Bundesliga-RückschauUnd Jupp Heynckes weinte

Bayerns Trainer verliert den Kampf gegen die Tränen. Dortmunds Trainer steht mit den Regeln auf Kriegsfuß. Und Augsburg dreht den Bierhahn auf. Alles zum 34. Spieltag von  und

Bayerns Trainer Jupp Heynckes bei seinem letzten Bundesliga-Spiel im Gladbacher Stadion

Bayerns Trainer Jupp Heynckes bei seinem letzten Bundesliga-Spiel im Gladbacher Stadion  |  © Marius Becker/ dpa

Wer spielte wie gegen wen?

FC Augsburg – SpVgg Greuther Fürth 3:1
Hannover 96 – Fortuna Düsseldorf 3:0
Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim 1:2
SC Freiburg – FC Schalke 04 1:2
Borussia Mönchengladbach – Bayern München 3:4
Hamburger SV – Bayer Leverkusen 0:1
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg 2:2
1. FC Nürnberg – Werder Bremen 3:2
VfB Stuttgart – FSV Mainz 05 2:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Augsburg gegen Fürth. Die Augsburger reproduzierten in diesem Spiel ihr Fünf-Phasen-Erfolgsmodell aus dem Vorjahr: Erstens, die Hinrunde vermurksen. Zweitens, Ruhe bewahren, am Trainer festhalten. Drittens, zu Weihnachten einen Südkoreaner ausleihen (Koo/Jii). Viertens, eine heldenhafte Rückrunde spielen. Fünftens, den sicheren Klassenerhalt verbuchen. Die Aufholjagd 2013 ist Rekord, bis zur Winterpause hatte der FCA nur neun Punkte gesammelt, sechs weniger als in der Vorsaison. Gegen den Tabellenletzten zeigten die Augsburger nochmals exemplarisch, wie sie die Klasse hielten: Sie rackerten und rannten. Sie spielten wagemutig, aber nicht naiv, schnörkellos, aber nicht dreckig. Und sie standen füreinander ein. Nach dem Abpfiff fügten die Augsburger die sechste Phase hinzu: saufen. Sascha Mölders sagte: "Vor sechs Uhr früh gehen wir nicht nach Hause." Der Manager Stefan Reuter ergänzte: "Jetzt können wir Gas geben und alles runterspülen." Auch das kennt man aus der Vergangenheit. "Wir ziehen durch die Kneipen der Stadt und trinken eine nach der anderen leer", hatte Michael Thurk nach dem Aufstieg 2011 gesagt. "Für uns ist jetzt nur noch Feiern angesagt", kommentierte Torsten Oehrl den Klassenerhalt 2012. Ob das der alljährliche Grund für die miesen Saisonstarts ist?

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hannover gegen Düsseldorf. Die Fortuna reiste als Tabellenfünfzehnter an, also einen Platz über dem Abstiegsstrich. An Tagen wie diesen erhält der Klub die Unterstützung ihres bedeutendsten Fans: Campino war angereist, der Sänger der Toten Hosen. Wem das nichts sagt, das ist eine Art Punkversion von Pur. Doch es half nichts. Düsseldorf gewann auch das zwölfte Spiel hintereinander nicht, in der Rückrunde holte die Elf nur neun Punkte. Nach der Vorrunde hatte man die Fortuna, die vor einem Jahr auf umstrittene Weise aufgestiegen war, noch im gesicherten Mittelfeld gewähnt. Doch am letzten Spieltag musste sich der Verein des DFB-Präsidenten von Augsburg und Hoffenheim überholen lassen. Angesichts ihrer aktuellen Formkurve kann man fast sagen, dass der Elf die Relegation erspart blieb.

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Wer stand im Blickpunkt?

