollen ohne dass andere uns dafür hassen?

    4. Ach bitte. Wir sind im Profifußball. Das Motto von BVB beim Börsegang war?

    ihr Kommentar - und da bin ich ganz ehrlich mit Ihnen - hat nicht mal mehr Stammtischniveau.
    Jeder x-beliebige Dorfverein lebt seine eigene Geschichte und seine eigene Mentalität. Schalke, das schon seit 50 Jahren keinen Meistertitel mehr geholt hat und Dortmund, dass seit heute der erste börsennotierte Arbeiterverein of the whole wide world ist...

    Ich bin Bayern-Fan seitdem ich laufen kann, habe mich schon mehrmals für diesen Verein fremdgeschämt...keine Frage. Auch Dortmund war mir stets sympathisch. Aber wenn ich das mediale 'gekloppe' aus Dortmund höre, die sich als bayowarisches Opfer stilisieren wollen (BVB, du Opfa!) nur weil sie nicht am Ende der real-kapitalistischen Transferkette stehen, dann kann ich einen gewissen Würgereiz nicht unterbinden.

    Da ist mir eine gesunde und wirklich authentische Arroganz lieber als so eine komplette Verdummbeutelung der eigenen Anhängerschar...!

    Der FCB wird genug geliebt, davon brauchen sie nicht mehr. Aber wenn Sie *Eier* bzw. Verstand hättten oder am besten Beides, dann könnten sie den FCB wenigstens respektieren. Dass das nicht leicht werden wird, das dürfte jedem klar sein!

    Also, alles halb so wild. Schaun wir uns gemeinsam das Endspiel an und danach stoßen wir auf den Sieger an, ok ;-)

    Ribery spielt schon so lange in München und ist mit Herzblut dabei. Das gilt für viele und nicht umsonst erwähnt Herr Spiller (Ihnen fühle ich mich sehr verbunden heute), Müller. Bayern hat Eigengewächse und wenn man Sie in diesem Jahr zaubern sieht, dann ist das eine Liebeserklärung an den Fußball.
    Und selbst als Dortmundfan muss ich Ihnen widersprechen. Dortmunds Umschaltspiel gab es doch vorher auch. Man erinnere sich an Ajax 94, an Real um 2000, an Juventus zu Glanzzeiten und das lange vor Barcelona. Dann aber gab es Barcelona, es gab das Offensivspektakel von Bremen um 2004, es gab Hoffenheim (zumindest für eine Halbserie). Es gab ManUnited, dass kann man ewig so weiterführen. Wirkliche Innovation besteht vielleicht darin, dass Klopp seine Spieler so fit hat, wie kaum ein anderer Klub. Aber zurück zu Bayern. Erfolg. Muss man sich dafür schämen, dass man der beste sein möchte? Sich dafür rechtfertigen? Mia sin mia. Haben wir, die Bayernhasser sie darin nicht erst bestärkt? Das böse Geld. Über Zahrzehnte erarbeitet und clever investiert.
    Die Arroganz? Arroganz ist der häufige mangelnde Respekt vor den Bayern.
    Sie sind mir sympathisch geworden, auch wenn ich sie an dem Tag des Götzetransfers gehasst habe, aber wenn ich am Rechner Fifa zocke versuche ich auch die besten Spieler zum Klub zu holen. Nicht nur des Erfolges wegen, sondern auch wegen des joga bonito.
    Nur am Samstag, bitte nur an diesem einen Samstag, keine Topform, kein Spektakel :)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service