DFB-Pokal-VorschauInternationaler Beinahe-Eklat wegen Bayerns Brasilianern

"Psychoterror" aus der Heimat: Die Brasilianer Dante und Luiz Gustavo fehlen beim DFB-Pokalfinale. Jupp Heynckes pfeift derweil auf den Ruhestand. von 

Die Brasilianer in Diensten der Bayern: Luiz Gustavo, Rafinha und Dante auf dem Oktoberfest 2012

Die Brasilianer in Diensten der Bayern: Luiz Gustavo, Rafinha und Dante auf dem Oktoberfest 2012  |  © Thomas Niedermueller/Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Bayern München – VfB Stuttgart (Samstag, 20 Uhr in Berlin)

Was dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die erste halbe Stunde. Wenn das Stuttgarter Offensivquartett gut aufgelegt ist, erinnert es an eine Beta-Version des BVB. Berlin darf sich Hoffnungen auf eine Wiederaufführung von Wembley machen – eine auf 30 Minuten komprimierte. Der VfB hätte auch danach noch eine Chance, wenn es für die Bayern nur um den Pokal ginge. Es geht aber um das große Triple, das in der Champions-League-Ära nur Manchester United (1999), Barcelona (2009) und Inter Mailand (2010) gewannen. Der FC Bayern hätte diese Heldentat bereits 2001 vollbringen können: Schalke wurde zum Meister der Herzen degradiert, Valencia im Elfmeterschießen besiegt, nicht aber der 1. FC Magdeburg in der zweiten DFB-Pokalrunde.

Was können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die letzten 60 Minuten. Die Bayern wollten der früheste Meister werden, den Punkterekord knacken, die längste Siegesserie innerhalb einer Saison ausbauen und noch viel mehr. Im April veröffentlichte der Verein eine To-do-Liste der Rekordjagd – sie protokolliert, wie sich die Bayern bei Laune gehalten haben. Was noch fehlt, ist der DFB-Pokal. Sobald die Münchener gegen Stuttgart jedoch uneinholbar vorne liegen, wird sich ihr Anstand in Süffisanz verwandeln. Die Bayern könnten dann im Olympiastadion abermals einen Freistoßschützen per Schnickschnackschnuck bestimmen. Vielleicht füllt Rummenigge seinen Spielern auch Weißbier in die Trinkflaschen. Oder Arjen Robben holt sich zwischendurch eine Pommes. Die wenigen sportlichen Fragen der zweiten Hälfte sind bloß für Sozialpsychologen von Belang: Darf Tom Starke spielen? Bekommt Anatolij Tymoschtschuk seine Abschiedsminuten? Darf Mario Gomez seinen Ex-Verein abschießen? Kommt Toni Kroos auf Krücken für die Schlussviertelstunde?

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Wer steht im Blickpunkt?

Die Ist-nicht-so-schlimm-Rhetoriker vom VfB. Welch große Redner haben in Stuttgart schon gewirkt. Horkheimer, Schiller, Loriot, Heuss, Hegel: Sie waren schlagfertig und scharfsinnig. Karl-Heinz Rummenigge hätten sie nach dessen Bankettrede (''Wir können Stuttgart auch mit 1,8 Promille schlagen") zusammengefaltet. Aber Stuttgart fehlten die Worte. Für den Sportdirektor Fredi Bobič war das ''ein emotionaler Ausrutscher", den er schmunzelnd aufgenommen hat. Auch Bruno Labbadia reagierte gelassen. Um nicht schon wieder seinen Schreihals zu riskieren, wollte er über Rummenigges Spruch "auch mal einfach hinwegsehen". Selbst aus der Politik meldete sich niemand zu Wort. ''Wer 1,6 Promille Alkohol im Blut hat, gehört nicht auf ein Fahrrad", drohte der Verkehrsminister Peter Ramsauer am vergangenen Wochenende noch. Vor Bayerns Funktionären schreckt das Bundeskabinett zurück. Aber mit den Radfahrern kann man's ja machen!

Leserkommentare
  1. Ich gönne den Bayern den Gewinn des DFB-Pokals. Damit können sie eine perfekte Saison abschließen und es würde eine enorme Spannung von den Spielern abfallen.
    Vielleicht schalten sie dann nächste Saison etwas zurück und lassen andere Teams vllt. bis auf 5 Punkte an sich heran kommen. ;)

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    • Newo
    • 01. Juni 2013 11:31 Uhr

    und dann wären wir beim Wrestling, wo alles auch schon vorher geregelt wird.

    Klar haben die Bayern das Geld für mehrere hochkarätige Transfers, aber im Vergleich zu Barca oder Real kochen sie nun auch nur mit Wasser und sind da auch schon zu loben, was sie mit ihrem Budget erreichen, wofür eben die beiden anderen ein vielfaches zur Verfügung haben.

  2. Diesem Verband kann man nur die Pest an den Hals wünschen für ihre Heim-WM. Möge die N11 mit dem ach so tollen Neymar von mir aus bereits in der Gruppenphase scheitern.

    9 Leserempfehlungen
    • Newo
    • 01. Juni 2013 11:31 Uhr

    und dann wären wir beim Wrestling, wo alles auch schon vorher geregelt wird.

    Klar haben die Bayern das Geld für mehrere hochkarätige Transfers, aber im Vergleich zu Barca oder Real kochen sie nun auch nur mit Wasser und sind da auch schon zu loben, was sie mit ihrem Budget erreichen, wofür eben die beiden anderen ein vielfaches zur Verfügung haben.