Jupp Heynckes wieder. Nebensächlich war, dass seine Bayern trotz zweimaligen Zweitorerückstands auch das Spiel in Mönchengladbach gewannen. Und ihr Konto auf sagenhafte 91 Punkte und unglaubliche 25 Punkte Vorsprung ausbauten. Bewegender war die Rückkeher Heynckes' nach Mönchengladbach, zu seinem Verein, wie er neulich sagte. Zu seinem wohl letzten Bundesligaspiel wurde er von den Heimzuschauern warm empfangen. Auf der Pressekonferenz sagte der gerührte Heynckes: "Das zeigt mir, dass das meine Heimat ist." Dann verlor der zuletzt so coole und souveräne Erfolgstrainer erst die Worte, dann die Fassung und begann zu weinen. Hach, Fußball!

Wie verlief das Twitter-Spiel?

ZEIT ONLINE twittert mindestens ein Spiel jedes Spieltags live. Am Samstag haben wir die Partie Freiburg gegen Schalke verfolgt. Hier einige der Tweets. Alle Beiträge können Sie hier nachlesen.


Leserkommentare
  1. "Für Gisdol ging es um Abstiegskampf, für Klopp um nichts von Relevanz. Ein weiterer unnötiger Aussetzer des Dortmunder Trainers. Dabei sollte Klopp dankbar sein, dass Drees das Spiel gegen Málaga nicht gepfiffen hat."
    Entschuldigung vorab für die Quelle:"Das Stadion tobt, an der Bank kriegen sich Gisdol und Klopp in die Wolle. Angeblich soll Gisdol gefragt haben: „Was regst du dich denn so auf? Für euch geht’s doch um nichts mehr.“ Darauf Klopp: „Für uns nicht. Aber für Düsseldorf!“
    Fortuna steigt ab, weil Hoffenheim das Wunder schafft! " (Bild)
    Zu Malaga ... Hätte der Schiri gepfiffen, hätte das 2. Führungstor von Malaga nicht gezählt.

    @Fritsch: Kießling und die Nationalmannschaft. Sind Sie noch immer der Meinung, dass er da eigentlich nicht spielen sollte? Das wirklich spektakuläre ist, dass er nicht nur 25 Tore geschossen hat, sondern vor allem auch häufig den Führungstreffer und dazu 11 (!) Assists, sich technisch weiterentwickelt hat. Falls Lewa geht, dann hoffe ich auf ihn in Dortmund.

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    • Siru
    • 20. Mai 2013 13:28 Uhr

    der Courage gezeigt und die richtige Entscheidung getroffen hat.
    Kloppos Einstellung finde ich richtig, es ging für Hoffenheim und Düsseldorf (und ja auch für Augsburg, die glücklicherweise ihr Schicksal selbst in die Hand genommen haben) um den Abstieg. Die Spieler des BVB dagegen haben in der letzten Viertelstunde nicht mehr den letzten Einsatz gezeigt, was ich ich selbst als BVB-Fan nicht gut finde, auch wenn es vielleicht verständlich ist.

    Kießling ist bestimmt ein Guter, aber etwas bedenklich finde ich doch, dass er international bislang nichts auf die Reihe gekriegt hat. Wo war er, als Leverkusen in der EL gespielt hat? Insofern kann ich Löws Einstellung nachvollziehen.

    Bemerkenswert die Saisonleistung von Frankfurt und Freiburg, die in Relation zu den vorhandenen Mitteln für mich die herausragenden Teams dieser Saison waren (neben Bayern natürlich, die haben in dieser Saison zur Abwechselung mal ihre vorhandenen Mittel genutzt :-)). Freiburg hätte ich auch die CL gegönnt, finde es aber letzlich okay wie es gelaufen ist, Schalke hat - auch wenn sie nicht überragend gespielt haben - die Abgeklärtheit und Routine gezeigt, die es für die CL braucht.

    • deDude
    • 20. Mai 2013 11:40 Uhr

    Ein Geldsackverein ist in der Relegation und Düsseldorf ist raus, es ging also sehr wohl um etwas.

    3 Leserempfehlungen
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    Trademark of Sparkasse.

    • E.Wald
    • 20. Mai 2013 15:50 Uhr

    ... hat sich sportlich korrekt gegen Düsseldorf durchgesetzt. Geht's hier um Fussball oder um ein Casting, bei dem der Verein gewinnt, für den die meisten anrufen?

