RelegationHoffenheim besteht erste Runde im Abstiegskampf

Mit einer starken Leistung haben sich die Hoffenheimer gegen Kaiserslautern durchgesetzt. Der 3:1-Sieg verschafft der Mannschaft ein gutes Polster für das Rückspiel.

Hoffenheim – 1. FC Kaiserslautern 3:1 (2:0)

Hoffenheim hat die erste Probe im Kampf um den Abstieg bestanden. Die Mannschaft gewann gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Brasilianer Roberto Firmino traf gleich zweimal (11. und 29. Minute) für die Hoffenheimer. Sven Schipplock erhöhte in der 67. Minute im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitligisten. Mohamadou Idrissou gab Kaiserslautern mit seinem Tor in der 58. Minute kurzzeitig Hoffnungen auf eine direkte Rückkehr in die Bundesliga.

Die Mannschaften schenkten sich vom Anpfiff an nichts. Beide Teams hatten die Bedeutung der Partie verinnerlicht und kämpften um jeden Zentimeter. Erwin Hoffer, der Kapitän Albert Bunjaku als zweite Sturmspitze neben Torjäger Idrissou vertrat, hatte die frühe Führung für die Gäste auf dem Fuß. Der Österreicher scheiterte jedoch in der 5. Minute mit einem Flachschuss an TSG-Torwart Koen Casteels. 

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Für Hoffenheim gab Sejad Salihovic nur 60 Sekunden später den ersten Warnschuss ab. Sein Direktversuch landete knapp neben dem Pfosten. Kurz darauf lieferte er erneut: Seine Freistoßflanke lenkte Roberto Firmino aus Nahdistanz zur Führung ins Netz.

Kaiserslautern zeigte sich davon unbeeindruckt und gestaltete das Spiel weiter offen. Doch vor dem gegnerischen Tor ließen die Gäste die nötige Treffsicherheit vermissen, die die Gastgeber an diesem Abend auszeichnete. Nach einer knappen halben Stunde stand Roberto Firmino erneut richtig und drückte eine Hereingabe von Andreas Beck über die Linie.

Der Hoffenheimer Kapitän hatte wegen der Relegation auf die USA-Reise mit der DFB-Auswahl verzichtet und überzeugte als Leitwolf seines Teams, das erst im letzten Moment durch das 2:1 bei Borussia Dortmund den direkten Abstieg in die zweite Liga abgewendet hatte.

Die unverhoffte Chance, die Klasse doch noch halten zu können, beflügelte die Hoffenheimer. Sie zeigten den in dieser Saison lange vermissten und erst unter Markus Gisdol wiederentdeckten Biss und setzten auch spielerische Akzente.

Der FCK bestach wie immer durch nimmermüden Einsatz und wurde dafür nach der Pause belohnt. Alexander Baumjohann passte in den Lauf von Idrissou, der den in dieser Szene zu unentschlossenen Casteels umkurvte und zum 1:2 einschob. Sofort waren auch die gut 3.000 Lauterer Fans wieder da, die ihr Team nun frenetisch nach vorne peitschten. Doch die Freude währte nicht lange. Marc Torrejon vertändelte am eigenen Strafraum den Ball, Firmino bediente den kurz zuvor eingewechselten Schipplock – Tor zum 3:1. Diesen Vorsprung ließen sich die Hausherren danach nicht mehr nehmen. 

Hoffenheim: Casteels - Beck, Abraham, Vestergaard, Thesker - Polanski, Rudy (65. Schipplock) - Salihovic (87. Süle), Johnson, Roberto Firmino - Volland
1. FC Kaiserslautern:
Sippel - Dick, Heintz, Torrejón, Löwe - Orban, Borysiuk - Weiser (76. Bunjaku), Baumjohann - Hoffer (68. Riedel), Idrissou (90. Zellner)
Schiedsrichter:
Brych (München)
Zuschauer:
30.150 (ausverkauft)
Tore:
1:0 Roberto Firmino (11.), 2:0 Roberto Firmino (29.), 2:1 Idrissou (58.), 3:1 Schipplock (67.)
Gelbe Karten:
Beck, Salihovic / Baumjohann, Heintz, Torrejón
Beste Spieler:
Beck, Roberto Firmino / Borysiuk, Baumjohann

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Leserkommentare
  1. Warum belohnt man nicht die dritte Mannschaft der zweiten Bundesliga, die eine ganze Saison lang gut gespielt hat? So wie es davor auch war?
    Im Gegensatz spielt eine Mannschaft eine schlechte Saison in der 1. Liga und kann durch 2 Spiele nochmal alles retten.

    Nur damit noch 2 mal Fussball im Fernsehen läuft?

    KEIN Fan von Relegation!

    3 Leserempfehlungen
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    ...wie es jetzt ist. Der Drittletzte der ersten Liga kann ja genauso denken: Warum bestraft man uns, wo wir zuletzt es doch noch geschafft haben, nicht Letzter und nicht Vorletzter zu werden? Es ist eben ein Entscheidungsspiel zwischen zwei Mannschaften, die sich Aufstieg oder Abstieg nur "fast verdient" haben.