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    für unbegrenzten Kredit bei der Bank oder seinem Playboy-Eigner aus Saudi-Arabien eingeben. Natürlich kocht Bayern da im Vergleich "nur mit Wasser".
    Aber lieber hab ich das so, als dass sich mein favorisierter Verein plötzlich wie Shitty, Monaco oder PSG darstellen würde und zum anderen gehört zum Erfolg im Fußball immer noch ein Kollektiv statt einzelner Heroen, wie diese CL-Saison eindrucksvoll bewiesen hat.
    Ich mache mir bzgl. der kommenden Jahre nur dann Sorgen, wenn Guardiola nicht die Weisheit hat, auf Heynckes modifiziertem Barca-System aufzubauen und stattdessen den reinen Tiki-Taka implementieren will. Weil der ist in der Barca-Form vorerst gescheitert.

    Das wäre in der Tat eine regelrechte Katastrophe. Nicht auszudenken, wie stark Real wäre, würde aus dieser Ansammlung von Individualisten jemand mal ein Team formen und ihnen vernünftiges Pressing beibringen. Dazu noch so reichhaltige Offensivvarianz wie Bayern es diese Saison vermochte und die nächste Saison könnte sehr, sehr hässlich werden für die internationale Konkurrenz, auch Bayern.

  3. für unbegrenzten Kredit bei der Bank oder seinem Playboy-Eigner aus Saudi-Arabien eingeben. Natürlich kocht Bayern da im Vergleich "nur mit Wasser".
    Aber lieber hab ich das so, als dass sich mein favorisierter Verein plötzlich wie Shitty, Monaco oder PSG darstellen würde und zum anderen gehört zum Erfolg im Fußball immer noch ein Kollektiv statt einzelner Heroen, wie diese CL-Saison eindrucksvoll bewiesen hat.
    Ich mache mir bzgl. der kommenden Jahre nur dann Sorgen, wenn Guardiola nicht die Weisheit hat, auf Heynckes modifiziertem Barca-System aufzubauen und stattdessen den reinen Tiki-Taka implementieren will. Weil der ist in der Barca-Form vorerst gescheitert.

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  4. Das wäre in der Tat eine regelrechte Katastrophe. Nicht auszudenken, wie stark Real wäre, würde aus dieser Ansammlung von Individualisten jemand mal ein Team formen und ihnen vernünftiges Pressing beibringen. Dazu noch so reichhaltige Offensivvarianz wie Bayern es diese Saison vermochte und die nächste Saison könnte sehr, sehr hässlich werden für die internationale Konkurrenz, auch Bayern.

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    • Guido3
    • 01. Juni 2013 11:59 Uhr

    1. Nationalspieler sind 14 Tage vor einem Turnier abzustellen. Der Confed-Cup beginnt am 15.06. Hätten Dante und Gustavo das Pokalfinale gespielt und sich danach in den Flieger gesetzt, so wären sie nur mit einem Tag Verzögerung am 02.06. beim brasilianischen Nationalteam eingetroffen. Wegen einem Tag weniger Vorbereitung auf ein sportlich wertloses Turnier wie den Confed-Cup wird den Spielern die Teilnahme an einem Finale verwehrt. Beide Spieler haben noch nie zuvor einen (Landes)Pokal gewonnen.

    2. Noch viel unverständlicher wird dann Ganze vor dem Hintergrund, das gleichzeitig Neymar die Erlaubnis bekommt, am Sonntag nach Barcelona zu fliegen, um dort am Montag eine Pressekonferenz zu geben, Fototermine wahr zu nehmen und einen Vertrag zu unterzeichnen. Einen Vertrag unterschreiben kann er formal genauso gut in Brasilien. Pressekonferenz und Fotoshootings haben im Gegensatz zum Pokalfinale keinen seit mehr als 12 Monaten feststehenden Termin und könnten pronlemlos zu einem späteren Termin statt finden.

    Das der brasilianische Verband seinem Jungstar für so ein Theaterauftritt die Freigabe erteilt, den Bayernspielern aber die Teilnahme an einem sportlich bedeutsamen Finale verwehrt, ist nicht nur absolut unverständlich sondern auch ungerecht.

    14 Leserempfehlungen
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    Den Unterschied hat der brasilianische Verband ganz klar erklärt: Es geht darum, den Vereinen zu zeigen wo der Hammer hängt und wer die Macht (und Kontrolle) über die Spieler hat. Bei Neymar gehts um was anderes (und der ist eh der Star und hat da noch mehr Freiheiten).

    Wenn der VFB jetzt gewinnen sollte, weiß man bei Bayern wenigstens wer schuld ist ;-)

    Talente werden zu Göttern/Götzen hochstilisiert und schweben bzw. werden in unerreichbare Höhen gehieft (Neymar). Irgendwann stellt sich dann aber wieder der Alltag ein (Kaka) und das ursprünglich gottähnliche Geschöpf könnte einem sogar leid tun . Solange sich andere, vor allem Funktionäre, in dem Ruhm eines Götzen sonnen können, zeigen sie ihren Machtanspruch, aus Angst vor dem Mob. Erbärmliche Kreaturen.
    Ich glaube nicht an eine Niederlage des FCB und wenn dann doch, wird man das sicherlich nicht mit dem Fehlen ihrer 3 Brasilianer erklären.

    • ascola
    • 01. Juni 2013 12:24 Uhr

    Komischer Artikel, in dem das Thema der Titelschlagzeile im allerletzten Absatz dann endlich auch mal vor kommt, und der Inhalt des Teasers grad' mal erst auf Seite 2 aufgegriffen wird. Entweder Thema verfehlt, oder falsche Überschriften gewählt.

    3 Leserempfehlungen
  5. Vom brasilianischen Verband.
    Anstatt die Spieler mit dem Schub eines sehr wahrscheinlichen Triplegewinnes nachreisen zu lassen, gurken die da jetzt zu einem bedeutungslosen Freundschaftsspiel.
    Lächerlich

    Eine Leserempfehlung

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