Bundesliga-Vorschau : Abstiegskampf schmeckt in Bremen nach Erdbeere

Süß! Die Bremer Fans trösten ihre Spieler nach Misserfolgen mit Schokolade. Und Hamburg muss bald seine Silberlöffel gegen Plastikbesteck tauschen. Alles zum 33. Spieltag
Sebastian Prödl in der Werder-Fankurve nach dem 2:2 gegen Hoffenheim © Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Bayern München - FC Augsburg
VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund
FC Schalke 04 - VfB Stuttgart
Fortuna Düsseldorf - 1. FC Nürnberg
1899 Hoffenheim - Hamburger SV
1. FSV Mainz 05 - Borussia M'gladbach
Bayer 04 Leverkusen - Hannover 96
Werder Bremen - Eintracht Frankfurt
SpVgg Greuther Fürth - SC Freiburg
(alle Samstag, 15.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bremen gegen Frankfurt. Während die Eintracht ihre Überraschungssaison veredeln will, geht es für den SV Werder einzig darum, den Schaden einer weiteren Katastrophensaison zu begrenzen. Verbleiben die drei Punkte an der Weser, halten die Hausherren Klasse. Dabei wird die Mannschaft wieder auf ihre Anhänger zählen können. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn im Verlauf der Rückrunde rumorte es im Weserstadion gewaltig. Die Niederlage in Leverkusen am vorvergangenen Spieltag war jedoch die Initialzündung einer bemerkenswerten Kehrtwende: Die Fans beschlossen, ihren Frust dem Wohle des Vereins unterzuordnen. Der Rückhalt ist seitdem lautstark wie kreativ. Dafür bedienten sich die Anhänger in den vergangenen Tagen auch eines Brauches aus früheren Zeiten. Nach dem Training fanden die Spieler an ihren Windschutzscheiben aufmunternde, tröstende Botschaften und quadratische Süßspeisen in den Geschmacksrichtungen Himbeer, Erdbeer-Joghurt und Sahnekeks. Ob sich das Bremer Publikum auch im Fall eines erneuten Tiefschlags von seiner Schokoladenseite zeigen wird?

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Gladbach. So brisant der Kampf um die Europa-League-Plätze theoretisch auch sein mag, unterliegt er der faden Dramaturgie eines Schneckenrennens. Der abgeschlagene FSV Mainz empfängt die Borussia aus Mönchengladbach, die noch einen Funken Hoffnung auf den kontinentalen Wettstreit hat. Die Freiburger und Frankfurter Schleimspuren lassen sich allerdings auch für die Bökelbergschnecken nur noch durch das vielzitierte Fernglas erspähen. Nach neunzig einfallslosen Minuten wird ein 1:0-Heimsieg zu Buche stehen. Wer mal nicht einschlafen kann, dem sei eine Aufzeichnung dieses Spiels empfohlen.

Wer steht im Blickpunkt?

Laut NDR 90,3 droht dem HSV am Ende der Spielzeit ein Bilanzverlust von 24 Millionen Euro. Die exakte Höhe des Schuldenbergs gilt es zwar noch abzuwarten, fest steht aber bereits, dass die Hamburger in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten stecken – trotz hervorragender Rahmenbedingungen. Der sportliche Erfolg bleibt seit Langem aus, der Verein leidet seit Jahren unter Führungsschwäche, die Personalkosten sind deutlich zu hoch. Um das Defizit zu korrigieren, wird der HSV wohl Spieler wie Son, Adler oder van der Vaart als Tafelsilber verhökern müssen. In weiser Voraussicht veranstaltete der Verein unlängst ein Grillfest, um seine Anhänger schon mal an das Plastikbesteck zu gewöhnen.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Sehr schön

Ja, hatte ich auch gehört. Mir ist immer noch nicht so richtig klar weshalb man da so einen Eiertanz aufführen musste, aber Schalke scheint ja auch eine eher spezielle Form des Managements zu haben.

Und ich fand Keller bisher in Ordnung in der CL. Bundesliga auch. Ich bin mir also nicht sicher weshalb er seine Fähigkeiten beweisen muss. Vielleicht müsste man sich auf Schalke mal die Transfers überlegen und natürlich ob die eigenen Ansprüche mit der ebenfalls angestrebten Konsolidierung zusammenpassen.

Es ging mir hier eher um die Formulierung....

...als um die Zustimmung fürs Strafmaß.

