TraditionsvereinMSV Duisburg erhält keine Lizenz für Zweitliga-Saison

Der Fußball-Zweitligist erhält für die kommende Saison keine Lizenz, der Verein kann aber noch das Schiedsgericht anrufen. Profiteur der Entscheidung wäre Sandhausen.

Der Lizenzierungsausschuss des Ligaverbandes hat dem Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg die Lizenz für die Spielzeit 2013/14 verweigert. Das Gremium entschied am Mittwoch einstimmig, dass der Klub den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die kommende Saison zum Stichtag 23. Mai nicht erbracht hat.

Gegen diesen Beschluss hat der MSV nun noch die Möglichkeit, innerhalb einer Woche nach Zustellung der schriftlichen Entscheidung das Ständige Schiedsgericht anzurufen. Sobald die Entscheidung rechtskräftig ist, würde der SV Sandhausen als 17. der 2. Bundesliga nicht absteigen und in der Liga verbleiben.

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Der 1902 gegründete Traditionsverein reagierte mit Überraschung auf das Urteil aus Frankfurt. Der Verein sei weiterhin der festen Überzeugung, die Bedingungen und Auflagen erfüllt zu haben, teilten die Duisburger am Abend mit. "Es fehlen einem die Worte. Die Entscheidung kam aus heiterem Himmel", sagte MSV-Manager Ivica Grlić dem Express.

Die Zusendung der schriftlichen Begründung durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird zu Beginn der kommenden Woche erwartet. Danach können die Zebras innerhalb einer Woche das Schiedsgericht anrufen.

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Leserkommentare
  1. Ich denke nicht, dass die Entscheidung "aus heiterem Himmel" kam, so wie der Herr Grlić uns das weismachen will. Sowas haben solche Entscheidungen naturgemäß nicht an sich.
    Allerdings finde ich es gut, dass schlecht wirtschaftenden Vereinen die Lizenz entzogen wird (siehe auch bei Alemannia Aachen), da sonst andere Vereine versucht sind, dieses Verhalten zu kopieren. Und ich habe keine Lust auf spanische oder englische Verhältnisse im Fußball, wo die Vereine mit Milliarden verschuldet sind.

    Für die Duisburger Fans tut es mir leid. Aber es soll ja auch noch andere Clubs mit schönen blau-weißen Farben geben. :)

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    Sie haben leicht reden. Was wäre Schalke ohne Gazprom?

  2. Stimmt, ich habe schon mal von einem anderen blauweißen Club gehört, aber der hat 150 Mio Schulden und lässt sich von Wladimir Putin sponsern. Da käme man ja wohl vom Regen in die Traufe!

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    bei Bochum ist doch alles tutti ;)

  3. vielleicht habe ich es überlesen, aber gestern fiel für den "Fußballosten" eine wichtige Entscheidung, die immerhin auch die 2. Liga betrifft. Wäre das nicht vielleicht eine kleine Erwähnung wert? Klar ist viel spannendes passiert in den letzten Tagen, aber ein kleiner Nebensatz wäre doch schön gewesen.
    Na egal.
    Der Traditionsverein. Der Traditionsverein. Was lernen wir daraus. Geld schießt keine Tore, sichert aber die Teilnahme am Wettbewerb und das wichtigste. Wo waren die ganzen Duisburgfans? Man stelle sich folgende einfache Rechnung vor. 18.000 Fans mehr pro Heimspiel (also ausverkauftes Haus) * 10€ Eintrittsgeld * 17 Spieltage = 3.060.000€ die in der gesamten Saison fehlen. Das ist bei einer Stadt mit fast 500.000 Einwohnern für mich nicht nachvollziehbar und da sollten sich dringend auch die Fans an die eigene Nase fassen. Vielleicht sollte man aber auch bei der 2. Liga etwas am Vermarktungskonzept ändern, Anreize für Fans setzen, denn Duisburg ist ja in der Tat nicht der erste Verein den es trifft. Schade für den Pott, wenn es dabei bleibt, aber auf der anderen Seite hat Kommentar #1 völlig Recht. Misswirtschaft muß bestraft werden.