    • Hainuo
    • 24. Mai 2013 0:21 Uhr

    Sollte mein Verein am Samstag verlieren, kein Problem. Das ertrage ich und bin dennoch stolz. Aber für den Verbleib von Hoffenheim schäme ich mich zutiefst und möchte mich bei den restlichen Fußballfans für die Leistung des letzten Wochenendes entschuldigen. Auf gehts, Kaiserslautern!

    5 Leserempfehlungen
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    • w0rm
    • 24. Mai 2013 0:45 Uhr

    stehen hinter euch und sollte es nicht klappen: Bei euch wars immer schön im Stadion und auf ne schöne weitere Saison in der zwoten.

    Gruß aus PB

    wenn es die Hoffenheimer schaffen Erstklassig zu bleiben.

    Sie haben sich dann am sprichwörtlichen eigenem Schopf aus dem Sumpf gezogen.

    Sie hätten es dann geschafft, nach einer zuerst völlig verkorksten Saison, nach dem Zurückbesinnen auf die eigenen Werte und Stärken, symbolisch ersichtlich durch den letzten Trainer- und danach durch den letzten Torwartwechsel, soweit zu motivieren, dass ihnen dieses zuvor nicht mehr zugetraute Kunststück gelingt.

    Ich ziehe vor dieser Leistung, nicht nur dann, wenn sie letzlich durch den entscheidenden Erfolg gekrönt wird, meinen Hut.

    Und mit mir haben dies bereits alle Fußballfans, die ich kenne, egal ob Schalker, Dortmunder, Hamburger, Lauterer, Mainzer und Bayern-Coleur, genauso gemacht.

    Dies wäre nämlich eine ganz tolle fußballerische Leistung. Und diese Aufteilung in Traditionsverein und Emporkömmling ist was für kleine Kinder. Kaiserslautern hat den direkten Aufstieg vergeigt. Hoffenheim hat sich die letzte mögliche Auffahrt durch eine tolle Leistung hart erkämpft.

    Mein Fußballherz schlägt in diesem Fall für den Verein, der sich diese letzte Möglichkeit erarbeitet hat.

    Im Fußball entscheidet letztendlich nur die Leistung. Geld alleine schießt keine Tore ;-)

    • w0rm
    • 24. Mai 2013 0:45 Uhr

    stehen hinter euch und sollte es nicht klappen: Bei euch wars immer schön im Stadion und auf ne schöne weitere Saison in der zwoten.

    Gruß aus PB

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Schande"
  2. ...wie es jetzt ist. Der Drittletzte der ersten Liga kann ja genauso denken: Warum bestraft man uns, wo wir zuletzt es doch noch geschafft haben, nicht Letzter und nicht Vorletzter zu werden? Es ist eben ein Entscheidungsspiel zwischen zwei Mannschaften, die sich Aufstieg oder Abstieg nur "fast verdient" haben.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wofür Relegation?"
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    Das ist die Bestrafung für eine schlechte Leistung über 34 Spieltage lang.
    Die hat jedes Team Zeit, nicht auf die letzten drei Plätze zu kommen.
    Hingegen macht der 3. der 2. Liga 34 Spieltage (fast) alles richtig, ist guter Dritter und wird trotzdem nicht belohnt.

  3. wenn es die Hoffenheimer schaffen Erstklassig zu bleiben.

    Sie haben sich dann am sprichwörtlichen eigenem Schopf aus dem Sumpf gezogen.

    Sie hätten es dann geschafft, nach einer zuerst völlig verkorksten Saison, nach dem Zurückbesinnen auf die eigenen Werte und Stärken, symbolisch ersichtlich durch den letzten Trainer- und danach durch den letzten Torwartwechsel, soweit zu motivieren, dass ihnen dieses zuvor nicht mehr zugetraute Kunststück gelingt.

    Ich ziehe vor dieser Leistung, nicht nur dann, wenn sie letzlich durch den entscheidenden Erfolg gekrönt wird, meinen Hut.

    Und mit mir haben dies bereits alle Fußballfans, die ich kenne, egal ob Schalker, Dortmunder, Hamburger, Lauterer, Mainzer und Bayern-Coleur, genauso gemacht.

    Dies wäre nämlich eine ganz tolle fußballerische Leistung. Und diese Aufteilung in Traditionsverein und Emporkömmling ist was für kleine Kinder. Kaiserslautern hat den direkten Aufstieg vergeigt. Hoffenheim hat sich die letzte mögliche Auffahrt durch eine tolle Leistung hart erkämpft.

    Mein Fußballherz schlägt in diesem Fall für den Verein, der sich diese letzte Möglichkeit erarbeitet hat.

    Im Fußball entscheidet letztendlich nur die Leistung. Geld alleine schießt keine Tore ;-)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Schande"
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    • Hainuo
    • 24. Mai 2013 18:20 Uhr

    Hat die letzte Möglichkeit nicht der BVB erarbeitet? Hoffenheim hat da richtig Glück gehabt, dass der BVB sich so doof angestellt hat. Respekt habe ich vor Augsburg, die haben streng genommen stets engagierten und in der zweiten Hälfte auch echt schönen Fußball gezeigt. Und das mit einem sehr geringen Etat. Aber Hoffenheim war lustlos und unansehnlich... Ich hätte den FCK gerne wieder in der Liga Eins. Sie haben ja noch ein Spiel :-)

  4. dann kann das Heimspiel auch 2:0 gegen Dietmar Hopp und sein kickendes Personal gewonnen werden.