    PS: Haben Sie sich letztes Jahr eigentlich auch so aufgeregt, als der andere Geldsackverein das CL-Endspiel gewonnen hat?

    ich find es unfair und unverschämt Herren Hopp als Geldsack abzuwerten!
    Mach dir mal die Mühe und recherchier ein wenig , was der Hopp Geldsack für den Sport im professionellen Sektor und Amatuerberreich in seiner Region geleistet hat, was er an sozialen Einrichtungen unterstützt und wie er mit seinem Geld umgeht!
    Es gibt ja reichlich schlechte Beispiele in unserer Gesellschaft und so Typen wie Hopp (SAP), Matuschek (Redbull) oder auch Bill Gates sind doch eher die positiven Beispiele!
    Nicht jeder, der viel Geld verdient hat, ist automatisch ein Arschloch oder Geldsack!
    Man kann ja darüber diskutieren, ob er sich zu viel ins operative Geschäft des Vereins einmischt und ob er da ein wenig zu eitel ist, aber ihn so generell abzukanzeln finde ich persönlich ganz schlechten Stil und wenig durchdacht!

  2. Trademark of Sparkasse.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Es geht um nichts?"
  3. Über die grandiose Hommage an unseren verblichenen Generaldirektor H. In der offline ZEIT.
    Über Michael Wiesinger.
    Über Campino.

    • Siru
    • 20. Mai 2013 13:28 Uhr

    der Courage gezeigt und die richtige Entscheidung getroffen hat.
    Kloppos Einstellung finde ich richtig, es ging für Hoffenheim und Düsseldorf (und ja auch für Augsburg, die glücklicherweise ihr Schicksal selbst in die Hand genommen haben) um den Abstieg. Die Spieler des BVB dagegen haben in der letzten Viertelstunde nicht mehr den letzten Einsatz gezeigt, was ich ich selbst als BVB-Fan nicht gut finde, auch wenn es vielleicht verständlich ist.

    Kießling ist bestimmt ein Guter, aber etwas bedenklich finde ich doch, dass er international bislang nichts auf die Reihe gekriegt hat. Wo war er, als Leverkusen in der EL gespielt hat? Insofern kann ich Löws Einstellung nachvollziehen.

    Bemerkenswert die Saisonleistung von Frankfurt und Freiburg, die in Relation zu den vorhandenen Mitteln für mich die herausragenden Teams dieser Saison waren (neben Bayern natürlich, die haben in dieser Saison zur Abwechselung mal ihre vorhandenen Mittel genutzt :-)). Freiburg hätte ich auch die CL gegönnt, finde es aber letzlich okay wie es gelaufen ist, Schalke hat - auch wenn sie nicht überragend gespielt haben - die Abgeklärtheit und Routine gezeigt, die es für die CL braucht.

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  4. Mein Respekt und alles Gute an Jupp Heynckes.

    Ein toller Trainer, sachlich, kompetent, unaufgeregt und souverän. Er war mir persönlich immer sehr sympathisch, und er hat sein fußballerisches Können sowohl als Spieler, Trainer und Mensch stets unter Beweis gestellt.

    Er wird mir in der Bundesliga auf jeden Fall fehlen.

    Schlimmer noch, dass vermutlich dieses aufgeregte und selbstgefällige Pressehühnchen Klopp mit seinem Hang zur molièrschen Dramatik die Berichterstattung der nächsten Jahre dominieren wird.

    4 Leserempfehlungen
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    ...aber nicht zu anzuerkennen, was für ein herausragender Trainer er ist, wirkt wenig souverän.

  5. Glückwunsch für dieses erfüllte Fußballleben....
    Ob ich an sein seiner Stelle wieder zurück zum FC Bayern gegangen wäre....ich denke nein...
    Erfolg heilt Persönlichkeit?

    Eine Leserempfehlung
  6. ...wäre das nicht doch nochmal eine patriotische Aufgabe im Dienste des Rheinlands?

    Heynckes wirkt phyisch nicht wie ein Fußballtrainer-Rentner...

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