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  4. 4. Warum?

    bei Bochum ist doch alles tutti ;)

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Anderer Club"
    • spacko
    • 29. Mai 2013 23:08 Uhr

    Wieso bleibt jetzt eigendlich Sandhausen drin? OHNE Relegation wäre das ja vielleicht noch 'ne logische Konsequenz, aber nach den Relegationsspielen mit dem Lizenzentzug zu kommen und Sandhausen zu belohnen, ist völlig abwegig! Was wäre denn gewesen, wenn Dresden die Relegation vergeigt hätte? Sandhausen drin?
    Für meine Begriffe muss entweder die Relegation wiederholt werden, diesemal mit Sandhausen, oder aber Osnabrück darf 'rauf - alles andere wäre ungerecht!

    5 Leserempfehlungen
  5. Das erscheint mir doch sehr unlogisch!

    Sandhausen war 17, und damit klar abgestiegen. Um den letzten Platz in der Liga haben bis gestern die SG Dynamo Dresden und der VfL Osnabrück gespielt. Logisch wäre jetzt, den Verlierer dieses Duells zu begünstigen, denn der war auf jeden Fall näher dran an Sandhausen. Was wäre denn gewesen, wenn Osnabrück die Relegation gewonnen hätte und Dresden verloren? Wer die Spiele gesehen hat, wird zugeben müssen, dass die Veilchen nah dran waren. Wäre dann Dresden als 16. abgestiegen und Sandhausen als 17. drin gewesen? Das wäre ja irrwitzig.
    Also: Dann wäre Dresden als Verlierer der Relegation drinnen gewesen. So aber ist nicht der Verlierer der Relegation drinnen, sondern ein Verein, der schon seit langem als Absteiger feststand und nun wie die Jungfrau zum Kinde kommt. Entschuldigung DFL, aber das widerspricht jedem gesunden Menschenverstand. Dann können wir die Relegation auch gleich wieder abschaffen.

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  6. Hätte Dynamo die Relegation nicht geschafft, dann wären sie durch den Lizenzentzug der Duisburger in der 2. Liga geblieben. Das heißt, es hätte eine 2. Liga mit Dynamo und Osnabrück, aber ohne Sandhausen gegeben. Ob das jetzt fair ist? Fragen Sie doch mal wie die Sandhausener und Osnabrücker das sehen....

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    Wieso sollte das nicht fair sein? Bevor Sandhausen drinnen bleibt, muss die SG Dynamo ja wohl auf jeden Fall drinnen bleiben, weil sie in der Tabelle klar vor Sandhausen stand, Relegation hin, Relegation her. Allerdings stand durch die Teilnahme an der Relegation Osnabrück meines Erachtens ebenfalls vor Sandhausen - denn Sandhausen hat es ja nicht geschafft, sich für die Relegation zu qualifizieren.
    An Dresdens Ligaverbleib kann es keine Zweifel geben, die haben es sportlich geschafft.

    Ich habe mich vielleicht etwas undeutlich ausgedrückt, aber ich sehe das auch so. Dass Dynamo in der 2. Liga bleibt ist natürlich fair!
    Das bezog sich nun auf Sandhausen, ob es fair ist ohne Rücksicht auf Osnabrück diese hochzustufen.
    Da müsste sich der DFB noch eine weitere Regelung ausdenken, wenn sie schon diese Relegationsspiele möchten.
    Aber nichtsdestotrotz denke ich, dass MSV das schon irgendwie hinbiegt.

  7. Sie haben leicht reden. Was wäre Schalke ohne Gazprom?

    Antwort auf "Heiterer Himmel?"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sre
  • Schlagworte MSV Duisburg | Bundesliga | DFL | Saison
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