    Für das Hinspiel wurden bei SAP 700 Freikarten verschenkt, weil sich nicht genug Hoffenheim-Sympathisanten gefunden haben, die dafür Geld bezahlen wollten. Ist das der Fussball, den die DFL will? Ein Relegationsspiel, bei dem es um alles geht, und für das einer der teilnehmenden "Vereine" seine Karten verschenken muss?

    Egal. Am Montagabend wird eine andere Stimmung herrschen, als es die Hoffenheim-Kunden gewohnt sind. Eine ganz andere. Die Chancen stehen nicht gut, aber wer weiß, wenn es erst einmal 1:0 steht...

    2 Leserempfehlungen
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    Das Staion war gestern mit 30.150 Zuschauern ausverkauft.
    Bei SAP wurden 700 Freikarten verteilt.
    Was sagen Sie jetzt?

  5. Das Staion war gestern mit 30.150 Zuschauern ausverkauft.
    Bei SAP wurden 700 Freikarten verteilt.
    Was sagen Sie jetzt?

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    • tuxman
    • 24. Mai 2013 9:54 Uhr

    "Das Staion war gestern mit 30.150 Zuschauern ausverkauft"

    Ausverkauft mit Lauterer Fans, und nicht mit den Hoffenheim Kunden, zumal selbst der VFL Bochum bei einem Relegationsspiel die Hütte mit eigenen Leuten voll bekommen würde, und die haben ja einige geographische Nachteile, was das Einzugsgebiet für Fans anbelangt.

    Es ist wirklich Schade, dass die Ausgangssituation für Kaiserslautern im Rückspiel jetzt so eine schlechte Ausgangsposition hat, aber ihr könnt euch sicher sein, das Fußballdeutschland hinter euch steht.

    • tuxman
    • 24. Mai 2013 9:54 Uhr

    "Das Staion war gestern mit 30.150 Zuschauern ausverkauft"

    Ausverkauft mit Lauterer Fans, und nicht mit den Hoffenheim Kunden, zumal selbst der VFL Bochum bei einem Relegationsspiel die Hütte mit eigenen Leuten voll bekommen würde, und die haben ja einige geographische Nachteile, was das Einzugsgebiet für Fans anbelangt.

    Es ist wirklich Schade, dass die Ausgangssituation für Kaiserslautern im Rückspiel jetzt so eine schlechte Ausgangsposition hat, aber ihr könnt euch sicher sein, das Fußballdeutschland hinter euch steht.

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    genau beginnt Tradition?
    In Hoffenheim wurde 1899 der TV Hoffenheim gegründet, aus dem später die TSG hervorging. Im Jahre 1900 (also später) wurde der FC 1900 Kaiserslautern gegründet, aus dem später durch diverse Fusionen der 1. FC Kaiserslautern hervorging.
    Was nützt einem die größte Tradition, wenn es sportlich und finanziell nicht dazu reicht, erstklassig zu spielen?
    Der Sieger der Relegation hat es verdient, in der ersten Bundesliga zu spielen.
    Egal wer sich am Ende durchsetzt!

    in Lautern ist es aufzusteigen und wieder abzusteigen und wieder auf und wieder ab und das geht vielen Traditionsklubs so und ich glaube nebenbei bemerkt nicht, dass Sie einschätzen können, was GANZ Fußballdeutschland denkt.
    Die steilste These ist aber, die unzähligen Lauternfans in Hoffenheim. Ist es in Lautern gerade Trend, blau zu tragen und zu Jubeln, wenn der Gegner ein Tor schießt?
    Ich mag Lautern. Wirklich. Aber dieses ganze Kommerz vs. Traditionsgeplänkel ist so albern. Lautern würde bestimmt nein sagen, wenn ein reicher Sponsor kommen würde und sagen würde, ihr behaltet alle Namensrechte, Stadion sanier ich euch (oder baue es aus), euer Profietat wird deutlich aufgestockt, ich komme aus der Region und möchte Lautern zu altem Glanz verhelfen, weil mir der Verein sehr am Herzen liegt, viel Erfolg. Da würden die lauterer Fans sagen "Ach nö. Lieber arm, aber sexy."? Viele Hoffenheimbasher lügen sich in die eigene Tasche, denn wenn der eigene Verein, in der Regel der Stadtverein, die Chance hat sportlich attraktiv zu spielen und vor allem dann natürlich auch Spiele gegen Bayern, Dortmund, Schalke etc. haben kann, da würdet Ihr alle sagen "Och nö. Lieber 4. Liga. Das ist authentisch"?

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  • Quelle dpa, fz
  • Schlagworte Bundesliga | Fußball | 1. FC Kaiserslautern | Borussia Dortmund | FC Kaiserslautern | Andreas Beck
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