Ansonsten aber scheint mir selbiges absolut angemessen, weniger wegen des Zeigefingers als wegen des Fouls, dass meines Erachtens eine klare Tätlichkeit war und weit von dem entfernt, was man noch als "harten Zweikampf" hätte bewerten können.

Was Sie selbstverständlich genauso sähen, wäre es Błaszczykowski, der Rafinha dergestalt maträtiert hätte

Dusel-BAyern

Ja ja, immer schön wenn man davon ausgehen kann, dass die eigene Mannschaft systematisch benachteiligt wird. Ich glaube da zwar immer nicht so richtig dran, aber beliebt ist das ja allemal.

Zu Rafinha würde ich sagen Gelb-Rot war schon sehr freundlich vom Schiedsrichter. Und man kann nach einem unnötigen Foul und freundlicher Bestrafung schon auch von einem Spieler verlangen den Platz zu verlassen ohne nochmal den Gegenspieler zu betatschen.

"Ans Gegenbeispiel Lewandowski vor ein paar Monaten erinner ich erst gar nicht..."

Doch, bitte. Ich habe nämlich tatsächlich keine Ahnung was Sie meinen.

Ungeschicktes Verhalten

Naja, aber das ist ja das Problem, wenn man sich so Verhält wie Rafinha. Wäre er vom Platz gegangen und hätte dreimal in die Kabinenwand getreten, wäre nichts passiert. So vermute ich wurden dann halt Aussagen gehört, Fernsehbilder angesehen und das weitere Verhalten in dem Spiel beurteilt. Insgesamt alles sehr ungeschickt von Rafinha und geschickt von Kuba sich nicht provozieren zu lassen. Und ich hatte da schon den Eindruck, dass er insgesamt ... übermotiviert war.

Zu Lewandowski: Ich habe wirklich keine Ahnung von den Hinterzimmer-Klüngeleien, aber ja Entscheidungen für den Angeklangten in höherer Instanz scheinen selten zu sein...

Obwohl es müssig ist, über diese Geschichte zu streiten

war es interessant für mich, wie verschieden man selbst Situationen
sehen kann.
Im Spielverlauf, mit der Live-Kamera, hatte ich es so wahrgenommen:
Laufduell, Kuba setzte an Rafinha ins Seitenaus zu schieben, Rafinha hält dagegen, kommt leicht vor ihn und beide fallen!
Der Schiri hat es wohl aus der gleichen Perspektive gesehen und auch genauso gepfiffen!
Erst mit anderen Kameraeinstellungen hat man den Ellenbogeneinsatz gesehen und auch Kubas Schieben nach aussen sah nicht mehr so massiv aus.
Aus der Sicht des Schiris war also erstmal Freistoss für Bayern und Gelb für Kuba i.O. und somit Tatsachenentscheidung.
Vermutlich hat ihm der Linienrichter den Ellenbogen berichtet und es kam zum Tumult, also auch Gelb und somit Gelb-Rot für Rafinha!
Ob man den Ellenbogeneinsatz nun gleich als Tätlichkeit wertet, oder als Foul im Zweikampf, setzt wohl voraus dass man es gesehen hat.
Vermutlich hat er es eben nicht gesehen, genauso wie den Ellenbogen Einsatz von Lewa gegen Boatengs Kopf nach 15-20 min?
Der Backenbohrer wurde dann nachträglich mit einer Geldstrafe geahndet und es gab 2 Spiele Sperre.
Eigentlich soweit alles korrekt!
Bis auf die Situation mit Lewa, die hatte mich geärgert...
aber so ist fussball :-)

So viel Harmonie in diesem Forum

was ist denn da los? Bayernfans verteidigen die Strafe gegen Rafa, Dortmundfans nehmen Uli in Schutz ... Ist das schon der lange Schatten von Wembley, der mehr vereint, als trennt?

Ein Wort zu Schalke. Es klingt so, als wäre Keller der Feuerwehrmann auf Schalke gewesen, ohne den sie abgestürzt wären. Zur Erinnerung. Zu Beginn der Saison war alles eng beeinander, unter Stevens hatte Schalke nach hervorragenden Start eine kleine Durststrecke, aber alles war noch möglich und nach 2 Niederlagen in Folge (welch Drama), wird der Trainer entlassen und Keller installiert. Was ist das Wort von Tönnies wert? http://www.focus.de/sport...

Schalke hat so ein fantastisches Potenzial, aber es fehlt die Konstanz. Bleibt Keller wirklich, so kann man nur hoffen, dass er auch dann in Amt und Würden bleibt, wenn es mal nicht so gut läuft.